Author Topic: Das Feuer der Sterne - Teil 2 “Eine schreckliche Wahrheit”  (Read 1112 times)

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Offline Eichhörnchen

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Das Feuer der Sterne - Teil 1 “Flammende Vorboten”



Ein neues Abenteuer mit Fawn, das ich so nebenbei immer mal fortsetzen werde. Habe das Schreibprojekt vor einiger Zeit begonnen und im klassischen Stil gehalten. Es gibt viele lustige Momente, da sich Fawn und ihr Himmelsmensch ständig in die Haare bekommen. Das alte Sprichwort, was sich liebt das neckt sich, bewahrheitet sich hier auf eindrucksvolle Weise. :D


Von Aufregung erfüllt sah Fawn auf das Schauspiel, das sich ihr am nächtlichen Himmel bot. In unregelmäßigen Intervallen huschte ein Lichtstreif vorbei, nur um wenige Augenblicke später wieder zu erlöschen.
“Ma Brian, schnell! Das must du dir ansehen!”
Eine Weile starrte die Jägerin gebannt weiter zum nächtlichen Firmament hinauf bis ihr auffiel, dass aus der Baracke keine Reaktion erfolgte.
“Brian!”
Ihr Blick streifte neugierig über das Lager, doch auch hier blieb alles ruhig. Nur vereinzelt war der Schein eines heruntergebrannten Feuers zu erhaschen. Die vereinsamten Feuerstellen weckten unangenehme Erinnerungen in dem Mädchen. Erst vor wenigen Tagen war es der Schamanin gelungen, die zahlreichen Erkrankungen, die den Stamm befallen hatten, in den Griff zu bekommen. Ein wenig Stolz befiel Fawn, als sie dabei an ihren Himmelsmenschen dachte. Ohne sein rasches Eingreifen wäre die Sache vermutlich nicht so glimpflich ausgegangen. Brian. Ihr hübsches Gesicht verzog sich unmerklich. Wo blieb er überhaupt?
“Wenn du wieder schläfst kannst du etwas erleben, Tawtute!”, fauchte Fawn vor sich hin und stapfte auf die nahe Schleuse zu.
Ungeduldig klopfte das Mädchen gegen eines der Fenster, während sie auf das Bereitschaftszeichen der Tür wartete. Endlich ließ sich der Eingang öffnen. Übermäßig forsch drängte Fawn durch die kleine Schleuse und strauchelte fast dabei. Gerade wollte sie ihrer Verärgerung freien Lauf lassen, als sie den Söldner auf dem Boden sitzend entdeckte, umgeben von einem Konglomerat aus Werkzeugen und verschiedenartigen Teilen.
Brian sah nur flüchtig zu ihr auf und widmete sich wieder der Reinigung eines Luftfilters.
“Ma Brian, hast du mich nicht gehört? Was machst du da?” Neugierig ging sie neben ihm in die Hocke und betrachtete die zahlreichen Einzelteile.
“Falls du deine Rufe meinst, so war es unüberhörbar Fawn. Die Atemmaske funktioniert nicht mehr einwandfrei. Ich vermute, der Luftfilter ist verstopft. Hast du nicht bemerkt, wie ich vorhin beim Essen geschluckt habe?”
Fawn blickte abwechselnd auf die Gegenstände in seinen Händen und wieder auf ihn.
“Ich dachte, dass du nur einen Grund suchst, um dich der Gesellschaft unserer Brüder und Schwestern zu entziehen. Immerhin ist mir bekannt, wie sehr dich die Gespräche der Krieger langweilen. Ich habe mich wohl geirrt.”
Spuren von Unsicherheit erschienen auf ihrem Antlitz und ließen das ansonsten strahlende Gelb ihrer Augen verschwimmen. Mehr noch, Fawn erschien mit einem Mal sichtlich betroffen.
“Ist etwas mit dir? Du wirkst auf einmal so seltsam.”
Ein viel zu hastiges Kopfschütteln.
“Kehe, ma Brian! Es ist nichts. Ich war nur ungeduldig und dachte, dass du … .”
“Das ich was?”
Brian schraubte mit einer an Routine anmutenden Geschicklichkeit die Teile der Atemmaske wieder zusammen, die dem Mädchen sichtliche Bewunderung abrang. Geduldig wartete Fawn, bis er alles einem ersten Test unterzogen hatte. Erneut sah Brian zu ihr auf.
“Also, was ist nun? Bekomme ich endlich eine Antwort?”
“Ach gar nichts. Komm mit mir, ich möchte dir etwas zeigen.”
Er überprüfte nochmals den korrekten Sitz der Maske und als der Söldner keine weitere Funktionsstörung feststellen konnte, folgte er dem Mädchen ins Freie. Interessiert sah er sich um, konnte jedoch keinen Hinweis darauf entdecken, was Fawn aufgebracht hatte.
“Ein wirklich wunderbare Nacht. So ruhig und friedlich wie schon lange nicht mehr.”
Er hatte kaum ausgesprochen, da hieb ihm Fawn auf den Hinterkopf.
“Aua! Für was war das denn jetzt wieder?”
“Trottel! Die Nacht interessiert mich nicht. Sieh gefälligst nach oben.”
Völlig überrascht blickte er über sich, an den Ort wohin ihr ausgestreckter Arm wies. Immer noch zogen die Leuchtspuren über das nächtliche Firmament, wenn auch nicht mehr in so großer Zahl wie noch Augenblicke zuvor.
“Das ist nichts, vor dem du dich fürchten musst, Fawn“, sagte er und schenkte ihr ein Lächeln.”
“Ich fürchte mich vor gar nichts! Ich wollte nur, dass du es siehst. Es ist ein Zeichen das eywa uns gesandt hat.”
Ihre anfängliches Fauchen ging nun in andächtigere Töne über. Brian sah hinauf und dann wieder in ihre Augen die ihn anfunkelten. “Nein Fawn, dafür gibt es eine ganz einfache Erklärung. Es ist ein Meteoritenschauer. Auf meiner Heimatwelt habe ich das oft gesehen.”
Fawn ließ sich deutlich hörbar auf ihr pralles Hinterteil fallen und gluckste.
“Wie lange bist du jetzt bei uns, ma Brian?”
“Wie lange ich … nun das weiß ich nicht mehr, Fawn. Irgendwie ist mir jegliches Zeitgefühl abhanden gekommen. Aber ich denke über ein Jahr. Ist das denn so wichtig?”
“Eine sehr lange Zeit also”, nickte sie befriedigt.
“Wie kommt es dann, dass du immer noch nicht sehen kannst? Wir haben ein Zeichen erhalten und morgen werde ich die Schamanin aufsuchen und sie um Rat befragen.”
Kein Wort zu dem, was er ihr gesagt hatte, kam über ihre Lippen. Fast schien es so, als wolle oder könne sie es nicht akzeptieren.
Brian wollte etwas erwidern, doch das Mädchen unterband seine Versuch im Ansatz.
“Denke nicht einmal daran, mich umzustimmen. Es ist entschieden, ma Brian!”
Die Entschlossenheit in ihrer Stimme erschreckte ihn und so starrte Brian weiter hinauf und hing dabei seinen Gedanken nach.

In der fernen Basis wurde das Schauspiel ebenfalls mit Interesse beobachtet.
“Sehen Sie Clark, beeindruckend nicht wahr?”
“Gewiss Kommandant, eine reine Atmosphäre hat ihre Vorzüge, auch wenn die verdammte Luft für uns nicht atembar ist.”
“Sie sagen es”, erwiderte Riley mit einem gönnerhaften Nicken. Clark notierte es mit einer gewissen Verwunderung. So gelassen hatte er den Kommandanten schon lange nicht mehr erlebt. Er schob es auf den erfolgreichen Einsatz, den die Kampfhubschrauber vor wenigen Tagen abgeschlossen hatten.
“Trotzdem mein lieber Clark, hätten Sie mich informieren können, dass dieses Ereignis bevorsteht.”
Der Adjutant hielt den Atem an, als ihm das gefährliche Aufblitzen in Rileys Augenwinkeln auffiel.
“Ich hoffe doch, dieses Fehlverhalten bezieht sich nur darauf, dass Sie mich schonen wollten, damit ich mich wichtigeren Dingen widmen kann. Oder wäre es möglich, dass Sie nachlässig werden mein lieber Clark?”
Riley sah ihn mit einer Gleichgültigkeit an, als habe er eben den Tagesplan abgezeichnet. Dabei war sich Clark sicher, eine tickende Zeitbombe vor sich zu haben. Er fühlte einen eisigen Schauer den Rücken hinunter rinnen, während der Blick des Kommandanten weiterhin auf ihm ruhte. Ungeschickt fingerte er am Halsverschluss seiner Uniform herum, die ihm auf einmal viel zu eng vorkam.
“Nun, ehrlich gesagt Sir, gab es keine Vorzeichen.”
“Was soll das heißen? Unsere Beobachtungsanlage muss doch etwas aufgezeichnet haben. Das wäre ja noch schöner. Also reden Sie schon, Clark.”
Der Adjutant trat unsicher von einem Fuß auf den anderen.
“Wir haben derzeit jede Überwachung eingestellt. Ich hielt es nicht für notwendig, da die Ureinwohner über keine geeigneten Gerätschaften verfügen, uns aus der Luft anzugreifen. Ausgenommen ihre Ikrane, die sich aber bedauerlicherweise ständig unterhalb unseres Ortungsbereiches befinden. Mitunter erscheint es ganz so, als ob diese Wilden genau wüssten, wie sie uns ins Handwerk pfuschen können.”
Riley zeigte weiterhin ein süffisantes Lächeln, dass keine Rückschlüsse auf seine wahren Gedanken zuließ. Nichts, ob er überrascht oder sogar verärgert war, was Clark nur noch mehr verunsicherte.
“Die Ureinwohner vielleicht … .”
Der Kommandant deutete auf das Sternenmeer über ihnen.
“Was ist mit Geschehnissen außerhalb dieses Mondes? Ist ihnen nicht der Gedanke gekommen, dass sich etwas der Umlaufbahn nähern könnte? Ein Schiff, um ihnen mal eine Anregung zu geben.”
“Sir. Ich halte es doch für sehr unwahrscheinlich … .”
“Was sie davon halten interessiert mich nicht, Clark!”
Rileys Stimme bekam einen gefährlichen Unterton.
“Wir wissen nicht, was mit den verbliebenen Raumschiffen geschehen ist, oder wo sie sich derzeit aufhalten. Gut möglich, dass schon Morgen ein Schiff landet und uns unverhoffte Verstärkung bringt.”
“Das wäre aber ein glücklicher Zufall, Sir … .”
“Lassen Sie mich ausreden! Wahrscheinlicher wäre, dass so ein verdammtes Rebellenschiff uns in den Rücken fällt. Diese Leute würden sich doch am liebsten bei der erstbesten Gelegenheit, mit den Ureinwohnern verbrüdern.”
Der Kommandant schnaufte hörbar unter seiner Atemmaske.  “Ab jetzt melden Sie mir jedes noch so unbedeutende Vorkommen, ganz gleich wie unwichtig es ihnen erscheint. Habe ich mich klar ausgedrückt Clark?”
“Selbstverständlich Sir. Verzeihen Sie bitte! Es wird nicht mehr vorkommen.”
“Oh da bin ich mir sicher, Clark und nun wird es Zeit, schlafen zu gehen. Für morgen habe ich eine Routineüberprüfung der Kampfhubschrauber angesetzt.”
Im nächsten Moment stapfte Riley davon, ohne den Adjutanten darüber aufzuklären, wie seine Bemerkung gemeint war.

Kaum merklich zog eines der drei Himmelsgestirne über den mittäglichen Himmel, wobei es sich jede erdenkliche Mühe gab, den Dschungel unter ihm in einen dampfenden Kessel zu verwandeln.
Noch reichlich unsicher auf den Beinen bewegte sich Varyu, gestützt von seiner hübschen Begleiterin vorwärts.
“Du kannst mich loslassen. Ich kann alleine gehen. Die anderen Kriegern werden mich für einen Schwächling halten, wenn sie mich so sehen!”
“Sei still! Du warst sehr krank.”
Auraya zeigte Unverständnis über die törichten Gedankengänge ihres Freundes.
“Du kannst alleine laufen? Na los, zeig es mir!” Unerwartet löste sie ihren Griff um den jungen Na’vi, mit dem sie ihn bisher gestützt hatte.
Varyu trat entschlossen einen Schritt vor und strauchelte im gleichen Augenblick. Nur das rechtzeitige Zupacken des Mädchens verhinderte, dass er der Länge nach hinschlug.
“Da hast du es Varyu und nun will ich nichts mehr davon hören.”
“Dein Bruder zeigt keine Schwäche. Ist das nicht ungewöhnlich, wo er doch dabei gewesen ist, als der seltsame Behälter der Himmelsmenschen zerprang und sein tödliches Gift freisetzte?”
Das Mädchen stieß aufseufzend die Luft aus ihren Lungen.
“Ikelu ist so hart und kalt wie ein Fels, ma Varyu. Es gibt nicht viel, das ihm etwas anhaben könnte. Ich bin glücklich, dass du nicht so bist.”
Nur langsam näherten sie sich dem Versammlungsplatz, was Auraya Gelegenheit verschaffte nachzudenken, wobei sich alles um die Geschehnisse der vergangen Tage drehte. Manchmal war ihr Ikelu richtiggehend unheimlich und sie verspürte Furcht vor ihm, besonders wenn er wütend wurde. Auch wenn sie seine Härte und das Streben nach Macht im Stamm bewunderte, so gab es andere Möglichkeiten ihre Ziele zu erreichen. Ihr bisher verbissener Ausdruck wurde milder und ging in ein Lächeln über. Vor der Feuerstelle half sie Varyu, sich zu setzen. Der Krieger glitt ihr aus den Händen. Nur mit Mühe schaffte er es, nicht völlig in sich zusammen zusacken und bot einen erbärmlichen Anblick. Sie winkte eine der älteren Frauen heran und bat sie, sich um den Ureinwohner zu kümmern. Dankend nahm Varyu das ihm dargereichte Wasser entgegen. Für einen Moment blieb Aurayas Blick nachdenklich auf der reifen Frau haften und ihre Mundwinkel verzogen sich spöttisch. Sie fühlte sich zu höherem berufen, als später für die Krieger Wasser und Feuerholz zu schleppen. Eines Tages würde sie die beste Tsamsiyué des Stammes sein. Bei der Vorstellung daran vielleicht sogar ihren smukan zu übertreffen, begann es triumphierend in ihren Augen zu leuchten. Das Mädchen legte eine Hand auf die Schulter ihres Begleiters und drückte sie sanft.
“Warte hier auf mich. Ich bin bald wieder zurück.”
“Wo willst du hin, Auraya?”
Seine überraschten Blicke trafen auf ihre Augen, in denen ein loderndes Feuer brannte, das nur darauf zu warten schien ihre Gegner zu verschlingen.
“Du hast sehr lange geschlafen, Varyu. Es hat mehrere Tage gedauert, bis du wieder erwacht bist. Viele unserer Brüder und Schwestern hatten nicht soviel Glück. Jede helfende Hand wird in unserem Lager gebraucht. Sorge dich nicht um mich Varyu.”
Er versuchte nach ihr greifen, doch Auraya entwand sich geschickt seinen zufassenden Händen und war erschreckt, wie leicht ihr das fiel. Nach einer Abschiedsgeste rannte das Mädchen, wie von ayvrrtep gejagt vom Versammlungsplatz. Keine Zeit, sich weiter um den geschwächten Krieger zu kümmern. Es gab wichtigere Dinge zu erledigen und Auraya hatte schon eine genaue Vorstellung davon, wo sie ansetzen musste.

Auraya beobachte aus den Büschen heraus, wie die Schüler abzogen. Eine Weile hatte sie aufrichtig mit dem Gedanken gespielt, den anderen Mädchen am Fluss zu helfen, diesen jedoch ebenso schnell wieder verworfen. Ihr lag nichts daran, zwischen Ufer und Lagerplatz wie ein zu schwer bepacktes Pferd zu trotten, das Ganze wohlmöglich den gesamten Nachmittag über. Wie viel mehr Abwechslung versprach da im selben Moment die Aussicht, den zukünftigen Jägern bei ihren Übungen beizuwohnen. Sie beobachtete, wie Iley gerade die Sehne vom Bogen löste und sie säuberlich zusammen rollte. Im gleichen Augenblick drang unerwartet eine Stimme durch ihre Deckung, die sie für so hervorragend erachtet hatte heran.
“Du kannst aus deinem Versteck kommen oder denkst du, ich hätte dich nicht bemerkt?”
Eine winzige Zeitspanne spiegelte sich Verblüffung in den Augen des Mädchens, doch schließlich trat sie entschlossen aus dem Unterholz hervor.
“Deine Fähigkeiten sind bemerkenswert … in vielerlei Hinsicht“, sagte Auraya anerkennend darüber, dass er sie in dem dichten Gestrüpp überhaupt bemerkt hatte und begann damit, den Krieger zu umrunden.
Iley beobachtete sie ausdruckslos, doch hinter seiner breiten Stirn arbeitete es. Er wusste sich keinen Reim darauf zu machen, was ihr Auftauchen zu bedeuten hatte. Mehr noch: Der Vergleich mit einer Schlange die nur darauf wartete, ihrem Opfer den alles entscheidenden Biss zu versetzen, drängte sich ihm unweigerlich auf. Nachdem sie eine Weile ihre Kreise um ihn gezogen hatte, blieb Auraya plötzlich stehen und meinte abschätzend.
“Warum bist du so unnahbar?”
Ihre Gedanken kehrten zu Varyu, der wie Wachs in ihren Händen wurde, wenn sie ihn umgarnte. Nur Fawns Bruder zeigte sich gegenüber ihren offensichtlichen Reizen völlig unempfänglich.
“Du bist doch nicht gekommen, um meine Fähigkeiten mit dem Bogen zu rühmen oder möchtest du selbst Unterricht nehmen?” Auraya schüttelte beinahe sanft den Kopf und ließ ihr langes feines Haar im Wind flattern. Sie war sich ihrer Wirkung auf die Krieger des Stammes bewusst, etwas, das sie schamlos ausnutzte, wenn es ihren eigenen Interessen diente.
“Ich kämpfe bevorzugt mit dem tstal. Das ist die richtige Waffe für eine Kriegerin.”
Dabei zog sie den schweren Dolch hervor und hielt ihn bewusst provozierend an Ileys Nasenspitze. Der Krieger zeigte sich von der offensichtlichen Provokation völlig unbeeindruckt.
Sanft drückte er die Spitze der Waffe mit dem Zeigefinger aus seinem Gesicht.
“Also, was willst du von mir?”
Grinsend steckte Auraya die eindrucksvolle Klinge zurück. Sie hatte nicht wirklich erwartet, dass ihn eine Waffe vor seinem Gesicht aus der Ruhe bringen würde und wurde nicht enttäuscht.
“Ich werde morgen auf die Jagd gehen. Hier im Lager halte ich es einfach nicht mehr aus. Möchtest du mich nicht begleiten? Ich könnte Hilfe gebrauchen und Varyu ist immer noch sehr schwach auf den Beinen“, sagte sie gefolgt von einem verführerischen Augenaufschlag, der ihm alles versprach.
“Die Schamanin hat es untersagt, ohne Erlaubnis Wild zu erlegen. Das Gift der Himmelsmenschen ist immer noch da draußen und wir wissen nicht, welche Pflanzen und Tiere davon betroffen sind.”
Auraya schürzte ihre Lippen.
“Ich bin mir sicher, dass der erste Krieger unseres Stammes diese Entscheidung selbst treffen könnte und niemand würde es ihm verwehren.”
Iley ignorierte die Spitze in ihrer Bemerkung als er erwiderte:
“Ja das könnte ich, doch ändert es nichts an den Tatsachen.”
“Was die kranken Tiere angeht … nun, ich dachte nicht an die Umgebung des Kelutrals.”
“Du möchtest dich weiter vom Lager entfernen? Allein ist das viel zu gefährlich. In den Ebenen wimmelt es von Himmelsmenschen und weiter hinauf im Gebirge lauern allenorten wilde Tiere auf einen unachtsamen Jäger.”
Sie sah ihn erwartungsvoll an. Der ausgeworfene Köder zeigte erste Wirkung. Er machte sich Gedanken um ihr Vorhaben. Das war mehr, als sie zu hoffen erwartet hatte. Noch einen Schritt weiter, dann würde er in die Falle tappen.
“Dann begleite mich, Iley. Glaubst du, ich sehe nicht, wie dich das Lagerleben langweilt? Deine Muntxate ist nur noch mit eurem Kind beschäftigt und die Numeyu auszubilden, bringt einem Krieger wie dir keine Erfüllung.”
“Woher willst du das wissen”, erwiderte er ungehalten, doch unbewusst trafen die Worte des Mädchens auf offene Ohren. Seit langem sehnte er sich wieder nach einem Abenteuer, hatte diese Gedankengänge auf Rücksicht auf seine Muntxate und ihr Kind allerdings immer wieder verdrängt.
“Awaiei ist eine gute Frau und ein Kind bedeutet große Verantwortung. Du wirst es selbst erfahren, wenn für dich die Zeit gekommen ist.”
Sie zuckte zusammen und fixierte den Krieger mit eiskalten Blicken. Jedoch nur für einen Moment, dann hatte sie sich wieder unter Kontrolle. Ausweichend erwiderte das Mädchen.
“Sieh dich doch an, Iley. Ich kann es in deinen Augen erkennen, wie sehr du dich selbst belügst. Komm mit mir und ich verspreche dir ein Abenteuer, dass du nie wieder vergessen wirst!”
Er tat, als habe er die äußerst anzügliche Bemerkung nicht vernommen.
“Vorausgesetzt ich gebe deinem Wunsch nach … wann hast du vor aufzubrechen?”
Ihr Herz machte einen freudigen Sprung und beinahe hätte sie sich vor Aufregung verschluckt. Geschafft! Der Krieger zappelte in ihren Fängen. Nun musste sie nur noch die Schlinge zuziehen.
“Gleich morgen früh, bevor die Sonnen zum Himmel aufsteigen, Iley. Ich kann also auf deine Hilfe zählen?”
“Gut, das gibt mir Gelegenheit, noch einige Vorbereitungen zu treffen. Ich erwarte dich an der Feuerstelle.”
Gerade wollte sie sich abwenden, da hielt sie seine Hand an der Schulter fest.
“Warte. Es wäre von Vorteil, wenn du nicht jedem von unserem Vorhaben erzählst. Die Schamanin hat sich etwas dabei gedacht, als sie uns zur Vorsicht mahnte. Es könnte unsere Brüder und Schwestern verärgern.”
Auraya tat so, als fiele ihr die Entscheidung schwer, dabei spielte ihr der Wunsch des Kriegers direkt in die Hände.
“Es soll geschehen, wie du es wünscht, Iley. Kein Wort wird über meine Lippen kommen.”
Hoch aufgerichtet wie schon lange nicht mehr, seit der Schmach, den die Schamanin ihrem Bruder zugefügt hatte, schritt Auraya durch das Lager davon.

Begleitet von einem unbestimmten Gefühl, betrat Clark an diesem morgen die zweckmäßig eingerichtete Funkzentrale. In der Ferne donnerten die laufenden Rotoren der Hubschrauber auf dem Rollfeld und überlagerten alles mit ihrem Lärm. Riley hatte seine Drohung wahr gemacht und ließ die fluchenden Besatzungen in voller Kampfmontur schwitzen.
Der diensthabende Soldat ruckte überrascht herum und versuchte eine Ehrenbezeugung, die ihm völlig misslang. Herrisch winkte der Adjutant ab und ließ seine Blicke prüfend über die Ortungsschirme schweifen.
“Suchen Sie etwas Bestimmtes, Adjutant?”
“Ich weiß noch nicht genau. Nur so ein Gefühl, wenn Sie verstehen, was ich meine.”
Garcia hatte keine Ahnung, wovon sein Vorgesetzter sprach, nickte aber pflichtschuldig, während er sich durch das kurz geschorene Haar fuhr.
“Was ist damit?” Clark deutete auf ein paar Bildschirme, die dunkel oder eintöniges grau beherrschte, unterbrochen von gelegentlichen Flackern.
“Ein Defekt, Adjutant. Ich hatte schon eine entsprechende Eingabe gemacht, aber bisher hielt man es im Befehlsstand wohl nicht für dringend.”
Für die Zeitspanne eines Wimpernschlags stockte Clark der Atem. Er war damit gemeint. Alle Berichte gingen durch seine Hände und nur wenn er es für dringlich genug hielt, wurde die Mitteilung direkt an den Kommandanten weitergeleitet. In der Hoffnung, dass der Soldat sein Zögern nicht bemerkte, fuhr er ausweichend fort.
“Soll das heißen, wir empfangen derzeit nichts?”
“Oh nein, Sir! Das Gebiet um die Basis herum ist abgedeckt. Seien Sie ganz unbesorgt. Es gehen auch Daten auf den anderen Empfangsschirmen ein, nur lassen sie sich nicht abrufen.”
“Welcher Bereich ist davon betroffen?” Clark war nun hellhörig geworden.
“Um es genau zu sagen, unsere gesamte Raumortung, Sir.”
Der Adjutant zuckte zusammen, als habe ihm jemand eine brennende Nadel ins Genick gestoßen. Da war es wieder dieses unangenehme Gefühl, dass er schon den ganzen morgen verspürt hatte.
“Ich werde mich selbst darum kümmern. Halten Sie die Stellung und zu keinem ein Wort. Haben wir uns verstanden?”
“Ja Sir, aber ich verstehe nicht … .”
“Das müssen Sie auch nicht. Ihr Gehorsam reicht mir völlig“, fuhr Clark den völlig konstatierten Funker an.
“Was ist mit dem Kommandanten, Sir? Soll er auch nichts erfahren?”
Statt einer Antwort, klopfte Clark ihm auf die Schulter.
“Ich sehe, wir verstehen uns Garcia. Machen Sie weiter so, dann werden Sie es noch weit bringen.”
Im nächsten Moment rauschte er bereits wieder aus der provisorischen Kabine. Im Gegensatz zu der dunklen Räumlichkeit stach ihm das Sonnenlicht unangenehm in die Augen, welches durch die Maske noch verstärkt wurde. Clark überlegte einen Moment, wie er weiter verfahren sollte. Dieser verdammte Bericht. War er schon in Rileys Besitz? Er konnte sich nicht daran erinnern, ihn in den Händen gehalten zu haben. Aber nach den sich überschlagenden Ereignissen der vergangenen Tage verwunderte ihn das gar nicht. Ohne Umschweife suchte Clark sein Büro auf und begann, sich stöhnend durch die zahllosen Meldungen und Nachrichten zu kämpfen, die in einer nie enden wollenden Zufuhr auf seinem Schreibtisch landeten. Schon nach wenigen Augenblicken hielt er in Händen, wonach er suchte. Eine winzige handgeschriebene Notiz. Clark zerriss mit zittrigen Fingern das verräterische Detail und ließ sich mit einem Techniker verbinden. Das fehlte noch, dass der Kommandant von seiner Nachlässigkeit erfuhr.

In ihren Bewegungen einer geschmeidigen Bogensehne gleichend, sprang Auraya vor und ließ Iley keine andere Wahl, als ihr zu folgen, wollte er nicht den Anschluss verlieren. Es erstaunte ihn, welche Kraft und Ausdauer dem jungen Mädchen innewohnte. Er selbst keuchte hörbar und sein Puls klopfte lautstark in den Ohren. Immer noch rang er innerlich mit seiner getroffenen Entscheidung, sie zu begleiten. Eine lachende Stimme verdrängte alle weiteren Überlegungen.
“Hat dich das Lagerleben verweichlicht?”
Er stieß einen wütenden Laut aus und rannte dem Mädchen hinterher. Ohne die Geschwindigkeit zu verringern, bahnte sich Auraya ihren Weg weiter durch das Unterholz. Iley kam nicht umhin, ihr Respekt zu zollen. Ihre Geschicklichkeit, die dabei zutage trat, hätte jedem Krieger zur Ehre gereicht.
“Du bist schnell wie der Wind”, rief er ihr nach und wunderte sich im gleichen Moment, woher er noch die Kraft dafür nahm. Ein flüchtiger Blick zurück. Schon längst hatten sie den Kelutral hinter sich gelassen. Eine Hand krampfte sich um seinen selbst gefertigten Speer. Iley war erfahren mit dem Bogen, in einer Weise, das selbst Fawn es kaum schaffte, ihm das Wasser zu reichen. Für die Jagd indessen bevorzugte er die eindrucksvolle Wurfwaffe, die er mit tödlicher Präzision einzusetzen verstand. Ein Ruf des Mädchens beendete seine Gedankengänge. Auraya stand etwas entfernt und deutete aufgeregt auf den Boden. Er sah, wie sie sich hinkniete und beeilte sich, zu ihr aufzuschließen.
“Sieh nur, Iley. Hier ist eine Herde vorbeigekommen. Es ist noch nicht lange her. Die Spuren sind ganz frisch und durch keine anderen Tiere verwischt.”
Der Krieger beugte sich über sie und nickte zustimmend.
“Gib es zu, selbst Fawn hätte die Spuren nicht schneller finden können.”
Ihre Worte entlockten dem Krieger nur ein Grunzen, während er an ihr vorbeidrängte. In Iley war der Jagdtrieb geweckt und er konnte es kaum erwarten, endlich seinen prachtvollen Speer zu etwas anderem als dem ereignislosem Fischen zu verwenden. Während er noch die Fährte betrachte, war das Mädchen schon wieder vorausgeeilt und zwischen den mit Schlingpflanzen überzogenen Stämmen verschwunden. Der Krieger warf einen Blick zum Himmel, wo die Sonnen alles daran setzten, jede Wolke aus dem strahlenden Blau zu brennen, bevor sie entstehen konnten. Begleitet von gemischten Empfindungen packte er seine Waffe und folgte Auraya.

Verzweifelt versuchte Brian die Jägerin zu beruhigen. Fawn hatte nach ihrem Bruder sehen wollen, um mit ihm über die seltsamen Zeichen am Himmel zu sprechen, ihn aber im Lager nicht angetroffen. Mehr noch. Zu ihrem Entsetzen musste sie feststellen, dass auch von Auraya jede Spur fehlte. Der Gedanke, dass sie etwas mit Ileys Verschwinden zu tun haben könnte, brachte die kleine Jägerin in Rage.
“Sie ist eine Intrigantin, das habe ich schon immer gesagt, Fawn. Hattest du wirklich geglaubt, dass Sie ihre Pläne aufgibt? Auraya ist nicht der Typ dafür, einfach die Segel zu streichen, nur weil ihr der Wind etwas stärker entgegen bläst.”
“Nein. Diesmal irrst du dich bestimmt. Iley ist mit seiner muntxate vereint. Auraya kann sich nichts davon erhoffen.”
“Bist du dir da so sicher, Fawn? Die Schamanin hat Iley zum ersten Krieger erhoben. Sicherlich eine Erniedrigung für Auraya und ihren Bruder, aber auch eine Chance.”
“Dieses kleine Miststück“, fauchte die Jägerin erschrocken, als ihr bewusst wurde, worauf Brian anspielte.
“Lass uns in die Baracke gehen. Ich habe noch einiges zu tun. Unser neues Zuhause macht mehr Arbeit, als es vielleicht bei dir den Anschein erweckt.”
Fawn verneinte Kopf schüttelnd.
“Ich bleibe noch ein wenig hier, ma Brian. Es gibt einiges, über das ich nachdenken muss. Ich würde dir auch keine große Hilfe sein.”
“Ganz wie du möchtest, Fawn.”
Er streichelte zum Abschied zärtlich die spitzen Ohren, was ihr ein Glucksen entrang und betrat die Schleuse.
Nachdenklich beobachtete das Mädchen, wie sich die Tür schmatzend hinter ihm schloss und seufzte auf. Ich werde warten, dachte sie bei sich. Vielleicht sind meine Sorgen unbegründet und sie kommen bis zum Abend zurück. Fawn erhob sich und schlug den Weg zum nahen Fluss ein. Ein kühles Bad würde ihr jetzt gut tun und sie auf andere Gedanken bringen.

In feurigen Farbtönen brach sich das Licht des heraufziehenden Abends seinen Weg zwischen den Bäumen hindurch. Iley wischte sein Messer im dichten Gras sauber, mit dem er dem Mädchen geholfen hatte, ihre Beute zu zerlegen. Nun, im Angesicht der schnell hereinbrechenden Nacht, befiel in Unruhe. “Wir müssen zurück.”
Auraya sah flüchtig auf und bedachte ihn mit einem spöttischen Blick.
“Nicht so eilig, mein smukan. Bis zum Heimatbaum ist es weit. Wir werden am Morgen aufbrechen. Lass uns einen Schlafplatz suchen. Es sei denn, du möchtest die ganze Nacht durch den Wald laufen. Wir könnten einem Rudel Nantangs begegnen oder einem wütenden Thanator.”
Der Krieger blickte sich um.
“Dort entlang. Wir kehren zu der Lichtung zurück, die wir vorhin durchschritten haben. Zumindest sollten wir bis dahin noch etwas sehen können.”
Auraya nickte und half ihm dabei, die Beute zu tragen. Gerade, als die Dunkelheit sich zwischen den Stämmen auszubreiten begann, erreichten sie den Platz. Im Gegensatz zur Umgebung des Kelutrals gab es hier kein leuchtendes Moos oder sonstige Pflanzen, die ihnen hätten Licht spenden können. Iley bedauerte es, wusste sich jedoch den Verhältnissen schnell anzupassen.
Routiniert stellten sie mit einfachsten Hilfsmitteln ihre Schlafstätte her. Kaum damit fertig, begutachtete das Mädchen alles.
“Jetzt fehlt nur noch etwas zu Essen. Komm, lass uns nachsehen, was wir so finden können.”
Iley verspürte keine große Lust, fügte sich aber ohne zögern. Geschickt sammelte das Mädchen einige Früchte und Larven ein, wobei manche den Weg direkt in ihren Mund fand. Missmutig betrachtete sie Iley dabei, doch bevor er einen Einwand hervorbringen konnte, hatte sie schon den nächsten Vorschlag bereit.
“Wir könnten versuchen, ein paar Fische zu fangen. Dort vorne habe ich einen Bach bemerkt. Wenn du ganz still bist, kannst du das Plätschern des Wasser hören.”
“Ich bin nicht hungrig“, erwiderte Iley und wollte sich abwenden, als Auraya ihn zurückhielt.
“Nun vielleicht verlangt es dich ja nach anderen Dingen.” Verblüfft riss er sich los und stapfte zum Lagerplatz zurück, während Aurayas Kichern ihm nachhallte.


Ende @Copyright 2015 Eichhörnchen
« Last Edit: August 15, 2017, 02:08:31 am by Eichhörnchen »
kxetse sì mikyun kop plltxe


Offline Tsu'tey

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Re: Das Feuer der Sterne - Teil 1 “Flammende Vorboten”
« Reply #1 on: July 23, 2015, 03:17:28 pm »
Sehr schön das ist mal wieder ganz nach meinem Geschmack, darauf habe ich mehr oder weniger nur gewartet. Ich war nicht weg oder untätig, aber viel zu tun und die anderen Storys nicht sooo ganz mein ding. Doch hier bin ich selbstverständlich wieder Feuer und Flamme, denn die Entwicklungen weiter zu verfolgen ist absolut klasse! ;)


Ich bleibe in Erinnerung. Ich habe mit Toruk Makto gekämpft. Und wir waren Brüder. Und er war mein letzter Schatten.

Offline Tratey

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Re: Das Feuer der Sterne - Teil 1 “Flammende Vorboten”
« Reply #2 on: July 30, 2015, 01:18:38 pm »
Toll ??? Super geschrieben ;)

@Tsu'tey, was ist mit dem WOP forum passiert? Ich kann mich da nimmer einloggen  :o

Offline Eichhörnchen

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Re: Das Feuer der Sterne - Teil 1 “Flammende Vorboten”
« Reply #3 on: August 09, 2015, 05:46:40 am »
Hallo ihr Lieben


Eine echte Überraschung, mal wieder ein paar andere Gesichter in den Bewertungen zu entdecken. :D

Quote
Sehr schön das ist mal wieder ganz nach meinem Geschmack, darauf habe ich mehr oder weniger nur gewartet.

@Marco

Nun … Fawn brauchte eine Pause. ;D
Hat jetzt zwar länger gedauert als zuerst angenommen, glaub so 2 Jahre, dafür ist die Gute nun voll einsatzbereit. Wie du siehst habe ich nichts verlernt oder vergessen. Alle vertrauten Charaktere sind wieder vertreten. Ich musste mir nur erstmal über den Handlungsstrang Gedanken machen und hoffe das er genug Spannung beinhaltet. :-\


@Tratey

Ein klein wenig mehr hättest du schon schreiben dürfen, trotzdem Danke. :)
Das es ordentlich geschrieben ist, versteht sich von selbst. Dafür wäre mir auch meine Freizeit zu schade, irgendetwas hinzuschludern.
Sicherlich ist nicht jede Geschichte für alle Leser geeignet, allerdings biete ich ein doch recht umfangreiches Spektrum an, sodass für jeden etwas dabei sein sollte.
 
Geht bald weiter, sobald ich die gröbsten Fehler aus dem nächsten Teil entfernt habe.
Ich werde das entgegen anderer Geschichten hier anhängen und nicht für jeden Teil einen eigenen Thread aufmachen. Das gleiche gilt für “Was der Krieg entzweit”.


Viele Grüße,


Robert
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Offline Tsu'tey

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Re: Das Feuer der Sterne - Teil 1 “Flammende Vorboten”
« Reply #4 on: August 11, 2015, 04:22:38 am »
Quote
Sehr schön das ist mal wieder ganz nach meinem Geschmack, darauf habe ich mehr oder weniger nur gewartet.
@Marco

Nun … Fawn brauchte eine Pause. ;D
Hat jetzt zwar länger gedauert als zuerst angenommen, glaub so 2 Jahre, dafür ist die Gute nun voll einsatzbereit. Wie du siehst habe ich nichts verlernt oder vergessen. Alle vertrauten Charaktere sind wieder vertreten. Ich musste mir nur erstmal über den Handlungsstrang Gedanken machen und hoffe das er genug Spannung beinhaltet. :-\

Genau so in etwa hatte ich mir das auch gedacht, daher habe ich stillgehalten und einfach abgewartet, und siehe da man wird mit einer neuen tollen Geschichte überrascht. Ich sag es ja immer wieder warten kann, sich auszahlen und tut es meistens auch :) Das die altgedienten Charaktäre mit dabei sind, find ich natürlich optimal und klasse so fühlt man sich auch nach so langer Pause, in der Geschichte nicht fremd. Für mich muss es nicht unheimlich viel Spannung haben, es sind die kleinen Dinge die einen zu einem begeisterten Leser machen...

Ich bleibe in Erinnerung. Ich habe mit Toruk Makto gekämpft. Und wir waren Brüder. Und er war mein letzter Schatten.

Offline Eisbärchen

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Re: Das Feuer der Sterne - Teil 1 “Flammende Vorboten”
« Reply #5 on: September 13, 2015, 01:21:08 pm »
Hi

Ich les mal rein und melde mich wieder. Sind hier Storys fertig?
Suche was spannendes was unter die haut geht falls es das gibt.

Bb

Offline Eisbärchen

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Re: Das Feuer der Sterne - Teil 1 “Flammende Vorboten”
« Reply #6 on: September 15, 2015, 07:51:09 am »
Super geschrieben. Schön geschilderte Figuren. Gibt es davon eine Vorgeschichte?
Hatte beim lesen so ein Gefühl dass da so einiges vorher passiert sein muss.
Wo ist hier der like button?

Offline Tìtstewan

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Re: Das Feuer der Sterne - Teil 1 “Flammende Vorboten”
« Reply #7 on: September 15, 2015, 07:59:00 am »
Wo ist hier der like button?
Falls du das Karma meinst, den "Button" siehst du erst ab 25 verfassten Beiträgen. :)

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Offline Passi

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Re: Das Feuer der Sterne - Teil 1 “Flammende Vorboten”
« Reply #8 on: September 15, 2015, 02:42:34 pm »
Kaltxì

Ursprünglich war das vergeben von Karma etwas tiefgründiger.
Man drückte damals nicht damit aus das man einen einzelnen Beitrag toll findet, sondern die Person die dahinter steht.
Also z.B. besondere Aktionen für die Forumgemeinschaft, Vertrauenwürdigkeit bewiesen haben, man Jemand persönlich kennengelernt hat und Derjenige sympatisch ist, usw.
Also etwas anders als wie bei Facebook.
Darum kann man auch nicht gleich damit loslegen.

Passi

Offline Neytiri2000

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Re: Das Feuer der Sterne - Teil 1 “Flammende Vorboten”
« Reply #9 on: September 27, 2015, 11:38:30 am »
Kalkxí ma Eichhörnchen,

bitte verzeih mir das ich so Spät dran bin  :'(



dein 1. Teil von "Das Feuer der Sterne" hat mich echt gepackt.

Wie ich immer wieder erwähnen muss, ist dein Schreibstil überragend.
Aber dieses mal hast du dich echt selbst übertroffen.

In den einzelnen Szenen konnte man sich gleich in die Betroffenen Charaktere hineinversetzten:


Was mir auffällt ist die Tatsache das Abschnitte mit Brain und Fawn immer mehr von den Anderen Überdeckt werden.
Das Verhältnis liegt bei  2/7 wo es um die Hauptcharaktere geht.

Ich gehe aber davon aus, das es sonst Schwierig ist, alle Ereignisse die relevant für den Verlauf der Geschichte sind unter einen Hut zu bekommen.
Und dafür muss ich dich einfach Loben Eichhörnchen, da du es schaffst den Überblick zu behalten und am richtigen Moment die Szenerie zu wechseln.
Besonders die Übergänge sind da Klasse durch zum Beispiel: -Globale Ereignisse miteinander Verknüpft.

Aber ich habe auch kleine Fehler entdecken können (hab den geposteten Text gelesen)
Es sind aber nur Fehlende Buchstaben bei einzelnen Wörtern
Ansonsten Inhaltlich kommt es Perfekt rüber ^^

Wie schon am Anfang erwähnt, ist dieser 1. Teil von dir wirklich überragend Geschrieben wurden.
Und ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung ;)

Mfg Neytiri2000

Ps. Nüsse sind Unterwegs ;)

Zitate:

Jake Sully: Ich möchte kein Mitleid, wenn du Fair behandelt werden willst, bist du auf dem Falschen Planeten.

Offline Ricardo

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Re: Das Feuer der Sterne - Teil 1 “Flammende Vorboten”
« Reply #10 on: January 02, 2016, 01:57:18 pm »
Nüsse habe ich auch schon verschickt.  ;)
Wieder mal eine klasse Fortsetzung. Es war ja auch nichts anderes zu erwarten.
Aber so langsam muss ich mir wirklich mal eine Charakterübersicht anfertigen. Sonst komme ich noch ganz durcheinander. :D
Obwohl es sich ja hier noch im Rahmen gehalten hat.
Deine Kreativität scheint endlos.

Wie immer hast du mich auch wieder unbeabsichtigt zum Lachen gebracht. "Dieser verdammte Bericht" hat es mir diesmal angetan.  ;D

Letztendlich will ich noch sagen, dass ich sehr froh darüber bin, dass du dich entgegen deiner einstigen Ankündigung doch nicht so rigoros aus dem Forum zurückgezogen hast.
Es würde viel fehlen.

Offline Eichhörnchen

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Re: Das Feuer der Sterne - Teil 2 “Eine schreckliche Wahrheit”
« Reply #11 on: August 15, 2017, 02:17:22 am »
Hallo ihr Lieben


Die Geschichte um Fawn und Brian geht nun auch wieder weiter. Threadtitel wurde angepasst, da ich die Fortsetzungen hier reinposte und nicht wie sonst gewohnt, jedes Kapitel einen extra Thread gebe.


Das Feuer der Sterne - Teil 2 “Eine schreckliche Wahrheit”



Fawn sah zu, wie Laye lachend vor ihr aus den Fluten auftauchte. Eine Weile war sie am Ufer des Flusses entlang gewandert, bis ihr das Mädchen begegnete. Sie hatte ihr nach kurzer Überlegung geholfen, Wasser zum Versammlungsplatz zu schleppen, ein Angebot das Laye sofort überaus dankbar annahm. Es war eine anstrengende und eintönige Tätigkeit, um das sich keines der Mädchen normalerweise besonders riss.
Nun badeten beide im glitzernden Licht des Mondes, welches sich auf dem Wasser tausendfach widerspiegelte.
“Findest du mich hübsch?”
Überrascht von ihrer Frage, nahm Fawn sich die Zeit, die junge Ureinwohnerin genauer zu betrachten.
Das Mädchen war einen ganzen Kopf größer als Fawn. Langes dichtes Haar klebte auf den Schultern und umschmeichelte ihre schlanke Erscheinung. Bevor sie antworten konnte, nahm etwas ihre gesamte Aufmerksamkeit in Anspruch.
“Ma Laye, sieh doch nur!”
Gemeinsam starrten sie wie angewachsen auf das Schauspiel über ihren Köpfen. Ein Lichtschweif zog über das Dach welches die Sterne bildeten. Weitere folgten, bis eine nicht enden wollende Kette aus aufblitzenden Objekten entstand, die bereits nach wenigen Augenblicken wieder im Dunkel der Nacht entschwanden.
“Schon wieder diese seltsamen Zeichen. Wenn ich nur verstehen könnte, was sie bedeuteten.”
“Warum fragst du nicht deinen Himmelsmenschen? Er und seinesgleichen kommen doch von den Sternen.”
Fawn schüttelte den Kopf.
“Brian hat es mir erklärt, aber ich habe nicht verstanden, was er meint.”
“Es ist wunderschön”, seufzte Laye und blickte Fawn an. “Komm, lass uns zu ihm gehen und alles berichten.”
“Zu Brian?”
Laye nickte eifrig, wobei sie einen verwunderten Ausdruck auflegte.
“Hast du noch einen anderen Himmelsmenschen?”
Fawn verhielt einen Moment, bevor ihr bewusst wurde, wie es das Mädchen gemeint hatte.
“Du bist genauso albern wie Siny. Wann werdet ihr nur erwachsen?”
Statt einer Antwort schritt Laye lachend hinter ihr her.

Das ergibt einfach keinen Sinn, Fawn. Ich wüsste zu gerne was das alles zu bedeuten hat.”
“Wie willst du das anstellen, ma Brian? Nun, es gibt nur einen Ort, wo wir antworten finden können. Ihre Augen weiteten sich erschreckt. Der Kommandant wird dich vielleicht in die Basis lassen, aber dir nicht mehr erlauben zu gehen.”
“Ich weiß, Fawn. Deshalb wird es sicherlich nicht schaden, wenn wir uns der Unterstützung deines Bruders versichern.”
Schon wieder zugänglicher meinte sie.
“Das ist kein Problem. Iley wird uns helfen, dafür lege ich meine Hand ins Feuer.”
“Du wirst immer menschlicher, Fawn“, sagte er grinsend. Im Hintergrund konnte sich Laye ein Kichern nicht verbeißen. “Tawtute! Ich meine das völlig ernst. Überlege dir besser, wie du in das Lager der Himmelsmenschen kommen willst und vor allem wieder hinaus.”
Brian sah sie eine Weile schweigend an. Gerade als sie überlegte, ob er vielleicht eingeschlafen war, sagte Brian.
“Vielleicht ist das gar nicht nötig, Fawn.”
“Ich versteh dich nicht … .” Spuren von Unsicherheit zeichneten ihr Gesicht.
“Warte.”
Brian ergriff ihre Hände und umschloss sie sanft.
“Erinnere dich an die Forschungsstation.”
“Aber sie wurde doch zerstört, ma Brian.”
“Das ist ein Wagnis, welches wir eingehen müssen. Für die Krieger ist die Detonation einer Granate schon ein Zeichen, das sie alle vor ihre Ahnen treten. Ich glaube nicht daran, dass alles unbrauchbar geworden ist. Noch dazu, wo die Soldaten in ihrer Tätigkeit vom Kriegszug überrascht wurden. Es sind mehr als ein paar Explosionen nötig, die Basis zu zerstören.”
“Du meinst, wir sollen dorthin reiten? Was erhoffst du dort zu finden?”
“Wenn ich das wüsste, Fawn. Es ist nur so ein Gefühl und besser als die Hände in den Schoss zu legen. Immerhin sollten wir unserem Gegner, egal welcher Art, immer einen Zug voraus sein.”
“Ja ma Brian. Ich werde meinem Bruder suchen und ihm Bescheid sagen, damit wir alle nötigen Vorbereitungen treffen können.”
Er nickte wortlos und sah zu, wie Fawn sich in Begleitung des anderen Mädchens davon machte.

Rileys Adern traten deutlich sichtbar hervor und ließen Rückschlüsse über den Grad seiner Erregung zu. Bis aufs Äußerste angespannt, versuchte Clark die richtigen Worte im Angesicht des Kommandanten zu finden.
“Ich höre, Clark! In Ihrem eigenen Interesse kommen Sie mir diesmal besser nicht wieder mit Ausflüchten.”
“Sir, ich versichere Ihnen, dass die Überwachung funktioniert. Ich habe eigens einen Techniker damit beauftragt.”
“Daten Clark, ich erwarte die fehlenden Daten. Wo sind sie? Ich hoffe doch, Sie haben sie dabei.”
Clark machte ein zerknirschtes Gesicht.
“Kommandant, zu meinem Bedauern muss ich leider mitteilen, dass wir die eingegangenen Messdaten noch nicht vollständig wiederherstellen konnten. Die bisherigen Ergebnisse sind merkwürdig und lassen keinen Zusammenhang erkennen. Ich fürchte, wir werden uns noch ein wenig in Geduld üben müssen.”
“Was stehen Sie dann noch hier herum? Wenn Sie mich das nächste Mal aufsuchen, haben Sie alles zu meiner Zufriedenheit vorbereitet oder Sie werden mich nicht mehr so freundlich erleben. Das ist ein Versprechen, Clark.”
Der Adjutant fühlte einen viel zu großen Kloß in seinem Hals, der ihm die Atmung erschwerte. Auf die Leute des Bodenpersonals erweckte der Adjutant den Eindruck, als befinde er sich vor etwas auf der Flucht und in gewisser Weise stimmte das auch. Die verwirrenden Informationen erschienen wieder vor seinem Auge. Irgendetwas Großes war geschehen, doch konnte Clark nur darüber spekulieren, worauf es sich bezog.

Brian beglückwünschte sich innerlich dazu, sich gegen alle Widerstände durchgesetzt zu haben. Laye hatte sich überrascht gezeigt, doch als Fawn einwilligte, hatte sie sich ebenfalls gefügt. Auch ohne die eindrucksvollen Reittiere kamen sie rasch voran, was nicht unwesentlich Fawns Verdienst war. Die Jägerin fand sicher ihren Weg, wo Brian nur undurchdringlichen Urwald sah und selbst Laye blieb nichts anderes übrig, als keuchend zu folgen. Ihr Bruder war immer noch nicht aufgetaucht, doch in Anbetracht der Lage, hatte Brian darauf gedrängt, aufzubrechen.
“Nicht so schnell, Fawn. Diese Hitze ist einfach nur unerträglich.”
“Welche Hitze, ma Brian? Es ist doch herrlich oder wäre es dir lieber, wenn es regnet? Aber gut, wenn du es wünscht, können wir auch langsamer gehen.”
Fawn wartete, bis er sie völlig außer Atem erreichte.
“Ich kann dir noch nicht einmal sagen, ob wir überhaupt Erfolg haben, Fawn.”
“Das sollten wir aber, ma Brian. Unsere Schamanin war sehr ungehalten darüber, das wir das Lager verlassen. Ganz zu schweigen von dem seltsamen Verschwinden meines Bruders. Es ist also besser, wenn du findest, wonach du suchst.”
Brian fühlte eine unsichtbare Klammer um seinen Hals und wurde das Gefühl nicht los, dass wieder einmal alle Verantwortung auf ihm lag.
“Lasst mich mal eine Weile vorangehen“, sagte er in der Hoffnung, so das Marschtempo auf ein für ihn erträgliches Tempo zu reduzieren.
“Kannst du denn den Weg finden?”
“Ich denke schon.”
Grinsend hielt er ihr das Chronometer vor die Augen.
Die Jägerin warf einen flüchtigen Blick zu Laye und ließ sich zurückfallen.
“Pass auf, dass du uns nicht in eine Gruppe ayvrrtep führst.”
Die beiden Mädchen fingen an zu kichern, was den Söldner einen geharnischten Fluch entlockte. 
“Still ma Brian, ich habe etwas gehört.”
Sie erstarrten und lauschten angestrengt in das Dickicht. Totenstille herrschte bis überraschend unzählige Tiere über ihnen durch das Blätterdach brachen. Instinktiv wollte Brian nach seiner Waffe greifen, doch das Mädchen erahnte sein Vorhaben und hielt ihn zurück.
“Nicht ma Brian, es sind nur Prolemuris. Siehst du? Sie werden uns nichts tun. Gehen wir weiter.”
Die nächste Stunde verging ereignislos, bis Brian etwas auffiel und er mitten in der Bewegung verharrte.
“Was hast du? Stimmt etwas nicht?”
Brian fixierte argwöhnisch sein Chronometer.
“Ich weiß nicht, Fawn, sollten wir nicht längst auf den Bach gestoßen sein?”
Ein Glucksen.
“Srane ma Brian, er liegt dort drüben zwischen den Büschen. Du hast uns daran vorbeigeführt. Wenn wir weitergehen, kommen wir auf der Anhöhe aus dem Urwald.”
Brian blickte für einen Moment sprachlos in ihre Augen und seufzte.
“Unsere Technik ist weit davon entfernt, perfekt zu sein. Wie machst du das nur, Fawn?”
“Ich bin hier aufgewachsen, Trottel“, kam ihre lapidare Erwiderung.
“Wie auch immer. Gehen wir weiter, bevor es dunkel wird.”
Gerade wollte er los schreiten, als Fawn ihn zurückhielt.
“Warte, ma Brian, hast du es nicht auch gehört?”
“Nein, was denn Fawn?”
Sie legte ihre Ohren an und lauschte angestrengt den Lauten des Windes.
“Mir war so, als ob ich einen Nantang vernommen hätte und er klang hungrig.”
Im Hintergrund fing Laye an zu kichern.
“Das ist nicht dein Ernst, oder Fawn?”
“Sehe ich aus, wie wenn ich Späße machen würde?”
Ein Blick in ihre streng blickenden Augen ließ ihn verwundert zurückweichen.
“Ich sehe schon, ich werde besser aufpassen müssen.”
“Srane ma Brian, das solltest du wirklich.”
Wie um ihre Aussage zu bestärken, ahmte sie das Heulen eines Wolfes nach.
“Das ist nicht witzig, Fawn.”
Erneutes Lachen der beiden Mädchen erklang in seinem Rücken und so setzte Brian seufzend seine Weg fort. Eine Weile schritt er völlig in Gedanken versunken voran, bis Fawns Rufe ihn stoppten.
“Wir machen eine Rast, ma Brian. Laye und ich haben etwas zu erledigen.”
Brian sah sich nach ihnen um und grinste.
“Sag doch gleich, dass ihr mal austreten müsst.”
Ein Fauchen antwortete ihm, dann waren die Mädchen zwischen den Bäumen verschwunden. Einen Moment blieb er unschlüssig stehen und sah sich um. Gelegentlich knackten Äste, aber er konnte nicht genau bestimmen, woher es kam. Schließlich setzte sich Brian an einen Stamm gelehnt hin, legte die Waffe über seine Beine und schloss die Augen. Die verlockende Möglichkeit, etwas ausruhen zu können, kam ihm mit einemmal ganz gelegen. Seine Füße schmerzten und die Hitze ließ seinen Kreislauf verrückt spielen. Jetzt verspürte er auch die Müdigkeit in seine Gliedern. Brian versuchte, seinen Kopf freizubekommen und wurde schläfrig dabei. Ein Heulen ließ ihn die Mundwinkel verziehen. Tapsende Schritte, die sich rasch näherten. Kurz darauf  erklangen hechelnde Laute neben ihm. Immer noch die Augen geschlossen, sagte er.
“Sehr lustig Fawn, ihr gebt wirklich nicht auf. Ich sage es nur ungern, aber du riechst etwas aus dem Mund.”
Bösartiges Knurren.
Brian riss erschrocken die Augen auf.
“Fawn … .”
Kleine heimtückische Augen fixierten ihn, doch Brian hatte nur Blicke für das gewaltige Gebiss, dessen mächtige Kiefer aufklappten und Reihen mörderischer Zähne zur Schau stellten. “Verdammt!”
Seine Hand wollte die Waffe hoch reißen.
In dem Moment setzte der Nantang zum Sprung an. Ein Surren erklang. Mitten in der Bewegung erstarrte das Tier. Regungslos blickte Brian auf den Pfeil, der das Genick des Wolfs durchschlagen hatte.
“Dich kann man wirklich nicht einen Moment aus den Augen lassen, ma Brian.”  “Danke sagen ist jetzt wohl nicht genug“, keuchte er, wobei sein Blick sich einfach nicht von den mächtigen Kiefern lösen konnte. “Du kannst es wieder gut machen, ma Brian. Heute Nacht.” Fawns gelbe Augen fixierten ihn, doch bevor er etwas erwidern konnte, setzte sie sich in Bewegung. “Beeilen wir uns besser, bevor es dunkel wird. Das Lager muss ganz in der Nähe sein.” Seufzend richtete Brian sich auf und folgte den beiden Mädchen.

Auraya lag auf dem Rücken und studierte die unzähligen Sterne über sich.
“Sind sie nicht wunderschön?”
Ein Grunzen antwortete ihr.
“Du bist meinem Bruder sehr ähnlich, Iley. Er zeigt auch nie seine wahren Gefühle. Warum seid ihr Krieger immer nur so unnahbar? Denkst du, dass dich dein Schweigen besser macht?” Zu ihrer Verwunderung schüttelte Iley den Kopf. Die erste sichtbare Regung, seit sie zusammen aufgebrochen waren.
“Das ist es nicht. Mein sempul hat mich zur Härte erzogen. Gefühle lenken dich ab, zögern Handlungen hinaus, wo es nichts zu Überlegen gibt. Es mag dir unsinnig erscheinen, aber für einen Krieger bedeutet es zu verlieren oder zu siegen.
“Auch auf die Gefahr, dass ich mich wiederhole, aber ich höre meinen Bruder aus dir sprechen“, sagte Auraya.
Sie presste ihre Lippen zusammen, so dass sie nur noch einen Strich bildeten. Das war nicht die Richtung, in die sie ihn drängen wollte.
“Ich verstehe dich besser, als du denkst Iley. Ich bin selbst eine Kriegerin, wenn auch noch nicht so erfahren wie du es bist.” “Die Kunst ist, den richtigen Moment abzuwarten, wenn du dich deinem Gegner stellst und zuschlägst. Ich weiß, dass du deinen Weg finden wirst, wenn du geduldig genug bist. Dein Bruder ist ein starker Krieger und ihr seid euch sehr ähnlich.”
Das gefiel ihr schon eher.
“Sicher werde ich das, ma Iley. Ich könnte vieles von dir lernen.”
“Wir haben genug erfahrene Krieger im Lager. Selbst dein Bruder könnte es, auch wenn sein Hass gegen die Himmelsmenschen manchmal seine Wahrnehmung trübt.” Auraya richtete sich auf und sah ihm forsch in die Augen.
“Ikelu hat nicht die nötige Ruhe dafür. Aber du bist anders. Ich habe dich oft beobachtet. So besonnen und ruhig. Bilde mich aus, Iley und ich zeige dir im Gegenzug Dinge, die dir kein Krieger beibringen kann.”
“Was soll das sein?”
“Nun, wie es ist, eine richtige Frau an deiner Seite zu haben.” “Ich habe die richtige Frau!”
“Bist du dir da so sicher? Warum wolltest du mich dann auf die Jagd begleiten?” Sie ergriff eine seiner gewaltigen Hände und umschloss sie sanft.
“Versteht sie deine Gedanken und teilt ihre Gefühle mit dir, ma Iley? Du brauchst eine Kriegerin, die dich begleitet. Awaiei mag eine gute Mutter sein, aber eines ganz sicher nicht. Sie wird niemals eine Kämpferin werden.”
“Wir sind durch das Band verbunden und nichts wird daran etwas ändern.”
“Ja, das seid ihr, ma Iley, dennoch bist du hier. Was sagt das über dich aus, großer Krieger?” Belustigung leuchtete aus ihren Augen, vermischt mit einem leicht spöttischen Ausdruck.

Mit weit aufgerissenen Augen starrte Laye auf das ehemalige Lager der Himmelsmenschen.
“Es ist so … merkwürdig … ich kann es nicht beschreiben. Ich habe es mir immer völlig anders vorgestellt.”
“Wenn dich das schon fasziniert, dann warte erst, bis wir eines der Gebäude betreten“, gluckste Fawn.
“Seid ruhig, alle beide! Wir müssen die Augen offen halten. Wer weiß, was die Soldaten an Überraschungen hier zurückgelassen haben.”
“Erwartest du eine Falle?”
“Ich bin nur vorsichtig, Fawn. Immerhin wäre Ikelu sein Leichtsinn damals beinahe zum Verhängnis geworden.”
Die Jägerin schluckte und war froh darüber, dass Brian den Krieger erwähnt hatte. Nur zu gut war ihr das eigene Fehlverhalten ins Gedächtnis gebrannt, welches sie fast das Leben gekostet hätte.
“Du hast Recht, ma Brian. Geh du voraus, wir werden dir in einigem Abstand folgen.”
Konzentriert überblickte Brian ein weiteres Mal das Gelände unter ihnen. Die Grasnarbe war immer noch von zahlreichen Kratern verunstaltet. In ihrer Anordnung muteten sie einem Kegel an, dessen spitzes Ende nahe des Rollfeldes lag.
“Wir gehen durch das Trichterfeld. Das erscheint mir am sichersten.”
“Warum ma Brian?”
“Die Ausrichtung. Unsere Freunde wussten genau, woher sich die Krieger nähern würden. Hier gab es auch die meisten Explosionen. In dieser Richtung sollten uns die wenigsten Überraschungen erwarten.
 
Der erwartete Hinterhalt war ausgeblieben. Auch eventuell noch vorhandene Fallen hatten sie nicht aufspüren können. Im nachhinein wunderte sich Brian, wie leicht sie durch das ehemalige Lager vorgedrungen waren. Nun, in der Glut der Nachmittagssonne, kniete er vor dem Generator der Funkstation, die wie zahlreiche andere Gebäude nur leicht in Mitleidenschaft gezogen wurden war.
“Kannst du es reparieren, ma Brian?”
Seine Hände fuhren nachdenklich über das kalte Metall. “Schwer zu sagen, vielleicht lassen sich irgendwo noch ein paar Ersatzteile auftreiben.” Er sah neugierig zu ihr auf.
“Ist noch etwas?”
“Was meinst du, ma Brian?”
“Ich brauche Ruhe dabei und wenn mir jemand ständig auf die Finger schaut, macht mich das nervös. Warum gehst du nicht mit deiner kleinen Freundin spielen?”
Ihre Augen weiteten sich und ließen sie noch größer erscheinen. “Wir sind keine Kinder mehr, ma Brian!”
“Gut, dann kann ich euch ja unbesorgt allein lassen. Versucht in der Zwischenzeit nichts anzustellen.”
“Brian! Ich sollte dich … .”
Brian grinste sie unverhohlen an und nahm ihr damit den Wind aus den Segeln. Wieder einmal war es ihm gelungen, sie aufzuziehen und in die Falle tappen zu lassen.
“Egal was du möchtest Fawn, das können wir alles später nachholen. Nun lass mich meine Arbeit erledigen.”
Das Mädchen lehnte sich an Fawn’s Schulter und betrachtete voller Faszination die Maschine, deren Sinn sich ihrem Begriffsvermögen entzog.
“Dein Himmelsmensch redet wirklich eigenartig. Was meint er?”
Fawn winkte mit einem flüchtigen Blick auf den Söldner ab. “Ach nichts. Brian ist zu dumm, unsere Sprache zu lernen, deshalb vielleicht.”
“Ich bin was? Das habe ich gehört, Fawn!”
Bei seinem überraschten Ausruf grinsten sich beide Mädchen an. “Na, stimmt es vielleicht nicht? Denn wenn es keine Dummheit ist, dann bist du einfach nur … .”
“Wag dich das nicht Fawn.”
“Was ma Brian? Zu sagen, dass du faul bist? Das ist nun wirklich keine Überraschung für Laye, immerhin ist es allgemein im Lager bekannt.”
“Darüber reden wir noch, Fawn.”
“Sicher, ma Brian und nun werden wir dich alleine lassen, damit du ungestört arbeiten kannst und spielen gehen.”
Die letzten Worte hatte sie verächtlich ausgesprochen, während Laye schallend anfing zu lachen.
“Komm mit mir. Schauen wir mal, ob sich etwas zum Essen finden lässt.” Fawn ergriff das Mädchen am Handgelenk und zog es mit sich.

Bei ihrer Rückkehr, erwarte Fawn das vertraute Geräusch eines surrenden Generators. Ein rascher Blick zu ihrer Begleiterin und mit fast spitzbübischen Gesichtsausdruck meinte sie.
“Ich wusste, dass er es schafft. In solchen Dingen ist Brian einfach nicht zu schlagen.”
Erstaunt schlich Laye um die seltsame Maschine, die ihr mehr Rätsel aufgab, als sie Fragen zu stellen vermochte.
“Was passiert nun? Wird das Gerät die Himmelsmenschen anlocken?”
“Nein, ich hoffe nicht.” Fawn biss sich auf die Lippen, bis es schmerzte. So ganz verstand sie auch nicht, was Brian vorhatte, aber in Gegenwart des Mädchens widerstrebte es ihr sich eine derartige Blöße zu geben. Bevor sie weitere Überlegungen anstellen konnte, öffnete sich die Tür der Funkkabine und Brian trat hinaus.
“Ah da seid ihr ja wieder. Ich wollte gerade nach euch rufen.” “Da siehst du es ma Brian: Egal wie du es anstellst, wir sind dir immer einen Schritt voraus.”
 
“Du sagtest doch, der Generator war beschädigt. Warum sollten dann die anderen Geräte funktionieren?”
Brian deutete auf die zahlreichen Bildschirme die in hellen Tönen aufleuchteten.
“Die Station hat eine interne Stromversorgung. Allerdings reicht sie nicht ewig und auch nur für die wichtigsten Funktionen. Senden ginge damit wohl nicht.”
“Du möchtest senden? Wohin denn, ma Brian?”
“Nun, so viele Möglichkeiten gibt es da wohl nicht.”
Ihre Augen weiteten sich.
“Du meinst die anderen Himmelsmenschen? Wirst du nun endlich vernünftig antworten, ma Brian?”, sagte Fawn ungehalten, während sie dabei zusah, wie er einige Einstellungen an den Geräten vornahm. Sofort veränderten sich die Bilder und summende Geräusche kündeten davon, dass er etwas in Bewegung gesetzt hatte. Atemlos kam Laye heran, als die ersten Informationen über die Schirme liefen und Bilder sichtbar worden. Einige blieben dunkel, doch die meisten arbeiten einwandfrei und zeigten das Areal der Basis und noch mehr.
“Was ist das? Sind das Tanyi?” Sie legte eine Hand beinahe ehrfürchtig auf die Scheibe und zuckte bei der Berührung zurück.
“Es fühlt sich seltsam an.”
“Das war nur eine Entladung. Nichts, was euch beunruhigen müsste.“
“Ich warte immer noch, ma Brian”, sagte Fawn doch diesmal lag ein lauernder Klang in ihrer Stimme. “Ach das. Sicher Fawn. Ich suche nach etwas, das mir die Ereignisse erklären kann. Irgendeinen Hinweis, wenn es überhaupt etwas ist, das uns betrifft.”  “Du glaubst, dass du es in den seltsamen Kästen findest?”  “Nicht direkt, aber vielleicht wurde etwas aufgezeichnet. Ich denke es ist besser wenn ihr mich nun wieder allein lasst”, sagte Brian ohne aufzusehen.
“Er hat Recht. Brian kommt ohne uns garantiert schneller voran.” Fawn schob das Mädchen vor sich her dem Ausgang entgegen. “Können wir nicht noch etwas bleiben? Ich möchte mir alles ansehen. Es ist so wahnsinnig aufregend”, kicherte Laye und versuchte, sich an der Jägerin vorbei zu schmuggeln doch Fawn war auf der Hut und hielt sie eisern fest.
“Daraus wird nichts. Wir werden eine andere Beschäftigung finden. Komm mit mir, die Basis ist riesig und es gibt Vieles, was dir den Atem verschlagen wird.”
Die Aussicht auf die geheimnisvollen Dinge ließ das Mädchen sofort einlenken und ohne Widerstände folgte sie Fawn hinaus.

Eine Weile waren sie ziellos durch das Lager gestreift, immer darauf bedacht, eventuelle Fallen rechtzeitig zu erkennen. Doch zu ihrer Erleichterung gab es nichts mehr, vor dem sie sich hätten fürchten müssen. Nun saßen sie auf einem Stapel Kisten in einer der verlassenen Hallen und ließen die Beine herabbaumeln.
“Syni hat so unglaublich große Brüste. Deswegen trägt sie ihr Kind wohl auch ständig auf dem Rücken.”
“Laye!” Fawn tippte vorwurfsvoll einen Finger an die Nasenspitze des grinsenden Mädchens.
“Du hast recht, das war gemein von mir. Aber Syni benimmt sich meist unmöglich.”
Fawn lag die Erwiderung auf der Zunge, dass das Gleiche auf Laye selbst zutraf, verbiss sie sich aber rechtzeitig. Zu sehr überwog die Freude, ihre Artgenossin bei dem Abenteuer dabei zu haben.
“Was denkst du, wie lange wir hier bleiben?”
“Brian wird uns sagen, wenn er fertig ist“, sagte Fawn und glitt von dem Stapel herunter.
“Wo willst du hin?” Die Stimme ihrer Begleiterin klang überrascht.
“Es wird bald dunkel. Ich werde ein Feuer machen und etwas zubereiten.” Fawn trippelte aus dem Lagerhaus ohne auf ihre Freundin zu warten. Geräusche hinter ihr verrieten, dass sich Laye anschickte, ihr zu folgen.
“Warte, ich helfe dir dabei. Allein bleibe ich hier nicht zurück. Dieser Platz ist irgendwie unheimlich.”
Fawn lachte auf. “Hier gibt es nichts, wovor du dich fürchten müsstest. Selbst die Nantangs trauen sich nicht auf das Gelände. Solange die Himmelsmenschen nicht zurückkommen sind wir vollkommen sicher.”
Auf den Resten des Rollfelds blieb das Mädchen stehen. “Das ist ein guter Ort für ein Feuer.”
Sie deutete um sich herum. “Dort liegt der Urwald gefolgt von den Hügeln und in der anderen Richtung steht dieses große Gebäude. Wofür haben die Himmelsmenschen es benutzt?” Fawn zuckte mit den Schultern. Brian hatte es ihr gesagt, aber sie konnte sich nicht mehr an den eigenartigen Begriff erinnern. “Was kümmert uns das. Da drüben liegt noch Holz. Lass es uns holen und dann aufschichten.” Laye folgte ihr und innerhalb kurzer Zeit hatten sie einen ansehnlichen Stapel aufgehäuft. Das Mädchen blieb stehen und deutete zum Urwald.
“Ich mache das hier fertig. Wie wäre es, wenn du uns etwas jagen gehst?”
Fawn sah sich flüchtig um. Hier drohte ihnen augenscheinlich keine Gefahr und so sah sie keinen Grund, das Mädchen nicht eine Weile allein zu lassen.
“Gut, aber wenn du irgendetwas bemerkst, kehrst du sofort zu Brian zurück, hast du das verstanden?”
Laye nickte und machte sich lächelnd wieder an ihre Aufgabe, während die Jägerin ihren Bogen aufnahm. Sie wusste ganz genau, wo sie etwas erlegen konnte und die Vorstellung der zu erwartenden Mahlzeit ließ sie rasch dem Wald entgegen schreiten.

Der verführerische Geruch gebratenen Fleisches zog über das provisorische Lager hinweg und ließ den beiden Mädchen das Wasser im Munde zusammenlaufen. “Das sieht schon hervorragend aus,” sagt Laye anerkennend. “Du bist nicht nur eine gute Jägerin sondern kannst auch hervorragend Nahrung zubereiten.”  Fawn erhob sich nach einem letzten prüfenden Blick auf die kleine Feuerstelle, deren Lage sie so gewählt hatte, das sie von außen nicht bemerkt werden würde. “Warte hier, Laye. Ich gehe Brian holen. Er müsste längst fertig sein oder den Duft gerochen haben. Vielleicht ist er weder eingeschlafen?” Beide sahen sich an und mussten unwillkürlich lachen. Bei Brian ist alles möglich. Mit geschmeidigen Bewegungen eilte Fawn dem Gebäude entgegen, in dem der Söldner vor Stunden verschwunden war. Drinnen fand sie ihn vor. Immer noch galt seine ganze Konzentration nur den Monitoren. Er sah noch nicht einmal auf, als sie an seine Seite trat.
“Brian, was ist mit dir?” Sie packte den regungslosen Söldner an der Schulter. Doch was waren das für Augen, in die sie blickte. Brian starrte kreidebleich auf die Bildschirme vor ihm, deren Funktion Fawn nach wie vor nur Rätsel aufgaben. Noch beängstigender wirkte indessen sein Gestammel, das keinen Sinn ergeben wollte.
“Das kann einfach nicht … das darf einfach nicht sein.”


Ende @Copyright 2017 Eichhörnchen.

« Last Edit: August 15, 2017, 05:43:31 am by Eichhörnchen »
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Re: Das Feuer der Sterne - Teil 2 “Eine schreckliche Wahrheit”
« Reply #12 on: August 15, 2017, 08:46:08 pm »
Ich will dir schonmal danken, dass du weiter geschrieben hast.
Sobald ich die Zeit habe, werde ich es lesen.
Das dauert vielleicht ein kleines bisschen, aber es ist nicht vergessen.
Versprochen.

Offline Tsu'tey

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Re: Das Feuer der Sterne - Teil 2 “Eine schreckliche Wahrheit”
« Reply #13 on: August 16, 2017, 05:23:43 am »
Vielen Dank für die Fortsetzung Robert! Habe mich darüber sehr gefreut, ich dachte schon hier würde nichts mehr passieren ;) Doch das dauernde nachschauen hat sich wieder mal absolut gelohnt, kucke eigentlich tagtäglich ins Forum nur nicht mehr soooo aktiv ;)

Ich bleibe in Erinnerung. Ich habe mit Toruk Makto gekämpft. Und wir waren Brüder. Und er war mein letzter Schatten.

Offline Ricardo

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Re: Das Feuer der Sterne - Teil 2 “Eine schreckliche Wahrheit”
« Reply #14 on: October 06, 2017, 10:51:10 am »
Ich habe es nun gelesen.
Ich habe den Eindruck, dass es sich hier um ein Verbindungsstück handelt, man könnte auch sagen, ein Präludium.
Denn wahnsinnig viel Neues geschieht nicht, aber ich habe den Eindruck, dass das beim nächsten Teil dafür konzentriert geschieht.

Es hat mir wieder gut gefallen und ich freue mich auf mehr.  :D
« Last Edit: October 08, 2017, 03:39:51 am by Ricardo »

Offline Eichhörnchen

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Re: Das Feuer der Sterne - Teil 2 “Eine schreckliche Wahrheit”
« Reply #15 on: October 07, 2017, 10:40:59 am »
Hallo

Ich danke euch beiden.
Verbindugsstück. ;D
Jup, so kann man es auch benennen. Gar nicht so leicht, komplette Handlungsabläufe immer in ein paar Seiten zu pressen. Ich muss mich auch erst wieder reinfinden und einschreiben. So ein Jahr Pause, ... das hinterläßt halt seine Spuren und vieles möchte erstmal wieder nachgelesen werden. Werde mich bemühen im nächsten Teil mehr Spannung zu bieten. :D

Grüße,

Robert

kxetse sì mikyun kop plltxe


Offline Ricardo

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Re: Das Feuer der Sterne - Teil 2 “Eine schreckliche Wahrheit”
« Reply #16 on: October 08, 2017, 03:40:30 am »
Sehr schön.  :)

Offline Neytiri2000

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Re: Das Feuer der Sterne - Teil 2 “Eine schreckliche Wahrheit”
« Reply #17 on: October 29, 2017, 04:52:13 pm »
Kaltxì ma smuktu

der 2. Teil von "Das Feuer der Sterne" war echt klasse.

Auch wenn so einige Zeit zum 1. Teil vergangen ist, war es wieder eine Wonne, über Fawn, Brain, Iley und Auraya zu lesen.

Es ging zwar schnell mit Lesen, aber der Tiefgang und die Details waren wieder erste Sahne.

Man kann wirklich wieder sehr gespannt sein wie es mit diesem ungleichen Paar weiter geht.
Ebenso die Sawtute haben so ihre Ziele. Werden diese es aber auch durchsetzen können ? ( Spannung pur :D )

Bis auf kleinere, nicht zu bedauernde Rechtschreibfehler, war der Lesefluss wiedermal grandios.

Lg Neytiri2000

Ps. Nüsse wurden abgeschickt ;)

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