Author Topic: Amnesie - meine neue Geschichte  (Read 1449 times)

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Offline Vip'kan

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Amnesie - meine neue Geschichte
« on: June 11, 2012, 07:56:00 am »
Um mal hier wieder etwas ans laufen zu bringen, poste ich mal meine neue Geschichte "Amnesie". Ich wünsche viel Spaß beim lesen =)


Prolog

Chaos herrschte auf der Autobahn, auf der er gerade mit seinen Eltern unterwegs war. Die Drei kamen aus ihrem lang ersehnten Urlaub. Genervt blickte der schwarzhaarige Junge aus dem Fenster. Seine Eltern konzentrierten sich auf den dichten Verkehr. Der junge Mann, der es sich auf der Rückbank bequem gemacht hatte, freute sich sehr darauf seine Freunde und vor allem seine beste Freundin wieder zu sehen.
Doch plötzlich ging alles ganz schnell! Ein LKW überholte den Wagen der Familie auf der von der verregneten Nacht feuchten Fahrbahn mit viel zu hoher Geschwindigkeit. Der Anhänger geriet ins Schleudern und rammte das Auto. Der Vater des Jungen schaffte es nicht mehr das Auto zu beschleunigen oder zu bremsen und wurden von der Fahrbahn gedrängt. Gemeinsam mit zwei anderen Fahrzeugen rutschten sie die Böschung herunter und überschlugen sich mehrmals hintereinander.
Der letzte Gedanke, der dem Schwarzhaarigen durch den Kopf ging war: „Bitte vergiss mich nicht!“


Kapitel 1

Geschockt blickte ich auf das Telefon in meiner Hand. Meine Gedanken überschlugen sich, fuhren regelrecht Achterbahn, ebenso wie meine Gefühle. Mir war heiß und kalt zugleich, ich wusste nicht ob ich lachen oder weinen sollte. Viel zu Geschockt war ich über die Nachricht, die ich vor einer Minute erhalten hatte.
„Verena, ist alles in Ordnung?“, hörte ich meine Mutter fragen. Ich antwortete nicht. Ich saß auf meinem Bett und starrte vor mich hin. Tränen liefen mir über die Wange. Meine Mutter betrat mein Zimmer. „Alles okay? Was ist denn los?“ Sie setzte sich neben mich und zog mich in ihre Arme.
Nun konnte ich nicht mehr. Schluchzend ließ ich mich in ihre Arme sinken. Tränen der Angst flossen wie Sturzbäche aus meinen Augen. Zitternd klammerte ich mich an meine Mutter die mir beruhigend über den Rücken strich.
„Was ist denn passiert?“, fragte sie mich, als ich mich wieder etwas beruhigt hatte. Ich atmete ein paar mal tief durch und begann dann leise zu erzählen.
„Julien´s Mutter hat gerade angerufen. Sie hatten einen Autounfall auf dem Weg nach Hause. Ein LKW hat sie von der Straße gedrängt. Das Auto hat sich mehrmals überschlagen und ist dann gegen einen Baum gekracht. Den beiden ist nicht viel passiert. Aber Julien ,liegt im Koma. Er hat schwere Verletzungen und ein Schädel-Hirn-Trauma. Die Ärzte vermuten sogar, dass er eine retrograde Amnesie hat. Sie wissen noch nicht, ob er das überleben wird.“ Wieder liefen Tränen aus meinen Augen. Mein bester Freund lag schwer verletzt im Krankenhaus und rang um sein Leben. Und ich konnte nichts, aber auch gar nichts für ihn tun, außer hoffen, dass er überleben würde. Ein Leben ohne ihn, konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Zumal ich mehr für ihn empfand, als ich eigentlich sollte. Doch das Schlimmste war, dass er sich nicht mehr an mich erinnern würde, sobald er erwachte. Dieser Gedanke machte mich fertig. Laut schluchzend ließ ich mich in die Arme meiner Mutter fallen, die ebenso geschockt aussah, wie ich vor zwei Minuten. Bitterlich weinend vor Angst meinen besten Freund zu verlieren, klammerte ich mich an sie. „Er wird es schaffen Verena. Er wird bald wieder bei dir sein.“, sagte sie und versuchte dabei optimistisch zu klingen. Was ihr leider nicht wirklich gelang. Trotzdem hoffte ich, dass sie mit ihren Worten recht haben würde.

Ich musste wohl in den Armen meiner Mutter eingeschlafen sein, denn ich als wieder aufwachte, lag ich mit dem Kopf auf meinem Kissen und war zugedeckt. Sofort kam die Erinnerung an den Anruf wieder. Sie schlich sich wie ein Nebel aus Trauer und Angst in meinen Kopf. Tränen bildeten sich in meinen Augen und ich hätte am liebsten wieder geweint. Doch das würde mich auch nicht weiter bringen, dachte ich mir und stand auf. Kurz entschlossen suchte ich mir frische Sachen aus meinem Kleiderschrank und ging ins Badezimmer um mich anzuziehen und etwas frisch zu machen, um nicht so verweint auszusehen. Ich wollte zu Julien ins Krankenhaus! Als ich umgezogen war und wieder einigermaßen annehmbar aussah, ging ich zu meiner Mutter in die Küche, um ihr meinen Plan, ins Krankenhaus zu fahren, mitzuteilen. „Bist du dir sicher, dass du wirklich hin möchtest?“, fragte sie mich mit skeptischem Unterton in der Stimme. Gleichgültig zuckte ich mit den Schultern. So sicher war ich mir gar nicht mehr, ob ich nun hinfahren sollte oder nicht. Doch da ich mal gehört hatte, das Patienten die im Koma lagen, auf Stimmen reagierten, wollte ich nun versuchen etwas mit Julien zu reden, damit er nicht aufgab und um sein Leben kämpfte. Klang naiv, aber konnte aber durchaus funktionieren. „Ja, ich werde mal hinfahren.“, sagte ich zu meiner Mutter. „Na gut, aber sei nicht so spät wieder hier.“, sagte sie noch woraufhin ich bloß mit dem Kopf nickte und die Küche verließ. Ich zog meine Schuhe an und verließ die Wohnung. Ich lebte mit meinen Eltern in einer gemütlichen Wohnung in einer schönen Stadt in der nähe von Köln. Um nicht lange auf den Bus warten zu müssen, holte ich mein Fahrrad aus dem Keller, schwang mich auf den Sattel und machte mich auf den Weg in Richtung Krankenhaus. Unterwegs hing ich meinen Gedanken nach. Was war, wenn er nicht überleben würde? Würde ich ohne ihn so weiter leben können, wie vorher auch? Doch um nicht in irgendwelchen verrückten Gedankengänge zu verfallen, konzentrierte ich mich wieder auf den Verkehr und trat ordentlich in die Pedale um schnell am Krankenhaus anzukommen.
Nach ungefähr einer halben Stunde kam ich an dem großen Klinikkomplex an. Ich stellte mein Fahrrad bei den Fahrradständern ab und ging Richtung Eingang. Davor blieb ich stehen. Unschlüssig ob ich nun reingehen sollte oder nicht blickte ich durch die Glasscheiben der Türen in das große Foyer. Dort entdeckte ich Julien´s Eltern, die auf einer der Bänke saßen und sich unterhielten. Nach kurzer Zeit erblickten sie auch mich, sahen sich kurz an, ehe sie aufstanden und auf mich zu kamen. Bewegungslos blieb ich draußen vor der Türe stehen. Ich wusste nicht, was ich zu ihnen sagen oder wie ich mit ihnen umgehen sollte.
„Hallo Verena.“, sagte Julien´s Mutter, Frau Reben, zu mir. Herr Reben blickte mich bloß wortlos an.
„Hallo.“, gab ich leise von mir. „Ich...“, begann ich zu sprechen, wusste jedoch nicht was ich sagen sollte.
„Du möchtest zu Julien, stimmts?“, fragte Frau Reben und ich nickte mit dem Kopf.
„Hör zu Verena! Julien braucht viel Ruhe und daher möchten wir nicht, dass ihn jemand besucht. Ich weiß, dass du seine beste Freundin bist, aber im Moment ist es besser, wenn er keinen Besuch bekommt. Du darfst gerne täglich anrufen und fragen wie es ihm geht, aber ihn besuchen erst dann, wenn es ihm besser geht.“, erklärte sie mir und geschockt sah ich sie an. „Aber...“, wollte ich gerade ansetzten, doch sie schnitt mir das Wort ab. „Bitte akzeptiere es so wie es ist.“, sagte sie und ging gefolgt von ihrem Mann wieder ins Innere des Krankenhauses.
Den Tränen nahe stand ich da und blickte den beiden Erwachsenen hinterher. Doch nach wenigen Sekunden drehte ich mich um, holte mein Fahrrad und fuhr wutentbrannt nach Hause. Viel zu schnell fuhr ich am Straßenrand entlang, hatte Tränen in den Augen und am liebsten laut geschrien. Es machte mich fertig ihn nicht sehen zu können, auch wenn er mich vielleicht nicht richtig wahrgenommen hätte.
Am Haus angekommen, brachte ich mein Fahrrad wieder in den Keller und stapfte danach wütend die Treppen nach oben. Ich schloss die Türe auf, knallte sie hinter mir wieder zu und ging sofort in mein Zimmer. Verdutzt sah meine Mutter mir hinterher. Und auch mein Vater, der bereits von der Arbeit zu Hause war, blickte mir verwirrt hinterher. Ich schlug meine Zimmertüre hinter mir zu und ließ mich weinend auf mein Bett fallen. Ich konnte oder wollte einfach nicht verstehen, warum man mich nicht zu meinem besten Freund ließ. Verstanden seine Eltern denn nicht, dass ich Angst hatte ihn zu verlieren. Was wäre, wenn er wirklich nicht überlebte und ich mich nicht mal von ihm verabschieden könnte? Ich würde mir für den Rest meines Lebens Vorwürfe machen. Unerwartet klopfte es an der Tür. Ich gab einen zustimmenden Ton von mir und mein Vater betrat das Zimmer. Den Kopf immer noch in meinem Kissen vergraben spürte ich, wie die Matratze neben mir nachgab und mein Vater sich zu mir auf mein Bett setzte. Zunächst sagte keiner etwas, dann begann mein Vater zu erzählen.
„Weißt du, damals hatte mein bester Freund einen schlimmen Unfall mit seinem Motorrad. Dabei brach er sich sämtliche Knochen und erlitt ein schlimmes Schädel-Hirn-Trauma. Dadurch hatte er retrograde Amnesie und erinnerte sich zunächst an gar nichts, nachdem er wieder aus dem Koma aufwachte. Er hatte den Unfall überlebt. Er musste zwar viele Dinge, wie das Laufen zum Beispiel wieder neu lernen und sein Gedächtnis war wie ausgelöscht, aber er hat überlebt. Das war vor ungefähr 25 Jahren und heutzutage ist die Medizin um einiges besser, ebenso wie die Technik der ganzen Geräte. Also brauchst du dir nicht so viele Sorgen machen, dass Julien es nicht schafft.“
Mit verweinten Augen blickte ich ihm ins Gesicht. „Aber was ist wenn er es nicht schafft? Ich kann nicht ohne ihn Leben.“, fragte ich mit weinerlicher Stimme und war kurz davor wieder einmal in Tränen auszubrechen.
„Julien ist stark. Du musst nur daran glauben, dass er bald wieder auf den Beinen ist. Wenn du die ganze Zeit so pessimistisch denkst, machst du dich nur verrückt.“, sagte er zu mir und lächelte mich aufmunternd an. Ich atmete einmal tief ein. Er hatte recht mit dem was er sagte. Ich machte mich viel zu sehr verrückt. Mein Blick wanderte zu dem Bild auf meinem Nachttisch. Das Bild zeigte Julien und mich bei einem Ausflug ins Freibad vor ein paar Wochen. Ich saß auf meinem Handtuch, er hinter mir und hatte seine Arme um mich gelegt, welche ich mit meinen Händen festhielt. Fröhlich lächelten wir in die Kamera. Der Blick auf das Bild ließ mich lächeln.
„Du hast recht, ich sollte nicht optimistischer denken.“, sagte ich zu meinem Vater und rang mir ein kleines lächeln in seine Richtung ab. „Siehst du. Und jetzt will ich keine Tränen mehr sehen.“, sagte er und stand auf. Er lächelte mir noch einmal zu und verließ dann mein Zimmer wieder.
Ich streckte mich auf meinem Bett aus und blickte an die Zimmerdecke. Ich dachte zurück an die Ferien. Gemeinsam mit Julien hatte ich viele lustige Dinge erlebt. Wir waren gemeinsam schwimmen, Zelten am See, im Freizeitpark und noch viel mehr. Es war meine bisher schönste Zeit.
In der Hoffnung, dass ich noch mehr schöne Dinge mit ihm erleben würde, fiel ich in einen traumlosen Schlaf.
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Re: Amnesie - meine neue Geschichte
« Reply #1 on: June 12, 2012, 02:16:06 pm »
Kaltxi ma tsmuke Vipkan,
eben entdeckt, kopiert und gespeichert. Morgen wird gelesen.
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Offline Apokya

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Re: Amnesie - meine neue Geschichte
« Reply #2 on: June 12, 2012, 02:37:52 pm »
Ich finde die Geschichte gut und sehr leicht zu lesen.

Die Emotionen sind auch schön beschrieben.

Dazu muss ich aber noch sagen, dass sich bei mir die Emotionen verstärken,
da ich eine derartige Erfahrung schon selber machen musste.

Ansonten schön geschrieben. [Gefällt mir!]

Gruß Apokya
'ivong Na'vi

Offline Vip'kan

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Re: Amnesie - meine neue Geschichte
« Reply #3 on: June 12, 2012, 02:48:33 pm »
Mal Kapitel 2 für meine beiden fleißigen Leser =) Ich wünsche viel Spaß =D


Kapitel 2

Julien

Drei Wochen später
Was war passiert? Wo bin ich? Wer bin ich? Schossen mir hunderte Fragen durch den Kopf. Ein regelmäßiges Piepen schallte durch den Raum. Woher es kam, konnte ich nicht einschätzen. Ich wollte mich bewegen, versuchte meinen Arm zu heben, doch mein Körper war wie taub. Verzweifelt versuchte ich meine Augen zu öffnen. Doch das grelle Licht über mich blendete mich. Plötzlich nahm ich Stimmen war. Was sie sagten verstand ich nicht. Mein Kopf war wie vernebelt. Durch diesen Nebel drangen die Stimmen zu mir. Unerwartet schoss mir ein Bild durch den Kopf, ein Bild von einem Mädchen. Ich wusste sofort wer sie war: mein beste Freundin Verena. Doch warum wusste ich nicht, wer ich war?
Panik keimte in mir auf. Ich wollte wissen, was passiert war, wo ich war und wer ich war. Mit letzter Kraft schaffte ich es meinen Arm zu heben, woraufhin ein stechender Schmerz durch meinen Körper schoss. Ich versuchte zu schreien, aber dann merkte ich, dass sich ein Schlauch in meinem Hals befand. Ein Würgereiz kam auf. Ich wollte diesen Schlauch los werden, hatte Angst zu ersticken. Der Nebel in meinem Kopf hatte sich verzogen und war der Panik gewichen. Dieses Gefühl von Verwirrtheit allerdings blieb.
„Er wacht auf!“, hörte ich eine Frauenstimme sagen. Dann hörte ich noch andere Stimmen, aber ich verstand nicht was sie sagten.
Das nächste was ich spürte, war wie jemand den Schlauch aus meinem Hals zog. Verzweifelt rang ich nach Luft, als der Schlauch endlich weg war. Doch das stellte sich als schwieriger heraus als ich dachte. Ich hatte kaum die Kraft selbstständig zu atmen. Erneute Panik keimte in mir auf. Tränen flossen aus meinen Augen, wieder hatte ich Angst zu ersticken. Je mehr ich versuchte Luft zu bekommen, desto schwerer wurde es. Dann setzte mir jemand eine Atemmaske auf, aus der frische Lust in meine Lungen strömte. Das Atmen wurde leichter und die Angst zu ersticken legte sich. Langsam schaffte ich es meine Augen zu öffnen. Nachdem ich mich an das grelle Licht der Lampen über mir gewöhnt hatte, blickte ich mich verwirrt um. Ein Mann im weißen Kittel stand an dem weißen Krankenbett in dem ich lag. Fragend sah ich ihn an. Er lächelte mir freundlich zu.
„Hallo Julien, schön dass du wieder wach bist. Du bist hier im Krankenhaus. Du hattest einen Unfall. Erinnerst du dich daran?“, erklärte er mir. Verneinend schüttelte ich schwach den Kopf. Ich erinnerte mich an gar nichts, außer an Verena. Der Arzt stellte mir eine weitere Frage.
„Erinnerst du dich an deine Eltern? Wie sie aussehen, oder wie sie heißen?“
Ich überlegte, doch in meinem Kopf war nichts, rein gar nichts, außer Verena. Und genau sie wollte ich sehen. Da war so ein vertrautes Gefühl, wenn ich an sie dachte. Und ich wusste, dass sie meine beste Freundin war. Es verwirrte mich allerdings auch. Warum erinnerte ich mich an sie, aber an nichts anderes?
Auf die Frage des Arztes schüttelte ich wieder verneinend mit dem Kopf. Der Arzt seufzte.
„Erinnerst du dich überhaupt an etwas?“, fragte er nun. Diese Frage bejahte ich mit einem Nicken. Der Arzt wurde stutzig und sah mich verwundert an.
„So, an was denn?“, fragte er, kam auf mich zu und nahm mir die Maske vom Gesicht. Sofort bekam ich wieder schlechter Luft und die Panik drohte wieder aufzukommen. Ich versuchte ruhig weiter zu atmen und antwortete ihm leise und mit rauer Stimme.
„An Verena.“
Er setzte mir die Maske wieder auf. Die Panik verschwand. Fragend sah der Arzt mich an. Er schien verwundert zu sein, dass ich mich, außer an eine Person, an nicht erinnerte. Aber ich selbst war genau so verwirrt darüber.
„Wer ist Verena?“, fragte er und nahm mir zum zweiten mal die Atemmaske ab. Das Atmen wurde wieder schwerer. Doch die aufkommende Panik versuchte ich zu unterdrücken.
„Meine beste Freundin.“, antwortete ich schwach.
Schon diese paar Worte auszusprechen, hatte mich unheimlich müde gemacht. Ich konnte meine Augen kaum noch offen halten. Nachdenklich blickte der Arzt in meine Richtung.
„Ich werde mal mit deinen Eltern sprechen.“, sagte er und verließ das Zimmer, was ich schon nicht mehr mitbekam.

Als ich wieder aufwachte, war das Piepen verschwunden und über mir war keine grell leuchtende Lampe mehr. Ich musste also in einem anderen Zimmer sein. Diese Vermutung bestätigte sich, als ich mich in dem Raum umsah. Dabei erblickte ich auch zwei Personen. Ein Mann, der mir gegenüber an der Wand lehnte und eine Frau, die neben mir auf einem Stuhl saß. Sie hatte Tränen in den Augen. Doch beide waren mir unbekannt. Ich hatte keinerlei Verbindung zu den beiden. Ich fühlte nichts außer leere, als ich die beiden ansah.
Plötzlich wurde mir bewusst, dass ich die Atemmaske nicht mehr trug. Als ich allerdings bemerkte, dass ich problemlos Atmen konnte, verschwand die wieder einmal aufkommende Panik wieder.
„Wer seit ihr?“, fragte ich die beiden und sah sie fragend an. Die Frau hielt sich mit entsetztem Gesichtsausdruck die Hände vor den Mund. Tränen rannen ihr aus den Augen. Was ist hier los? Fragte ich mich. Ich verstand gar nichts mehr. Warum fing diese Frau an zu weinen, obwohl ich nur gefragt hatte, wer die beiden sind.
Der Mann drückte sich von der Wand ab, ging zu der Frau und legte ihr eine Hand auf die Schulter. Eindringlich sah er mich an und begann zu sprechen.
„Julien...“, wieder dieser Name, ging es mir durch den Kopf. „...wir sind deine Eltern.“ Diese Neuigkeit musste ich erst mal verarbeiten. Warum mich das so sprachlos machte wusste ich selber nicht. Ich hatte einfach nicht damit gerechnet.
Ohne dazu etwas zu sagen stellte ich die nächste Frage.
„Warum erinnere ich mich an nichts mehr?“
Abwartend sah ich die beiden Personen, die meine Eltern sein sollten, an. Mein Vater seufzte. Seine Frau weinte bitterlich. Mit dem, was er dann zu mir sagte, hatte ich kein bisschen gerechnet.
„Du hast eine retrograde Amnesie. Das heißt, dass du vorläufig dein Gedächtnis durch ein Schädel-Hirn-Trauma verloren hast.“
Geschockt sah ich ihn an. Ich konnte nicht glauben, dass ich mein Gedächtnis verloren haben sollte. Das erklärte allerdings, warum ich mich an nichts mehr erinnerte.
Allzu lange schockte mich diese Nachricht aber nicht. Denn mir kam schon eine andere Frage in den Sinn.
„Wo ist Verena?“
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Offline Jake.S

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Re: Amnesie - meine neue Geschichte
« Reply #4 on: June 23, 2012, 02:53:04 pm »
Jippie, wieder was zum lesen! :D :D :D

Ma Vip'kan, ganz toll geschrieben! Auch der Sinn hinter der Story, das ganze Konstrukt ist bis zu diesem Punkt nahezu perfekt.
Zwar kann ich den Sinn auf Grund meiner absoluten Gefühlskälte(;)) nicht nachvollziehen aber trotzdem kann ich die Geschichte nur loben.
Eine weitere Bersicherung des FF-Boards.
Wann gehts weiter?

Kìyevame
Philipp
      Naja, einer muss doch auch zur RDA halten, oder nicht?  ::) Und ein Hubschrauber ist nun mal cooler als ein Vogel. :P

Offline Vip'kan

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Re: Amnesie - meine neue Geschichte
« Reply #5 on: June 24, 2012, 04:45:17 am »
Kaltxì ma Jake =)

Werde sobald wie möglich weiter schreiben.

Lg Vip'kan
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Re: Amnesie - meine neue Geschichte
« Reply #6 on: June 24, 2012, 07:58:00 pm »
Kaltxi ma tsmuke Vip'kan,
leider länger nicht vor Ort gewesen.
Eben habe ich mir beide Teile zu Gemüte geführt und habe mich gefreut. Interessant, gut zu lesen und schreit förmlich danach, weitergelesen zu werden ... wenn es denn geht. Will sagen, freue mich auf die Weiterführung.
Bis dahin eine schöne Zeit
Hayalovay
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Offline Vip'kan

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Re: Amnesie - meine neue Geschichte
« Reply #7 on: June 27, 2012, 01:34:36 pm »
Und weiter =D


Kapitel 3

Verena

Ich trat wie eine Verrückte in die Pedale, wollte so schnell es ging ins Krankenhaus kommen. Nach zwei endlos langen Wochen, war endlich der erlösende Anruf gekommen, dass Julien aus dem Koma aufgewacht war und nach mir gefragt hatte.
Was mich aber nachdenklich machte war, dass seine Eltern am Telefon richtig komisch geklungen hatten. So, als wäre etwas nicht in Ordnung.
Den ganzen Weg zum Krankenhaus machte ich mir Gedanken über den komischen Ton von Julien´s Eltern, den sie am Telefon drauf hatten. War etwas mit ihm nicht in Ordnung? Würden etwa bleibende Schäden zurück bleiben? Würde er nie mehr ganz gesund werden? Die schlimmsten Gedanken gingen mir durch den Kopf. Doch ich versuchte mich auf den dichten Nachmittagsverkehr zu konzentrieren, anstatt mich mit wirren Gedanken verrückt zu machen.

Innerhalb kürzester Zeit hatte ich das Krankenhaus erreicht. Ich stellte mein Fahrrad am Fahrradständer ab und ging zum Eingang des großen Klinikkomplexes. Direkt als ich zu den Türen blickte, sah ich die Eltern von Julien draußen stehen. Langsam ging ich auf sie zu. Kurz vor den beiden blieb ich stehen und lächelte sie freundlich an ehe ich sie begrüßte.
„Guten Tag.“, sagte ich leise und lächelte weiterhin freundlich. Herr und Frau Reben sahen allerdings gar nicht so glücklich aus.
„Guten Tag Verena.“, nuschelte Herr Reben und drehte sich in eine andere Richtung. Meinen verwirrten Gesichtsausdruck, den ich nach dieser Reaktion aufgesetzt hatte, schien Frau Reben nicht wahrgenommen zu haben, denn sie begrüßte mich so normal wie immer. Auch wenn ihre Stimme und ihre Sätze etwas erzwungen klangen.
„Hallo Verena, schön dass du so schnell hier hin gekommen bist.“
Ich lächelte ihr wieder freundlich zu.
„Nach ihrem Anruf habe ich mich direkt auf den Weg hier her gemacht.“, erklärte ich ihr.
Ein erzwungenes lächeln erschien auf ihrem Gesicht.
„Das ist schön. Allerdings müssen wir dir noch etwas sagen.“, sagte sie zu mir und das lächeln wich einem nachdenklichen, gar traurigen Gesichtsausdruck. Fragend sah ich zwischen Herr und Frau Reben hin und her. Also stimmte doch irgendetwas nicht! Herr Reben machte ein paar Schritte, seufzte und schüttelte nachdenklich den Kopf. Frau Reben blickte Hilfe suchend zu ihrem Mann, so als wüsste sie nicht, was sie tun oder sagen sollte.
Schließlich begann Herr Reben zu erklären.
„Es wurde ja vermuten, dass Julien eine retrograde Amnesie hat. Das hat sich nun leider bewahrheitet. Das komische ist nur, dass er sich nur noch an dich erinnern kann.“ Mit ernstem Blick sah Herr Reben in meine Richtung. So als wenn er sagen wollte, dass das meine Schuld sei. Fassungslos sah ich zurück.
„Wie er erinnert sich nur noch an mich? Wie kann das sein?“, fragte ich. Ohne zu antworten drehte Julien´s Vater sich wieder weg. Nun drehte ich meinen Kopf in die Richtung wo Julien´s Mutter stand. Mit leichtem Zögern begann sie zu sprechen.
„Wie das kommt wissen die Ärzte noch nicht. Keinem von ihnen ist ein ähnlicher Fall bekannt. Für uns ist es natürlich komisch von unserem Sohn nicht erkannt zu werden, dass musst du verstehen.“
„Natürlich versteh ich das.“, sagte ich in verständnisvollem Ton ehe ich eine Frage stellte, die mir schon die ganze Zeit durch den Kopf ging.
„Kann ich denn zu ihm?“
Herr Reben nach zu folge, hätte ich sicherlich nicht zu Julien gehen dürfen, doch Frau Reben nickte zustimmend mit dem Kopf.
„Natürlich, er hat ja schon nach dir gefragt. Komm ich bring dich zu ihm.“, sagte sie und machte eine auffordernde Handbewegung, damit ich ihr folgte.

Gemeinsam betraten wir die Klinik und sie führte mich einmal quer durch das Gebäude zu den Aufzügen. Unauffällig sah ich mich in dem Gebäude um. Viele Patienten saßen auf den Bänken, gemeinsam mit ihrer Familie. Manche auch mit Kindern. Schwangere Frauen gingen langsam über die Gänge. Einige von ihnen schienen kurz vor der Geburt zu sein.
Oftmals lag ich zu Hause auf meinem Bett und malte mir in meiner Phantasie solche Situationen mit Julien aus. Denn was keiner wusste: Ich war schon lange in ihn verliebt.
Gerade als ich mal wieder vollkommen in meine Gedanken versank, blieb Frau Reben an den Aufzügen stehen, an denen wir bereits angekommen waren. Ein leises „ping“ ertönte als einer der vier großen Aufzüge im Erdgeschoss zu stehen kam. Einige Personen stiegen aus der silbernen Kabine aus und wir stiegen mit einigen anderen ein. Frau Reben drückte auf den Knopf mit der Zahl drei. Ich sah mich in der Kabine um. Ein Mann im Rollstuhl war mit einer Ärztin unterwegs. Andere blickten einfach stur geradeaus. Es schien, als wollten sie einfach ihre Ruhe haben. Bis wir auf der dritten Etage ankamen, hielt der Aufzug auch im ersten und zweiten Stockwerk. Menschen stiegen aus, andere stiegen ein. Die Fahrt kam mir viel zu lange vor. Dann ertönte endlich ein leises „ping“ und eine Stimme sagte „Drittes Obergeschoss“. Die Türen öffneten sich und Julien´s Mutter und ich stiegen aus der silbernen Kabine aus. Auf dieser Etage war blau die Hauptfarbe. Jedes Stockwerk hatte eine andere. Rot, gelb, grün, orange, auf jeder Etage eine andere, damit die Klinik nicht so trostlos wirkte, wie manche Krankenhäuser es taten.
Julien´s Mutter führte mich links herum in einen Gang von dem rechts und links Türen in die Zimmer führten. Ärzte und Schwestern liefen hektisch über den Flur von einem Zimmer ins andere. Angehörige versuchten im gehen mit ihnen zu reden. Meiner Meinung nach ging es auf dieser Station viel zu hektisch zu. Dabei hieß es doch immer, dass die Patienten ruhe bräuchten.
Vor einer Tür mit den Zahlen 312 blieb Frau Reben stehen und klopfte an. Von drinnen hörte man ein fragendes „Ja?“. Sofort erkannte ich Julien´s Stimme. Leichte Aufregung machte sich in mir breit. Was war, wenn er mich nun nicht mehr erkannte? Doch ehe ich diesen Gedanken zu ende gedacht hatte, schob ich ihn wieder beiseite. Die junge Frau öffnete die Tür und trat beiseite, damit ein reingehen konnte. Ehe ich mich wundern konnte sagte sie zu mir: „Du solltest alleine mit ihm sprechen. Ich warte unten.“ Schon schloss sie  die Türe hinter mir. Verdutzt blieb ich zurück, ging dann aber langsam in den Raum hinein und erblickte Julien als einzigen in dem weiß gehaltenen Raum.
„Verena.“, sagte er in erfreutem Ton als er mich erblickte. Er wusste als wirklich noch wer ich war.
„Julien! Wie geht’s dir?“, fragte ich und stellte mich an das weiße Krankenbett in dem er lag. Durch die weißen Bezüge sah Julien noch blasser aus, als er eigentlich war.
„Hmmm...ganz gut.“, antwortete er und zuckte leicht mit den Schultern.
Irgendwie wusste ich nicht wirklich, wie ich mit ihm umgehen sollte. Immerhin wusste er gar nichts mehr, außer wer ich war.
Einige Minuten lang sagte keiner von uns beiden etwas. Bis Julien die Stille brach.
„Du darfst auch mit mir reden.“, sagte er und grinste. Auch ich begann zu grinsen, erklärte ihm aber dann meine Gedanken.
„Ich weiß, aber...es ist so komisch zu wissen, dass du dich an nichts mehr erinnern kannst, außer an mich. An was genau erinnerst du dich eigentlich noch?“, fügte ich am Schluss noch die Frage hinzu, die mich schon seit dem ich das Zimmer betreten hatte, interessierte. Nachdenklich blickte Julien auf die weiße Bettdecke.
„Nur daran wie du aussiehst und wie du heißt. Mehr nicht.“, erklärte er mir. Also wusste er nicht einmal, wer er selber war. Diese Erkenntnis traf mich wie ein Schlag ins Gesicht.
Traurig blickte ich aus dem mir gegenüberliegenden Fenster. Tränen traten mir in die Augen und liefen schließlich über meine Wangen. Es machte mich fertig, dass mein bester Freund, in den ich sogar verliebt war, sich an nicht, aber auch gar nichts mehr, erinnerte. Ausflüge, gemeinsame Abende, Geburtstage, alles war wie aus seinem Gedächtnis gelöscht.
Julien bemerkte das ich weinte und zog mich mit seinem linken, gesunden Arm an sich.
„Hey Verena, nicht weinen.“, sagte er zu mir und hielt mich einfach fest. Beruhigend strich er mir über den Rücken. Etwas wunderte mich das, doch es beruhigte mich ungemein.
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Re: Amnesie - meine neue Geschichte
« Reply #8 on: June 28, 2012, 02:34:08 pm »
Quote
Und weiter =D

Kapitel 3

Verena

Hallo Vipkan,
eben entdeckt und sofort gelesen.
Wieder sehr schön geschrieben und gut zu lesen.
Jetzt wird es richtig spannend. Weiß Julian wirklich nur ihren Namen und wie sie aussieht???
Wie kann Verena ihm helfen?

Zumindest einer Deiner Leser lechzt danach, weiterzulesen...

Herzliche Grüße
Achim
Neytiri:
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Offline Neytiri2000

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Re: Amnesie - meine neue Geschichte
« Reply #9 on: September 04, 2012, 09:34:50 am »
Hallo Vipkan

Ich kann dich echt nur loben und mich bedanken für die schönen 3 Kapitel die du bis jetzt veröffentlicht hast.

Mit grosser spannung erwarte ich das 4. Kapitel und noch viel spass wünsche ich dir dabei :) ;)

Mfg Neytiri2000
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Offline Tìtstewan

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Re: Amnesie - meine neue Geschichte
« Reply #10 on: March 02, 2013, 08:49:25 pm »
So, auch diesen tollen Thread entdeckt (eigentlich sollte man mir eine übers Ohr hauen, weil ich etwas ältere Thread wiederbelebe... :-X)

Wie dem auch sei, alle drei Kapitel gelesen. Sehr schön und auch interessant - irayo!
+1

Eywa ngahu!

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