Author Topic: Abenteuer in den Grenzlanden - Teil 2 "Anderswelt"  (Read 1046 times)

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Offline Eichhörnchen

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Abenteuer in den Grenzlanden - Teil 2 "Anderswelt"
« on: March 02, 2013, 09:29:02 am »
Abenteuer in den Grenzlanden - Teil 2 “Anderswelt”


Wie ein Kind sich vor der Dunkelheit fürchtet, so verschanzten sich die Bewohner in ihren Häusern um dem Schneetreiben zu entgehen. Über allem lag, einer unsichtbaren Bedrohung gleich, die Angst vor den Shrouks. Bestien, die geradewegs der Unterwelt entstiegen waren, getrieben von ihrer Mordlust und dem Hunger nach Fleisch. Meist kamen sie des Nachts, vereinzelt oder in Rudeln. Ihre Augen hassten das Sonnenlicht. Doch in Zeiten, wenn Stürme den Himmel verfinsterten, krochen sie aus ihren Löchern um zu jagen.

Außerhalb der Hütte fegten heftige Böen und ließen die von Wind und Wetter gezeichneten Balken in ihren Fundamenten knirschen. Mit weit aufgerissenen Augen presste das Mädchen ihre Nase an die Scheibe des kargen Wohnraumes.
“Möchtest du den ganzen Tag hinaussehen? Das ist doch nur ein Schneesturm”, sagte Tara belustigt.
“Es ist wunderschön, als wenn das ganze Dorf mit Zucker bestreut wäre.”
“Soll das heißen, dass du keinen Schnee kennst?” Theia schüttelte energisch den Kopf und löste sich nur widerwillig von der Scheibe. Sirrend schlugen die kleinen Flügel hinter dem zierlichen Geschöpf, als es sich Tara näherte.
“Komm, lass uns rausgehen. Ich halte es nicht aus, die ganze Zeit hier eingesperrt zu sein.”
“Bist du dir sicher? Der Sturm lässt nur langsam nach. Vielleicht sollten wir uns noch etwas gedulden. Allerdings… ein paar Sachen hätte ich schon zu erledigen.”
“Worauf warten wir dann noch? Ich bin bereit”, rief Theia begeistert und zog sich ihren Umhang über.
“Also gut, aber sag hinterher nicht, dass ich dich nicht gewarnt hätte.”
Die Tür öffnete sich einen Spalt breit und wurde gleich darauf dem Mädchen aus der Hand gerissen. Krachend schlug sie gegen die Innenwand und von einem Windstoß begleitet, wirbelten unzählige Schneeflocken hinein. Aufgeregt starrte die Fee auf das Naturschauspiel, bis Tara sie ins Freie zog und die Tür mit einem heftigen Ruck hinter sich schloss. Ein Blick auf das Feuerholz: Sämtliche Scheite waren mit einer weißen Schicht bedeckt und ließen Tara verzweifelt aufstöhnen: völlig unbrauchbar. Zum Glück hatten sie erst welches am Vortag geschlagen und ins Haus gebracht. Ihr Atem bildete kleine Wölkchen vor Kälte. Auch die vorwitzige Fee musste jämmerlich frieren, denn Theia rieb sich unterbrochen die Hände und zitterte am ganzen Körper. “Los, beweg dich endlich! Bis zum Marktplatz ist es nicht weit und beim Laufen wird dir garantiert warm werden.”
“Ich habe mir es noch mal überlegt, Tara. Am besten gehst du allein und ich warte in der Hütte auf dich. So bist du auch schnell.. .” Etwas Kaltes traf sie mitten ins Gesicht und ließ die kleine Fee auf der Stelle verstummen.
“Das könnte dir so passen, aber es bleibt dabei, du kommst mit mir.” Tara wendete sich wieder dem in der Ferne liegenden Markt zu und stapfte munter drauflos, ohne weiter auf ihre Begleiterin zu achten. Neugierig griff das Wesen in die weiße Schicht hinein. Eisige Kälte zog durch ihre Finger, aber Theia hatte nur Augen für ihr Ziel. Im nächsten Moment warf sie den Schnee nach Tara, doch schon auf den ersten Metern zerfiel das Material und wurde vom Wind davongetragen.
“Wie hat sie das gemacht?”, flüsterte Theia und versuchte erneut, ein Geschoss zu formen. Diesmal presste sie es zusammen und schickte den unförmigen Ball auf die Reise. Gespannt beobachtete Theia, wie das Mädchen am Nacken getroffen wurde. Ein Aufschrei hallte vom Wind getragen herüber an ihre empfindlichen Ohren.
“Theia! Das glaube ich jetzt nicht. Na warte.”
“Es funktioniert”, kicherte Theia und warf den nächsten Ball. Tara wollte sich gerade revanchieren, da streifte der Schneeklumpen ihr Ohr. Grinsend nahm sie Maß und im nächsten Augenblick war eine wilde Schneeballschlacht im Gange. Keines der Mädchen registrierte mehr, dass um sie herum weiter der Sturm tobte. Theia zeigte sich deutlich geschickter und wich gekonnt den meisten Würfen aus.
“Bleib gefälligst stehen! Du schummelst, Theia!” Helles Lachen antwortete ihr. “Warum habe ich keine Flügel? Das ist einfach unfair.” Tara holte aus und rutschte im gleichen Moment weg. Begleitet von einem schmerzhaften Aufschrei, landete sie unsanft auf ihrem Hintern. Sofort war die Fee über ihr. Fassungslos starrte Tara auf den großen Schneeklumpen in ihren Händen. “Theia… was hast du vor? Wag dich das ja nicht, sonst… .” Sie prustete auf, als der Schnee auf sie fiel und ihr Gesicht bedeckte. Theia entfernte sich vorsorglich, während das Mädchen die nassen Flocken von ihrer Kleidung klopfte. “Entschuldige bitte, ich konnte der Versuchung einfach nicht widerstehen. Bist du nun böse?”
“Nein, bin ich nicht. Du wirst dich vermutlich nie ändern”, kicherte Tara. “Los komm, wir erledigen besser unsere Besorgungen. Ich möchte vor Einbruch der Dämmerung wieder zurück sein.

Der kleine Markt lag fast verlassen vor ihnen und nur vereinzelt ließen sich Bewohner im nachlassenden Schneetreiben sehen. Baldachine überspannten den Platz und blähten sich auf wie Segel, wenn der Wind sie erfasste. Tara betrachtete die Münzen in ihrer Geldbörse. “Wenig genug, aber es muss reichen.” Aufmerksam trottete sie an den teils verwaisten Ständen entlang in der Hoffnung, überhaupt jemanden anzutreffen, der ihr etwas verkaufte, bevor sie ihre Wahl traf.
“Sieh mal Theia. Was hältst du von Hühnchen? Ich könnte uns eine leckere Brühe davon machen.” Theia verzog angewidert das Gesicht, während Tara das Fleisch vor ihre Nase hielt. “Das ist ja ekelhaft! Nimm das weg! Ich würde viel lieber Kornbrei mit etwas zerlassener Butter darauf essen.” Nun war es an Tara zu schlucken. Von jeher hasste sie alles, was auch nur im entferntesten mit Brei zu tun hatte.
“Wer zahlt bestimmt! Es gibt Brühe!” sagte sie in einem Tonfall, der keinen Widerspruch zuließ. Missmutig drehte ihr Theia den Rücken zu und trippelte ein paar Schritte davon. Die Fee verzichtete darauf zu schweben, um keine unnötige Aufmerksamkeit auf sie zu lenken. Gelangweilt blickte sie nach den Händlern. Theia überlegte, ob sie einen von ihnen einen Streich spielen sollte, verwarf den Plan aber sogleich. Immer wieder schlang Theia ihre Arme um sich und atmete keuchend aus.
“Ich weiß, dass dir kalt ist. Gleich habe ich alles, dann können wir gehen.” Tara trat an einen Stand, hinter dem ein grobschlächtiger Händler Gemüse feilbot. Seinem Gesicht nach zu urteilen, handelte es sich bei dem Schneesturm nur um ein laues Lüftchen. Ein wissender Ausdruck erschien in seinen Augen, als sich ihre Blicke trafen.
“Du bist doch die Tochter des Jägers, wenn mich meine Sinne nicht täuschen. Schlimm, was mit deinem Vater geschehen ist. Er war ein so herzensguter Mann. Bestimmt vermisst du ihn, aber du bist ja schließlich kein Kind mehr. Wenn du mal Hilfe benötigst, schaue ich gerne bei dir vorbei.” Das Mädchen schluckte, als sie den widerlichen Blick bemerkte, den der Händler ihr zuwarf. “Ihr sprecht wahr, er fehlt wirklich, doch ich komme schon zurecht.“
Theia hatte dem Gespräch gelauscht und war unbemerkt heran gekommen.
“Hattest du noch einen Vater? Ich kann nicht glauben, dass ihr über den selben Menschen redet.”
“Theia bitte, benimm dich!” “Was mischt du dich da ein, freche Göre? Wer bist du überhaupt? Ich habe dich hier noch nie gesehen.” Theia verwunderte das nicht, doch statt klein beizugeben, ließ sie ihrem losen Mundwerk freien Lauf.
“Das beruht auf Gegenseitigkeit, denn wäre dem so, hätte ich euch zweifelsfrei am Geruch erkannt.”
“Was erlaubst du dir? Noch ein Wort und du handelst dir eine Tracht Prügel ein.” Erbost rechnete er zusammen, was Tara ihm schuldig war. “Das macht zwei Kupferstücke. Eure Begleiterin hat merkwürdige Augen. Ist sie krank?”
“Nein, nein ihr sorgt euch unnötig.” Tara hob beschwichtigend ihre Hände. “Sie ist nur zu Besuch, aus einem anderen Dorf. Eine entfernte Verwandte meines verstorbenen Vaters.”
“Ich bin was?” keuchte Theia entsetzt auf. Tara trat ihr heftig auf die Füße, bevor sie sich zu einer weiteren unbedachten Äußerung hinreißen ließ. Verstimmt funkelte die kleine Fee sie an und verschränkte demonstrativ die Arme vor der Brust.
“Aus einem anderen Dorf also sagt ihr. Merkwürdig bei all den Bestien auf den Strassen. Irgendetwas stimmt nicht mit ihr. Besser ihr schert euch fort, bevor ich mich genötigt sehe, die Wache zu rufen.”
“Das wird nicht nötig sein. Wir belästigen euch nicht weiter. Habt meinen ergebenen Dank.” Ihre Finger griffen in den Stoff von Theias Umhang und zogen das aufschreiende Geschöpf mit sich. Als sie sich weit genug von den Ständen entfernt hatten, stellte Tara, die kleine Fee zur Rede.
“Was hast du dir eigentlich dabei gedacht? Ich habe auch so schon genug Schwierigkeiten, da musst du mir nicht noch die Wache auf den Hals hetzen. Vielleicht ist es wirklich besser, wenn ich in Zukunft die Besorgungen allein erledige.” “Küss mich.” “Was?” “Du bist so niedlich, wenn du wütend wirst.”
“Theia bitte, jetzt ist wirklich nicht der…”, “halt die Klappe Tara!” Theias Lippen drückten sanft auf ihre und ließen dem Mädchen keine Möglichkeit, als die Zärtlichkeiten zu erwidern.
“Genug, ich bekomme keine Luft mehr.” Lachend löste sich Tara von dem liebreizenden Geschöpf.
“Also gut, du darfst mich auch weiterhin begleiten und nun komm, sonst verwandeln wir uns noch in Eiszapfen.” Zufrieden stapfte die Fee hinter ihr her, bis sie den kleinen Teich in der Nähe der Hütte erreichten. Noch war das Wasser nicht gefroren und spiegelte auf der vom Wind aufgewühlten Oberfläche seine Umgebung wieder. Plötzlich verklangen die tapsenden Geräusche hinter ihr, die bisher ihren Weg begleitet hatten. Verwundert drehte Tara sich um. Theia beobachtete angespannt das gegenüberliegende Ufer des Weihers. Gerade wollte sie sich wieder abwenden, als eine unsichtbare Klammer sich um ihren Hals legte und ihr das Atmen schwer machte. Überdeutlich spürte das Mädchen die bösartige Aura in ihrer Nähe. Irgendetwas beobachtete sie. Gehetzt sah sie sich um, doch im gleichen Moment verschwand das beklemmende Gefühl und alles war wie vorher.
“Was geht hier vor sich?” Ihr Blick huschte nervös zu dem Mädchen. Tara schien von dem Vorfall nichts bemerkt zu haben und nun kehrte auch die Kälte in ihren Körper zurück, die sie für einen Moment vergessen glaubte. “Was ist mit dir, Theia? Siehst du dort etwas?”
“Ich bin mir nicht sicher, Tara. Mir war so als ob…”, “ja?” Die Fee seufzte auf. Irgendetwas hielt sie davon ab, darüber zu sprechen. Tara hatte die letzten Tage genug durchgemacht und sie wollte das junge Mädchen nicht mit ihren Vermutungen beunruhigen.
“Ach es ist nichts. Vergiss einfach was ich gesagt habe. Komm lass uns nach Hause gehen. Ich bin schon total durchgefroren.” Erleichtert ergriff Tara die Hand der kleinen Fee und trottete mit ihr weiter zur Hütte.

Tara atmete auf, als sich die Umrisse ihres vertrauten Heims aus dem mittlerweile ruhigen, aber nicht minder dichten Schneetreiben abzuzeichnen begannen. Der Gedanke, sich gleich am Kamin wärmen zu können, beschleunigte ihre Schritte, bis die Fee sie unerwartet aufhielt.
“Warte, irgendetwas stimmt hier nicht.” Theia blieb erneut stehen und lauschte aufmerksam in Richtung der Tür, wobei ihre Ohren verdächtig zuckten.
“Du wirst mir langsam unheimlich, Theia. Erst siehst du etwas und willst nicht darüber sprechen und nun deine seltsamen Andeutungen. Vielleicht ist es die Umstellung, dass du nun in einem Haus wohnst.”
“Ja vielleicht”, kam es wenig überzeugt. Sie verschwieg, dass Feen die Gabe besaßen, sich überall heimisch zu fühlen, wenn es ihre Entscheidung war. Das Mädchen hatte sogar aufgehört zu zittern, was Tara außerordentlich bemerkenswert fand. Nun beschlich auch sie ein merkwürdiges Gefühl. Theia machte einen vorsichtigen Schritt auf die Hütte zu.
“Lass uns reingehen, Tara, aber sei wachsam. Ich spüre eine Präsenz, die es hier eigentlich nicht geben dürfte.”
“Denkst du, ein Shrouk ist in der Nähe? Vielleicht sogar im Haus?”, erwiderte Tara und öffnete die Tür, wobei ihre zittrigen Hände nicht von der Kälte herrührten. Gerade wollte sie Fleisch und Gemüse auf eine hölzerne Bank im Eingangsbereich ablegen, als Theia entsetzt aufschrie. Völlig überrascht starrte Tara auf das geflügelte Wesen in der Mitte des Raumes. Zweifelsohne eine weitere Fee, doch sofort stachen ihr die Unterschiede ins Auge. Zerzauste Haare fielen zu beiden Seiten über die Schulter, während trübe Augen aus einem ebenso blassen Gesicht jeder ihrer Bewegungen gehetzt folgten. “Wer ist das Theia? Kennst du sie?”
 Bevor die Fee antworten konnte, wurde Tara angehoben und gegen die Wand geschleudert. Stöhnend sackte das Mädchen in sich zusammen.
“Jetzt erhaltet ihr die gerechte Strafe für eure Anmaßung. Du gehörst mir!”
“Tara!” Theias angstvoller Ruf durchdrang den Nebel, der in ihrem Kopf herrschte und alles in ein diffuses Licht tauchte. Sie sah etwas oder jemanden auf sich zukommen, konnte aber nicht erkennen, um welche der beiden Feen es sich handelte. Im Hintergrund ertönte eine Stimme, deren Klang ihr zunehmend vertrauter wurde, je mehr ihr Bewusstsein zurückkehrte.
“Dafür wirst du bezahlen!” Die fließende Bewegung des Schattens stoppte, verharrte einen Moment und entfernte sich wieder von ihr. Immer klarer sah das Mädchen und erkannte die Gelegenheit, die sich ihr bot. Das bösartige Geschöpf drehte ihr den Rücken zu, um einen erneuten Angriff Theias abzuwehren.
“Hast du immer noch nicht genug? Ich werde dieses Menschenkind mit mir nehmen und du wirst mich nicht daran hindern!” Die fremde Fee tobte vor Wut.
“Nicht solange ich lebe!” Theia schrie die Worte hervor. Ein Gackern erklang.
“Das können wir ändern.” Sie wirkte wieder ihre Magie und trieb Theia vor sich her. Gehetzt suchten Taras Augen nach etwas dass sie als Waffe verwenden konnte. Der Stock ihres Vaters! Jeder Knochen in ihrem Körper wollte aufbegehren, als sie versuchte, unbemerkt zur Feuerstelle hinzu kriechen. Noch eine Handspanne. Tara unterdrückte das Gefühl aufzuschreien, als sich das Holz in ihre Hand schmiegte. Brennende Schmerzen zogen durch ihren Rücken und trieben ihr die Tränen in die Augen. Theia blockte einen weiteren Angriff der Fee ab und wurde dabei fast von den Füßen gerissen. Die ausgesandten Wellen erfüllt von purer Magie, ließen die Luft im Raum knistern und verbreiteten einen merkwürdigen Geruch. Tara registrierte erschreckt, dass ihre Freundin den heftigen Attacken nicht mehr lange standhalten würde. Das Wesen trieb sie wie einen Spielball vor sich her. Wenn sie Theia retten wollte, musste sie jetzt handeln. Vorsichtig schlich sie sich immer näher an ihren Rücken heran. Die kleine Fee sah, was Tara vorhatte. Schnell fixierte sie ihre Gegnerin mit den Augen, um sie nicht durch einen unbedachten Blick zu verraten. Tara hob den schweren Stock, wog ihn einen Moment und schlug zu. Ein dumpfes Geräusch! Die Frau keuchte auf, ihr überraschter Blick dabei immer noch auf Theia gerichtet. Wie ein nasser Sack kippte sie nach hinten, wo sie röchelnd liegen blieb. Augenblicklich erlosch das seltsame Flimmern, dass ihre magischen Attacken begleitet hatte. Im Gegensatz zu der Hektik der letzten Minuten herrschte nun eine beklemmende Stille in dem Raum.
“Ist sie tot? Tara schrie beinahe vor Aufregung und riss Theia damit aus ihrer Lethargie. “Nein, aber es wäre besser für sie.” “Was meinst du damit? Du wirst ihr doch nicht etwas antun?” Tara zitterte und spürte, wie ihre Beine versagten. Erschöpft sank sie vor der Fee auf die Knie.
“Sie hat versucht, mich zu töten Tara! Wie kannst du nun Mitleid mit ihr empfinden?”
“Ich weiß, Theia. Aber ich möchte das nicht, bitte. Wir sind anders als sie.”
Ihre Stimme versagte und ging in ein Schluchzen über. Theia deutete auf die bewusstlose Fee. “Hast du etwas, womit wir sie fesseln können, bevor sie wieder zu sich kommt?” Tara nickte kraftlos.
“In der Vorratskammer sind noch ein paar Seile von meinem Vater.” Die Fee flitzte davon und gleich darauf klangen verschiedenartigste Geräusche von zu Boden fallenden Dingen an Taras Ohren. “Was machst du denn, Theia?” Die Tür fiel mit einem dumpfen Schlag zu. Triumphierend hielt das Mädchen eine Kordel in ihren Händen. Sofort begann sie das immer noch regungslose Wesen zu verschnüren.
“Ich habe nur gesucht, Tara. Da drin liegt alles voller Gerümpel.”
“Klang für mich eher, als ob du das Haus auseinander nehmen möchtest.”
Theia winkte ab und erhob sich. Zufrieden betrachtete sie ihr Werk. “Das sollte halten und uns vor weiteren Attacken schützen.” “Kann sie nicht einfach verschwinden?” “Nein, nicht solange ihre Flügel so verschnürt sind.”
“Eine Fee. Ich kann es kaum glauben, dass dieses Miststück uns angegriffen hat. Kennst du sie, Theia?”
“Ja und das nur allzu gut. Ihr Name ist Zahira. Sie war schon von klein auf merkwürdig, wenn nicht verschroben. Ihre Streiche, oder das was immer sie darunter verstand, waren von einer Gemeinheit, welche ihre Schwestern erschreckte und zugleich abstieß. Das machte sie noch einsamer und zunehmend wütender. Sie führte unbedarfte Reisende in die Irre, ließ sie im Moor versinken, oder in eine Schlucht stürzen, meist mit tödlichen Ausgang. Als dann eines unserer eigenen Kinder durch einen ihrer Streiche ernsthaft verletzt wurde, sahen sich die anderen Feen genötigt einzuschreiten. Sie verstießen sie aus unserem Reich.” “Das war ihre Strafe?” Tara blickte ungläubig auf das regungslose Bündel.
“Ich kann zu meinen Schwestern und meiner Mutter, wann immer es mir beliebt, um sie zu sehen. Danach komme ich zu dir zurück. Zahira kann das nicht. Ihr wurde ein Bann auferlegt, dass sie nie wieder das Feenreich betreten, oder sich einer von uns nähern darf. Sie ist dazu verdammt ein Leben in Einsamkeit zu führen. Kann es eine schrecklichere Strafe geben?”
“Nein, du hast recht. Allein die Vorstellung ist schon grausam.”
“Du siehst blass aus. Mach dir nicht so viele Gedanken. Sie hat ihr Schicksal selbst gewählt. Komm setz dich, bevor du mir noch zusammenklappst.” Dankbar nahm Tara auf dem kleinen Schemel platz. Im gleichen Moment schlug Zahira wieder die Augen auf. “Du wirst mir jetzt ein paar Fragen beantworten und ich rate dir, dass es die Antworten sind, die ich hören möchte.”
“Gar nichts werdet ihr von mir erfahren. Er …würde mich furchtbar bestrafen.” Zum ersten mal tauchte eine Spur von Furcht in den Augen der Fee auf.
“Bestrafen. Das ist das Stichwort. Ich werde das übernehmen”, sagte Theia flapsig und packte das aufkreischende Geschöpf unsanft am Hals. Seine Blicke wanderten ängstlich zwischen den beiden Mädchen, bis sie an Tara haften blieben.
“Du bist das fehlende Stück, der Schlüssel, den er braucht, um ein Portal in eure Welt zu öffnen! Wie lange wartet er schon? Und seine Geduld ist erschöpft.”
“Wovon, bei allen Göttern redet sie da nur, Theia?”
“Ich weiß es nicht. Vielleicht hast du vorhin zu stark zugeschlagen.”
“Närrin! Er ist der Einzige, der wahre Herrscher dieser und aller anderen Sphären. Ihr werdet vor ihm niederknien oder eurer Vernichtung ins Auge sehen.”
Tara schnalzte mit der Zunge. “Du hast recht, Theia. Sie ist völlig verrückt geworden.” “Wer schickt dich? Nenn mir seinen Namen oder ich schleife dich vor den Rat. Was das bedeutet, brauche ich dir wohl nicht zu sagen.” Tara verstand kein Wort, doch mit Zahira ging eine seltsame Wandlung vor sich. “Nein bitte, tut das nicht. Ich werde euch alles sagen, was ich weiß.” “Zuerst sag uns seinen Namen.” “Das kann ich nicht. Er hat ihn nie in meiner Gegenwart erwähnt.” “Wer oder was ist er?” Zahira leckte sich nervös über die Lippen. “Ich weiß es nicht genau. Es ist ein Schatten, völlig konturlos und zumeist spricht seine Stimme in meinem Kopf zu mir. Er sagte: ich sei ein geeignetes Werkzeug.” “Ein Werkzeug für was?” Theia verstärkte den Druck ihrer Finger auf den Hals des Wesens. “Ihn aus seinem Gefängnis zu befreien. Er versprach mir, wenn er erst seine Feinde zerschmettert hätte, mich großzügig zu belohnen und dass ich wieder ins Feen Reich zurückkehren könnte.“
“Er hat gelogen. Der Rat würde dem niemals zustimmen. Das muss dir doch klar gewesen sein.” “Nein, ihr versteht nicht. Der Rat sollte vernichtet werden. Ich… ich wollte das alles nicht, aber er zwingt mich dazu. Bitte, das müsst ihr mir glauben.” Atemlose Stille. Zahira krächzte jetzt nur noch und bot ein jämmerliches Bild.
“Lass sie los, Theia! Du bringst sie noch um. Was machen wir nun mit ihr?”
Theia schürzte ihre Lippen und begann, um das am Boden sitzende Wesen herum zuwandern. “Wir lassen sie frei.” “Was? Das kann nicht dein Ernst sein.” “Sie wird uns nicht mehr schaden. Das werde ich mit allen Mitteln zu verhindern wissen.”
“Du glaubst ihr? Ich weiß nicht. In dieser Situation würde sie vermutlich alles versprechen.” “So kann nur ein Mensch denken. Sie kann nicht lügen, wann begreifst du das endlich.” “Ihr lasst mich wirklich gehen?” Zahira konnte ihr Glück kaum fassen. Theia zögerte einen Moment, löste die Verschnürung und packte sie wieder am Hals. “Was würdest du davon halten, wenn wir dir helfen, deinen Dämon loszuwerden?”
“Das ist unmöglich. Wenn ihr es versucht, wird er uns alle töten.”
“Wir werden sehen und nun geh mir aus den Augen. Solltest du es wagen, Tara noch einmal zu nahe zu kommen, wirst du es bereuen.” Zahira breitete ihre Flügel aus und verschwand in einem funkelnden Regen.
“Sie steht immer noch unter dem Einfluss des Dämons. Vielleicht hat er sie schon immer beherrscht. Es wird einiger Hilfe bedürfen, sie daraus zu befreien und den Bann zu brechen.”
“Du meinst, das ist möglich?” “Ja, aber dazu müssen wir das Feen Reich betreten. Ich glaube nicht, dass er direkt in unsere Welt eingreifen kann, dann hätte er Zahira beigestanden. Seine Macht reicht noch nicht weit genug.”
“Nimmst du mich mit? Ich würde dich so gerne begleiten Theia, bitte.” “Warum eigentlich nicht. Allerdings darfst du nichts von dem, was man dir dort anbietet, verzehren egal, wie lecker es auch aussieht. Unsere Nahrung hat manchmal schlimme Auswirkungen auf euch.” “Du meinst, ich könnte daran sterben?” Die kleine Fee nickte nur und kniff sie sanft in die Wange. “Wir bleiben nicht länger als unbedingt nötig, das verspreche ich dir. Bis zum Abend sollten wir wieder zurück sein.”

Theia deutete auf das Wasser des kleinen Weihers. “Hier ist es, Tara. Der Zugang ins Feen Reich, von dem ich dir erzählt habe.”
“Warte… wir sollen durch den Teich schwimmen? Das geht nicht. Wir werden klatschnass und uns bei dem Wetter den Tod holen.”
Die Fee seufzte lautstark auf und packte das Mädchen an den Schultern.
“Du brauchst dich nicht zu fürchten. Es ist ganz leicht. Der Eingang liegt in der Mitte des Teichs. Du wirst kaum etwas bemerken. Halte dich nur an mir fest und denke an das, was ich dir gesagt habe.” Sanft umschlang sie Tara und im nächsten Moment schwebten sie eine handbreit über der glitzernden Oberfläche des Weihers. Während das Ufer hinter ihnen zurückblieb, veränderte sich die Luft um sie herum. Das Mädchen hatte das Gefühl durch Teig zu waten, doch nur für den Bruchteil eines Augenblicks. Dann verschwamm alles vor ihr und machte etwas Platz, das ihr mit all seiner Schönheit fast den Atem raubte.
Tara blickte fasziniert auf die Landschaft, die sich ihren Augen darbot. Ein Meer aus Farben und Licht, erstreckte sich bis zum Horizont und über allem thronte ein gewaltiger Bogen aus flüssigen Silber. Unzählige glitzernde Tropfen fielen aus ihm heraus und lösten sich auf, bevor sie den Boden erreichten.
“Die Anderswelt”, hauchte Tara andächtig.
“Wenn du es so nennen willst… ja… das ist meine Heimat, Tara.”
“Es ist wunderschön. Ganz anders als in den Erzählungen. Jetzt weiß ich, warum Menschen, die sich hierher verirren, nicht mehr zurück wollen.”
“Nun, das hat vielleicht auch noch andere Gründe”, sagte Theia mit einem frechen Grinsen.
“Was machen wir nun? Führst du mich herum? Ich möchte alles sehen, Theia.” Eine liebliche Stimme ließ die kleine Fee herumwirbeln, bevor sie zu einer Antwort ansetzen konnte. Aus dem Nichts war plötzlich ein Wesen von überirdischer Anmut im hohen Gras erschienen. Allerdings nur für Taras Verständnis. Theia zeigte sich weit weniger beeindruckt und warf sich überschwänglich in seine Arme.
“Eria… verzeih, dass ich dich warten ließ und dir nicht gleich unseren Gast vorstellte.” Neugierig starrte Tara das zierliche Geschöpf an und versuchte, sein Alter einzuschätzen. Dichte Haarpracht in der Farbe weißen Goldes umrahmte das Antlitz des Wesens, doch genauso atemberaubend waren die schillernde Flügel, welche sich lautlos hinter seinem Rücken bewegten.
“Ist das eine deiner Schwestern, Theia?” Beide Feen tauschten verstohlen Blicke miteinander aus, dann antwortete Tara schallendes Lachen.
« Last Edit: March 02, 2013, 09:32:47 am by Eichhörnchen »
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« Reply #1 on: March 02, 2013, 09:32:03 am »
“Was ist so komisch an meiner Frage?”
Theia wischte sich eine Freudenträne aus den Augen. “Nichts, bitte verzeih uns. Darf ich vorstellen Tara… das ist Eria, meine Mutter.”
“Aber das kann nicht sein. Du veralberst mich doch wieder. Sie sieht so jung aus.” Eria legte eine Hand auf ihre Schulter. “Eine Eigenschaft unseres Volkes. Wir altern nicht, wie es bei anderen Wesen der Fall ist, auch wenn die Jahre nicht immer spurlos an uns vorüber gehen mögen. Wird deine Freundin mit uns essen, Theia?”
“Mutter bitte. Du weißt, dass sie unsere Nahrung nicht verträgt.” Ein verkrampftes Lächeln zierte mit einem mal Erias Gesicht. “Ach natürlich. Wie dumm von mir. Ich vergesse immer wieder, wie anders die Menschen sind. Das liegt wohl daran, dass sich so selten jemand hierher verirrt.” Nachdenklich fuhren ihre Finger durch Taras langes Haar. Einem ersten Impuls nachgebend, wollte sie zurückweichen, doch widerstand Tara rechtzeitig dem Drang. Vermutlich hätte es ihre Gastgeberin als überaus unhöflich gefunden.
“Welch ein hübsches Ding. Sie muss wirklich außergewöhnlich sein, wenn du uns wegen ihr verlässt. Ich hoffe doch, ihr bleibt eine Weile bei uns? Ich habe deine Gegenwart vermisst, genau wie deine Schwestern, Theia.” Täuschte sich Tara oder lag ein leiser Vorwurf in den Worten der Frau? Sie konnte es nicht mit Sicherheit sagen.
“Nein Mutter. Wir sind nur hier, um ein paar Nachforschungen anzustellen. Es ist von äußerster Wichtigkeit, dass wir bald wieder in die Grenzlande zurückkehren.” “Nachforschungen welcher Art und was sind diese… Grenzlande? Hast du wieder Unsinn im Kopf Theia? Ich erinnere mich nur allzu gut, wie du…”
“Eria bitte! Das gehört jetzt wirklich nicht hierher.” Die Frau zuckte mit den Schultern. “Nun, wenn du meinst, mein Kind.” Tara knuffte die kleine Fee in die Seite. “Also ich würde schon gerne erfahren, was du angestellt hast.” “Nicht jetzt Tara. Vielleicht ein andermal. Wir haben Wichtigeres zu tun. Wenn du uns nun entschuldigst, Eria.”
“Selbstverständlich Theia, aber bitte schaut bei deinen Schwestern vorbei, bevor ihr uns wieder verlasst. Sie werden überglücklich sein, dich zu sehen und die Zeit hast du doch?”
“Gewiss Mutter. Sobald ich Tara etwas herumgeführt habe.” Theia hauchte der Frau einen Kuss auf die Wange. “Komm mit mir Tara, ich zeige dir unsere Hallen des Wissens.” Erstaunt zog Tara die Augenbrauen hoch.
“Was meinst du damit? Ich habe bisher keine Gebäude entdecken können.”
Theia lachte hell auf und deutete auf einen Hain, der in der Ferne aus dem Grasland hervorstach. “Habe ich etwas von einem Haus gesagt? Du wirst überrascht sein, wenn du es siehst.” Theia hatte nicht zuviel versprochen. Durch den Hain zog ein kleiner Bachlauf, mit so klarem Wasser, dass Tara bis auf den Grund sehen konnte. “Gefällt es dir?“ Das Mädchen betrachtete die eindrucksvolle Anlage. Alle Bäume und Sträucher waren akkurat angelegt und vermittelten den Eindruck, dass man nichts dem Zufall überlassen hatte.
“Ja Theia. Ich überlege gerade, wie viele Handwerker dafür nötig waren, um so etwas zu schaffen. Allein diese formvollendete Steinmetz Arbeit.“ “Deine Unwissenheit ist niedlich. Das hat alles die Natur um uns herum geformt. Wir haben dem nur mit unserer Magie den letzten Schliff gegeben.” Tara schlenderte weiter auf den Mittelpunkt dessen zu, was die kleine Fee die Hallen des Wissens genant hatte. Sofort stachen ihr die seltsamen Felsen ins Auge: glatt polierte Steine, durchzogen von einem weißen Gespinst, als habe sie jemand mit Milch übergossen. In luftiger Höhe bildete ein Gewirr aus Zweigen darüber mit seinem Blattwerk einen natürlichen Schutz gegen jeden plötzlichen Regenguss.
“Hier ist es.” “Hier ist was?” “Na, weswegen wir hergekommen sind, Dummchen”, kicherte Theia. “Jetzt pass genau auf.” Theia legte ihre Hände auf einen der Steine und schloss die Augen. Eine Weile geschah nichts, doch gerade als Tara sich fragend an die Fee wenden wollte, begann der Fels von innen heraus zu glühen. “Was bei den Göttern ist das?” Eine pulsierende Säule aus puren Licht brach in der Mitte des Steins hervor und stieß senkrecht hinauf. Geblendet schloss Tara für einen Moment die Augen, bis sie es vor Neugier nicht mehr aushielt. Die Fee hielt ihre Hände in den Strahl und verzog keine Miene. Nur winzigste Schweißtröpfchen auf ihrer Stirn zeugten von der Konzentration, welche Theia aufbrachte. “Theia, ich kann Zeichen erkennen, wie eine Art Schrift.” Die Fee ließ ein Glucksen vernehmen. “Ich zeige dir eines unserer kostbarsten Geheimnisse, Tara.” Dem Mädchen stockte der Atem, als ihr bewusst wurde, was sie da vor sich sah. “Bei den Göttern, Theia… sind das eure Bücher?” Ein flüchtiges Nicken. Theia starrte angestrengt auf die herumwirbelnden Zeichen. Du kannst es selbst versuchen. Die Steine wurden so angeordnet, dass mehrere Mitglieder des Rats hier unser Wissen abrufen können oder ,wenn nötig, alle das Gleiche zu sehen bekommen. Lege deine Finger auf die Fläche vor dir.” Aufgeregt streckte Tara ihre Hand nach dem vor ihr befindlichen Felsen aus. Kälte strahlte von seiner Oberfläche in ihre Finger und brachte sie zum Kribbeln, doch empfand sie es nicht als unangenehm.
“Du musst beide Hände benutzen Tara, sonst funktioniert es nicht.” Tara tat wie ihr geheißen und im gleichen Augenblick waren auch ihre Finger in blendendes Licht gehüllt. Entgegen ihrer Erwartungen spürte sie außer der Kälte des Felsens nichts, dafür begannen sich Bilder in ihrem Kopf zu formen. “Was siehst du Tara? Kannst du etwas erkennen?” “Ich weiß nicht. Alles ist so verschwommen. Ich kann keinen klaren Gedanken fassen.” Das Mädchen fing an zu würgen, ließ den Fels los und fiel taumelnd zu Boden. Theia schrie auf und war im gleichen Moment an ihrer Seite. “Was hast du Tara? Du bist völlig blass.” “Mir ist wahnsinnig schlecht. Noch etwas länger und ich hätte mich übergeben.” “Eine gewisse Übelkeit anfangs ist völlig normal, aber mit der Zeit und durch Übung verschwindet sie völlig. Allerdings so ausgeprägt habe ich es noch bei keinem erlebt.” “Vielleicht klappt es nicht, weil ich ein Mensch bin?” Theia zuckte unsicher geworden mit den Schultern. “Ich werde Eria fragen, wenn wir sie das nächste Mal sehen. Jetzt komm, ich habe alle Informationen, die wir brauchen.”
“Warte, ich bin noch völlig benommen. Können wir einen Moment ausruhen?” “Sicher, leg dich ins Gras. Ich bin gleich wieder zurück.” Wo willst du hin Theia?” “Hast du es schon vergessen? Ich versprach Eria, meine Schwestern aufzusuchen. Mach dir keine Sorgen, es dauert auch nicht lange.” Tara ließ sich erschöpft zu Boden sinken. Wie ein Federbett umfing das Grasland ihren Körper. Über ihr zogen kleine Wölkchen vorbei, doch alles dominierte der silberne Bogen, welcher sich bis zum Horizont erstreckte. Je länger sie in den Himmel blickte, umso mehr hatte sie das Gefühl, dass seine Farbe einem ständigen Wechsel unterlag. “Einfach nur wunderschön”, seufzte Tara auf.
“Nicht wahr?” Die sanfte Stimme war hinter ihr erklungen.
“Theia, hast du deine Schwestern getroffen? Das ging ja wirklich flott.” Kichern. Dann schob sich ein makelloses Gesicht in ihr Blickfeld. “Du bist nicht Theia!” Bevor sie aufspringen konnte, erschienen zwei weitere Augenpaare und blickten auf sie herab.
“Was tut ihr da? Lasst sie in Ruhe! Ihr verschreckt mir das Mädchen noch völlig!”
Die Gesichter verschwanden und Tara nutzte die Gelegenheit, sich zu erheben. Theia eilte neben sie und deutete auf die Wesen vor ihnen. “Darf ich vorstellen Tara… das sind meine Schwestern Alessa, Leilia, und Mira.” Die Feen Mädchen kicherten auf und kamen erneut heran, wobei sich ihre Flügel beinahe berührten. Tara ließ die größte von ihnen gewähren, als sie verspielt, mit den Fingern über ihre Wange streifte.
“Sie ist wunderschön. Sicherlich bereitet sie dir viel Freude, Theia.” Helles Lachen erfüllte die Luft. ”Du bist noch viel zu jung, um über solche Dinge nachzudenken”, sagte Theia vorwurfsvoll. Tara fühlte, wie sie ob der merkwürdigen Äußerung ungewollt errötete. “So viele Schwestern. Du bist wirklich zu beneiden Theia.” “Wenn du meinst. Manchmal allerdings können sie richtig lästig sein.”
“Das ist nicht fair, Theia”, begehrte Mira auf. “Nicht Fair? Mutter wird euch nie erlauben, die Menschenwelt zu betreten, wenn ihr euch weiterhin so kindisch benehmt. Jetzt verabschiedet euch und lasst uns allein. Es wird Zeit für uns, aufzubrechen.” Ein bedauerndes Raunen. Die Feen Mädchen verabschiedeten sich, wobei jede von ihnen es sich nicht nehmen ließ, Tara überschwänglich zu umarmen. “Du liebst sie sehr, nicht wahr Theia?” “Jede einzelne von ihnen”, seufzte Theia versonnen und blickte den zierlichen Geschöpfen hinterher, bis sie in der Ferne entschwanden. “Bist du bereit, Tara? Vor uns liegt eine Menge Arbeit, wenn wir Zahira retten wollen.” Das Mädchen nickte, während Theia nach ihrer Hand griff. Ein kurzer Ruck fuhr durch ihre Körper, dann tauchte der vertraute Weiher auf. Diesmal fürchtete sich Tara nicht vor dem Übergang und tief in ihrem Innern sehnte sie sich sogar danach, wieder in ihre eigene Welt zurück zukehren.

“Also was machen wir nun als erstes?”, fragte Tara, nachdem ihre Orientierung wieder zurück kehrte.
“Wir brauchen das Blut eines Shrouks, aber wie sollen wir nur daran gelangen?”
Wenn Tara diese Aussage schockierte, so zeigte sie es nicht. “Irgendwie hatte ich schon damit gerechnet, dass es nicht einfach wird. Es gäbe vielleicht eine Möglichkeit, aber jemand wird uns dabei helfen müssen.” “An was denkst du Tara? Ist das wieder eine von deinen wirren Einfällen? Bevor wir nur in ihre Nähe gelangen, werden sie uns zerreißen.” “Wenn alles so läuft, wie ich mir das vorstelle, dann wird das vielleicht gar nicht nötig sein.” “Warte, wo willst du hin? Ich komme mit dir.” “Nein Theia, diesmal nicht. Ich muss hinauf zur Festung und es ist besser, wenn dich niemand der Wachen dort zu Gesicht bekommt. Ein Kichern erklang. “Du vergisst, dass ich eine Fee bin. Sie werden mich gar nicht bemerken. Menschen sehen nur das, was sie sehen wollen.”
“Na hoffentlich”, sagte Tara wenig überzeugt. “Versprich mir nur eines, dass du diesmal deinen Mund hältst, Theia.” “Ach das ist mein leichtes. Kein Wort wird über meine Lippen gelangen. Ich werde schweigen wie ein einsames Grab in der Weite der Steppe…”, “Theia! Tu es einfach okay?” “Na gut”, antwortete die kleine Fee zutiefst zerknirscht und schwebte hinter dem Mädchen der Festung entgegen. “Was ist denn, Tara? Warum bleibst du stehen?” “Siehst du die beiden Wachen vor dem Haupttor? Ich kenne sie nicht. Hoffentlich bereiten sie uns keine Schwierigkeiten.” “Lass es uns wenigstens versuchen und hab keine Angst. Ich bleibe dicht an deiner Seite.”
“Halt! Auf Befehl des Kommandanten ist der Zutritt für Bürgerliche nicht gestattet. Schert euch fort, bevor ich euch in den Kerker stecke.”
“Ein ganz reizender Mann. Vielleicht ein Bruder von Geoffrey?”, hörte sie die Fee in ihr Ohr flüstern. Tara suchte fieberhaft nach einem Vorwand um sich Zugang zur Festung zu verschaffen.
“Bitte, ich muss Sir Ciron sprechen. Es geht um sein Pferd, dass mir abhanden gekommen ist. Ich möchte mit ihm über die Art der Bezahlung verhandeln.” Schlagartig verschwand die Ablehnung aus dem Blick der Wache und so etwas wie Erkennen spiegelte sich in seinen Augen wieder.
“Ach du bist das also gewesen. Ich hörte davon. Na dann geh mal rein. Ciron ist bei den Ställen um sein neues Pferd einzureiten. Du wirst ihn sicherlich oft aufsuchen müssen, bis die Schuld abgetragen ist, wenn du ihm überhaupt gefällst. Viel dran ist ja nicht an dir. Allerdings immer noch mehr als an deiner Begleitung.” Die Wache gab ihr einen derben Klaps auf den Hintern. Gelächter hallte über den Vorplatz und  ließ Tara vor Scham erröten.
“Sir Ciron wird sicherlich mit meinem Angebot zufrieden sein.” Tara knickste höflich und schlich peinlich berührt an den Wachen vorbei durch das massive Tor. Auf dem Innenhof angelangt, atmete sie hörbar aus.
“Soll ich ihm eine Lektion erteilen Tara?” Das Mädchen sah sich vorsichtig um ob sie jemand beobachtete.
“Bist du verrückt? Wir können keine Aufmerksamkeit gebrauchen. Lass uns Ciron suchen und dann wieder verschwinden.”
“Wie du meinst. Sieh mal, das da hinten könnten die Ställe sein. Sehen wir dort zuerst nach. Hoffentlich hatte die Wache recht. Diese Mauern sind einfach nur bedrückend. Wie könnt ihr Menschen euch so eingezwängt wohlfühlen?”
“Sie sind einzig zum Schutz gedacht. Nur dafür wurden sie erbaut, Theia.” Eine kräftige Männerstimme, riss sie aus ihren Dialog. “Na meine beiden hübschen? Habt ihr euch verlaufen? “Ciron!” Tara erkannte die Stimme sofort, schließlich war Ciron Geoffreys Waffenbruder gewesen und zusammen hatten sie viel Zeit miteinander verbracht.
“Tara? Wie seid ihr an der Wache vorbeigekommen? Der Kommandant lässt zur Zeit niemanden in die Festung. Seit dem Desaster gegen die Bestien zieht er sich immer mehr zurück. Der falsche Weg, wenn ihr mich fragt. Wir sollten alle Kräfte sammeln und offensiv gegen die Shrouks vorgehen. Das hier, … er hob sein Großschwert in eindrucksvoller Geste in die Höhe, “…ist die einzige Sprache, die diese Kreaturen verstehen. Doch nun sagt, warum sucht ihr mich auf?“ “Ich wollte mit euch über euer Pferd sprechen”, sagte Tara und überlegte dabei, wie sie ihm ihren verrückten Plan am besten erläutern sollte. Ciron hingegen reagierte anders als sie erwartet hatte.
“Mein Pferd? Ach geschenkt. Seht ihr dort drüben den großen Braunen?“ Tara blickte in den Stall hinein und erstarrte. “Geoffreys Pferd! Es hat überlebt?“
“Fragt mich nicht, wie es dem Angriff entgehen konnte, aber außer ein paar Kratzern ist es völlig gesund. Ich hätte es mir nehmen können, aber der Kommandant bedachte mich hiermit.“ Ciron öffnete eine Tür und führte eine weiße Stute von solcher Erhabenheit heraus, dass es selbst Theia die Sprache verschlug. “Da staunt ihr was? Ich sehe es an euren Gesichtern. Es hat seine Vorteile im Rang eines Ritters zu stehen.“ Eine Hand am Zügel der Stute trat er Theia dicht gegenüber. “Ich hätte auch eine Frage. Eure Begleiterin… ich hörte Geschichten über sie, von Krankheit und seltsamen Augen. Vielleicht möchtet ihr mir mehr darüber erzählen.” Tara wechselte mit Theia flüchtige Blicke, doch diese zuckte nur mit den Schultern. “Dieser verdammte Händler“, entfuhr es Tara. “Ihr solltet dem keine Beachtung schenken, Ciron. Sie ist nicht aus diesem Dorf das ist alles.” Ciron tat noch einen Schritt auf Theia zu und blieb abschätzend vor ihr stehen. “Die Leute im Dorf reden viel und ich gebe nichts auf ihr Geschwätz. In eurem Fall aber, bin ich gewillt eine Ausnahme zu machen.”
“Was erzählen sie denn noch?” Tara griff unbewusst nach Theias Hand und hielt sie fest. “Dass eure Begleiterin nicht von dieser Welt ist.”
“Es entspricht der Wahrheit”, sagte Theia und zog ihre Kapuze herunter, bereit jederzeit zu verschwinden. Tara starrte sie fassungslos an, doch Ciron blieb völlig gelassen. “Merkwürdig. Erst die Shrouks und nun dieses seltsame Wesen. In was für Zeiten leben wir nur.“ “Ich bin eine Fee!“, keifte Theia. “Wie auch immer. Seid unbesorgt, euer kleines Geheimnis ist bei mir sicher. Ihr hattet Glück, dass dieser einfältige Narr von einem Bauern mir geradewegs in die Arme lief, als ich mit meiner Stute ausritt. Doch es gibt Neuigkeiten, die euch interessieren dürften. Der Kommandant hat einen Graben zum Waldrand ausheben lassen, gespickt mit Holzpfählen. Als ob das die Bestien aufhalten würde.” Tara zuckte zusammen und im gleichen Moment wurde ihr bewusst, welche Chance sich ihnen hier bot. “Ciron… ich meine Sir Ciron…” “Ich bitte euch meine Hübsche, lasst die Formalitäten, wir sind doch befreundet. Immerhin standen wir beide Geoffrey sehr nahe. Wenn ihr etwas auf dem Herzen habt, so sprecht frei heraus.“ “Dürften wir dabei sein, wenn ihr die Falle testet?” Ciron kaute einen Moment auf seiner Lippe herum. “Das wird dem Kommandanten nicht gefallen. Also gut, aber versprecht mir, dass ihr euch abseits haltet. Trefft mich morgen Nacht an der Mauer.” Ciron grüßte und ließ zwei überaus nachdenkliche Mädchen zurück.

Erst war es ein einzelner heulender Laut, so unheimlich, dass er ihnen bis ins Mark ging.  Aus dem Kreischen und Fauchen wurde binnen Augenblicken das Geheul eines ganzen Rudels. “Seid auf der Hut, sie kommen”, rief Theia und flitzte unter heftigen Flügelschlag zurück. “Was ist, wenn sie die Falle bemerken?” “Dann mögen die Götter uns beistehen”, erklang Cirons raue Stimme in der Dunkelheit. “Ist der Graben auch tief genug? Die Kreaturen sind gewaltig. Immerhin hatten wir schon das zweifelhafte Vergnügen, ihnen gegenüberzustehen.” “Dennoch habt ihr es überlebt. Das allein ist schon bemerkenswert. Ihr seht mich tief beeindruckt Mylady”, erwiderte Ciron. Theia kicherte auf. “Mylady wie das klingt. Sie ist noch ein halbes Kind… .” “Sei still, Theia!” Der Shrouk stampfte kreischend heran, geradewegs auf die Ritter zu,  ein Koloss aus Muskeln und Fleisch. Nur noch wenige Meter. Weit spreizte er seine Pranken und setzte zum Sprung an, um sich auf seine vermeintlich sichere Beute zu stürzen, als der Boden unter ihm nachgab. Unter einem fürchterlichen Aufbrüllen verschwand die Bestie vor ihren Augen. Krachenden Geräusche begleitet von einem Röcheln, dann herrschte gespenstische Stille vor der Mauer. Ciron trat als erster an den Rand heran. “Bei den Göttern, es ist tot. Hört ihr? Die Bestie ist erledigt!” Jubel brandete auf und eine spürbare Erleichterung machte sich in dem Verhalten der Kämpfer bemerkbar. “Es funktioniert also. Der Graben kann sie tatsächlich aufhalten. Beren!” Sir? Informiert sofort den Kommandanten von unserem Erfolg.” Der Knappe entschwand aus ihren Blicken. Tara trat vorsichtig neben Ciron und starrte ungläubig in die Dunkelheit. “Ist er wirklich tot?” Cyron nahm einem der Wachen den Speer aus der Hand und warf ihn auf die Bestie unter ihnen. “Seht ihr… der Shrouk ist so tot wie man nur sein kann.” “Was werdet ihr nun machen, Ciron?” “Wir rücken ab. Die Männer haben eine Pause verdient. Ihr seht erschöpft aus. Vielleicht solltet ihr euch ebenfalls etwas hinlegen. Diese Nacht dürften wir sicher sein.”
“Ihr habt recht Ciron, das bin ich”, sagte Tara. “My Lady… .” Ciron neigte den Kopf und schritt unter dem klirrenden Geräusch seiner Kettengamaschen davon. “Los Theia, das ist unsere einzige Chance.”
“Bin schon weg”, rief die Fee und entschwand ihren Blicken. Einen Moment blieb alles ruhig, dann hörte sie die feine Stimme aus der Dunkelheit unter ihr.
“Ist das ekelhaft. Diese Bestien riechen einfach unglaublich.” Im nächsten Moment hörte sie das vertraute Sirren von Theias Flügeln in der Luft.
“Hier ist es. Damit wären wir ein Problem los, Tara.” Freudestrahlend drückte ihr Theia eine kleine Phiole mit einer fast schwärzlichen Flüssigkeit in die Hand.” “Pass gut darauf auf. Noch mal mache ich das garantiert nicht und nun lass uns nach Hause gehen. Es muss schon nach Mitternacht sein.”

Erschöpft taumelten beide Mädchen ins Innere der Hütte. Theia hatte es vorgezogen, sie von der Festung direkt ans Haus zu befördern.
“Warum hast du uns nicht gleich in die Kammer gebracht, Theia?”
“Diese Art der Fortbewegung kostet viel Kraft und meine Konzentration lässt zu wünschen übrig. Ich könnte jetzt einen ganzen Shrouk verdrücken.”
Sprachlos sah Tara dabei zu, wie die kleine Fee sich über eine herumliegende Hartwurst hermachte. “Hast du mir nicht erzählt, dass ihr immer nur die Essenz der Dinge aus unserer Welt nehmt?” “Tue ich das nicht?” Theia setzte eine unschuldige Miene auf.
“Nein Theia, du schlingst.” Ein weiteres Stück Wurst verschwand so schnell, dass Tara schmunzelnd das Gesicht verzog. “Ich bin müde Tara.” “Du hast dich bestimmt überfressen.” “Nein ich meine das ganz ernst. Der Kampf gegen Zahira und dann das Wiedersehen mit meinen Schwestern. Das war anstrengend und aufregend zugleich.” Theia sank mit dem Kopf auf die Tischplatte.
“Theia, was ist mit dir? Besorgt eilte Tara heran und schloss das zierliche Wesen in die Arme. “Na komm, ich bring dich ins Bett. Ehrlich gesagt, bin ich selbst erschöpft.” Die ausgetretene Stiege knirschte unter ihren nackten Füßen, als Tara die Fee nach oben schleppte. Mit dem Fuß stieß sie die Tür zu ihrer Kammer auf, stolperte auf das Bett zu und ließ ihre kostbare Fracht darauf sinken. Tara nahm leise die Kerzen vom Nachttisch und entzündete sie an der kleinen Öllampe, die mittlerweile vor sich hin glomm und ein nur spärliches Licht verbreitete. “So ist es besser. Theia möchtest du dich nicht ausziehen?” “Ist mir egal. Lass mich einfach liegen.” “Warte, ich helfe dir.” Ohne große Umschweife zog Tara das Mädchen aus und entledigte sich ihrer eigenen Kleidungsstücke. Nacheinander wanderten alles sorgsam zusammengelegt auf den Schemel vor ihrem Bett. Theia kuschelte sich dicht heran, so dass sie die Wärme ihres Körpers auf ihrer nackten Haut spüren konnte. Sie versuchte sich zu entspannen, doch in ihrem Kopf vollführten die Gedanken an das Erlebte einen wirren Reigen.
 “Was ist, wenn Zahira recht…”, “.. hat sie nicht…”, “… Theia bitte. Ich meine es ist schon beängstigend. Erst diese Artefakte, dann bricht jeder Kontakt ab, als ob wir völlig allein wären und die Shrouks gebärden sich wie wild. Ob sie etwas damit zu tun haben?” Theia strich sanft durch ihre Haare.
“Gut möglich, immerhin sind sie bedeutend leichter zu beeinflussen.”
“Vielleicht bin ich wirklich der Schlüssel zu allem. Ist das das Schicksal, was die Götter für mich ausgewählt haben?”
“Mach dir keine Sorgen. Ich werde niemals zulassen, dass irgendwer mir meine kleine Tara wegnimmt.”
“Das ist lieb von dir”, sagte Tara und gähnte herzhaft. “Ich fühle mich total erschlagen. Lass uns schlafen Theia.” Die Fee blies die Kerze auf dem Nachttisch aus und legte ihren Kopf an die Brust des Mädchens. Eine Weile lagen sie schweigend da, bis säuselnde Geräusche verrieten, das Theia vor Erschöpfung eingeschlafen war. Tara schaute nachdenklich zum kleinen Fenster der Kammer hinaus. Nur spärlich schien das Licht des Mondes hinein, immer wieder unterbrochen von vorbeiziehenden Wolkenbänken. Ihr Blick fiel wieder auf das Wesen in ihren Armen.
“Eine Fee, die schnarcht.” Kichernd zog sie ihre Decke zurecht und schloss die Augen. Was auch immer die Zukunft bringen mochte, Theia würde sie beschützen. Derart beruhigt schlief das Mädchen ein und merkte nicht mehr wie die Schwingen der Nacht sie auf ihre Reise mitnahmen.


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Offline Tìtstewan

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Re: Abenteuer in den Grenzlanden - Teil 2 "Anderswelt"
« Reply #2 on: March 03, 2013, 09:42:54 am »
Jaa, Nachschub! :D

Sehr schönes und aufregendes Feen-Abenteuer! Ich hatte beim Lesen auch leise Chillout-Musik am laufen und ich bin förmlich in die Geschichte hineingefallen.

Wann kommt der Nächste Teil? 8) ??? :) ;)

Kleine Fehlerchen:

Eywa ngahu ma 'eylan!


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Offline Yaknun

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Re: Abenteuer in den Grenzlanden - Teil 2 "Anderswelt"
« Reply #3 on: March 03, 2013, 09:53:52 am »
Kaltxi ma Eichhörnchen,
ja - das war wieder eine Überraschung  :-* Kaum gesehen, gleich gelesen. Es ist ein beeindruckender Blick in die Welt der Feen, wenn man in die Geschichte eintaucht und mitgenommen wird  :D

Die Handlung - wie immer - stringent, sehr gut geschrieben und somit ein Genuß, zu lesen  :D :D :D

Herzlichen Dank.

Kiyevame
ta Yaknun
Neytiri:
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alt, aber
vernarrt in AVATAR
...


Offline Neytiri2000

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Re: Abenteuer in den Grenzlanden - Teil 2 "Anderswelt"
« Reply #4 on: March 03, 2013, 12:47:32 pm »
Wie immer hervorragend geschrieben ma Eichhörnchen  :-*

alles was bei einer guten Geschichte dazugehört ;)

auf jedenfall wieder ein Karmapunkt wert  :-[ ;D

Lg Neytiri2000
Zitate:

Jake Sully: Ich möchte kein Mitleid, wenn du Fair behandelt werden willst, bist du auf dem Falschen Planeten.

Offline tsmukan_stephen

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Re: Abenteuer in den Grenzlanden - Teil 2 "Anderswelt"
« Reply #5 on: March 14, 2013, 07:48:57 am »
Kaltxì, ma tsmuk,

ich kann mich den Vor'schreibern' nur anschliessen, die Geschichte ist wie immer hervorragend!  :-* :D

Es gab früher mal eine Buchreihe, die hieß "Spannend erzählt". Da waren auch von Krimi über Historien bis SciFi alles drin, immer gut erzählt, immer packend.  8)
Das gleiche gilt nach wie vor für ALLE bisher gelesenen Storys von Dir, ma Eichhörnchen.

Natürlich gibt es dafür auch wieder ein Pünktchen.  :-*

Eywa ayngahu.

tsmukan_stephen
« Last Edit: March 14, 2013, 07:54:19 am by tsmukan_stephen »
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