Author Topic: "The Snow Walker"  (Read 847 times)

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Offline Banshee314

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"The Snow Walker"
« on: March 11, 2013, 06:32:19 pm »
Ermutigt durch @Tìtstewan mach ich ein extra Thema auf und stelle erst mal nur die Frage, ob einer den Film kennt?

Offline Tìtstewan

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Re: "The Snow Walker"
« Reply #1 on: March 11, 2013, 06:50:37 pm »
Um auf deine Frage einzugehen: ich kenne leider diesen Film nicht. Einzig der Name sagt mir was.

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Offline Ricardo

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Re: "The Snow Walker"
« Reply #2 on: March 12, 2013, 08:43:24 am »
ich kenne leider diesen Film nicht.

Das ist wohl der Hauptgrund, warum der Film keinen durchschlagenden Erfolg hatte.

Offline Tìtstewan

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Re: "The Snow Walker"
« Reply #3 on: March 12, 2013, 11:17:59 am »
Es scheiterte sicherlich auch am Marketing und Promotion.

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Offline Ricardo

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Re: "The Snow Walker"
« Reply #4 on: March 12, 2013, 01:40:05 pm »
Sag' ich doch. ;)  ;D

Offline Banshee314

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Re: "The Snow Walker"
« Reply #5 on: March 23, 2013, 06:19:45 pm »
Noch keiner? ..schade   ???

Dachte ich mir aber schon. Andernfalls wäre bei der früheren Diskussion über mögliche Vorbilder von Avatar nicht nur die von der Story her kaum passende Pocahontas aufgetaucht.

Stellt man den "Last Samurai" Teil von Avatar, also alles nach dem Fall des Heimatbaumes ein wenig zurück, ebenso 3D, CGI und SCIFI, findet man jede Menge gemeinsamer Aspekte.

Zunächst stimmt das Grundprinzip überein: "zivilisierter" Mann trifft in der Natur auf eine "einheimische" Frau. Damit können nun die verbundenen Konfliktthemen aufgerollt werden.

Ich nenne nur mal was ich in "The Snow Walker" an Übereinstimmung gefunden habe, den Vergleich mit Avatar kann hier jeder selbst machen. Der Film kam übrigens 2004 raus.

1. Der Konflikt:
Es wird mehrmals deutlich gemacht, dass die "Zivilisierten" die Einheimischen verachten, sie sagen ihnen nach (und es wird gezeigt), dass sie unzivilisiert und eine Bedrohung sind (Text:"vielleicht haben sie ihn getötet und gegessen").

2. Ebenso denken sie über die Natur ("sie tötet so sicher wie eine Gewehrkugel").

3. Die "zivilisierten" brauchen ihre Technik (z.B. Fluggeräte), denn in dieser Natur können sie kaum überleben. Sie haben auch ihre Statussymbole (hier Cola).

4. Und so fängt es natürlich an:
 Durch einen Unfall (aus seiner Sicht: )allein in der Natur ausgesetzt gerät der Mann in Lebensgefahr.

5. Die "wilden Bestien der Natur" fallen über ihn her und seine Lage ist aussichtslos.

6. Die „Einheimische“ folgt ihm heimlich und greift lebensrettend ein.

7. So lernen sie sich kennen. Und er folgt von nun an Ihr.

8. Sie zeigt ihm, wie man nur von den Ressourcen der Natur lebt. Ebenso Jagdmethoden und Begräbnisrituale.

9. Er lernt sie respektieren.

10. Sie lehrt ihm auch ihre Sprache, die..

11. ..in einigen Teilen auch nicht übersetzt wird und auch nicht in den Untertiteln erscheint, was die Wörterbuchübersetzung noch schwieriger macht.

12. Doch sein Volk hat bereits ein Zerstörungswerk initiiert, dass gegen Ende des Films..

13 ..ein Beispiel findet, welches "für vieles fallen wird".

14. Nebenbei findet auch der kriegerische Aspekt unserer Kultur seine Platz in der Person des Hauptdarstellers. Ebenso wie Jake muss er da ein böses Überbleibsel mit sich herumtragen.

15. Letztlich versucht er Ihr zu helfen und riskiert dabei nun bereitwillig auch sein Leben

17. Am Schluss kommt er zu ihrem Volk.
Die genannten Elemente sind natürlich nicht in der gleichen Reihenfolge und sie benutzen nicht exakt die gleiche Form. Ebenso sind die Charaktere der Rollen der Hauptdarstellerinnen etwas anders. Beide strahlen ein hohes Selbstbewusstsein aus. Allerdings erkundigt sich Neytiri nie nach dem persönlichen Hintergrund ihres "Schützlings", was mir an der Rolle immer schon überheblich vorkam.

(18.)Weggelassen wurde der  vergleichbare Wettlauf mit dem großen Raubtier - hier wäre nach der Urquelle des Films ein Eisbär vorgesehen gewesen, immerhin das größte irdische Landraubtier. Da der Film komplett in realer Natur gedreht wurde, auch zu verschiedenen Jahreszeiten und immer mit echten Tieren, hätte so ein CGI-Bär die tollen Aufnahmen nur kaputt gemacht. Die echten Eisbären standen (siehe Making of) offenbar vor dem Set Schlange. Weglassen war aber eine korrekte Entscheidung, da die Schauspieler schon unter den anderen echten Raubtieren zu leiden hatten.

Warum der Film auf der Strecke blieb, ist mir mit einem "Marketingfehler" zu leicht erklärt.
  :-\
« Last Edit: March 23, 2013, 06:25:20 pm by Banshee314 »

Offline Tìtstewan

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Re: "The Snow Walker"
« Reply #6 on: March 23, 2013, 06:54:46 pm »
Avatar handelt davon, dass ein Konzern eine unberüherte Welt ausbeuten will (Daher der Vergleich mit Pocahontas). Auch dass die Firma selbt über Leichen geht und dies übrigens heute in der realen Welt ähnlich stattfindet. Man vernichtet Natur und die lokale Kultur der Menschen.
In The Snow Walker (deutsch: Wettlauf Mit Dem Tod) stürzt ein Mann bei einem Routineflug ab und kommt so in Kontakt mit den Inuit und lernt dort zu überleben.

Was die Sprache angeht, die ist nicht neu. Das müsste Inuinnaqtun bzw. Inuktitut sein.

Ich denke, es lag trotzdem am Marketing, anders kann ich es mir nicht erklären, warum der Film unbeachtet blieb. Selbst der Wikipedia-Artikel ist sehr bescheiden und gerade mal in 8 Sprachen verfügbar (Deutsch ist nicht darunter).

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Offline Banshee314

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Re: "The Snow Walker"
« Reply #7 on: March 24, 2013, 09:40:13 am »
Hallo Tistewan,
schön dass wenigstens einer Zeit und Lust an ein wenig Argumentationswettstreit hat  ;)

Zuvor hatte ich mich mehr auf die tragende Story konzentriert, aber natürlich ist die Botschaft ebenso wichtig.


Quote from: Tistewan
Avatar handelt davon, dass ein Konzern eine unberüherte Welt ausbeuten will (Daher der Vergleich mit Pocahontas). Auch dass die Firma selbt über Leichen geht und dies übrigens heute in der realen Welt ähnlich stattfindet. Man vernichtet Natur und die lokale Kultur der Menschen.

Also die lokale Kultur stellten einst die Inuit, deren Land nicht nur Felle, Fangquoten, Walfleisch und Elfenbein boten, sondern im kalten Krieg auch strategische Begehrlichkeiten weckte. Die Leute vom offenen Land in Häuser zu locken, war ein einfacher Weg um diese Landansprüche in den Griff zu bekommen.
Wenn ich nicht Irre, war das genau das Angebot (und der Hintergedanke) mit dem man in Avatar „Schulen, Straßen und Medikamente“ den Navi angeboten hat.
Es braucht also keinen einzelnen Konzern, um ein Motiv zum Abbau der Landfreiheit der Ureinwohner zu finden. Bei Pocahontas war es ja auch im „allgemeinen“ Interesse (wobei es hier ja noch viele Versionen der Story gibt).

Die Frage, die ich darüber stellen würde:
Ist unsere Kultur bereit, den Schutz des Individuums durch die eigene Ethik auch auf die Ureinwohner auszudehnen.
Ein Konzern hat es im "Ja"-Fall auch weitaus schwieriger über „Leichen“ zu gehen.

Diese Frage und die Kritk am kommerziellen Denken finde ich nicht nur in Avatar thematisiert, es schlägt in "The Snow Walker" mit voller Wucht in der Szene auf, in der der Pilot gebeten wird, die an Tuberkulose erkrankte Frau einfach in die nächste Siedlung mitzunehmen. Die dort vorhandenen Antibiotika würden ihre Leben retten. Doch er lehnt ab, überlässt sie dem sicheren Tod. Würde er ebenso handeln, wenn sie aus seinem Kulturkreis kommen würde? Nun war der Pilot bis dahin eigentlich der Sympathieträger des Filmes, wie Jake. Und wie Jake handelt er damit erst gegen die Ureinwohner. Wie Otto Normalverbraucher gehen Ihm deren Probleme nichts an.
Diese Szene zu übersehen heißt den Kern den Films zu übersehen.

Der Pilot nahm sie dann nur mit, weil er bezahlt werden konnte - womit wir auch das Gewinnstreben und den eigenen Vorteil im Boot haben. Jake war von dem Gedanken an "neue Beine" auch begeistert.

Sie Situation zu bagatellisieren, weil es ja nur um ein Leben geht, ... hm, Neytiris Schweter war auch nur ein Leben.
Und der Pilot hatte damit nichts zu tun? ...:
Mit dem „weißen Mann“ kamen Krankheiten und das Beispiel Tuberkulose grassiert in diesen Gebieten heute noch unter den Ureinwohnern, als wenn man in einem Entwicklungsland wäre (Google mal Tuberkulose+Nunavut). Dabei handelt es sich nicht um Afrika, sondern um Kanada!

Die Ironie, dass sie dann sein Leben retten konnte, passt irgendwie auch wieder zu Avatar, denn die Natur übernimmt auch hier die Rolle des Lehrmeisters, der den uneinsichtigen zur Einsicht führt.
Edit:
Die Lehre ist bei Neytiri abschlossen, als sie sich an ihn bindet. Diesen Höhepunkt findet man ebenfalls als hervorgehobene Szene in "The Snow Walker", als er von ihr als "Bruder" bezeichnet wird!



Was die Natur angeht, gelingt es dem Film durch beeindruckende Bilder einer scheinbar öden Landschaft zu zeigen, warum man bei Ölpipelines und Ölsandförderung heute mal aufmerksam sein sollte. Diese Bilder sind natürlich nicht in SD bei Youtube zu erkennen, aber was würde dort schon von Avatar übrig bleiben  :D

Quote from: Tistewan
Was die Sprache angeht, die ist nicht neu. Das müsste Inuinnaqtun bzw. Inuktitut sein.

Ja da hatte ich ursprünglich mal Hoffnung hier ein Sprachgenie zu finden, dass auf den Film neugierig ist und bei der Übersetzung mithilft. Freie Wörterbücher gibt es, aber zur Grammatik finde ich wenig und meist scheitere ich schon am Hörverständnis der dünnen Stimme Annabellas in der englischen Version. Bisher bin ich bei Inuktitut geblieben, aber bei der Bezeichung der Wölfe hört man schon 2 Varianten heraus. In einem ältern Wörterbuch wird auch noch angedeutet, dass Frauen und Männer andere Bezeichungen verwenden   :o .

Quote from: Tistewan
Ich denke, es lag trotzdem am Marketing, anders kann ich es mir nicht erklären, warum der Film unbeachtet blieb. Selbst der Wikipedia-Artikel ist sehr bescheiden und gerade mal in 8 Sprachen verfügbar (Deutsch ist nicht darunter).

Wie man einen solchen Artikel konform zu den Richtlinien verfasst, wäre meine nächste "Bildungsziel"  ;D Im Moment brauch ich da auch noch Beratung.
« Last Edit: March 24, 2013, 09:49:57 am by Banshee314 »

Offline Tìtstewan

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Re: "The Snow Walker"
« Reply #8 on: March 24, 2013, 10:59:45 am »
Hallo Tistewan,
schön dass wenigstens einer Zeit und Lust an ein wenig Argumentationswettstreit hat  ;)

Zuvor hatte ich mich mehr auf die tragende Story konzentriert, aber natürlich ist die Botschaft ebenso wichtig.
Dies mache ich gerne. Aber eines vorweg, ich habe diesen Film ja noch nicht gesehen, daher kann ich die Einzelheiten nicht wissen. Das meiste musste ich nachrecherchieren.

Quote from: Tistewan
Avatar handelt davon, dass ein Konzern eine unberüherte Welt ausbeuten will (Daher der Vergleich mit Pocahontas). Auch dass die Firma selbt über Leichen geht und dies übrigens heute in der realen Welt ähnlich stattfindet. Man vernichtet Natur und die lokale Kultur der Menschen.

Also die lokale Kultur stellten einst die Inuit, deren Land nicht nur Felle, Fangquoten, Walfleisch und Elfenbein boten, sondern im kalten Krieg auch strategische Begehrlichkeiten weckte. Die Leute vom offenen Land in Häuser zu locken, war ein einfacher Weg um diese Landansprüche in den Griff zu bekommen.
Wenn ich nicht Irre, war das genau das Angebot (und der Hintergedanke) mit dem man in Avatar „Schulen, Straßen und Medikamente“ den Navi angeboten hat.
Es braucht also keinen einzelnen Konzern, um ein Motiv zum Abbau der Landfreiheit der Ureinwohner zu finden. Bei Pocahontas war es ja auch im „allgemeinen“ Interesse (wobei es hier ja noch viele Versionen der Story gibt).

Die Frage, die ich darüber stellen würde:
Ist unsere Kultur bereit, den Schutz des Individuums durch die eigene Ethik auch auf die Ureinwohner auszudehnen.
Ein Konzern hat es im "Ja"-Fall auch weitaus schwieriger über „Leichen“ zu gehen.
Welche Ethik? Die RDA ging trotzdem über Leichen, als sie feststellen musste, dass die Omatikaya ihren Heimatbaun nicht verlassen wollten. Was sagte Parker Selfridge nochmal? Aktionäre mögen keine miserable Presse, aber was sie am wenigsten mögen sind fallende Aktienkurse. Das mit Schule, Straßen und Medikamente ist nur der Versuch der westlichen 'Zivilisation' den 'Wilden' die Vorteile und Anmehmlichkeiten 'aufzuzeigen', fast genauso wie die Kolonialherren vor 100 Jahren. Wo das hinführt, sehen wir ja heute tagtäglich z. B. in Afrika. Solche Maßnahmen bringen auch eine gewisse Kontrollmöglichkeit für den 'Kolonialherr' mit und genau dass ist ein der Grund, warum man versucht, solche Bevölkerungsgruppen in Schulen zu zerren, Straßen anzudrehen usw., obwohl diese Stämme wegen ihrer Kultur und Lebesweise es eigentlich garnicht nötig haben. (Sprich: was wollen sie denn mit 'ner Jeans und 'ne Flasche Cola?)

Diese Frage und die Kritk am kommerziellen Denken finde ich nicht nur in Avatar thematisiert, es schlägt in "The Snow Walker" mit voller Wucht in der Szene auf, in der der Pilot gebeten wird, die an Tuberkulose erkrankte Frau einfach in die nächste Siedlung mitzunehmen. Die dort vorhandenen Antibiotika würden ihre Leben retten. Doch er lehnt ab, überlässt sie dem sicheren Tod. Würde er ebenso handeln, wenn sie aus seinem Kulturkreis kommen würde? Nun war der Pilot bis dahin eigentlich der Sympathieträger des Filmes, wie Jake. Und wie Jake handelt er damit erst gegen die Ureinwohner. Wie Otto Normalverbraucher gehen Ihm deren Probleme nichts an.
Diese Szene zu übersehen heißt den Kern den Films zu übersehen.

Der Pilot nahm sie dann nur mit, weil er bezahlt werden konnte - womit wir auch das Gewinnstreben und den eigenen Vorteil im Boot haben. Jake war von dem Gedanken an "neue Beine" auch begeistert.
Nun, es gibt zahlreiche Filme die in irgendeiner Art und Weise Kritk am kommerziellen Denken ausüben. Und je nach dem, wie der Film gemacht wurde, muss man diesen Film verstehen und befreifen, wo der springende Punkt ist.

Sie Situation zu bagatellisieren, weil es ja nur um ein Leben geht, ... hm, Neytiris Schweter war auch nur ein Leben.
Und der Pilot hatte damit nichts zu tun? ...:
Das ist das Profitdenken. Profiterhaltung gleicht einem göttlichen Auftrag und jede Handlung die dem schadet kommt einer Gotteslästerung gleich.

Mit dem „weißen Mann“ kamen Krankheiten und das Beispiel Tuberkulose grassiert in diesen Gebieten heute noch unter den Ureinwohnern, als wenn man in einem Entwicklungsland wäre (Google mal Tuberkulose+Nunavut). Dabei handelt es sich nicht um Afrika, sondern um Kanada!
Wirklich neu ist das nicht. Es ist fast immer so, dass die Ureinwohner im Nachteil sind oder das Nachsehen haben - überall auf der Welt.

Die Ironie, dass sie dann sein Leben retten konnte, passt irgendwie auch wieder zu Avatar, denn die Natur übernimmt auch hier die Rolle des Lehrmeisters, der den uneinsichtigen zur Einsicht führt.
Edit:
Die Lehre ist bei Neytiri abschlossen, als sie sich an ihn bindet. Diesen Höhepunkt findet man ebenfalls als hervorgehobene Szene in "The Snow Walker", als er von ihr als "Bruder" bezeichnet wird!
Die Natur war immer ein 'Lehrmeister' für den Menschen. Leider hat sich der Großteil der Menschheit sich von der Natur abgewendet, auch mit der Arroganz, dass wir alles Kontrollieren könnten, was aber im Wahrheit so richtig daneben geht.

Was die Natur angeht, gelingt es dem Film durch beeindruckende Bilder einer scheinbar öden Landschaft zu zeigen, warum man bei Ölpipelines und Ölsandförderung heute mal aufmerksam sein sollte. Diese Bilder sind natürlich nicht in SD bei Youtube zu erkennen, aber was würde dort schon von Avatar übrig bleiben  :D
Zum Thema Ölpipelines und Ölsanden könnte ich einen Fass aufmachen, das den Rahmen hier deutlich sprengen würde. Resoucenausbeutung scheint oberste Priorität in der westlichen Welt zu haben, alles was sich dem in den Weg stellt, wird aus dem Weg geschafft - egal wie.

Quote from: Tistewan
Was die Sprache angeht, die ist nicht neu. Das müsste Inuinnaqtun bzw. Inuktitut sein.

Ja da hatte ich ursprünglich mal Hoffnung hier ein Sprachgenie zu finden, dass auf den Film neugierig ist und bei der Übersetzung mithilft. Freie Wörterbücher gibt es, aber zur Grammatik finde ich wenig und meist scheitere ich schon am Hörverständnis der dünnen Stimme Annabellas in der englischen Version. Bisher bin ich bei Inuktitut geblieben, aber bei der Bezeichung der Wölfe hört man schon 2 Varianten heraus. In einem ältern Wörterbuch wird auch noch angedeutet, dass Frauen und Männer andere Bezeichungen verwenden   :o .
Inuktitut-Grammatik scheint es wohl nur in Form von Büchern zu geben.

Quote from: Tistewan
Ich denke, es lag trotzdem am Marketing, anders kann ich es mir nicht erklären, warum der Film unbeachtet blieb. Selbst der Wikipedia-Artikel ist sehr bescheiden und gerade mal in 8 Sprachen verfügbar (Deutsch ist nicht darunter).
Wie man einen solchen Artikel konform zu den Richtlinien verfasst, wäre meine nächste "Bildungsziel"  ;D Im Moment brauch ich da auch noch Beratung.
Einfach mal hier schauen:
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Fürs Erste kannst du den englischsprachigen Artikel ins Deutsche übersetzen, da sollte mal nicht viel Falsch machen können.
« Last Edit: March 24, 2013, 11:06:44 am by Tìtstewan »

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Re: "The Snow Walker"
« Reply #9 on: March 24, 2013, 03:03:50 pm »
Zur Kinoversion stimmt die Einschätzung des rücksichtslosen Vorgehens, aber in der „Vollversion“ wurde aus einem Eroberungskrieg eine etwas andere Situation gemacht.
Die Navi hatten nun vorher die Maschinen und ihre Bewacher im Wald angegriffen und damit eine Vorlage geliefert, um die ethische Hemmschwelle auszuschalten. Ethisch ist eine Spirale der Gewalt leider leichter zu rechtfertigen, als ein Eroberungskrieg.
„Ureinwohner abmurksen kommt nicht gut“ war doch der Satz, der zeigt, dass man eben nicht machen kann, was der Profitgedanke eingibt.
Daher lockt man erst mal die "Ur-Besitzer" durch Konsumartikel in die Geldabhängigkeit und kann dann das Land ganz legal dafür „einkaufen“. Das ist natürlich ebensowenig neu, wie die Dezimierung durch eingeschleppte Krankheiten. Die Schuld bleibt aber in beiden Fällen beim Verursacher, da man wusste was da kommen wird!

Das die Ethik einer Kolonialmacht auch gegen sie selbst eingesetzt werden kann, zeigt die Geschichte von Indien. Ein System riskiert seine demokratische Existens, wenn es seine eigenen ethischen Grundsätze dauerhaft missachtet und die Presse das bekanntmacht.

Quote from: Tistewan
Das ist das Profitdenken. Profiterhaltung gleicht einem göttlichen Auftrag und jede Handlung die dem schadet kommt einer Gotteslästerung gleich.
Genau dagegen können beide Filme wirken, nur macht es der eine etwas behutsamer, aber nicht weniger eindringlich - er gehört nicht umsonst in die Kategorie Drama.
In der passenden  Schlüsselszene nimmt der Pilot das Elfenbein, das ursprünglich seine Bezahlung war und …..

Quote from: Tistewan
Dies mache ich gerne. Aber eines vorweg, ich habe diesen Film ja noch nicht gesehen, daher kann ich die Einzelheiten nicht wissen. Das meiste musste ich nachrecherchieren.
Die DVD ist quasi zum Dumpingpreis bei Amazon zu haben. Aber da musst Du erst wissen, ob du ein einfaches Hackepeterbrötchen ebenso gern magst, wie einen Big Mac  - natürlich im übertragenen Sinn ;D
Die chakteristischen Geschmacksverstärker von Avatar fehlen in The Snow Walker weitgehend, aber dafür ist dort die Aufnahmegegend und die Darstellerin echt. Sie ist nicht mal durch eine Schauspielschule verfälscht! 
Wenn man es nicht gerade Popkornmampfend an sich vorbei ziehen lässt, wird es bestimmt ein 2. mal geben. Im Bonusmaterial ist ein interessantes „Making off“ 40min. Ich hatte mir natürlich gleich noch das Buch beschafft.
Übrigens war der Buchautor mal einer der Gründer von Sea Shepherd.
Im Grunde habe ich ja hier im Forum nachgefragt, weil ich besonders hier optimistisch bezgl. einer ähnlichen Interpretation war und noch bin.

Die Vorlangen zum Wiki-Eintrag hab ich gesehen, aber mein Problem ist die rechtliche Seite der Bilder. Wo bekomme ich welche her, die man auch verwenden kann? Im engl. Wiki war kaum was brauchbares und die Darstellerin frage ich erst, wenn ich nicht wie der letzte Fan wirke.  ;D

Offline Tìtstewan

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Re: "The Snow Walker"
« Reply #10 on: March 24, 2013, 03:43:38 pm »
Im Forum gibt es dies bezüglich eine ähnliche Diskussion hier: Greening the blues -- what business can learn from Avatar (allerdings in Englisch).

Es ist sicher auch das Ziel der Filmregisseure, eben dieses Profitdenken zu hinterfagen.

Zum Wiki-Eintrag:
Film-Cover: *klick*
Hier mal ein Wiki-Bild gefunden: *klick*
Tipp:
Schau mal in den andersprachigen Artikeln rein, da findet man auch interessante Infos, wie z. B. ein Trivia im schwedischen Artikel. ;)

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