Author Topic: Blut, Schweiß und Tränen - Teil 3 "Die Seuche"  (Read 1037 times)

0 Members and 1 Guest are viewing this topic.

Offline Eichhörnchen

  • Omatikaya
  • ****
  • *
  • Posts: 434
  • Karma: 269
  • Oel ngati kame
Blut, Schweiß und Tränen - Teil 3 "Die Seuche"
« on: March 04, 2014, 03:50:01 pm »
Blut, Schweiß und Tränen - Teil 3


“Die Seuche”



Mit schwitzenden Händen schob der Soldat die Kartusche in die Auswerfvorrichtung des Scorpions. Ein sattes Klacken ertönte und verkündete das korrekte Einrasten.
“Erledigt Sir, das war die Letzte.”
Erleichtert lüftete Riley seine Maske um sich Schweißperlen abzuwischen, die auf penetrante Weise versuchten, ihm in die Augen zu laufen.
“Endlich. Ich dachte schon, sie werden nie damit fertig.”
Er winkte den nervös wartenden Staffelführer heran.
“Seien sie nur vorsichtig beim Start. Wenn uns das Zeug auf die Köpfe regnet, bricht hier die Hölle los.”
“Sie können sich auf uns verlassen Sir. Meine Piloten beherrschen ihr Handwerk.”
“Guter Mann”, sagte Riley in einem fast schon väterlichen Tonfall und klopfte dem Soldaten auf die Schulter.
“Lassen sie alle Maschinen betanken und aufmunitionieren. Das Startfenster beginnt morgen nach Sonnenaufgang.”
Der Staffelführer sah belustigt zum Himmel.
“Welche der Sonnen meinen sie Sir?”
Verblüffung … dann winkte Riley herrisch ab.
“Jetzt hätten sie mich beinahe dran bekommen. Sehen sie zu das sie Land gewinnen.”
Unter einer lässigen Ehrenbezeugung flitzte Graham auflachend davon.
“Soll ich eine Aktennotiz vornehmen und disziplinarische Maßnahmen, einleiten Sir?”
Die völlig emotionslose Stimme seines Adjutanten ließ Riley herumfahren.
“Was? Nein, das wird nicht nötig sein. Wir brauchen solche Teufelskerle, wenn wir die Schlacht für uns entscheiden wollen. Kümmern sie sich vorerst um die Einhaltung des heutigen Tagesplanes.“
Clark wollte sich schon begleitet von einem unterwürfigen Gruß abwenden, da hielt der Kommandant ihn zurück.
“Clark! Sagte ich, das sie gehen dürfen? Die Latrinen wirkten vorhin auf mich im Vorbeigehen in einem untragbaren Zustand. Sehen sie nach, wie sich das abstellen lässt, sorgen sie für Abhilfe und erstatten mir anschließend Bericht.”
“Sehr wohl Sir. Ich werde alles Nötige veranlassen.”
Riley hielt in der Bewegung inne.
“Ich habe mich wohl nicht deutlich ausgedrückt Clark. Sie werden sich selbst darum kümmern und niemand anderes sonst. Schließlich sollte die Führungsspitze den Soldaten ein Vorbild sein, finden sie nicht?”
“Selbstverständlich Kommandant. Ich werde sie nicht enttäuschen.”
Innerlich die vor ihm liegende Aufgabe, den Mond und besonders Riley verfluchend, machte sich Clark mit finsterem Gesicht auf den Weg. Hinter ihm sah Riley seinem davon stapfenden Adjutanten belustigt nach.

******

Siny schlich sich an die schmächtige Frau vor ihr heran. Geschickt wich sie jedem Ast aus, dessen knacken ihre Anwesenheit verraten hätte. Im Gras lag ein Kind. Ein winziges Bündel, das keine Regung von sich gab. Noch einen Schritt. Awaiei schrie überrascht auf, als Siny ihre Arme um sie schlang und sie zu Boden zog.
“Ftang … ke … was machst du denn?”
Begleitet von freudigen Lachen, löste sich der Griff um ihren Oberkörper.
“Habe ich dich erschreckt?”
Das Mädchen blickte ihr schelmisch in die großen Augen.
“Du bist unmöglich Siny. Wann wirst du endlich erwachsen?” Erleichtert richtete Awaiei sich auf und sah sofort nach ihrem ‘evi das immer noch friedlich im Gras ruhte. Heftig spürte sie ihr Herz in der Brust schlagen. Im ersten Moment hatte sie befürchtet, das ein wildes Raubtier sie und ihr Kind, anfallen würde. Nun jedoch schalt sie sich wegen ihrer Angst eine Närrin, schließlich war das Lager gut bewacht.
“Warum sollte ich. Mein muntxatu mag mich so, wie ich bin. Er meint, ich sei dicker geworden durch das Kind. Aber wie du siehst, verstehe ich mich immer noch darauf, fast lautlos durch das Moos zu huschen.”
Awaiei grinste sie an.
“Wo hast du dein Kind gelassen?”
“Meine sa’nu passt darauf auf. Irgendwann bekomme ich sonst noch einen krummen Rücken, wenn ich es ständig mit mir herumtrage.”
Siny rollte mit den Augen und fing wieder an zu lachen, um zu zeigen, dass sie ihre Bemerkung selbst nicht ganz ernst meinte.
“Setz dich zu mir”, sagte Awaiei und deutete neben sich.
Zu ihrer Verwunderung ließ sich die junge Na’vi nur äußerst zögernd nieder.
“Was hast du? Bist du nicht gekommen, um mir Gesellschaft zu leisten?”
Die Augen des Mädchens begannen zu leuchten.
“Doch, natürlich möchte ich, ma Awaiei. Es ist nur … du siehst so anders aus. Die Schwangerschaft und dein Kind haben dich verändert.”
Für einen Augenblick verschlug es Awaiei die Sprache und sie benötigte einen Moment, bis sie sich wieder gefasst hatte.
“Findest du? Iley meint immer noch, dass ich zu schmächtig in den Hüften bin.”
“Dafür sind deine Brüste deutlich größer geworden. Ich denke das gefällt deinem muntxatu bestimmt.”
“Siny!”
Awaiei hielt ihr grinsend einen Finger an die Nasenspitze.
“Endlich lachst du wieder. Die letzten Monate hatte ich das Gefühl, das mich ein wütender Nantang anstarrt, wenn ich in dein Gesicht blickte.”
“Wirklich so schlimm?”
“Noch viel schlimmer”, grinste Siny und fing an den Kopf des Babys zu streicheln.
Eine Weile sah Awaiei schweigend dabei zu, bis das Mädchen ihr eine unerwartete Eröffnung machte.
“Es tut mir leid, ma Awaiei.”
“Was meinst du? Ist etwas nicht in Ordnung? Du kannst mir alles erzählen, was dich bedrückt.”
Siny zog ihre Hand von dem schlafenden Kind zurück und verschränkte stattdessen die Arme, als sei ihr mit einmal furchtbar kalt geworden.
“Erinnerst du dich noch daran, als wir vor einigen Monden auf der Lichtung im Wald Früchte sammelten?”
Awaiei fühlte einen unangenehmen Schauer den Rücken herunter laufen und nickte eine Spur zu hastig.
“Wie könnte ich das Vergessen Siny. Die folgenden Tage waren vielleicht die schlimmsten, welche die große Mutter mir bereitet hat. Aber was hat das mit dir zu tun? Ihr wart so vernünftig zum Kelutral zurück zukehren. Ich wäre besser mit euch gekommen.”
Das Mädchen ergriff sanft ihre Hände.
“Ich hätte dich damals nicht allein lassen dürfen. Wir dachten uns noch nicht einmal etwas dabei, als dein Bruder nach dir im Lager suchte und haben gekichert wie kleine Kinder. Die Krieger hätten dich viel schneller finden und retten können, wenn wir nicht so dumm gewesen wären. Ich schäme mich für mein Verhalten, ma Awaiei. Kann ich bitte Verzeihung haben?”
Auf einmal fiel es Awaiei wie Schuppen von den Augen. Das war es also, was das Mädchen bedrückte.
“Warum bist du nicht schon früher zu mir gekommen?”
Sie fand die Frage berechtigt und auch ein leiser Vorwurf schwang in ihren Worten nach.
“Ich weiß es nicht. Vielleicht war es die Angst davor, wie du reagieren würdest.” Siny leckte sich nervös über die Lippen. “Hattest du Angst bei den Himmelsmenschen? Du hast nie ein Wort über deine Gefangenschaft verlauten lassen. Zumindest konnte keiner unserer Brüder und Schwestern mir etwas sagen, egal wen ich danach fragte.”
“Du hast was?” Awaiei fühlte ein merkwürdiges Gefühl im Magen und ihr wurde klar, wie seltsam sie sich verhalten haben musste.
“Ich hatte Todesangst, ma Siny. Der Pferch war viel zu klein, so dass ich mich kaum bewegen konnte. Ich habe lange zu eywa gebetet, das sie mich rettet oder mein muntxatu. Je länger die Gefangenschaft andauerte, umso mehr überwältigte mich tiefe Trauer und Hoffnungslosigkeit. Ich glaubte den Heimatbaum nie mehr wieder zu sehen, bis Iley eines Nachts auftauchte. Aber das war es nicht, wovor ich mich am meisten fürchtete.”
Das Mädchen blickte sie mit großen Augen an, traute sich aber nicht Awaiei zu unterbrechen. Schließlich, als die hagere Frau wieder nach ihrem Kind sah und schwieg, hielt Siny es nicht mehr aus.
“Was könnte denn schlimmer sein, als nicht mehr zurück zu können?”
Ein Blick traf sie und Siny vermeinte, tief in den Augenwinkeln wieder Angst aufflackern zu sehen.
“Ihre Experimente. Dieser furchtbare Raum, den sie nur Labor nannten. Ich habe Sachen gesehen, die schlimmer sind als eine Horde Dämonen. Sie haben unaussprechliche Dinge mit unseren Brüdern und Schwestern angestellt. Manchmal des Nachts höre ich immer noch ihre Schreie in meinen Träumen und wache davon auf. Ich hatte Furcht, dass sie mich wieder in so einen Raum bringen.”
Awaiei wandte sich ab, um nicht zu zeigen, wie Tränen ihre Wange hinunter liefen.
“Bitte, ich möchte nicht mehr darüber reden.”
Das Mädchen drückte ein weiteres Mal ihre Hand und erhob sich, sehr zu Awaieis Verwunderung.
“Du möchtest gehen? Ich hoffe, meine Erzählung hat dich nicht zu sehr erschreckt. Es sollte kein Vorwurf sein. Ich kann das alles nur nicht vergessen, verstehst du Siny?”
“Srane ma Awaiei und ich kann es nicht ungeschehen machen so sehr ich es mir auch wünsche. Trotzdem gebe ich dir meinen Dank, dass du so offen zu mir gesprochen hast. Ich muss dich nun wieder allein lassen. Meine sa’nu erwartet mich ganz sicher bereits und sie ist keine Frau, deren Geduld man unnötig auf die Probe stellt.”
Awaiei deutete auf das Kind vor sich, das unbeirrt von den Vorgängen weiterhin friedlich schlief.
“Ich bin nicht allein Siny.”
Das Mädchen seufzte erleichtert auf.
“Wenn du möchtest können wir uns gerne öfters unterhalten.” Sie beschrieb die Abschiedsgeste und war gleich darauf im Dickicht untergetaucht. Einen Moment starrte Awaiei ihr gedankenverloren nach, bevor ein leises Wimmern andeutete, das ihr Kind wach geworden war und Hunger verspürte. Nein, dachte sie bei sich und ein Lächeln stahl sich auf ihr Gesicht … ich bin nicht allein.

******
 
Begleitet von blendenden Leuchten stiegen die Sonnen unaufhaltsam über den Horizont empor. Wie jeden Morgen hatte das Dorfleben in aller Frühe begonnen und eine Vielzahl an Geräuschen erfüllte die Umgebung des Kelutrals. In luftiger Höhe stand das Mädchen sicher auf einem Ast. Die grausige Tiefe unter ihr ließ sie dabei völlig außer Acht, als existiere sie gar nicht.
Kichernd gab Fawn ihrem Ikran eine Frucht, welche sie immer mit sich führte, wenn sie ihn aufsuchte. Schneller als die Jägerin sie hervorgeholt hatte, verschwand sie in Faelis Maul und wurde heruntergewürgt.
“Du sollst nicht so schlingen. Das macht man einfach nicht.” Verspielt streichelte sie über den Kopf ihres Begleiters, bevor sie sich wieder dem regen Treiben unter ihr zuwandte. Alles entwickelte sich bestens. Ikelu ließ sich vor Scham, über die Demütigung der Tsahìk nicht mehr blicken und war mit ein paar seiner treuesten Jäger aufgebrochen, um ihre Fleischvorräte aufzustocken. Seine smuke und ihr ständiger Schatten Varyu tauchten nur zu den Mahlzeiten auf, hielten sich ansonsten jedoch im Hintergrund. Das sich Auraya nun von Brian fernhielt, erfüllte das junge Na’vi Mädchen mit besonderen Glücksgefühlen. Nachdem Aurayas Träume die Schwester des zukünftigen Anführers zu sein vorerst geplatzt waren, sah sie keine Veranlassung mehr sich mit dem Tawtute zu beschäftigen. Ein unerwarteter Stoß in ihren Rücken ließ sie für einen Moment das Gleichgewicht verlieren. Mit den Armen rudernd schaffte Fawn es unter Aufbietung aller Geschicklichkeit gerade noch, ihren Halt zurück zu erlangen. Verstimmt wandte sie sich um. Gerade unternahm ihr Ikran einen erneuten Versuch sie mit seiner Schnauze zu traktieren, doch diesmal wich Fawn geschickt aus.
“Was soll das Faeli? Ich habe keine Frucht mehr! Wenn du noch Hunger hast, wirst du dir selbst etwas jagen müssen.”
Der Ikran stieß einen klagenden Laut aus.
Fawn klopfte mit der flachen Hand auf seinen mächtigen Schädel und sprach beruhigend auf ihn ein.
“Tam Faeli. Du möchtest spielen? Also gut.”
Geschickt hangelte sie sich auf seinen Rücken und verband sich mit dem gewaltigen Tier. Heftiges Flügelschlagen, dann hoben sie sich mühelos in die Lüfte. Fawn sah neugierig in die Tiefe. Irgendwo dort am glitzernden Lauf des Flusses mussten Brian und ihr Bruder beim Speerfischen sein. Einer plötzlichen Eingebung folgend lenkte das Mädchen ihren Begleiter zum nicht weit entfernten Ufer. Schon von weiten sah sie die beiden auf einem Felsen stehen und ihre Waffen ins Wasser stoßen.
“Flieg etwas tiefer Faeli.”
Obwohl gedanklich miteinander verbunden, hatte Fawn es sich zur Angewohnheit gemacht, mit dem Ikran zu reden. Ein freudiger Aufschrei erklang, als die Jägerin ihren Begleiter haarscharf über den Kopf ihres Bruders rauschen ließ.
Iley ebenso vertieft in seine Beschäftigung wie der Söldner bemerkte den Ikran erst, als er schon den Glanz in den Augen des Tieres sehen konnte. Völlige Überraschung und dazu die Glätte des Untergrunds, auf dem sie standen, sorgten dafür, dass sie sich Augenblicke später im Fluss wieder fanden. Unter dem johlen ihrer Brüder und Schwestern entstiegen Iley und Brian durchnässt bis auf die Knochen den kalten Fluten.
“Deine Schwester entwickelt Sinn für Humor”, sagte Brian grinsend.
Der Krieger blickte ihn verblüfft an, schwieg jedoch ganz so, wie Brian es von ihm gewohnt war und reichte ihm stattdessen seinen Speer.
Kopfschüttelnd betrachtete Brian die Waffe dann Iley.
“Vielleicht solltest du dir Fawn, zum Vorbild nehmen Iley.“ “Was meinst du damit, ma Brian?”
“Was ich … na ich denke das es dir nicht schaden würde einfach mal etwas entspannter zu sein.”
“Ich bin völlig ruhig ma Brian, dennoch verstehe ich nicht, warum Fawn das getan hat.”
Der Söldner seufzte resignierend auf. “Das meinte ich Iley.” Über ihnen zog die kleine Jägerin freudig jauchzend eine Schlaufe, bevor sie den Ikran dazu veranlasste erneut aufzusteigen. Unter schwungvollen Bewegungen seiner mächtigen Flügel brach ihr Begleiter geräuschvoll durch das dichte Blätterdach. Bald verschmolzen beide Geschöpfe am Himmel zu einem winzigen Punkt, bis auch dieser aus den Augen der neugierigen Betrachter verschwand.

******

Das Geräusch unzähliger Rotoren erhob sich über dem Stützpunkt. Routiniert eilten Besatzungen zu ihren Maschinen, während Mitarbeiter des Bodenpersonals letzte Kontrollchecks durchführten. Erwartungsvoll stand Kommandant Riley inmitten des geschäftigen Treibens. Nichts schien seinem geschulten Auge zu entgehen und immer wieder sah er sich zu einem harschen Ausruf veranlasst.
“Beeilen sie sich gefälligst!”, fuhr er wütend einen Gunner an. “Bis sie ihre Ausrüstung verstaut haben, sind die Hubschrauber vom Einsatz zurück. Sind sie sicher das sie mitfliegen möchten?”
In gespielten Entsetzen schüttelte Riley den Kopf. Grinsend sahen einige Soldaten der Wache herüber. Das war typisch für den Kommandanten. Riley steigerte sich so sehr in seine Tätigkeit hinein, dass er sich immer am Rande eines Herzinfarkts befand. Im Hintergrund kam Adjutant Clark herangerauscht und baute eine halbwegs gefällige Ehrenbezeugung.
“Ah Clark. Ich begann mich schon zu fragen, ob sie sich den Tag heute frei genommen haben, ohne mir davon Meldung zu machen.”
“Wie meinen Sir?”
Riley ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und fuhr mit honigsüßer Stimme fort.
“Herrlichster Sonnenschein, dazu das weitläufige Areal und diese Ruhe. Was spricht dagegen, sich einfach eine Auszeit zu nehmen. Immerhin sitzen wir hier fest, zumindest bis sich jemand zuhause wieder an uns erinnert. Da kann die Moral schon mal zum Teufel gehen. Glauben sie mir. Ich wäre der Letzte, der kein Verständnis dafür aufbringen würde.”
Der Vergleich mit einem hungrigen Wolf der Kreide gefressen hat, drängte sich dem Adjutanten unweigerlich auf.
Clark wirkte völlig ratlos und wusste nichts zu erwidern. Das änderte sich im nächsten Augenblick schlagartig.
“Was glauben sie eigentlich, wen sie vor sich haben sie Riesenrindvieh! Mein Chronometer zeigt mir das sie 8 Minuten und 23 Sekunden zu spät sind.”
Drohend hielt Riley das Gerät am Handgelenk, seinem Gegenüber vor das verdatterte Gesicht.
“Acht Minuten Clark! Das ist eine unfassliche Schlamperei und mir in meiner gesamten Dienstzeit nicht untergekommen!”
“Mir auch nicht Sir, aber ich …“
Riley starrte seinen Adjutanten an, als müsse er, das eben gehörte erst Verarbeiten, während sein Gesicht sich unnatürlich rot verfärbte, dann brach es aus ihm hervor.
“Was sagten sie gerade? Wollen sie mich nun auch noch verhöhnen? Ich warne sie Clark, treiben sie es nicht zu weit. Los an Board mit ihnen, bevor ich die Beherrschung verliere und wehe sie erstatten mir nicht kontinuierlich Bericht!”
“Sehr wohl Kommandant!”
Frustriert schlich Clark auf die wartenden Hubschrauber zu. Erst die Sache mit den Latrinen und nun das. Er hasste das Fliegen und die alleinige Vorstellung daran, verursachte ihm ein unangenehmes Gefühl im Magen. Riley schien Spaß daran zu finden ihn zu schikanieren. Clark schob es auf die angespannte Situation, in der sie sich befanden zurück. Abgeschnitten von der Heimat, standen sie einer lebensfeindlichen Welt gegenüber. Tiere und Pflanzen waren nur bedingt nutzbar und überall lauernde Gefahren an der Tagesordnung. Während Riley schon wieder ein neues Opfer für seinen nächsten Wutanfall gefunden hatte, wie das Geschrei hinter ihm zur Genüge bewies, kletterte Clark desillusioniert an Board eines der Hubschrauber.

******

Ein Schrei erfüllte die Luft, dann schoss der Ikran über die Klippe und jagte weiter als seien dutzende Dämonen hinter ihm her. Fawn ließ ihn gewähren und gab nur hin und wieder Anweisungen wenn Faeli es zu wild mit ihr trieb. Das Gefühl des Windes auf ihrem Gesicht erfüllte sie mit Leidenschaft. Viel zu selten nahm sie sich die Zeit mit ihrem gewaltigen Begleiter zu fliegen, ein Umstand, den sie schon oftmals zu ändern gedacht hatte, bis ihr das Schicksal wieder einen Strich durch die Rechnung machte. Ihre Gedanken begannen sich mit Brian, zu befassen. So ganz unschuldig war er nicht an ihrer Situation, auch wenn alles was sie tat, aus freien Stücken geschah. Fawn atmete tief durch. Soviel wurde von ihr erwartet. Dinge, die sie einfach nicht tun konnte und es tief in ihrem Herzen auch nicht wollte. Einen Moment stellte sie sich vor ein Leben wie Awaiei zu führen oder ihre sa’nu. Entschieden schüttelte sie den Kopf. Niemals würde sie sich dazu zwingen lassen. Weder von ihrem geliebten sempul noch irgendeinen anderen ihres Stammes.
“Ich bin so ein skxawng”, kicherte sie und strich Faeli sanft über die empfindlichen Ohren, was der Ikran mit einem Aufschrei beantwortete.
Ihr Flug führte sie rasch vom vertrauten Gelände des Heimatbaumes weg. Unbewusst nahm sie Kurs auf die gewaltige Basis der Tawtute. Eine Weile erfreute sie sich einzig an dem Anblick des vorbeirasenden Dschungels und seinen mannigfaltigen Farben. Derart berauscht bemerkte sie die Objekte vor sich in der Luft, erst als es schon fast zu spät war.

Fawn zählte mehr glitzernde Punkte vor sich in der Luft, als sie Finger an ihren Händen hatte. Einer ersten Regung nachgebend griff eine Hand nach ihrem Jagdbogen, aber angesichts der Übermacht verwarf sie diesen Gedanken gleich wieder.
“Es sind einfach zu viele”, seufzte sie enttäuscht.
Ihre Reißzähne schoben sich etwas vor und ließen ein Fauchen über ihre Lippen kommen, das sofort vom Luftsog um sie herum davongetragen wurde. Über ihre neurale Verbindung gab sie Faeli Anweisungen und umflog in sicherem Abstand die im Sonnenlicht glänzenden Maschinen. Fawn ließ sich weiter zurückfallen in der Hoffnung keine Aufmerksamkeit zu erregen. Jeder der metallischen Vögel war für sich schon ein ernstzunehmender Gegner und sollte die Gruppe sich entschließen sie zu jagen, wären ihre Stunden gezählt. So blieb Fawn nichts übrig als weiter zu beobachten.

******

Alvares sah konzentriert auf die Bordkontrollen.
“Sehen sie Sir! Ein Objekt auf 2 Uhr, schnell näher kommend. Abstand 400 Meter.”
“Können sie erkennen, um was es sich handelt?”
“Negativ Sir.”
“Gut beobachten sie weiter und erstatten sie mir Bericht.” Graham konnte eine gewisse Nervosität nicht leugnen. Wie jedem an Bord war ihm ihre äußerst brisante Fracht bekannt und er über die Folgen, die ein Unfall oder eine unsachgemäße Handhabung haben konnte, während der Einsatzbesprechung informiert worden. Bald würden sie ihr Zielgebiet erreichen und das Auftauchen einer Bedrohung um, was auch immer es sich handeln mochte, empfand der Staffelführer als ein Ärgernis, das es zu beseitigen galt.
“Noch 30 Sekunden Sir”, quäkte die Stimme des Funkers über seinen Helmsender.
kxetse sì mikyun kop plltxe


Offline Eichhörnchen

  • Omatikaya
  • ****
  • *
  • Posts: 434
  • Karma: 269
  • Oel ngati kame
Re: Blut, Schweiß und Tränen - Teil 3 "Die Seuche"
« Reply #1 on: March 04, 2014, 03:53:05 pm »
Graham blickte auf den Urwald unter sich, der sich wie ein grüner Teppich bis zum Horizont erstreckte. Durchbrochen wurde er von vereinzelt auftauchenden Flussläufen, die sich silbernen Äderchen gleich durch den Dschungel zogen.
“Was macht das Objekt?”
“Bleibt seitlich hinter uns zurück Sir. Den Ortungsdaten nach vermutlich ein Ikran. Weitere Anweisungen Sir?”
Der Staffelführer überlegte, ob er den Befehl zum Angriff geben sollte, verwarf den Gedanken aber sofort wieder. Ein einzelner Jäger stellte keine Bedrohung für die Streitmacht dar.
“Behalten sie ihn im Auge, aber unternehmen sie nichts.”
Im gleichen Moment verkündete ein Summton das Erreichen des Zielgebiets. Ohne Zögern gab Graham das Zeichen zum Abschuss an die anderen Sampsons.

******

Fawn folgte weiterhin den seltsamen Maschinen der Himmelsmenschen. In der Ferne wurde der gewaltige Kelutral sichtbar, dessen höchste Ausläufer sich weit über das Dach des Dschungels erhoben. Obwohl Fawn nicht wie die verhassten Tawtute schwitzte, begann ihr trotzdem immer heißer zu werden. Wenn die Maschinen den Heimatbaum angriffen, würde sie zu spät kommen, um die anderen noch zu warnen. Innerlich ärgerte sie sich, nicht beim Erscheinen der Hubschrauber zurückgeflogen zu sein. Faeli spürte ihre Unentschlossenheit und ließ einen fordernden Schrei erklingen.
“Ruhig mein bester. Ich merke, dass du dich auf sie stürzen möchtest, aber wir greifen sie nicht an … nicht jetzt.”
Sie hielt den Abstand zu den Maschinen ein, um den Piloten zu zeigen das sie keine Gefahr darstellte. In dem Moment begannen die Scorpions vor ihr auseinander zuziehen, bis sie eine schnurgrade Kette bildeten. Aus merkwürdig anmutenden Behältern die beidseitig an den Hubschraubern angebracht waren, rasten in schneller abfolge großkalibrige Geschosse hervor. Jedes eine Leuchtspur in das strahlende blau des Himmels zeichnend, ließen sie die Staffel hinter sich zurück. Dabei strebten sie auf ihrer Flugbahn auseinander, bis sie eine gewaltige Fläche bedeckten. Verwundert sah Fawn ihnen nach und überlegte fieberhaft auf was die Himmelsmenschen schossen. Ohne es zu bemerken war sie den Maschinen dabei näher gekommen. Im gleichen Moment begannen die Detonationen in der Ferne und erschufen unzählige kleine Sonnen, die das feine Gehör der Jägerin traktierten und sie blendeten. Fawn reagierte instinktiv und ließ Faeli aufsteigen, um aus dem Bereich der Abgase zu kommen, welche die Auswurfvorrichtungen erzeugten. Gierig griffen die heißen Flammen nach dem Tier, wirbelten unter ihm ziellos herum, bis sie schließlich verschwanden. Jeden Moment erwartete Fawn, das einer der Kampfhubschrauber ausscheren würde um sie zu jagen, doch zu ihrer Verwunderung geschah nichts dergleichen. Die Maschinen blieben unbeirrt auf ihrem Kurs. Obwohl alles in ihr drängte, zurück zum Heimatbaum zu fliegen, triumphierte schließlich ihre unbändige Neugierde. Mühevoll stemmte sie sich gegen die Faust des Windes, die versuchte sie durchzuschütteln, als der Ikran unter Zuhilfenahme seiner gewaltigen Flügel immer höher zog. Fawn entsann sich das die metallischen Vögel, schnelle wendige Jäger waren, dennoch schlecht aufsteigen konnten. Weit über ihnen, sodass sie zu winzigen Punkten zusammenschmolzen, wähnte sie sich vor ihnen und dem wallenden Teppich aus einer ihr unbekannten Substanz sicher. Mitten in ihren Überlegungen, wie sie sich weiter verhalten sollte, änderten die Maschinen ihren Kurs. Sie nahm an, das sie zu ihrer Basis heimkehrten, während der Nebel hinter ihnen zurückblieb und langsam dem Boden zustrebte. Gedanklich erteilte sie ihrem Begleiter ununterbrochen Befehle und umflog vorsichtig das glitzernde Feld. Fawn war sich nicht sicher, was es war, doch fühlte sie instinktiv eine nicht greifbare Bedrohung von ihm ausgehen. Am Horizont verschwanden nacheinander die winzigen Flecken der Hubschrauber, bis nichts mehr von ihnen zu sehen war. Die kleine Jägerin wartete nicht länger. Vergessen waren ihre Gefühle die sie während des Fluges empfunden hatte. In atemberaubender Geschwindigkeit, trieb sie ihren Ikran zurück zum Heimatbaum.

******

Graham sah befriedigt auf das dichte Blätterdach unter ihnen. Die ganze Aktion war reibungslos abgelaufen und keine der Maschinen zu Schaden gekommen. Der junge Pilot gab sich keinerlei Mühe seine Erleichterung zu verbergen. Schließlich war es sein erstes Kommando als frisch gebackener Staffelführer. Rileys Begeisterung war sogar so weit gegangen, dass er Graham wieder seine alte Besatzung zugeteilt hatte. Ein eingespieltes Team auf das er sich in jeder Situation verlassen konnte. Sein Blick streifte seinen Funker Alvarez, der ebenfalls mit von der Partie war.
“Melden sie an die Zentrale das wir den Befehl ausgeführt haben und zur Basis zurückkehren. Kommandant Riley wird zufrieden mit uns sein.”
“Sofort Sir!”
Alvarez tätigte einige Einstellungen und jagte seinen Funkspruch hinaus. Deutlich war allen Mitgliedern der Besatzung anzusehen, das sie froh waren, der gefährlichen Fracht, die hinter ihnen unaufhaltsam dem Urwaldboden entgegen sank, schadlos entkommen zu sein. Begleitet von eintönigem Dröhnen ihrer Rotoren, nahm die Staffel Kurs auf die ferne Basis.

******

Seit Tagesanbruch hatten sie der Herde nachgestellt. Lautlos wie Schatten zwischen den Bäumen, in der Perfektion ihrer Bewegungen nur noch vom gefährlichsten Jäger des Urwalds dem Thanator übertroffen. In der Ferne war das Geräusch der metallischen Vögel über ihnen erklungen. Doch war das Blätterdach an dieser Stelle zu dicht um etwas erkennen zu können. Nach einiger Zeit entfernte sich das Donnern der Rotoren. So waren sie unbeirrt weiter gezogen, in dem Wissen das ihnen von den Hubschraubern keine direkte Gefahr drohte. Bisher war die Jagd erfolgreich verlaufen. Schon einige Nachzügler hatten sie gestellt, was die zahlreiche Fleischstücke auf ihren kräftigen Schultern anschaulich bewiesen. Ikelu wollte noch einen letzten Versuch unternehmen, das Gro der Herde aufzuspüren, bevor sie zurückkehrten. Nicht nur das Fleisch, auch die Haut der Tiere sowie einige der Knochen, waren eine willkommene Beute, welche die Frauen im Lager schon sehnsüchtig erwarteten. Vor ihnen breitete sich eine Lichtung aus und Ikelu trat als Erster zwischen den Bäumen hervor. Keine der fremdartigen Maschinen ließ sich am Himmel blicken und so folgten ihm die anderen Jäger voller Tatendrang. Halbkreisförmig schwärmten sie aus um etweiliges Wild, das sich zwischen den Sträuchern verstecken mochte zu stellen.
Dabei entdeckte einer der Krieger einen seltsamen Gegenstand, der sein Interesse erregte. Neugierig näherte sich Tayke dem Behälter, wobei er ihn mehrmals umrundete um ihn von allen Seiten betrachten zu können. Zu seiner Ernüchterung ließ sich nichts aufregendes an ihm erkennen. Ein Schrei erklang. Seine Gefährten hatten ein Tier aufgespürt und mit einem Speerwurf erlegt. Tayke überlegte, ob er zu ihnen gehen und helfen sollte, doch das seltsame Objekt faszinierte ihn dermaßen, das er den Gedanken gleich wieder beiseiteschob. Er riss Moos aus und warf es auf die Kapsel. Kleine Holzstückchen folgten, doch nichts geschah. Tayke blickte sich um. Ikelu und die anderen Jäger waren mit der Zerlegung der Beute beschäftigt und schenkten ihm keine Aufmerksamkeit. Zaghaft streckte er einen Finger danach aus und berührte des Metall. Gleich drauf zog er ihn wieder weg. Das Material fühlte sich warm an und Tayke beäugte misstrauisch seine Finger ob er irgendeine Veränderung bemerken konnte. Ernüchterung machte sich in ihm breit. Der Gegenstand der Himmelsmenschen wollte sein Geheimnis nicht lüften. Mutiger geworden entschied sich Tayke die ganze Sache anders anzugehen. Forsch schlossen sich seine Hände um das Objekt um es anzuheben. In diesem Moment blickte Ikelu zu ihm hinüber.
“Kehe. Fass das nicht an!”
Eine Vorahnung erfüllte ihn, als er an seine letzten Ritt zur Basis der Tawtute dachte.
Er wollte den unüberlegt handelnden Jäger fortstoßen, doch im gleichen Augenblick erkannte Ikelu das er es nicht rechtzeitig schaffen würde ihn zu erreichen und warf sich gedankenschnell hinter einem Stamm in Deckung. Ein Blitz dicht gefolgt vom Donnern der Explosion hallte zu den verängstigten Kriegern herüber. Unter ihren Füßen erzitterte der Boden, dann kehrte gespenstische Stille ein. Aus dem sich langsam lichtenden Nebel torkelte zur Überraschung seiner Begleiter der Jäger hinaus. Ikelu sprang aus seiner Deckung und war einen ersten Impuls nachgebend, versucht auf ihn zu zuhechten. Doch irgendeine innere Stimme warnte ihn und hielt den Krieger zurück. Seine Brüder und Schwestern packte nun ebenfalls das Verlangen, ihrem Begleiter zu helfen.
Ikelu reagierte ohne Zögern und rief wütend.
“Ftang!”
Alle Augen richteten sich verständnislos auf ihn, während Tayke immer näher auf sie zuwankte.
Aufgeregt sah Ikelu sich um. Ein armdicker Ast, groß genug für seine Zwecke, wanderte in die Hände des Kriegers. Wie eine Waffe hielt er ihn vor sich und versuchte damit den direkt auf ihn zulaufenden Jäger aufzuhalten.
“Bleib stehen, Tayke!”
Seine Begleiter sahen unsicher geworden auf ihren Anführer und verharrten wo sie gerade standen. Immer noch regnete feiner Staub in der Umgebung herab und überzog das Blattwerk. Verwundert streckte Ikelu seine freie Hand in die in der Sonne funkelnden Partikel. Er zerrieb mit den Fingern, die darauf haftende Substanz und hielt seine Hand an die Nase. Ein unangenehmes Kitzeln veranlasste ihn zum Niesen. Mehr geschah nicht. Erneut richtete sich seine Aufmerksamkeit auf den benommen vor ihm stehenden Gefährten.
“Bitte hilf mir, ma Ikelu. Ich bin verletzt.”
Der Krieger überlegte fieberhaft. Tayke sprach die Wahrheit, wie seine zahlreichen Schnittverletzungen bewiesen. Es wäre nicht klug ihm im Beisein der anderen Jäger seine Hilfe zu verweigern und es gab auch keinen Grund dazu. Ikelu wusste nicht, was ihn so zurückhielt. Ein weiteres Mal betrachtete er den eigenartigen Staub, dann fällte er seinen Entschluss.
“Gut komm zu mir! Ich werde nach deinen Wunden sehen!”
Er ließ den Stock sinken, hielt ihn aber weiterhin griffbereit. Nun fassten auch die anderen Jäger wieder Mut und traten an sie heran um Ikelu zu helfen. Der Ureinwohner hatte zahlreiche Hautabschürfungen, aber keine Wunde, die ihn ernsthaft in Gefahr gebracht hätte. Ikelu sich dessen bewusst, was von ihm erwartet wurde, begann damit geschickt die Verletzungen des Jägers zu versorgen. Im Hintergrund begannen die Anderen Krieger über den Gegenstand der Himmelsmenschen zu feixen, der in ihren Augen zwar viel Lärm machte, aber keine kämpferische Wirkung erzielte, außer den Gegner zu erschrecken.
“Kannst du gehen?”
Tayke erhob sich stöhnend und versuchte mit wackligen Gang ein paar vorsichtige Schritte unter den aufmerksamen Blicken seines Anführers. Schließlich wand er sich um und nickte.
“Gut dann können wir aufbrechen.”
Ikelu drängte darauf, diesem seltsamen Ort so schnell wie möglich den Rücken zu kehren.

******

Sie eilte über den Versammlungsplatz in der Hoffnung Iley anzutreffen. Doch von dem Krieger fehlte jede Spur. Fawn suchte weiter bis hinunter zum Fluss, aber auch hier hatte ihn keiner ihrer Brüder und Schwestern gesehen. Das gleiche bei den jungen Na’vi die sich etwas abseits der Anderen im Bogenschießen übten. Normalerweise beaufsichtige Iley ihre Versuche und gab ihnen hilfreiche Hinweise. Von einer der älteren Frauen bekam sie schließlich die Information, dass der Krieger eine Gruppe anführte, die im Urwald Früchte sammelte. Fawn überlegte fieberhaft, ob sie sich der Schamanin oder einem der Stammeskrieger anvertrauen und von ihrer Beobachtung berichten sollte, doch konnte sich das junge Mädchen zu keiner eindeutigen Entscheidung durchringen. Erschöpft und ruhelos zugleich setzte sie sich auf einen einsamen Felsen und beobachtete nachdenklich die Szenerie vor ihr. Den Kriegern mochte sie sich nicht anvertrauen. Sie würden sie nur auslachen und wie so oft nicht ernst nehmen. Das sie Brian statt einen von ihnen zu ihrem Gefährten gewählt hatte, war ihr nie verziehen wurden und verschlimmerte die ganze Lage nur. Immer wieder sah sich das Na’vi Mädchen als heimliches Ziel ihrer Angriffe. Anders die Schamanin. Mit ihr verband sie ein freundschaftliches Verhältnis, das im Laufe der Zeit ständig gewachsen war. Nervös zog sie ihren Dolch hervor und balancierte ihn auf den Fingern, während tausende Emotionen durch ihren Körper flossen.
“Du must ruhiger werden, sonst kannst du keinen klaren Gedanken fassen“, sagte sie völlig versunken. Ohne zu kippen, ruhte die handgefertigte Waffe auf ihrem ausgestreckten Finger, wobei ein Lächeln ihre Mundwinkel umspielte.
“So ist es gut. Ich darf mich nicht verrückt machen.”
Fawn sah wieder über den Lagerplatz. Die Schamanin zu informieren erschien dem Mädchen plötzlich nicht mehr so verlockend, wie noch Augenblicke zuvor. Erst vor kurzem war der Stammesanführer von seiner schweren Erkrankung geheilt wurden und immer noch sehr schwach. Fast täglich suchte Anìhe ihn auf, um nach ihm zu sehen. Sie in dieser Situation mit ihren eigenen Sorgen zu behelligen, erschien Fawn zu vermessen. “Tsahey”, rief sie enttäuscht und sprang auf. Es half alles nichts. Sie musste ihren Bruder finden, auch wenn sie keine Lust verspürte durch den Urwald zu streifen. Die ganze Angelegenheit ließ Fawn einfach keine Ruhe. Wie allen Na’vi Frauen, waren ihr die Sammelplätze bestens bekannt, sonst wäre es eine langwierige und wenig Erfolg versprechende Angelegenheit geworden. Schon bald nachdem sie das Lager hinter sich gelassen hatte, traf sie geleitet vom immer lauter werdenden Stimmengewirr auf ihre fleißig arbeitenden Brüder und Schwestern. Iley stand sichtlich gelangweilt an den dicken Stamm eines Tigerzahnbaumes gelehnt und hielt Wache. Trotz seiner Teilnahmslosigkeit, war sich Fawn sicher, das seinen Augen nichts entgehen würde, eine Vermutung die sich sofort bestätigte.
“Ma smuke, was machst du hier? Bist du gekommen, um uns zu helfen?”
Fawn beschloss, ihm alles zu erzählen und nicht lange nach Erklärungen zu suchen. Sobald sie geendet hatte, drückte ihr der Krieger einen der herumliegenden Körbe in die Hand.
“Hier haben wir keine Himmelsmenschen gesehen und auch im Lager war bei unserem Aufbruch alles ruhig. Was hattest du auch so weit vom Kelutral zu suchen und wer gab dir die Erlaubnis dazu?“
Fawn fauchte auf.
“Bist du immer noch wütend auf mich, weil ich euch ins Wasser fallen ließ? Du warst unachtsam und ich habe es ausgenutzt!“
Ileys Antwort fiel anders aus, als sie es erwartet hatte.
“Wenn ich mich richtig entsinne, ist es der Wunsch unseres Vaters, das du dich mehr in unsere Gemeinschaft einbringst. Du kannst gleich damit anfangen!”
Er deutete auf den Korb, den sie immer noch völlig verblüfft in ihren Händen hielt und der Klang seiner Stimme deutete unmissverständlich an, dass es sich um keine Bitte handelte.
Nur widerwillig schluckte die kleine Jägerin eine Erwiderung herunter und begann damit, den anderen Frauen zu helfen. Insgeheim hoffte sie, dass er nach der Arbeit zugänglicher war und so nahm sie sich fest vor, später einen weiteren Anlauf zu starten.

******

Fawn hielt eine Schale mit Früchten in den Händen und betrat die vertraute Umgebung der Schleuse. Ihr Bruder hatte ihrem Bericht erneut gelauscht, aber nichts darauf erwidert oder eine Reaktion gezeigt. Seit sie zusammen aufgewachsen waren, verhielt sich Iley so und manchmal fragte sie sich, ob sich nicht eine der anderen Mütter damals bei seiner Geburt einen Spaß erlaubt und ihr Kind heimlich ausgetaucht hatte. Sie konnte sich die Verschiedenartigkeit ihrer Charaktere nicht anders erklären und gelegentlich hasste sie ihn für seine Teilnahmslosigkeit.
Im Innern sah Brian neugierig auf, als das schmatzende Geräusch der Tür erklang.
“Was hast du uns denn mitgebracht Fawn?”
Beherzt versuchte er, nach dem Obst greifen, als er einen schmerzhaften Schlag auf sein Handgelenk bekam.
“Aua! Für was war das denn jetzt wieder?”
“Wir essen später ma Brian!” Immer noch gärte es in ihr und sie versuchte ihre Verärgerung herunterzuschlucken, schließlich konnte der Söldner nichts für die Sturheit ihres Bruders.
“Habe ich gesagt, das ich Hunger habe?”
Sie stellte die Schale ab und sah ihn irritiert an.
“Aber du wolltest doch gerade …”
Fawn hielt inne, als sie seinen schelmischen Gesichtsausdruck bemerkte und ein Funkeln trat in ihre Augen.
“Tawtute. Was soll ich nur mit dir machen?”
“Nun ich wüsste da schon etwas Fawn.”
“Warte ma Brian, ich werde das erst abstellen. Dann darfst du mir zeigen, was du möchtest.”
Fawn bückte sich um die Schale abzusetzen, da traf sie ein unerwarteter Klatsch auf ihr Hinterteil.
“Ich fürchte, so lange kann ich nicht warten, Fawn.”
Sie seufzte und richtete sich langsam auf, ganz so als sei nichts geschehen. Nur in ihren großen Augen loderte ein erwartungsvolles Feuer. Gerade wollte Brian sie an sich ziehen, da hielt sie ihn zurück.
“Halt, ma Brian. Ich will sehen, ob ich erraten kann, nach was es dir verlangt.”
Spielerisch ließ sie einen Finger über seine Nase streifen.
“Du möchtest also nichts essen?”
Brian schüttelte grinsend den Kopf.
Die kleine Jägerin richtete ihre Blicke auf eines der Fenster, wo die Sonne alles mit ihrem hellen Schein überzog.
 “Es ist noch viel zu früh, um schlafen zu gehen.”
“Du bist schon verdammt nahe dran”, sagte Brian, wobei er sich nur mühsam das Lachen verkniff.
Sie hauchte ihm einen Kuss auf die Lippen, doch bevor Brian mit ihren Zungenspielchen beginnen konnte, zog sich Fawn flink von ihm zurück.
“Ach Fawn, jetzt komm schon. Ich mag nicht spielen.”
Erwartungsvoll leckte sie sich über ihre Lippen.
“Nicht? Zu schade, ich spiele gern mit dir.” Fawn warf ihm einen frechen Blick zu und begann sich ihrer Kleidung zu entledigen, bis sie nackt vor ihm stand.
“Möchtest du … mich?”
Statt einer Antwort zog Brian sie eng an sich.
Fawn wollte noch ihr geliebtes Tawtute ausstoßen, da schob sich schon seine Zunge in ihren Mund. Ohne zögern gab sie sich ganz den Zärtlichkeiten hin. Hier weit genug von den Anderen entfernt, konnten sich beide in der Abgeschiedenheit des Urwalds allen erdenklichen Spielchen widmen, die ihnen in den Sinn kamen. Sie wälzten sich über den Boden, wobei Brian seine Arme fest um das Mädchen schlang. Für eine Weile sah es so aus, als seien beide Körper miteinander verschmolzen, bis sich Fawn keuchend von ihm löste.
“Genug ma Brian. Ich kann nicht mehr.”
“Sicher?” Seine Hand berührte ihre intimsten Stellen, was sie zu einem erneuten Aufschrei veranlasste. Brian packte sie fordernd und gleich darauf spürte sie den Söldner erneut in sich. Hemmungslos streckte sich Fawn ihm entgegen, biss vor wildem Verlangen auf ihre Lippen, nur um im nächsten Moment doch wieder laut aufzuschreien. Irgendwann, Fawn hatte mittlerweile jegliches Zeitgefühl verloren, lag sie heftig atmend neben Brian, dem es nicht besser zu gehen schien.
“Vielleicht hat mein Sempul doch recht.”
“Womit denn?”, sagte der Söldner dessen Neugierde nun geweckt, wurden war.
“Na, das ich nur an mein Vergnügen denke.”
Sie kicherte, als seine Hand erneut zwischen ihre Schenkel glitt.
“Nicht ma Brian! Ich muss mich waschen und den Frauen helfen, das Fleisch zuzubereiten. Außerdem gibt es da etwas, was ich dir sagen muss.”
“Ich denke ich weiß, was das ist. Du fandest unser Zusammensein eben fantastisch.”
“Brian! Bitte! Kannst du nicht mal einen Augenblick ernst sein?”
“Das ist gar nicht so leicht in deiner Gegenwart, Fawn. Du bringst mich ständig auf dumme Gedanken.”
Fawn wirkte sprachlos, während ihre ausdrucksvollen Augen ihn auf den Fleck bannten.
“Tawtute …”
Brian bemerkte die Veränderung, welche mit ihr vorging und versuchte einzulenken.
“Also schön, was gibt es denn so Wichtiges?”
“Wirst du mir jetzt endlich zuhören?”
Er nickte schnell.
“Ich habe metallische Vögel gesehen.”
“Bestimmt ein Routineflug. Das sollte uns nicht beunruhigen.” “Du wolltest mir zuhören, ma Brian!”
“Entschuldige bitte.”
“Es waren sehr viele in der Nähe des Lagers. Eine Weile bin ich ihnen gefolgt, bis sie etwas abwarfen. Bald darauf hat sich eine große Wolke gebildet, die dem Boden entgegenschwebte.”
“Wem hast du davon erzählt?”
“Nur meinem Bruder, aber er mich nicht ernst genommen.” Brian sah sie angestrengt an, konnte sich aber keinen Reim darauf machen, was das eben Gehörte zu bedeuten hatte.
“Wer weiß schon, was die Militärs wieder veranstalten. Sie haben dich nicht angegriffen?”
Fawn schüttelte den Kopf, dass ihre langen Strähnen hin und her flogen.
kxetse sì mikyun kop plltxe


Offline Eichhörnchen

  • Omatikaya
  • ****
  • *
  • Posts: 434
  • Karma: 269
  • Oel ngati kame
Re: Blut, Schweiß und Tränen - Teil 3 "Die Seuche"
« Reply #2 on: March 04, 2014, 03:56:28 pm »
Brian wurde vom Anblick ihres atemberaubenden Körpers wieder gefangen und es kostete ihn eine fast unmenschlich anmutende Überwindung, sie nun gehen zu lassen.
“Warten wir ab was noch passiert. Sobald du etwas Neues erfährst, sagst du mir sofort Bescheid, verstanden?”
“Sicher, ma Brian. Aber nun muss ich wirklich los, wenn ich den anderen noch helfen möchte.”
“Was hat Ayur gesagt, das du ihn nicht begleitet hast?”
Fawn seufzte auf und tastete nach ihren Sachen.
“Er war sehr wütend darüber, ma Brian. Ich fürchte, es wird lange dauern, bis ich seine Gunst zurückerlangt habe. Besser ich beginne gleich damit.”
“Indem du für die anderen das Essen zubereitest? Ayur ist ein Krieger und wird sich davon kaum beeindrucken lassen.”
“Das nicht ma Brian. Aber er wird sehen, dass ich bereit bin, meinen Teil zum Dorfleben beizusteuern.”
“Wenn du meinst”, sagte Brian wenig überzeugt.
“Du denkst immer noch wie ein Himmelsmensch. Vertrau mir ganz einfach. Ich weiß genau, was ich tue.”
Das junge Na’vi Mädchen packte ihre Kleidung und verschwand in der Schleuse. Durch eines der Fenster beobachtete Brian, wie sie leichtfüßig in Richtung des Flusses bewegte.

Am Ufer traf Fawn auf Siny in Begleitung einiger anderer Mädchen, von denen ihr nur Laye näher bekannt war. Tatkräftig waren alle dabei Wasser zu schöpfen, um es in großen Behältnissen, zum Lager zutragen.
“Sind die Jäger inzwischen zurückgekehrt?”
Fawn betrachtete sie neugierig, während sie ihre Kleidung neben sich legte.
“Schon längst Schwester. Hast du es denn nicht bemerkt oder hat dein Himmelsmensch all deine Aufmerksamkeit gefordert?” Erst jetzt kam Fawn zu Bewusstsein, das sie immer noch völlig nackt herumlief.
“Ach das meinst du“, kicherte sie unbekümmert auf.
Siny stellte sich in einer Pose zur Schau, die deutlich zeigte, was in ihrem Kopf vorging, wie das Gegacker der anderen Mädchen zeigte.
“Lass das Siny! Brian verwöhnt mich und ist völlig anders als die Tawtute, die ihr gefangen nahmt.”
“Sicher ist er das, ansonsten würdest du wohl kaum deinen Schlafplatz mit ihm teilen.”
Die Mädchen lachten erneut auf, bis Siny sie wegschickte.
“Wir haben genug Wasser! Geht jetzt und seht nach, ob ihr an der Feuerstelle helfen könnt!”
Gehorsam trippelten die deutlich jüngeren Mädchen mit ihrer schweren Last davon. Nur ihr Gekicher war noch eine Weile lang vernehmbar.
“Ist es wahr das du nun in diesem merkwürdigen Ding schläfst?”
“Ein Haus Siny. Die Himmelsmenschen nennen so ihre Lager und Schlafplätze.”
Siny kam näher und ließ sich auf der Uferböschung nieder, während die kleine Jägerin ins Wasser sprang.
“Wie ist es so in einem … Haauus … zu leben?”
“Es heißt Haus Siny”, verbesserte Fawn grinsend und tauchte für einen Moment unter, bevor der Auftrieb des Wassers sie wieder an die Oberfläche beförderte.
“Also sag es mir. Ich bin neugierig, bitte Fawn.”
Fawn schaufelte mit ihren Händen Wasser nach der jungen Na’vi, was diese aufschreiend zurückweichen ließ.
“Hör sofort auf damit oder möchtest du das mein Kind zu schreien beginnt?”
Das Baby hinter Sinys Rücken strampelte wild und gab dabei gackernde Laute von sich.
“Auf mich wirkt es nicht sonderlich verängstigt.”
Entspannt stieg Fawn aus den Fluten und begann ihre Haare auszuschütteln.
Ein Geschosshagel aus Wassertropfen prasselte auf Siny ein. In stoischer Ruhe blieb sie stehen und wartete, bis Fawn ihren Lendenschurz angelegt hatte.
“Also was ist nun? Bekomme ich eine Antwort von dir?”
“Es ist unbeschreiblich Siny. Alles ist anders als am Heimatbaum und Brian hat, so viele lustige Dinge. Wobei ich glaube, dass die meisten nur Unsinn sind, aber das darfst du ihm nie sagen.”
Sie kicherte und Siny stimmte in ihr erheiterndes Lachen mit ein.
“Möchtest du es sehen?”
Fawn war der Gedanke plötzlich gekommen, währenddessen sie versuchte ihre nasse Haarpracht zu bändigen.
Das Mädchen zeigte sich überrascht, schüttelte aber zu ihrer Endtäuschung den Kopf.
“Nein ich denke, dein Himmelsmensch wäre darüber nicht erfreut. Außerdem muss ich den Frauen an der Feuerstelle helfen.”
Die Bemerkung erinnerte Fawn schmerzlich an etwas das sie sich schon lange vorgenommen hatte.
“Ich komme mit dir, ma Siny. Das heißt, wenn du meine Hilfe benötigst.”
Die junge Frau lächelte sie an.
“Sicher gäbe es etwas für dich zu tun. Du könntest eine Weile auf das Baby achten, während ich die Scheite nachlege. Meine sa’nu fühlt sich nicht wohl, sonst hätte ich ihr das Kind gegeben.”
“Ist sie krank? Soll ich unsere Schamanin holen?”
Fawn wirkte ernsthaft besorgt. Zu oft hatte sie erlebt, wie einer ihrer Brüder und Schwestern aus einer nichtig erscheinenden Sache, plötzlich schwer erkrankt war.
“Nein das wird nicht nötig sein. Ihr ist nur etwas Fleisch, das einer der Jäger ihr gegeben hat nicht bekommen. Morgen geht es ihr garantiert schon wieder viel besser. Du wirst sehen.”
Siny machte ein zuversichtliches Gesicht und so gab es für Fawn keinen Grund an ihren Worten zu zweifeln. Nur ein unbestimmtes Gefühl in ihrer Magengegend wollte einfach nicht weichen. An der Feuerstelle angekommen, nahm Fawn das Kind entgegen und legte es neben sich ins Gras. Siny war schon dabei Feuerholz aufzustapeln, damit die älteren Frauen des Stammes mit dem Zubereiten der Speisen beginnen konnten. Einige der Mädchen gingen ihr dabei zur Hand. Auch andere Frauen nutzten die Gelegenheit eine Aufpasserin vorzufinden und so sah sich Fawn nach kurzer Zeit im Besitz mehrer Na’vi Kinder, auf die zu achten man ihr auferlegt hatte. Derart in das Geschehen eingebunden, verdrängte die kleine Jägerin vorerst ihre angestauten Befürchtungen.

******

Clarks Ausstieg aus dem Kampfhubschrauber glich mehr dem Kriechen einer zu fetten Kröte und ließ jegliche militärische Ausbildung vermissen.
“Geht es ihnen nicht gut Adjutant? Sollen wir sie zur Krankenstation geleiten?”
Aus dem Hintergrund eilte ein Mitarbeiter des Hangarpersonals heran, um ihm zu helfen, doch Clark wehrte ab.
“Nein es ist alles in Ordnung. Mir fehlt nichts.”
Ein Würgen erklang und nur mit eiserner Selbstbeherrschung, schaffte es Clark sich nicht zu übergeben.
“Sagen sie dem verdammten Piloten, dass er zum Bodenpersonal versetzt wird, wenn er es nicht fertigbringt, beim nächsten Mal die Maschine ruhig in der Luft zu halten.”
Ein erneuter Brechreiz unterbrach Clarks zurechtgelegte Verwünschungen.
“Haben sie sich nichts vor dem Flug verschreiben lasen? Wir besitzen doch Medikamente dagegen.”
Ja haben wir du Schlaukopf, wenn mir der Kommandant nur die Zeit dafür gelassen hätte, fluchte Clark innerlich in sich hinein und widerstand mit Mühe der Versuchung dem feisten Sergeanten einfach die Faust ins Gesicht zu schlagen. Wütend stapfte Clark dem nahen Befehlsstand entgegen, um Riley Bericht zu erstatten.

“Fühlen sie sich nicht wohl Clark? Möchten sie sich vielleicht krankschreiben lassen?” Riley war die Fürsorge in Person, als sein kreidebleicher Adjutant das Büro am Rande des Rollfelds betrat. Clark ließ einen flüchtigen Gruß erkennen und stützte sich auf die Tischplatte.
“Wir konnten den Einsatz ohne Verluste abschließen. Keine nennenswerte Gegenwehr seitens der Ureinwohner. Nur ein einzelner Späher beobachtete uns dabei, griff aber nicht ein.” “Ein Späher sagen Sie? Warum wurde er nicht abgeschossen?” Clark sog hörbar die Luft ein.
“Sir wir dachten, dass er keine Gefahr für unsere Mission darstellte.”
Rileys Faust krachte auf die Tischplatte.
“Jetzt fangen Sie auch noch an, zu denken! Das wird ja immer besser. Sie treiben mich in den Wahnsinn Clark.”
“Kommandant, es war doch nur ein Jäger.”
“Nur einer? Wenn ich mich recht entsinne, war es auch nur einer der die Maschinen in der Schlucht neulich erledigte. Besser gesagt eine Jägerin, wie mir Graham berichtete.”
Riley betrachtete seine Fingerspitzen, während es dem Adjutanten immer ungemütlicher zumute wurde. Endlich nach endlos erscheinenden Augenblicken, brach der Kommandant sein Schweigen.
“Ist ihnen eigentlich klar, was hätte passieren können, wenn einer der Hubschrauber abgeschossen und in Brand geraten wäre?”
Clark hatte eine Vorahnung, schließlich war die Missionsbesprechung sehr umfangreich, jedoch ebenso geheimnisvoll gewesen. Nach wie vor fehlten ihm wichtige Teile, um das Bild zu vollenden.
Riley fiel geräuschvoll in seinen bequemen Sitz und warf einen eindringlichen Blick aus dem Fenster, als liege dort draußen irgendwo verborgen die Lösung seines Problems. In gewisser Weise war dem auch so und er beschloss, Clark zu informieren.
“Die Sache ist folgende. Wie sie wissen, konnten wir nicht alles aus dem abstürzenden Raumschiff mitnehmen. Wir besitzen zwar den Kampfstoff, doch kein Gegenmittel.”
Rileys Worte hallten in den Ohren des Adjutanten wieder, doch weigerte sich sein Gehirn, das gehörte zu verarbeiten. Mit Clark ging eine sichtbare Veränderung vor sich. Hatte er eben noch erwartungsvoll den Ausführungen des Kommandanten gelauscht, so beherrschte nun nackte Panik seine entgleisenden Gesichtszüge.
“Soll das heißen sie haben unsere Leute absichtlich dieser Gefahr ausgesetzt? Das war unverantwortlich! Ich werde darüber einen Dienstvermerk vornehmen!”
Riley winkte gelassen ab.
“Tun sie was sie nicht lassen können. Hätte es etwas geändert, wäre es bekannt gegeben worden?”
“Aber Sir, die Leute haben ein Recht darauf zu erfahren …”
“Ich sage ihnen jetzt mal, worauf sie ein Recht haben. Meiner Aufgabe als Kommandant obliegt es, die Sicherheit der Basis und ihres Personals zu gewährleisten.”
Mit einem Finger nachdenklich über die glatt polierte Oberfläche seines Schreibtischs fahrend, meinte Riley.
“Wie ihnen bekannt sein dürfte, sind uns die Ureinwohner zahlenmäßig überlegen. Mehrmals gelang es ihnen Waffen zu erbeuten, ein Umstand, der unsere Lage zusätzlich gefährdet. Ich sah mich deshalb zu einem Präventivschlag genötigt.”
“Wie äußern sich die Auswirkungen des Kontaktgiftes?”
Riley hielt mit dem Zeichnen imaginären Linien auf der staubfreien Oberfläche inne.
“Ich kann ihnen nur das sagen, was mir der Leiter der Forschungsabteilung mitteilte, schließlich bin ich kein Mediziner. Als Erstes tritt starker Juckreiz, gefolgt von Hautrötungen auf. Nichts Ernstes sollte man denken. Es folgen Übelkeit und heftiges Erbrechen jegliche Nahrung.”
“Könnten wir diesen Teil überspringen, Sir?”
Clark hielt sich unbewusst den Bauch und fühlte erneut, wie ihm ein unangenehmes Gefühl den Hals hinaufstieg.
“Oh selbstverständlich, wie dumm von mir. Entschuldigen Sie bitte Clark.”
Rileys Worte klangen freundlich, doch der Adjutant bemerkte die heimliche Schadenfreude in den Augenwinkeln des Kommandanten. Genüsslich rekelte sich Riley in seinem Sitz, bevor er fortfuhr.
“Nach mehreren Stunden setzen innere Blutungen ein, welche schließlich zu Organversagen führen. Wie schnell das vor sich geht, kommt auf das einzelne Individuum an. Letztendlich sterben die Betroffenen langsam.”
Clark schaffte, das Kunststück noch bleicher zu werden.
“Ein geradezu dämonisches Zeug, wenn ich es mal so ausdrücken darf, Sir. Was gibt uns die Gewissheit das es die beabsichtigte Wirkung erzielt? Immerhin handelt es sich hier um einen artfremden Organismus.”
Riley überlegte, ob er die äußerst brisanten Details verraten sollte. Schließlich entschied er sich widerwillig dafür, schon allein um einen disziplinarischen Eintrag seitens des Adjutanten zu entgehen. Der Gedanke, dass ein Vorfall seine ansonsten blütenweiße Personalakte beflecken könnte, verursachte Riley mehr Kopfschmerzen, als er sich selbst eingestehen wollte.
“Also schön ich sehe schon, ich muss wohl die Karten auf den Tisch legen. Sie sind wirklich ein ganz harter Hund.”
Ein triumphierender Ausdruck blitzte in Clarks Augen auf.
“Selbstverständlich wurde das Gift auf unserer Heimatwelt schon getestet. Ihnen ist bekannt, dass viele Regionen mittlerweile stark verseucht und unbewohnbar sind. Eine Folge der zahlreichen Versuche, die mit den unterschiedlichsten Kampfstoffen unternommen worden, um diese verdammten Rebellen zu besiegen.”
Riley sah, wie es seinem Adjutanten auf der Zunge brannte und fuhr ungerührt fort.
“Was nun diese Ureinwohner betrifft, haben wir genug Forschungsdaten aus der aufgegebenen Station erhalten. Die Testpersonen reagierten überaus positiv auf eine Verabreichung des Giftes.”
Interessiert beobachte Riley, wie sein Adjutant sich immer mehr verkrampfte.
“Dem Oberkommando sind die Fakten seit langen bekannt und jedweder Einsatz bewilligt, sollte es nötig sein. Nun wie sie sicher wissen, befinden wir uns jetzt in dieser Situation. Um die Basis und unsere Leute zu schützen, habe ich beschlossen, davon Gebrauch zu machen. Sie sind so ruhig Clark. Haben sie keine weiteren Fragen?”
Clark bekam das Gefühl, jemand ziehe ihm den Boden unter den Füßen mit einem gewaltigen Ruck davon. Diese Empfindung und seine immer noch andauernde Übelkeit ließen jede Gegenwehr im Keim ersticken.
“Nein Sir. Ihre Ausführungen waren äußerst informativ. Ich danke ihnen. Sehen sie den angesprochenen disziplinarischen Vermerk als gegenstandslos an. Mit ihrer Erlaubnis ziehe ich mich zurück. Sie haben bestimmt noch, zu tun.”
Clark salutierte stramm und torkelte nach draußen. Instinktiv fuhr seine Hand ans Gesicht, als ihm bewusst wurde, das er die Atemmaske, während des Gesprächs aufbehalten hatte.
“Ich werde hier noch verrückt. Dieser verdammte Mond.“
Das aufkommende Verlangen seinen angestauten Frust mit ein paar harten Drinks runterzuspülen war das Einzige, was ihn noch aufrecht hielt. Fluchend schritt Clark der nahen Bar entgegen.

******

Fawn kam aufgeregt herangestolpert. Nichts war von ihren ansonsten so geschmeidigen Bewegungen zu bemerken. Ihr Gang glich mehr einem Torkeln. Verunsichert über das sonderbare Verhalten, legte Brian die Waffe aus der Hand, mit deren Reinigung er sich gerade beschäftigt hatte.
“Fawn was ist mit dir?”
Sie sank vor ihm auf die Knie und stützte sich atemlos ab. Ohne das sie es zugeben wollte, hatte die Verantwortung für die vielen Kinder, ihr doch einiges abverlangt. Dazu kam das unbestimmte Gefühl einer Gefahr, die über ihnen allen hing, welche die letzten Ereignisse in ihr hervor riefen.
“Irgendetwas stimmt nicht im Lager, ma Brian. Ich kann dir nur nicht sagen, was es ist.”
Brian wischte seine ölbefleckten Finger ab und schloss das Mädchen in die Arme.
“Wie kommst du darauf?”
Ihre gelben Augen blickten voller Nervosität auf ihn herab.
“Wie soll ich dir etwas beschreiben was ich selbst nicht verstehe, ma Brian. Es ist nur so ein Gefühl.”
“Damit lässt sich wirklich viel anfangen. Was beunruhigt dich denn?”
Fawn blickte sich um, als habe sie Angst belauscht zu werden. “Sinys sa’nu ist erkrankt, nachdem sie Fleisch von den zurückgekehrten Jägern bekommen hatte.”
“Du meinst die Gruppe, die Ikelu angeführt hat? Ist nicht einer von ihnen verwundet worden?”
“Ja ma Brian. Die Schamanin kümmert sich um ihn.”
“Das weiß ich Fawn. Ich sehe da nur keinen Zusammenhang. Soweit mir bekannt es geht es den anderen einschließlich Ikelu bisher gut.”
Fawns Ohren zuckten verdächtig, wie immer wenn sie unter großer Anspannung stand.
“Das dachten wir auch, aber nun geht es dem Jäger und Sinys sa’nok immer schlechter. Sie behalten einfach nichts mehr bei sich. Die Schamanin steht vor einem Rätsel, ma Brian.”
“Was ist mit dem Mädchen? Warum ist sie nicht erkrankt?” “Siny mag nur Fisch ma Brian. Sie verabscheut Fleisch.”
“Ihr beiden passt wirklich gut zusammen.”
Brian grinste über das ganze Gesicht.
“Das ist nicht lustig”, fauchte Fawn und wollte ihm einen Klaps geben, doch der Söldner war durch das Aufblitzen in ihren Augen vorgewarnt und wich geschickt ihrer Hand aus.
“Beruhige dich bitte Fawn. Tayke wurde bei der Jagd verletzt. Bestimmt haben sich seine Wunden entzündet. Die Schamanin wird schon das Richtige für ihn tun.”
Brian versuchte seiner Stimme einen überzeugenden Klang zu geben, um das Mädchen nicht weiter in ihren Befürchtungen zu bestärken. Wundbrand war eine schlimme Angelegenheit und Brian hoffte sehr das er sich irrte. Zu leicht konnte die Entzündung auf den Körper übergreifen und oftmals rettete nur eine schnelle Amputation das Leben des Betroffenen.”
Fawn blickte auf die auseinander genommenen Waffen und schob eines der Teile mit dem Finger herum.
“Vielleicht ist es nicht die Verwundung ma Brian. Was wenn er eine ansteckende Krankheit hat?”
Brian fühlte auf einmal ein Stechen im Kopf. Er hasste schnelle Entscheidungen und ohne ausreichende Informationen konnte er sich kein genaues Bild von ihrer Lage machen.
“Wo hast du die Hubschrauber gesehen und in welcher Gegend waren die Jäger unterwegs? Ich muss es wissen. Es ist vielleicht von größter Wichtigkeit Fawn.”
“Ich weis nicht, ma Brian. Faeli war so wild und ich habe mich einfach treiben lassen. Dabei habe ich nicht auf die Umgebung geachtet. Es fehlte nicht viel, dann wäre ich mit den Maschinen zusammengestoßen.”
Fawn verzog die Mundwinkel und zeigte mit dem Fingern, wie groß die Spanne gewesen war. Eine Weile schwiegen sie sich an, dann erwiderte sie zerknirscht.
“Komm mit mir, ma Brian. Wir werden die Jäger fragen. Sie sind allesamt sehr erfahren und werden uns die Stelle beschreiben können.”
Brian nickte nur und ließ achtlos sein Werkzeug liegen.

Eine halbe Stunde später war sein anfänglicher Verdacht zur Gewissheit geworden.
“Beide Gruppen haben sich in der gleichen Gegend aufgehalten und sind sich begegnet, auch wenn es keinen direkten Kontakt gab, wie die Aussagen der Jäger bestätigen.”
“Was nun ma Brian? Willst du das Gebiet aufsuchen?”
Er schüttelte den Kopf.
“Das ist nicht nötig und wäre wohl auch zu gefährlich. Du hast gesagt, dass die Hubschrauber etwas abgeworfen haben und die Jäger fanden einen Gegenstand, der eine merkwürdige Substanz freisetzte. Vermutlich ist sie inzwischen großflächig verteilt und von Pflanzen und Tieren aufgenommen wurden. Wir würden ohne die entsprechende Ausrüstung also nichts mehr finden.”
“Kannst du irgendetwas tun, ma Brian?”
“Nun ja. Den Beschreibungen nach könnte es sich um ein Gift handeln. Eine zufällige Erkrankung durch verdorbenes Fleisch lässt sich wohl definitiv ausschließen. Die Hubschrauber sind ein weiteres Anzeichen dafür, das die Krankheit im Zusammenhang mit den Soldaten aus der Basis steht. Mich würde es nicht wundern, wenn sich der Kommandant etwas besonders bösartiges hat einfallen lassen. Warte kurz, ich muss ein paar Dinge überprüfen.”
Neugierde erfüllte die kleine Jägerin, als sie Brian dabei zusah, wie er seine Taschen durchwühlte. Nachdem seine Tätigkeit nach einer Weile nichts zutage förderte, hielt sie es nicht mehr aus.
“Nach was suchst du ma Brian?”
“Das weiß ich selbst nicht so genau. Ein Gegengift vielleicht. Ich hoffe nur, dass es nicht in der Basis zurückgeblieben ist.” “Ein Gegengift? Habt ihr auch eine Schamanin in eurem Lager gehabt?”
Brian musste trotz der angespannten Situation grinsen.
“So etwas ähnliches Fawn. Die Militärs mögen alles Mögliche an unsinnigen Dingen hier rauf geschafft haben, aber sie waren nicht verblödet. Die Möglichkeit das durch einen Unfall etwas von den mitgeführten Substanzen freigesetzt wird, bestand immer und das mussten sie in ihre Überlegungen mit einschließen. Also was liegt näher, als das sie das Heilmittel dafür gleich mitlieferten? Wenn ich mich richtig entsinne, dann bekamen wir bei der Ankunft alle ein Präparat zugeteilt, das uns vor den Auswirkungen von diversen Kampfstoffen schützen sollte.”
“Soll das Heißen du, weißt es nicht?”
“Hast du eine Vorstellung davon, wie viel Test wir durchlaufen mussten und was uns alles verabreicht wurde, bevor wir auch nur einen Fuß auf diesen Mond setzen durften?”
Fawn schüttelte den Kopf. “Was ist, wenn sie es nicht getan haben?”
Brian sah sie einen Moment schweigend an, bevor er ausweichend erwiderte.
“Lass uns weiter suchen.”
“Das ist keine Antwort auf meine Frage ma Brian. Sag mir, was mit uns geschieht, wenn es kein Heilmittel gibt. Ich bin kein Kind mehr und habe ein Recht es zu erfahren!”
kxetse sì mikyun kop plltxe


Offline Eichhörnchen

  • Omatikaya
  • ****
  • *
  • Posts: 434
  • Karma: 269
  • Oel ngati kame
Re: Blut, Schweiß und Tränen - Teil 3 "Die Seuche"
« Reply #3 on: March 04, 2014, 04:00:02 pm »
Unverhohlener Trotz schwang in Fawns Stimme mit.
Er seufzte auf und legte die Hände auf ihre Schultern.
“Wenn wir nichts finden, sind wir richtig im Arsch!”
Sie erwiderte nichts und verharrte ungewöhnlich ruhig. Nur ihre großen Augen blickten ihn an.
Eine Weile erwiderte er ihren Blick und vermeinte einen Anflug von Traurigkeit darin zu entdecken. Nachdenklich ließ er sie los und fuhr damit fort seine Ausrüstung auf den Kopf zu stellen, aber es fand sich nichts darunter, das er der Schamanin als Hilfe hätte anbieten können. Gerade als er alles zusammenpacken wollte, ergriff ihn das Mädchen an den Handgelenken.
“Vielleicht gibt es welches in der Basis der Himmelsmenschen.” “Ja vielleicht Fawn, aber dort ist es unerreichbar für uns.”
Die kleine Jägerin gab ein enttäuschtes Fauchen von sich. Einen Moment betrachtete Fawn die zahllos durcheinander liegenden Gerätschaften, dann packte sie den Söldner.
“Was hast du? Nein sieh mich nicht so an. Ich kenne diesen Blick. Das ist nicht dein Ernst oder?”
“Du hast Awaiei befreit und du wirst auch das Gegenmittel bekommen!”
“Das ist doch etwas völlig anderes Fawn! Die Basis ist riesig und wir haben keine Ahnung, wo wir danach suchen sollen. Sie würden uns gefangen nehmen oder töten! So einfach ist es diesmal nicht. Wir müssen uns etwas anderes einfallen lassen.”
Fawn erhob sich und tippte mit dem Finger auf seine Maske. “Dann denke nach, ma Brian. Ich bin bald wieder zurück.”
“Was hast du nun wieder vor?”
“Ich helfe unserer Tsahìk. Mein Vater meinte vor ein paar Tagen zu mir, ich würde eine gute Schamanin abgeben und ich denke, sie kann ein paar zusätzliche Hände gebrauchen. Außerdem kenne ich mich mit den verschiedenen Kräutern bestens aus. Du erinnerst dich, als ich dich damals auf die Suche nach einer Heilpflanze schickte, wie ich durch die Falle verletzt wurde?” Brian nickte grinsend.
“Eine lange Zeit ist das nun her Fawn.”
“Ja, ma Brian, das ist es.”
Er griff wieder nach seiner Waffe.
“Gut, ich werde das hier erst erledigen und mich danach etwas hinlegen.”
“Du kannst beim Schlafen denken? Ihr Himmelsmenschen seit manchmal wirklich nur schwer zu verstehen.”
“Fawn bitte. Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt für Späße. Ich kann nur nachdenken, wenn ich ausgeruht bin.”
Mit versöhnlicher Stimme meinte sie.
“Schon gut, ma Brian. Wir reden später weiter.”
Während das Mädchen verschwand, setzte Brian die Wartung seiner Waffe fort. Zwischen den Baumwipfeln graute die Abenddämmerung, bis es schließlich so dunkel war, dass Brian die Tätigkeit an den Waffen einstellen musste. Missmutig betrachte er den Sicherungsbolzen seiner Pistole, der immer noch seinen Dienst verweigerte.
“Das muss warten bis morgen”, meinte er und sah zum nahen Urwald. Von Fawn war immer noch keine Spur zu sehen und so beschloss Brian, sich etwas zu kochen. Auf einen Marsch zum Lagerplatz verspürte er keine Lust, außerdem machte sich eine zunehmende Müdigkeit in ihm breit. Während die ersten Geräusche des nächtlichen Dschungels hinter ihm erklangen, betrat Brian die Schleuse.

******

Das Geräusch der Schleuse riss ihn aus seinen Träumen.
Eine Hand legte sich auf seine Schulter und Brian spürte, wie die kleine Jägerin sich an ihn kuschelte.
“Ich dachte schon, du kommst überhaupt nicht mehr zurück. Das hat ja ewig gedauert Fawn.”
Ein Kichern. “Es gab viel zu tun und wir wurden einfach nicht fertig. Du hättest uns helfen können.”
“Höre ich da einen leichten Vorwurf Fawn? Ich wäre euch sicher nur zur Last gefallen.”
“Du bist ganz einfach faul, ma Brian.”
“Ich bin was? Na warte!”
Belustigt packte er das auflachende Mädchen und begann sie überall dort zu traktieren, von wo er wusste, das Fawn besonders anfällig war.
“Nicht ma Brian! Das ist nicht fair. Ich muss mich ausruhen.” “Ich würde jetzt viel lieber etwas anderes mit dir machen.” “Nein. Nicht heute Nacht. Ich bin wirklich zu Müde, ma Brian.” “Schon gut”, kam es trocken zurück und im gleichen Moment ließ der Söldner sie los. Brian verzog sich wieder unter seiner Decke. Schweigen herrschte bis Fawn ihn antippte.
“Bist du mir nun böse? Das möchte ich nicht.”
“Wie kommst du darauf?”
“Weil du nicht mehr mit mir redest.”
Brian verstellte aus Spaß seine Stimme.
“Schluss mit reden!”
“Jetzt klingst du wie Ikelu. Wie machst du das?”
Fawn wälzte sich auf ihn und schenkte ihm einen aufreizenden Blick aus ihren gelben Augen.
“Das ist ganz leicht Fawn. Ich habe etwas geübt.”
“Du bist einfach nur unglaublich. Nga yawne lu oer, ma Brian.”
Fest presste sie ihre Lippen auf seine.
“Das gefällt mir. Schade das du schon erschöpft bist.”
“Bin ich nicht”, begehrte sie auf.
“Bist du nicht? Aber eben hast du doch noch gesagt …”
“Halt die Klappe skxawng!”

******

Helles Sonnenlicht flutete das Innere der Baracke. Fawn rekelte sich ausgiebig, währenddessen ihre Augen versuchten sich an die Helligkeit zu gewöhnen. Ein sanftes klopfen. Sie sah neugierig auf. Nichts. Vermutlich hatten ihre Ohren ihr einen Streich gespielt. Die Maschinen des Hauses, gaben gelegentlich seltsame Geräusche von sich. Gerade wollte sich Fawn umdrehen, da erklang das Klopfen wieder. Diesmal fordernder. Behände richtete sich das Mädchen auf. Kichern klang an ihre Ohren, gefolgt von trommelnden Lauten. Einer Eingebung folgend blickte Fawn zu den kleinen Scheiben der Vorderfront herüber. Mehrere Gesichter bewegten sich vor den Fenstern. Die platt gedrückten Nasen bewiesen, wie krampfhaft die Na’vi Kinder versuchten einen Blick ins Innere des geheimnisvollen Gebäudes zu erhaschen.
“Ihr kleinen Racker.”
Unbewusst machte sie sich in ihrer Erregung Brians Sprachgebrauch zu eigen. Fawn sprang auf und eilte zur Schleuse. Immer noch hallten das Trommeln und die lachenden Laute in den Raum, doch das Mädchen achtete nicht mehr darauf. In Windeseile flitzte sie hinaus, um das Haus herum wo sie die völlig überraschten Kinder stellte. Bevor sie sich versahen, hatte Fawn zwei von ihnen gepackt. In gespielter Verärgerung hielt sie die zappelnden Geschöpfe in die Luft, während die anderen das Weite suchten.
“Was habt ihr euch dabei gedacht? Wissen eure Eltern das ihr hier seid?”
Sie ließ ihre Schneidezähne sehen, um ihren Auftritt noch wirkungsvoller zu gestalten. Eingeschüchtert ließen die beiden ihre Köpfe hängen und trauten sich nicht ihr in die Augen zu sehen.
“Was mache ich nun mit euch? Was ihr getan habt, war äußerst ungezogen.”
“Oeru txoa livu?”
Eines der Kinder hatte es zu ihrer Verblüffung geschafft, seine Sprache wieder zu finden.
“Srane ma ‘evi.”
Fawn musste sich beherrschen nicht loszulachen und gab die Missetäter frei. Bevor sie sich versah, rannten sie ihren Kameraden hinterher und waren kurz darauf ihrem Blickfeld entschwunden. Vom Versammlungsplatz hallten die vertrauten Geräusche des Lagerlebens gedämpft heran. Belustigt über den Vorfall kehrte Fawn zur Schleuse zurück um den Söldner zu wecken, doch zu ihrer Verwunderung erwartete Brian sie bereits.
“Du bist schon wach?”
“Euer Lärm, den ihr veranstaltet habt, war nicht zu überhören. Was war denn los?”
“Ein paar Kinder wollten uns einen Streich spielen. Ich denke, sie haben sich mehr vor meinem plötzlichen Erscheinen erschreckt, als ich vor ihnen.”
Lachend legte Brian einen Arm um sie.
“Lass uns essen gehen, ma Brian. Ich bin hungrig.”
Der Söldner bedurfte keiner weiteren Aufforderung und folgte ihr durch den Urwald zur Feuerstelle.
“Hast du dir schon Gedanken gemacht, wie wir an das Heilmittel kommen?”
Er nickte und wollte sich neben Iley niederlassen, als er sah, das der Krieger ein Stück Fleisch in die Flammen hielt.
“Wo ist das her Iley?”
Brian trat augenblicklich der Schweiß auf die Stirn, was durch die Nähe des Feuers noch verstärkt wurde.
“Von den Jägern ma Brian. Möchtest du etwas davon probieren?” Geschickt drehte Iley den einfachen, aber nützlichen Holzspieß über der Hitze.
“Du solltest es besser nicht Essen.”
“Warum ma Brian? Das Fleisch ist Frisch und ich habe Hunger.” Er zog eine dampfende Faser ab und wollte sie sich an den Mund führen, da schlug Brian es ihm unerwartet aus der Hand. “Nicht Iley! Ich meine das ernst. Das Fleisch ist vergiftet.”
Brian dachte an die Pfeilgifte der Ureinwohner und hatte diese Erklärung gewählt, um dem Krieger unmissverständlich zu warnen.
“Vergiftet? Wer sollte so etwas tun? Die Jäger sind sehr erfahren und wählen nur gesunde Tiere aus.”
“Es waren nicht die Jäger. Die Tiere sind krank, vielleicht ist sogar die gesamte Umgebung davon betroffen.”
Eindringlich sah Brian dem gewaltigen Krieger in die Augen. “Es wäre besser, wenn niemand mehr von dem Fleisch isst. Kannst du das den anderen mitteilen? Auf mich werden sie nicht hören und es für Unsinn abtun.”
Iley deutete ein kurzes Nicken an, auch wenn ihm anzusehen war, dass er nichts verstand.
“Was hast du vor ma Brian?”
Nachdenklich blickte er in die Flammen.
“Erinnerst du dich an das Wrack im Dschungel?”
“Das Schiff? War es nicht zerstört?”
Fawns Stimme klang aufgeregt.
“Ich habe die Hoffnung, dass vielleicht das Innere des Rumpfes unbeschädigt geblieben ist. Damals war die Hitze zu groß um es zu untersuchen. Die Abteilung, welche für uns interessant sein dürfte, war in dem gepanzerten Bereich des Schiffes untergebracht.”
“Du meinst, dort finden wir das Heilmittel?”
“Ich weiß es nicht Fawn, aber einen Versuch ist es wert. Jedenfalls erscheint es mir Erfolgsversprechender, als einfach in die Basis hineinzuspazieren.”
“Wann gehen wir los ma Brian?”
“Am besten, sobald wir gegessen haben. Wir sollten keine Zeit mehr verlieren.”
“Ich begleite euch. Das heißt, wenn du nichts dagegen hast.” Brian verblüffte das unerwartete Angebot, doch war er beherrscht genug, sich nichts davon anmerken zu lassen.
“Es wäre mir eine große Ehre, ma Iley.”
“Ich muss noch etwas holen. Wartet am Pferch auf mich.”
Der Krieger verabschiedete sich und verschwand zwischen den dicht um das Feuer sitzenden Ureinwohnern.
“Ich weiß an was du denkst ma Brian, aber diesmal ist es wirklich besser.”
“War mein Gesichtsausdruck so eindeutig?”, seufzte er.
“Ich verabscheue das Reiten und werde mich wohl nicht mehr daran gewöhnen. Allerdings stimme ich dir zu, das es diesmal die vernünftigste Lösung ist, wenn wir den anderen noch helfen wollen. Ich fürchte, die Lage wird von Moment zu Moment schlimmer.”
Fawn erhob sich und als sie Brians fragenden Ausdruck bemerkte, sagte sie.
“Ich brauche meine Waffen. Sei unbesorgt. Ich bin so schnell wie möglich wieder zurück.”
Ein Nicken, dann schlang er den Rest seiner Mahlzeit hinunter, was sich angesichts der Maske immer wieder als eine Herausforderung erwies, auch wenn er mittlerweile eine gewisse Routine darin entwickelt hatte. Brian hätte gerne in der Baracke gegessen, aber aus Rücksicht auf die Gefühle der Ureinwohner, nahm er die Mahlzeiten weiterhin größtenteils in ihrer Mitte ein. Schon allein um Fawn zu unterstützen. Zögernd betrachtete er die gebackenen Blätter, mit einer Füllung aus Larven und Samen, vor sich auf dem Boden. In weiser Voraussicht begann Brian einige davon in seine Tasche zu packen, nachdem er sie vorher wenig elegant mit Moos ausgekleidet hatte. Eine Hand legte sich auf seine Schulter, gerade wie er das letzte Stück verstaute.
“Wir können unterwegs jagen, ma Brian. Du must nichts mitnehmen.”
“Nein Fawn. Ich weiß, wie schwer dir das fällt und es würde uns auch nur unnötig aufhalten. Diese Lösung ist besser. Bist du fertig?”
Fawn sah belustigt auf ihn herab.
“Wäre ich sonst hier? Ihr Himmelsmenschen könnt manchmal komische Fragen stellen.”
Verspielt fuhr sie durch seine Haare.
“Wie steht es mit dir? Mein Bruder wartet bestimmt schon. Iley brennt immer vor Ungeduld, auch wenn du es ihm nicht ansehen kannst.”
“Ich bin bereit Fawn und werde deinen Anweisungen willenlos folgen.”
“Wo ist da der Unterschied zu sonst?”
Sekundenbruchteile studierte Fawn freudig sein verblüfftes Gesicht, bevor sie laut auflachte. Brian versuchte sie am Schwanz zu packen, doch die Jägerin wich ihm geschickt aus.
“Du kleines Biest! Ich sollte …”
“Was ma Brian? Mir gehorchen? Das war es doch, was du eben noch wolltest. Nun komm, wir haben einen langen Weg vor uns.”
“Darüber reden wir noch Fawn.”
“Sicher werden wir das, ma Brian und du wirst wieder dabei verlieren. Ich liebe es, mit dir zu diskutieren.”
Brian schluckte einen dicken Klumpen in seinem Hals hinunter.
Er entschied, das es für den Moment das Beste war Frieden zu wahren. Am Rand des Lagers fanden sie Iley vor. Wie verabredet hatte sich der Krieger schon um ihre Reittiere gekümmert. Nur äußerst widerwillig ließ sich der Söldner auf eines der Pa’li hinauf helfen.
“Alles in Ordnung, ma Brian?”
“Nein Fawn, aber ich fürchte, das tut nichts zur Sache. Lass uns den Ritt einfach hinter uns bringen.”
“Makto ko!”
Iley schnellte an ihnen unter wildem Hufschlag vorbei. Fawn zögerte keinen Moment und folgte ihm dichtauf. Krachend brachen sich die mächtigen Tiere ihren Weg durch das dichte Unterholz. Brian war trotz des flauen Gefühls in seinem Magen immer wieder davon überrascht, welche Kraft den Pferden innewohnte.
“Dein Bruder soll vorsichtiger reiten. Wir können uns nicht leisten das etwas mit den Tieren passiert.”
“Keine Sorge. Iley ist ein äußerst guter Reiter. Halte dich an mir fest, ma Brian. Wir werden so schnell wie der Wind zu eurem Himmelsschiff reiten.”
Brian seufzte auf und versuchte nicht auf den Boden zu sehen. Das Schwanken des Pferderückens ließ seinen Magen verrückt spielen. Insgeheim bedauerte er es schon wieder, etwas vor der Reise gegessen zu haben. Vielleicht wäre ihm dann weniger schlecht gewesen. So vermied er es auf irgendetwas zu achten und konzentrierte seine Aufmerksamkeit auf Fawns Rücken, während die Pferde ihrem Ziel entgegen rasten.

******

Auraya saß besorgt neben Varyu und ließ ihn nicht mehr aus den Augen. Vor einer halben Stunde hatte der ansonsten kräftige Ureinwohner angefangen sich zu erbrechen und war kurz darauf zusammengeklappt.
“Ma Varyu, ich werde unsere Schamanin holen. Sie weiß bestimmt, was zu tun ist.”
Sein schmerzverzerrter Ausruf stoppte sie.
“Kehe! Es ist nichts mit mir. Ich werde etwas ausruhen und Morgen geht es mir schon wieder besser. Du wirst sehen, Auraya.”
Sie blickte verunsichert auf ihn herab.
“Bist du sicher, ma Varyu? Du siehst sehr schlecht aus. Hast du wirklich nichts von dem verdorbenen Fleisch gegessen?”
Varyu schüttelte entschieden den Kopf.
“Nein ich bin doch kein skxwang, Auraya. Mein Mittagessen bestand einzig aus ein paar Früchten, welche die Frauen ins Lager gebracht haben.”
Auraya atmete erleichtert aus, schaffte es aber nicht sich zu beruhigen.
“Dann ist es gut, ma Varyu. Vielleicht hast du dich zu sehr angestrengt. Du arbeitest härter als die meisten anderen deiner Brüder.”
“Srane, aber doch nur um deinen Bruder zu beweisen, dass ich gut genug für dich bin.”
Bei dem Gedanken an Ikelu verzog Auraya ihr hübsches Gesicht zu einer Fratze.
“Mein Bruder hat darüber, nicht zu entscheiden! Das ist ganz allein meine Sache, ob es ihm nun passt oder nicht.”
“Bleib bei mir Auraya. Unsere Schamanin hat Wichtigeres zu tun, als sich um einen einfachen Krieger zu kümmern.”
“Du bist kein einfacher …”, kam es protestierend über ihre Lippen, da legte er ihr beschwichtigend einen Finger auf den Mund.
“Sei still. Du benimmst dich wie ein ‘evi. Pass nur auf das niemand meinen Schlaf stört. Wirst du das tun?”
Deutlich stand dem Mädchen die Ablehnung ins Gesicht geschrieben, doch seiner Bitte konnte sie sich nicht verschließen und so nickte sie schließlich widerwillig.
“Es ist also entschieden”, kam es lächelnd über die aufgesprungenen Lippen des Kriegers. Varyu ließ sich erleichtert zurücksinken und schloss die Augen.

******

Vor den erschöpften Reitern präsentierte sich die Absturzstelle. Deutliche Veränderungen waren seit ihrem letzten Besuch mit der Landschaft einhergegangen. Brian studierte aufgeregt Ileys Gesichtszüge, was ihm dabei half seine Übelkeit zu verdrängen, welche der Ritt verursacht hatte. Wenn der Krieger von dem ungewöhnlichen Anblick überrascht war, so zeigte er es nicht. Das Wrack selbst strahlte nach so langer Zeit keinerlei Wärme mehr aus und Brian hoffte, dass so weit es die Zerstörungen zuließen, sie nun das Innere untersuchen konnten. Beim Annähern an den gewaltigen Rumpf stachen noch weitere Merkmale ins Auge. Die meisten Krater und selbst der mächtige Graben, den die Hülle des Raumschiffs in das Erdreich gegraben hatte, waren fast verschwunden und von dichten Pflanzenwuchs übersät. Brian fuhr mit einem Finger unter die Gummierung der Maske um einen aufkommenden Juckreiz zu bekämpfen. Jedoch vergebens. Ein ständiger Schweißfluss verstärkte das Brennen auf seiner Haut. Um sich abzulenken, fuhr der Söldner damit fort die Umgebung in Augenschein zu nehmen.
“Erstaunlich wie schnell die Natur sich ihr Gebiet zurückerobert.”
“Das ist das Werk von Eywa, ma Brian. Sie heilt alle Wunden, die ihr Himmelsmenschen in unsere Welt schlagt.”
Brian seufzte auf.
“Was? Bist du anderer Meinung? Wir können das gerne Diskutieren.”
Fawn nahm eine lauernde Haltung an und zeigte ihre Zähne.
“Dafür ist keine Zeit Fawn. Komm, suchen wir lieber einen Weg ins Raumschiff.”
Eine Weile schritten sie am stählernen Rumpf entlang, während ihre Augen ständig aufmerksam die Umgebung absuchten.
Fawn entdeckte als Erste den Eingang und begann die völlig überwucherte Öffnung unter Zuhilfenahme ihres Dolches freizulegen.
“Warte ma Brian, das hier sieht aus wie das Schott unseres neuen Hauses.”
Der Söldner blieb stehen und nickte anerkennend. Ihm wäre der Durchgang unter dem dichten Blattwerk beinahe entgangen, wenn Fawn ihn nicht zurückgerufen hätte. Bevor er es verhindern konnte, tauchte die Jägerin schon in das Halbdunkel des dahinter liegenden Ganges. Nur wenig Sonnenlicht drang bis hierher vor und der dichte Bewuchs außerhalb verringerte die Einstrahlung noch beträchtlich.

Das im Innern die Sicht stark abnahm, wertete Brian als gutes Zeichen, deutete es doch daraufhin, dass die Hülle nicht weiter aufgerissen war. Ihre Chance das Labor unversehrt vorzufinden stieg in seiner Vorstellung sogleich um ein beträchtliches. Ein Stück tiefer im Raumschiff stießen sie auf eines der Besatzungsmitglieder.
“Sieh doch nur. Der Mann wurde von ayvrrtep getötet, ma Brian.”
Trotz der angespannten Situation, in der sie sich befanden, schüttelte Brian erleichtert den Kopf.
“Nein Fawn, ganz sicher nicht. Sein Anzug ist beschädigt. Siehst du, dort an der Hüfte, befindet sich ein langer Riss. Er starb an Dekompression. Zu dem Zeitpunkt, als das Schiff auf dem Mond aufschlug, war er schon lange Tod.”
“Dekom … was ist das ma Brian? Auch eine Krankheit wie die im Lager?”
“Nicht direkt. Ein plötzlicher Druckverlust, aber es würde zu lange dauern dir das zu erklären. Entscheidend ist, das es nicht ansteckend ist.”
“Ich kann es also nicht bekommen?”
Fawn konnte ihre Augen trotz des abschreckenden Anblicks nicht von dem toten Körper wenden.
“Nein da besteht keine Gefahr. Komm suchen wir weiter. Hier können wir nichts mehr tun.”
Die Tritte ihrer Füße, verrieten Brian, das die kleine Jägerin ihm dicht auf folgte. Erneut versperrten aus ihrer Verankerung gerissene Ausrüstungsgegenstände ihnen den Weg durch das Raumschiff. Wortlos trat Iley an ihm vorbei und packte eines der schweren Metallteile. Mühelos schob er es beiseite, wobei die Muskeln an seinen Armen hervortraten und nach nur wenigen Augenblicken, hatte der Na’vi eine schmale Passage frei gelegt.
“Ganz hervorragend Iley. Allein hätten wir das nie geschafft.”
kxetse sì mikyun kop plltxe


Offline Eichhörnchen

  • Omatikaya
  • ****
  • *
  • Posts: 434
  • Karma: 269
  • Oel ngati kame
Re: Blut, Schweiß und Tränen - Teil 3 "Die Seuche"
« Reply #4 on: March 04, 2014, 04:03:32 pm »
Es war eines der wenigen Male, an die sich Brian erinnerte, das der Krieger ein mildes Lächeln andeutete. Im nächsten Augenblick er es schon wieder verschwunden.
“Gehen wir, ma Brian und holen, warum du hierher gekommen bist.”
Fawn wollte an ihnen vorbei eilen, doch der Krieger hielt sie blitzschnell fest.
“Lass mich los Iley! Ich bin kein Kind!”
Er schüttelte entschieden den Kopf.
“Kehe! Ich werde vorangehen. Es ist zu gefährlich. Ich habe unserer sa’nu versprochen, auf dich aufzupassen. Ich weiß das dir, das nicht gefällt, aber es bleibt dabei.”
Fawn verzog missmutig das Gesicht und fauchte auf, fügte sich aber schließlich. Iley würde seine Ansicht nicht ändern und es war besser es nicht auf einen Streit ankommen zu lassen. Zu wichtig war ihre Aufgabe, das spürte Fawn instinktiv, auch wenn sie nicht so ganz wusste, wonach sie suchen sollte.
“Warte Iley. Wir müssen die Abzweigung nehmen.”
“Dort entlang ma Brian?”
Er deutet auf ein finsteres Gangstück vor ihnen, das noch enger war, als welches, indem sie sich gerade aufhielten.
Brian versuchte nervös, etwas auf den Hinweistafeln zu entdecken.
“Hier geht es zum Labor. Wir können von Glück sagen, das es sich im Mittelteil befand. Nicht auszudenken, wenn es näher am Antrieb gelegen hätte.”
“Warum ist euer Schiff so gut erhalten ma Brian? Hätte es nicht zerstört werden müssen wie die metallischen Vögel, wenn sie abstürzen?”
Brian leuchtete mit seiner Taschenlampe den Gang hinunter. “Nein Fawn. Dieser Bereich ist schwer gepanzert und das Material widersteht härtesten Belastungen. Immerhin wurden hier gefährliche Stoffe gelagert. Ich bin mir sicher, das einiges der Laboreinrichtung den Aufprall überstanden hat.”
“Geh du voran, ma Brian. Der Weg ist frei und du findest dich in dem Himmelsschiff besser zurecht.”
Brian musste über Ileys Bemerkung grinsen.
“Du irrst dich Iley. Ich habe die meiste Zeit des Fluges über geschlafen.”
Fawn kicherte auf. “Da hast du dich nicht sehr verändert, ma Brian.”
Der Söldner zögerte und zwang sich dazu ihre Bemerkung zu ignorieren, obwohl es ihm in allen Fingern kribbelte, das Mädchen zu packen und ihr eine kleine Lektion zu erteilen. Begleitet von den Atemgeräuschen der Maske, schlich er sich weiter durch den finsteren Gang vorwärts. Immer wieder begann die Lampe, in seiner Hand zu flackern.
Besorgt kam Fawn heran.
“Was ist damit, ma Brian?”
Er schüttelte sie erneut, als der Lichtkegel deutlich schwächer wurde.
“Die Energiespeicher sind erschöpft. Vielleicht finden wir hier, irgendwo eine Möglichkeit sie aufzuladen.”
“Was machen wir, wenn das Licht ausgeht, bevor du das Heilmittel gefunden hast?”
Brian blickte schweigend den Gang zurück, dann wieder auf die Lampe. “Los kommt, beeilen wir uns besser!”
Die Luft im Innern war stickig und roch abgestanden, ein unangenehmes Gefühl, das Brian trotz der Filter in seiner Maske nur zu deutlich wahrnahm. Ein paar Mal verliefen sie sich und mussten den Rückweg antreten. Brian bekam erstmals ein Gefühl von der einstigen Größe des Raumschiffs. Nach in kleinen Ewigkeiten zählenden Zeiteinheiten, erreichten sie endlich den Raum ihrer Begierde.
“Na bitte, das hätten wir geschafft. Ich sage es nur ungern, aber die Konstrukteure haben hervorragende Arbeit abgeliefert. Das Labor ist zur Gänze unversehrt”, frohlockte Brian.
“Sag mir nach was wir suchen, ma Brian. Ich werde dir helfen.” “Ich weiß es nicht Fawn. Halte nach kleinen Glasbehältern Ausschau. Vielleicht in einem der Schränke.”
Etwas fiel hinter ihnen mit klirrendem Geräusch zu Boden und Brian fuhr erschreckt herum.
“Tut mir leid, ma Brian. Es ist alles so furchtbar eng hier.” Erleichtert das es nur ein leeres Behältnis gewesen war, seufzte Brian auf.
“Seid vorsichtig. Alle beide. Wir wissen nicht, was sich alles in den Behältern befindet. Immerhin wurden hier auch äußerst gefährliche Stoffe gelagert.”
“Du meinst auch das Pulver, das unsere Brüder und Schwestern nun tötet?”
Brian nickte.
“Es wird am besten sein, wenn ihr nichts anfasst. Sag mir einfach Bescheid, wenn du etwas findest, das interessant sein könnte.”
Fawn schluckte und verbiss sich die Bemerkung, das alles an Bord des gewaltigen Sternenschiffes sie Faszinierte.
Ein Blick auf sein Chronometer zeigte Brian, dass sie sich schon über eine Stunde in dem Wrack aufhielten. Der Weg durch die Trümmer hatte länger gedauert als angenommen.
“Na toll, wenn wir uns nicht beeilen, wird es Nacht sein, wenn wir wieder ins freie treten.”
Iley stieß einen ärgerlichen Laut aus.
“Ruhig Iley. Ich habe keine Spuren in der Nähe des Wracks gesehen. Mit etwas Glück können wir die Nacht durchreiten und sind bei Sonnenaufgang wieder zurück”, erwiderte das Mädchen.
Brian wusste, was den Krieger erregte. Mit Einbruch der Dämmerung begann auch die Zeit der Raubtiere und Jäger.
Noch allzu gut erinnerte er sich an ihre Begegnung mit dem Thanator. Zumindest hatte Fawn behauptet, dass es einer war, auch wenn er nicht mehr als einen gewaltigen Schatten gesehen hatte. Eine Begegnung auf dessen Wiederholung Brian nur allzu gern verzichtete. Er schob die trüben Gedanken beiseite und zwang sich zu erneuter Konzentration. Unzählige Fläschchen wanderten durch seine Hände, doch keine der Aufschriften oder der Inhalt darin, gab einen Aufschluss auf das gesuchte Gegenmittel. Ein Brenner kippte um und brachte dabei mehrere Phiolen ins Rollen von denen zwei auf dem Boden aufschlugen und zersplitterten. Iley sonst die in Stein gemeißelte Beherrschung selbst, ließ einen zischenden Laut vernehmen. Fawn funkelte ihn nur an, eine Hand erhoben, in einer Geste, die so viel besagte wie, sei still und lass mich weitersuchen. Als ihr Blick auf Brian fiel, verzog sie nur flüchtig die Mundwinkel. Ein leichtes nicken von ihm, was soviel besagte wie mach einfach weiter und pass das nächste Mal auf.
Eine Weile suchten sie erfolglos, bis Fawn ein kleines Schott entdeckte.
“Iley komm her und hilf mir. Es lässt sich nicht öffnen.”
Der Krieger packte mit seinem gewaltigen Armen zu, doch die Tür rührte sich keinen Spalt breit.
Brian kam neugierig heran.
“Lass mich mal sehen Fawn.”
Schnell löste er eine unscheinbare Verkleidung an der Wand, unter der sich eine blinkende Schalttafel befand.
“Wo kommt das Licht her, ma Brian?”
“Das Labor hat eine eigene Stromversorgung Fawn. Sie ist ebenso geschützt, wie der gesamte Bereich um jederzeit die Versorgung aufrecht zu erhalten. Allerdings läuft sie nur noch im Notbetrieb und ist auf die wichtigsten Funktionen beschränkt.” Brian starrte auf die leuchtenden Symbole, dann drückte er die Taste, welche zur Öffnung gedacht war. Ein Zischen erklang, doch die Tür reagierte nicht.
“So ein Mist. Vielleicht ein Kurzschluss.”
Nervös hämmerte er seine Faust darauf. Ein zittern ging durch das Schott, doch mitten in der Bewegung hielt es inne. “Vermutlich ist die Energiezufuhr schon zu schwach um es zu öffnen, oder etwas blockiert es.”
“Was machen wir nun ma Brian? Ohne ein Heilmittel sind wir alle verloren.”
Fawn blickte abwechselnd auf die Tastatur dann wieder auf ihn.
“Warte Fawn. Ich habe einen Ersatzschlüssel.”
Einer Eingebung folgend, zog Brian die schwere Dienstwaffe hervor und richtete sie auf die Schalttafel. Ein Schuss zerriss die Stille und während Fawn und ihr Bruder überrascht aufschrieen, fuhr das Schott widerstandslos auf.
“Na bitte. Man muss nur die richtigen Argumente dabei haben”, sagte Brian grinsend und trat in die Finsternis, die sich hinter der Tür erstreckte.

******

An und abschwellendes Dröhnen, das mit jedem weiteren Mal lauter wurde, scheuchte allerlei Getier im Dickicht auf. Im nächsten Moment schoss ein gewaltiger Schatten, über die Lichtung hinweg und verharrte in ihrem Mittelpunkt. Unter den Beobachtern präsentierte sich eine Szenerie des Schreckens. Auch wenn sie darauf vorbereitet waren, was sie erwarten würde, so ließ der Anblick nun manchen an Bord nach Luft schnappen. Überall zwischen den Sträuchern und auf dem Moos lagen regungslos die verschiedenartigsten Tiere, welche der Wald hervorgebracht hatte. Vereinzelt wechselten sich ebenso tote Ureinwohner mit ihnen ab.
“Hervorragend. Da haben ihre Jungs wirklich ganze Arbeit geleistet. Sie sehen mich mehr als zufrieden, mein lieber Graham.”
Der Staffelführer verzog keine Miene, als Riley ihm anerkennend auf die Schulter klopfte. Wie der Kommandant ausgerechnet seinen Hubschrauber als Transportmittel ausgewählt hatte, war Graham fast das Herz stehen geblieben. Nun aber konnte er seine Begeisterung nur noch schwerlich verbergen.
“Vielen Dank Sir! Wann denken sie, gehen wir zum Angriff über, jetzt wo der Gegner geschwächt ist?”
Riley setzte sich in stoischer Gelassenheit wieder auf die Bank im hinteren Teil des Hubschraubers.
“Zum Angriff sagen sie? Ich fürchte, sie verstehen da etwas völlig verkehrt. Ein erneuter Angriff war niemals Teil meines Plans. Das Kontaktgift baut sich nur schwer ab und wird noch lange Zeit nachwirken. Ohne ein Gegenmittel ist diese Gegend für die Ureinwohner ganz sicher verloren, so das sich unser kleines Problem in absehbarer Zeit von selbst lösen dürfte. Entspannen sie sich Graham. Alles entwickelt sich prächtig, genau, wie ich es vorausgesehen hatte.”
Hinter ihnen erklang die Stimme des Funkers. “Sir in ein paar Minuten erreichen wir die maximale Reichweite.”
Riley verzog keine Miene und blickte weiter auf den Urwald. Er war so vertieft in sein grausiges Werk gewesen, das er außer Acht gelassen hatte, wie lange sie sich schon in der Luft befanden.
“Fliegen sie zur Basis zurück, Pilot. Wir haben genug gesehen. Eine andere Mannschaft soll uns ablösen und die Beobachtung fortsetzen.”
Unter dem Aufheulen der Motoren ruckte die schwere Maschine auf den neuen Kurs ein.

******

In Brians Tasche befanden sich die kleinen Glasfläschchen mit dem Heilmittel. Der letzte Raum hatte ihnen gerade als sie alle Hoffnung schon aufgeben wollten die Rettung offenbart. Nun nach einem für den Söldner viel zu lange andauernden Ritt tauchte endlich der vertraute Kelutral vor ihnen auf. Unterwegs waren ihnen die zahlreichen leblosen Tiere aufgefallen, deren Zahl sich steigerte, je näher der Lagerplatz rückte. Brian vermeinte sogar einen toten Ureinwohner im Dickicht gesehen zu haben. Doch waren sie wie eine Horde ayvrrtep durch den Urwald geritten und so schloss der Söldner nicht aus, sich vielleicht geirrt zu haben. Auffallend waren auch die verstärkt auftauchenden Hubschrauber, denen sie ausweichen mussten. Brian fühlte förmlich, wie ihnen die Zeit dabei zwischen den Fingern hin durchrann.
Die Rückkehr ins Lager gestaltete sich unheimlicher als er es sich selbst in seinen schlimmsten Alpträumen hätte ausmalen können. An der Feuerstelle, sonst der zentrale Versammlungsplatz der Ureinwohner, herrschte totenstille. Einzig der Geruch nach kaltem Rauch, hing noch in der Luft. Keine Anzeichen darauf, das hier Essen zubereitet wurde.
“Es ist so ruhig hier ma Brian. Wo mögen unsere Brüder und Schwestern hingegangen sein?”
Brian schüttelte den Kopf. “Das kann ich dir nicht sagen, Fawn. Fasst nichts an, solange wir nicht wissen, was vorgefallen ist.” Der Söldner besaß eine recht gute Vorstellung davon, was passiert war und warum niemand zu ihrer Begrüßung erschien, doch wollte er seine Begleiter nicht unnötig beunruhigen. Sie würden die schreckliche Wahrheit noch schnell genug herausfinden. Langsam schritten sie an der Feuerstelle vorbei und Brian konnte sich des Gefühls nicht erwehren das sie beobachtet wurden.

Ein Na’vi Mädchen kam unerwartet zwischen den Bäumen auf sie zugestürzt und obwohl Brian gelegentlich Schwierigkeiten hatte, die Gesichter auseinander zuhalten, erkannte er sie sofort.
“Sieh Fawn. Ist das nicht Auraya?”
“Ja, ma Brian. Irgendetwas muss sie äußerst beunruhigen. Vielleicht kann sie uns sagen, wo die anderen hingegangen sind.”
Auraya flog ihnen fast entgegen und blickte die kleine Gruppe mit gehetzten Blicken an.
“Was ist geschehen Auraya? Wo sind unsere Brüder und Schwestern?“
Das Mädchen holte keuchend Luft und musste mehrere Anläufe nehmen, bis sie einen verständlichen Satz hervorbrachte.
“Unser Anführer sagte, dass wir uns im Kelutral vor den Hubschraubern verstecken sollen. Seht euch doch um.” Dabei streckte sie ihre Hand aus und deutete hinauf.
Brian sah aufgeregt nach oben und nun erkannte er überall Bewegung zwischen den Ästen, wo er zuerst niemand vermutet hatte. Auraya hatte indessen nur Augen für den Himmelsmenschen. Bevor jemand reagieren konnte, packte sie Brian und schüttelte ihn durch.
“Kannst du uns helfen? Ich weiß, dass du bei dem Wrack warst!”
Fawn wollte zu Hilfe eilen, doch eine Handbewegung von ihm ließ sie in der Bewegung erstarren.
“Ja wir haben etwas gefunden. Bring mich auf schnellsten Weg zur Schamanin.”
Deutlich war dem jungen Mädchen die Erleichterung anzumerken, als es ausrief.
“Komm Himmelsmensch … komm.”
Verwundert sah er, das Iley keine Anstalten machte ihnen zu folgen. “Geht nur. Ich werde versuchen mich um die metallischen Vögel zu kümmern.”
Brian ahnte was er vorhatte und hastete den beiden Mädchen hinterher.
“Wie schlimm ist es inzwischen?”
Auraya verharrte einen Augenblick.
“Varyu ist erkrankt und mit ihm viele andere. Es will einfach nicht mehr aufhören.”
Täuschte er sich oder schimmerten Tränen in den Augenwinkeln, der sonst so stolzen und eiskalt berechnenden Ureinwohnerin? Bevor Brian sich näher damit befassen konnte, wurde er schon wieder gepackt und weiter gezogen. Bald erreichten sie einen schlichten Schlafplatz, an dem mehre Na’vi um ein Feuer herum lagen. Stöhnen und heftiges Atmen erfüllte die Luft. Die Schamanin sah missmutig auf, als sie die Störenfriede bemerkte.
“Was willst du hier Kindchen? Ich habe dir gesagt, dass ich für Varyu nichts tun kann. Siehst du nicht das ich zu arbeiten habe?” In dem Moment fiel ihr Blick auf den Himmelsmenschen und so etwas wie Überraschung blitzte in den reifen Antlitz auf.
“Was tust du hier Tawtute? Bist du auch erkrankt? Ich hoffe es geht deiner Fawn gut.”
Brian war erschreckt über den Ausdruck in ihrem Gesicht. Müdigkeit gemischt mit Abgeschlagenheit verhärteten ihr schon strenges Antlitz zu einer Grimasse. Deutlich war der Schamanin die Anstrengung der letzten Tage anzusehen.
“Mit uns ist alles in Ordnung”, sagte Fawn und trat neben die Schamanin. Brian zog die Phiolen mit dem Pulver hervor, das sie in dem Wrack gefunden hatten. Er hatte Überraschung erwartet. Eine Gefühlsregung, irgendetwas, das darauf hinwies wie erleichtert Anìhe war, doch er wurde enttäuscht.
“Ist es das was ich denke, Himmelsmensch?”, sagte sie und nahm die Fläschchen entgegen.
Brian war sprachlos und starrte sie für einen Moment verblüfft an. “Ja Schamanin. Wir fanden etwas davon in dem Abgestürzten …”
Sie unterbrach ihn vehement. “Das hast du gut gemacht, doch nun lasst uns allein. Ich habe viel zu tun.”
Ratlos blieb Brian stehen, bis die kleine Jägerin ihn aus seiner Lethargie riss.
“Gehen wir meinen Bruder suchen, ma Brian. Er wird unsere Hilfe ganz sicher benötigen.”
“Ich komme mit euch”, rief Auraya aus und sprintete an ihre Seite, worauf Fawn einen abfälligen Laut hervorbrachte. Das ihre heimliche Nebenbuhlerin sich ihnen anzuschließen gedachte war ihr gar nicht recht und Fawn gab sich keine Mühe ihre Abneigung dem Mädchen gegenüber zu verbergen.
“Lass sie doch Fawn. Hast du nicht eben selbst gesagt, dass dein Bruder jede Hilfe gebrauchen kann? Du kannst doch, kämpfen Auraya?”
Ein überraschter Blick, dem ein Fauchen folgte.
“Zwinge mich nicht es dir zu beweisen Himmelsmensch!”
Fawn hielt einen Moment inne, erwiderte jedoch nichts und setzte sich schließlich an die Spitze der Gemeinschaft.

Mittlerweile war es Iley gelungen ein paar Krieger um sich zu versammeln, mit deren Hilfe er das Lager beschützen wollte. Etwas außerhalb des Lagers trafen sie auf die kleine Gruppe, nachdem Fawn ihn zielsicher anhand der wenigen Spuren, welche die Ureinwohner hinterließen geführt hatte. Auraya eilte an ihnen vorbei auf ihren Bruder zu und begrüßte ihn freudig. Schon bei ihrem Aufeinandertreffen, wurde Brian klar das Ärger im Verzug war. Ikelu, war ihm von jeher nicht gut gesonnen, doch nun in Erinnerung an die erlittene Schmach durch die Schamanin, brach es aus dem Krieger hervor.
“Das ist alles deine Schuld Himmelsmensch! Ohne deinesgleichen würden wir hier in Frieden leben, wie unsere Ahnen zuvor. Beenden wir es jetzt, bevor es zu spät ist!” Wütend riss Ikelu seinen Dolch hervor und richtete ihn auf Brian, der von dem plötzlichen Angriff völlig überrascht wurde. Bevor der Söldner reagieren konnte, flog ein Schatten heran und riss den gewaltigen Krieger mit sich. Atemlos verfolgten die umstehenden wie Ikelu und Iley sich ineinander verstrickt über den Boden rollten.
“Hast du es immer noch nicht verstanden Bruder?”, schrie Iley seinen Kontrahenten an. Vor Anstrengung traten die Muskelstränge an seinen Armen hervor.
“Auch wenn du den Himmelsmenschen tötest, werden die Angriffe nicht aufhören! Zumindest solange wir ihren Anführer nicht besiegt haben.”
“Du nennst mich Bruder? Dabei dienst du nur den Tawtute”, erwiderte Ikelu voller Verachtung.
“Sei still, oder ich werde dich …”
Ein auf und abschwellendes Geräusch beendete abrupt ihren Streit.
“Sie kommen zurück! Versteckt euch!”
Fawn warf sich augenblicklich in Deckung.
Iley nahm seinen Speer auf und blickte seinem Kontrahenten fest in die Augen.
“Kann ich auf deine Hilfe zählen … Bruder?”
Ikelu betrachtete seinen Dolch, den er während der Auseinandersetzung nicht losgelassen hatte. Trotz der drohenden Gefahr wagte keiner der Anwesenden, sich zu rühren. Ein nicken. “Ich werde an deiner Seite kämpfen.”
Bevor Iley etwas erwidern konnte, donnerte der Hubschrauber über das Blätterdach hinweg und machte mit seiner Geräuschkulisse jedes weitere Gespräch unmöglich.
“Die Soldaten kommen, um nachzusehen, ob wir erledigt sind! Verhaltet euch ruhig!”
Brian machte Gesten, von denen er hoffte, das sie von den Kriegern verstanden wurden. Doch zu seinem Unmut schlugen sie seine Warnungen in den Wind. Eine Maschinengewehrsalve ratterte über ihre Köpfe, ließ dabei zerfetztes Holz und Blattwerk herabregnen, ohne das nennenswerter Schaden entstand.
Auf ein gemeinsames Zeichen tauchten die Krieger aus dem Dickicht auf und warfen ihre Speere.
Brian schrie auf, wütend über so viel Unvernunft, doch gleichzeitig erhob sich die Jägerin aus ihrem Versteck, den Bogen kampfbereit in ihren Händen und schoss auf die Kanzel.
Von einem Speer getroffen kippte der Bordschütze vorüber, stürzte und verschwand im Dickicht. Im nächsten Moment ruckte der Hubschrauber auf. In einem wilden Ausweichmanöver versuchte der Pilot noch der drohenden Gefahr zu entgegen. Ein Geräusch von zerreisendem Metall verkündete, dass das Heck der Maschine dabei irgendwo hängen geblieben war. Gleichzeitig schlugen Splitter, wie ein tödlicher Pfeilhagel um sie herum ein.
“Vorsicht er stürzt ab!”
Er packte Fawn und zog sie mit sich, weg von der herabrauschenden Maschine, deren Rumpf unter ohrenbetäubenden Krachen durch das Blätterdach brach. Der Geruch eines Feuers, das an Bord des Hubschraubers ausgebrochen war, wurde zunehmend stärker. Sie hetzten weiter, um den vermutlichen Ort des Aufschlags so weit wie möglich hinter sich zu lassen. Eine gewaltige Explosion, gefolgt von einer unsichtbaren Faust, die ihn gewaltsam packte und davon schleuderte, war alles was Brian noch bemerkte, bevor ihn eine Ohnmacht in die Arme schloss.

Brian blickte in zwei strahlend gelbe Sonnen, die sich mit zunehmender Wahrnehmung, als Fawns Augen kristallisierten. “Wie lange war ich …”
Eine Hand strich besorgt über seinen Kopf.
“Nicht lange, ma Brian. Geht es dir gut? Lass mich dich ansehen.”
Bevor er sie aufhalten konnte, rollte das Mädchen ihn vorsichtig herum und unterzog den Söldner einer genauen Betrachtung. “Mir fehlt wirklich nichts Fawn. Vermutlich habe ich mir bei dem Aufprall nur ein paar blaue Flecken zugezogen. Wo sind die Anderen?”
“Mein Bruder und Ikelu, sind verwundet wurden, aber sie können laufen. Die Soldaten sind Tod. Ihr metallischer Vogel brennt hell und heiß.”
Jetzt bemerkte Brian auch den impertinenten Brandgeschmack auf seiner Zunge, den die unzähligen Rußpartikel in der Luft mit sich führten.
Fawn legte ihm eine Hand auf die Schulter, wobei ihre ganze Aufmerksamkeit dem abgestürzten Wrack galt, aus dem dichter Rauch hervortrat.
“Haben wir es geschafft ma Brian?”
Er blickte sie zuversichtlich an.
“Fürs Erste. Aber lassen wir uns davon nicht in Sicherheit wiegen. Der Kommandant wird weiter versuchen uns zu vernichten. Er kann gar nicht anders.”
“Du meinst, er lernt nichts dazu?”
“Ich fürchte nicht Fawn. Er ist ein Hardliner, ein Stratege alter Schule und lebt nur für seine Aufgabe. Solche Leute sterben eher, als das sie Frieden mit uns schließen.”
“Wenn das der einzige Weg ist, dann soll er seinen Wunsch erfüllt bekommen!”
Iley schritt an ihnen vorüber, den großen Jagdspeer fest gepackt und verschwand in Richtung des Lagers.“
Verblüfft sah Brian ihm nach.
“Das dein Bruder einmal aus sich herausgeht. Ich kann es kaum glauben. Das war eine echte Gefühlsregung.”
“Vermutlich ist es der Umgang mit dir, ma Brian“, erwiderte das Mädchen kichernd.
“Nun komm und lass uns zu den Anderen zurückgehen. Ich habe schon schrecklichen Hunger.”
Brian signalisierte seine Zustimmung, doch im Vorbeigehen griff er nach ihrem pendelnden Schwanz und gleich darauf hallte ein überraschter Aufschrei über die Lichtung. Mit Spuren von Überraschung und Unglauben auf ihrem Antlitz stellte sich das gut gebaute Mädchen vor ihm auf.
“Ich kenne noch jemanden, der nichts dazulernt, ma Brian.” Dabei tippte sie ihm verspielt auf die Maske.
“Wer soll das sein Fawn? Ich verstehe dich nicht”, sagte Brian mit übertrieben unschuldigen Gesichtsausdruck.
Statt einer Antwort packte ihn die kleine Jägerin und gab ihm einen zärtlichen Schubs in Richtung der Feuerstelle. Nur ein geseufztes “Tawtute” erklang, bevor sich beide wieder in Bewegung setzten. Hinter ihnen lag das brennende Wrack, dessen krachende und knackende Geräusche sie noch eine Weile auf ihrem Weg begleiteten, bis auch diese zurückblieben.

Ende

@Copyright 2014 Eichhörnchen
kxetse sì mikyun kop plltxe


Offline Plumps

  • Eyktan
  • Palulukan Makto
  • *****
  • *
  • *
  • *
  • Posts: 6199
  • Karma: 223
  • ’Ivong Na’vi
    • Aylì'uä Ramunong (Pìlok)
Re: Blut, Schweiß und Tränen - Teil 3 "Die Seuche"
« Reply #5 on: March 08, 2014, 11:48:56 am »
Endlich mal wieder etwas Avatar-Thematisches für diesen Fanfiction-Bereich! Wunderbar ;D

Wie immer spannend und flüssig geschrieben. Ich verrat mal hier nicht zu viel, um den anderen das Lesevergnügen nicht zu nehmen. Können wir eine Fortsetzung erwarten? –

Ich geh mal nicht auf jeden einzelnen grammatischen Fehler ein (meist Komma- und dass-Sachen) – das ist ja für den Unterhaltungswert der Geschichte nebensächlich!!! :D Nur eine Sache, die durchweg auftaucht: Wenn sich die Offiziere gegenseitig ansprechen und sich Siezen, dann wird dieses „Sie“ großgeschrieben. ;)

Ansonsten sind hier eher inhaltliche Anregungen.



Offline Tìtstewan

  • LearnNavi Zeykoyu
  • Toruk Makto
  • Palulukan Makto
  • *****
  • *
  • *
  • Posts: 9905
  • de Germany
  • Karma: 324
  • Ke lu oeru kea krr krrtalun!
    • My YouTube Channel
Re: Blut, Schweiß und Tränen - Teil 3 "Die Seuche"
« Reply #6 on: March 08, 2014, 01:07:02 pm »
YES!!! :D
1. ich bin mal nicht der Erste, der hier schreibt. ;D
2.
Endlich mal wieder etwas Avatar-Thematisches für diesen Fanfiction-Bereich! Wunderbar ;D

Ich schließe mich Plumps' Kommentar an. Sehr schön, spannend und flüssig geschrieben! :) Irayo nìtxan ulte Karma ngaru! :D



-| Dict-Na'vi.com | Na'viteri Files | FAQ | LM | Puk Pxaw 'Rrta | Kem si fu kem rä'ä si, ke lu tìfmi. |-

Offline Tsu'tey

  • Palulukan Makto
  • *****
  • *
  • Posts: 4461
  • de Germany
  • Karma: 51
  • Tsu'tey Olo'Eyktan a.D
    • Projekt Telefon Sammlung
Re: Blut, Schweiß und Tränen - Teil 3 "Die Seuche"
« Reply #7 on: March 08, 2014, 02:16:19 pm »
Ich kann Plumps so nur zustimmen, auch ich freue mich ungemein darüber etwas neues über Fawn aber auch Brain und Ileyzu lesen! Habe deine Na'vi Geschichten, schon richtig vermisst und es war eine grosse Wohltat dein neustes Werk im Zug zu lesen! Wieder einmal ist es dir wunderbar gelungen, und ich bin schon mehr als gespannt wann und wie es weiter gehen wird!

Iley ist genauso ein klasse Charakter wie Tsu'tey, und trifft ganz genau meinen Geschmack aber das weisst du ja eh schon längst. Ich liebe es solche etwas grimmigen Charaktäre zu lesen!

Ich bleibe in Erinnerung. Ich habe mit Toruk Makto gekämpft. Und wir waren Brüder. Und er war mein letzter Schatten.

Offline Plumps

  • Eyktan
  • Palulukan Makto
  • *****
  • *
  • *
  • *
  • Posts: 6199
  • Karma: 223
  • ’Ivong Na’vi
    • Aylì'uä Ramunong (Pìlok)
Re: Blut, Schweiß und Tränen - Teil 3 "Die Seuche"
« Reply #8 on: March 10, 2014, 04:31:18 pm »
Ma Eichhörnchen ;)

Ich weis das es lange her ist, dass der letzte Teil erschien. Allerdings schreiben sich 50-60 Seiten nicht mal so nebenbei und dann sollte die Handlung auch wieder Hand und Fuß haben.

Nee, das wäre ja auch unverschämt ;D Ich bin so schon neidisch, daß du es schaffst, so viele Geschichten zu verfassen, während ich immer noch über meiner FF hänge wie das Pendel über Foucault :P

Andererseits wußte ich nicht, ob überhaupt noch jemand hier liest, oder Interesse daran hat. Also habe ich den Schluss gestrafft und ein paar Sachen offengelassen um die Reaktionen abzuwarten. Das läßt dann Spielraum für eine mögliche Fortsetzung.

Das ist also dein böses Machwerk :P Du willst uns heiß machen, um uns auf eine Fortsetzung warten zu lassen :P Schon kapiert ;D ;D ;D

Zu den Fehlern. Das ärgert mich jetzt wirklich. Ich habe das Dokument so oft durchgesehen, wie es Seiten hat, aber irgendwie kommt da wohl die Betriebsblindheit ins Spiel. Leider habe ich auch niemand, der das vorher durchsehen könnte, wie es in diversen Autoren Boards immer angeraten wird. Ich kann auch von keinem Verlangen, mal eben 60 Seiten zu bearbeiten. Dafür sind meine Geschichten meist einfach zu lang.
Letztendlich sind die Storys zur reinen Unterhaltung gedacht. Wenn sie das Ziel erreichen, bin ich zufrieden.

Mach dir nichts draus! Das passiert. Irgendwann ist man einfach für die eigenen Fehler blind, auch wenn man den Text noch hundert Mal liest. ;)

Offline Neytiri2000

  • Uniltìranyu
  • **
  • *
  • Posts: 113
  • Karma: 17
Re: Blut, Schweiß und Tränen - Teil 3 "Die Seuche"
« Reply #9 on: March 12, 2014, 10:04:12 am »
Kalkxí ma Eichhörnchen  :D

Ein wirklich spannender und gelungener 3. Teil von Blut-Schweiß und Tränen.  ;)

Du wirst es wohl nie verlernen die Geschichte realistisch und detailreich zu gestalten oder ? :P

Beim lesen kam ich an mehrere Stellen wo ich schon Vorahnungen hatte die aber nicht eintrafen, weil es sehr abwechslungsreich war.  :)

Der lesefluss war auch sehr flüssig und angenehm, das liegt bestimmt auch daran das ich keine Fehler entdeckt habe. ( großes Lob, weis wie schwer das ist )

Besonders gefiel mir das du auf Alte Geschichten zurückgegriffen hast, wobei manche szenen in fast jedem Teil auftritt (wo es zweideutige Andeutungen oder auch mal zur sache geht  :-[ )

Fasziniert bin ich über die Charakter anzahl die so wie mir scheint immer weiter anwächst. ( Gibs da beim schreiben manchmal verwechslungen  ;D :-X )

Was mich ganz scharf macht ob es in den nächsten teilen vielleicht zum Krieg gegen die Himmelsmenschen in Hellsgate kommen wird.
Weil die Na´vi müssen ja mal bald die schnauze voll haben immer nur die Opfer zu sein, weswegen nur die Tawtute einen Präventivschlag durchführen ? ( eventuelle Anregung, )

Auf jedenfall so wild wie ein Thantor auf die nächsten Teile  :D  >:(  ;D

Ich hoffe dir hat die Bewertung gefallen

Mfg Neytiri2000

P.s Eichhörnchen bekommt nur ausgelesene Nüsse
( HAHA Wortspiel  ;D )
Zitate:

Jake Sully: Ich möchte kein Mitleid, wenn du Fair behandelt werden willst, bist du auf dem Falschen Planeten.

Offline Ricardo

  • Taronyu
  • ****
  • *
  • Posts: 630
  • Karma: 28
Re: Blut, Schweiß und Tränen - Teil 3 "Die Seuche"
« Reply #10 on: March 20, 2014, 05:01:20 pm »
Ich kann mich den Lobpreisungen der Vorredner nur anschließen.
Und langsam weiß ich auch nicht mehr, was ich sagen soll.
Schließlich müsste ich meine eigenen lobenden Worte jedesmal wiederholen. ;)

Dramaturgie und Charakterisierung gelingen dir ansprechend.
Es bereitet echten Spaß, deine Geschichten zu lesen und wie du an den Reaktionen siehst, wollen viele auch sofort eine Fortsetzung.
Und mit was?
Mit Recht!  ;)

Noch ein paar Anmerkungen:
Die Fehler, die Plumps genannt hat, fielen mir auch auf.
Allerdings stören sie den Lesefluss nicht.

Falls du doch mal ein paar Seiten zum Kontrollieren abgeben willst, kannst du mich immer kontaktieren. Das weißt du ja. ;)

Ganz am Ende nimmst du für dein Copyright das @-Zeichen. Wahrscheinlich wolltest du das Copyright-Zeichen verwenden, wie es z.B. von Filmen und Firmen bekannt ist. Hier ist es: ©


Mit gefiel besonders die Idee, das abgestürzte Raumschiff durchsuchen zu lassen. In meinem Kopf erzeugte das Szenario sofort Bilder, die mich an "Alien" oder seine Fortsetzung erinnerten.
Auch der zeitliche Sprung aus dem Raumschiff zurück zum Ritt auf den Mefa'li hat mir als erzählerisches Stilmittel gefallen.

Auch ich bin nun natürlich auf eine Fortsetzung gespannt und hoffe, dass es eine geben wird und die auch noch recht bald.

 

Become LearnNavi's friend on Facebook Follow LearnNavi on Twitter! Watch LearnNavi's videos on YouTube

SMF 2.0.17 | SMF © 2017, Simple Machines | XHTML | RSS | WAP2 | Site Rules

LearnNavi is not affiliated with the official Avatar website,
James Cameron, LightStorm Entertainment or The Walt Disney Company.
All trademarks and servicemarks are the properties of their respective owners.
Images in the LearnNavi.org Forums and Gallery may not be used without permission.

LearnNavi Affiliates:
ToS

LearnNavi is the community to learn Na'vi, the Avatar Language
"A place where real friendships are made." -Paul Frommer

AvatarMeet | Learn Na'vi Forum | Learn Na'vi Wiki | Na'viteri

LearnNavi