Author Topic: Die Legende von Yuki - Episode 4 "Lauf um dein Leben!"  (Read 930 times)

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Offline Eichhörnchen

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Die Legende von Yuki - Episode 4 "Lauf um dein Leben!"
« on: August 06, 2014, 10:41:47 am »
Yuki - Episode 4 “Lauf um dein Leben!”



Tims Herz schlug höher, als er Lynda vor dem Haus seines Onkels entdeckte. Mit halb geschlossenen Augen saß das Mädchen auf den Stufen der Veranda und ließ sich die Sonne ins Gesicht scheinen. Sie bemerkte ihn nicht. Zumindest war er dieser Überzeugung, bis Lyndas Stimme sie wie eine Seifenblase platzen ließ.
“Wolltest du dich anschleichen, Tim? Selbstverständlich bin ich längst auf dich aufmerksam geworden.” Gekonnt strich sie sich in einer übertriebenen Geste durch ihr dichtes Haar, was der ganzen Atmosphäre etwas Leidenschaftliches verlieh.
“Was ist? Hat es dir die Sprache verschlagen? Ich verstehe das … wirklich. Wann kommt es auch vor, dass eine leibhaftige Göttin sich auf eurer Terrasse niederlässt? Wenn du möchtest, darfst du mich küssen!”
Sprachlos blickte er in ihr hübsches Gesicht, bis helles Lachen mit einem mal die Luft erfüllte.
“Dein Ausdruck ist einfach zu köstlich.” Lynda spitzte erwartungsvoll ihre Lippen, wobei sie die Augen immer noch fast geschlossen hielt.
“Na los mach schon. Ich kann nicht mehr warten.”
“Den Wunsch werde ich sofort erfüllen“, lachte Tim auf und presste einen Kuss auf ihre herrlich weichen Lippen. Dieses Feuer, das ihre pure Gegenwart in ihm entfachte. Tim konnte gar nicht aufhören sie zu küssen, bis sie ihn sanft von sich schob. “Langsam Tim, sonst ersticke ich noch“, kam es keuchend.
Ein kleiner glitzernder Gegenstand in ihren Händen erregte seine Aufmerksamkeit. “Was hältst du da vor mir verborgen? Darf ich es mal sehen?”
“Was? Ach das meinst du. Ein Parfüm. Ich habe es von meiner Freundin Cindy bekommen. Sie meinte, es würde gut zu mir passen. Es hat den gleichen Geruch wie die Wasserlilien im Teich von Haverings.”
Tim öffnete ihre Bluse und versenkte seine Nase darin.
“Gefällt es dir, Tim?”
Ein flüchtiger Blick in ihre strahlenden Augen. “Du riechst eindeutig besser.”
“Tim! Bitte. Sei doch mal für einen Moment ernst“, erwiderte sie kichernd.
“Warum bist du schon hier? Dein Unterricht geht doch ebenso lang wie meiner.”
“Ich habe mich nicht wohl gefühlt. In der letzten Stunde hat mich ein übler Hustenkrampf erwischt und der überhitzte Klassenraum tat sein übriges. Da hat mich Mr. Humphrey nach Hause geschickt.”
“Nach Hause nennst du das.” Tim kratzte sich amüsiert am Kinn.
“Weiß mein Onkel schon, dass du bei uns einziehst?”
“Sehr witzig, Tim. Ich dachte, du freust dich mich zu sehen.”
“Das tue ich auch. War doch nur Spaß.”
“Wer weiß Tim. Vielleicht ziehen wir eines Tages wirklich zusammen. Nur du und ich. Würde dir das gefallen?”
“Mir würde etwas anderes noch viel mehr gefallen.” Gerade im Begriff ihre Bluse weiter zu öffnen, hielt ihre Hand ihn zurück.
“Jetzt nicht, Tim. Hier sind mir zu viele Leute. Nicht auszudenken, wenn mein Dad oder dein Onkel uns so sehen.”
“Wie sehen sie uns denn?”
“Du weißt genau, was ich meine. Schau mal, was ich in deinem Zimmer gefunden habe.”
Sein Tagebuch! Panik erfasste ihn. Dazu gesellte sich ein Gefühl, als sei er in vollem Lauf gegen eine Wand gesprungen.
“Woher hast du das?”
“Sag mal, hörst du mir überhaupt zu? Dein Onkel hat mich rein gelassen, nachdem du noch nicht da warst. Na und da habe ich mich etwas umgesehen. Bist du nun böse?”
“Nein, natürlich nicht.“ Tim versuchte beschwichtigend zu wirken, obwohl er am liebsten wie ein Hund nach Luft gehechelt hätte.
“Verzeih mir meine Neugierde, aber ich konnte einfach nicht widerstehen. Hast du wirklich alles aufgeschrieben seit der Landung?”
Tim nickte abwesend. Alles um ihn herum verschwamm und verkam zur Bedeutungslosigkeit. Was wusste Lynda? Schadensbegrenzung. Das war jetzt das Wichtigste. Irgendwie musste er das Buch wieder in seine Hände bringen.
Sie schlug es auf und ließ ihre Finger geschickt über die Seiten gleiten.
“Sieh mal hier diese Stelle. Du hast einen Durchschlupf unter dem Zaun gegraben?” “Ja habe ich. Das war auch der Grund für den Hausarrest.” Das entsprach zwar nicht ganz den Tatsachen, aber noch sträubte sich alles in ihm, ihr die Wahrheit zu sagen. “Kann ich es zurück haben? Es ist eigentlich nur für mich bestimmt.”
“Natürlich kannst du es, obwohl ich es mir gerne einmal ausgeliehen hätte.”
Seine Finger griffen zitternd nach dem weichen Einband und gleichzeitig fiel eine Last von ihm herab. Noch einmal Glück gehabt. Doch schon traf ihn der nächste Hieb völlig unvorbereitet.
“Eine Frage hätte ich dennoch, Tim.”
“Welche denn?”, kam es unsicher.
“Wer zur Hölle ist Yuki?”
Tim blickte erschrocken in ihre funkelnden Augen.

Yuki ließ die feixenden Wachposten hinter sich. Wenn sie die Fähigkeit dazu besessen hätte, wären ihre Wangen rot angelaufen. Doch auch so breitete sich ein seltsames Gefühl in ihrer Magengegend aus. In der Aufregung verstand sie nicht alles, aber es reichte völlig. Die Wachleute, welche das Tor schützten und gelegentlich den Zaun abgingen, machten sich eindeutig über sie lustig. In der Ferne erblickte sie ihre Schwester. Auch wenn diese sich grade bückte, war ihre Silhouette, die sich gegen das Sonnenlicht abhob, immer noch gewaltig. Ohne sich dessen bewusst zu werden, beschleunigten sich ihre Schritte und so erreichte sie Yeena schneller als beabsichtigt. Deren Überraschung zeigte sich augenblicklich.
“Da bist du ja schon! Hast dich beeilt, oder?”
Erwartungsvoll blickte Yeena auf das in Blättern eingewickelte Essen.
“Wie das duftet. Unsere sa’nu ist wirklich die Beste.”
“Das ist nicht von unserer Mutter!”
Yeena warf ihr einen misstrauischen Blick zu, nahm dann jedoch das Essen ohne jede weitere Regung in Empfang.
“Lass die Späße! Von dir ist es bestimmt nicht, du kannst doch gar nichts!”
Sie biss herzhaft zu, doch schon bei den nächsten Worten ihrer Schwester hätte sie sich fast verschluckt.
“Unsere Schamanin hat es für euch zubereitet.”
“Das ist jetzt nicht wahr? Warum sollte sie so etwas machen?”
Yuki druckste herum. Mittlerweile war auch Txar herangekommen und unter seinen forschenden Augen begann sie sich sofort noch unwohler zu fühlen.
“Yaya gab es mir, das ist die Wahrheit. Sie sagte, unsere sa’nu hat schon genug zu tun und dass du hier auf den Feldern hilfst und nicht jagen kannst.”
Txar ließ eine abfällige Bemerkung vernehmen, griff dann jedoch zu.
“Vorsicht mein Bruder. Ich habe dir das Leben gerettet, auch wenn du es immer noch nicht einsehen willst. Es wäre mir ein Leichtes gewesen, dich zu töten.”
Der Krieger spuckte einen Stängel aus und zeigte sich unbeeindruckt von ihrer Äußerung. “Ohne die Himmelsmenschen wäre es nicht dazu gekommen.”
“Wer weiß. Du bist sehr aufbrausend. So ein Verhalten ruft nur unnötigen Ärger hervor. Es wird die Schamanin freuen, dass dich nun Vernunft erfüllt.”
Yuki glaubte ihren Ohren nicht zu trauen. Die Art, wie ihre Schwester sprach, sowie die Blicke des Kriegers die jetzt nicht mehr von offener Feindseligkeit erfüllt waren wie noch zum Zeitpunkt der Versammlung verunsicherten sie.
“Könntet ihr beiden mir bitte erklären, was in meiner Abwesenheit geschehen ist?” “Wir haben entschlossen uns zu verbünden, solange wir von den Himmelsmenschen lernen müssen.”
Fast genießerisch wanderte ein weiterer Bissen in den Mund des Kriegers.
Ein Blick zu Yeena, doch diese rollte nur viel sagend mit ihren Augen.
“Na toll. Ist ja schön, dass ich auch mal etwas davon erfahre.”
“Triffst du dich immer noch mit diesem Jungen? Bring ihn zu mir, dann zeige ich ihm, was ein Krieger wissen muss.”
Yuki starrte Txar an als zweifle sie an seinem Verstand.
“Hör auf seine Worte, Schwester. Unser großer Freund hier meint was er sagt.” “Gehen wir ein Stück zusammen?”
Yeena wirkte überrascht. Doch nur für einen Wimpernschlag. Gleich darauf schien sie zu verstehen.
“Sicher. Wir kommen gut voran und Txars Kraft steht den Maschinen der Himmelsmenschen in nichts nach.”
Der Krieger widmete sich ungerührt seinem Essen, ohne auf die Mädchen zu achten.
“Was willst du von Tim? Du kannst keine Kinder mit ihm bekommen und dich auch nicht mit ihm verbinden. Eure Zuneigung zueinander ist so sinnlos wie ein Strauch voller Früchte, den man verdorren lässt.”
“Ach und um mich das wissen zu lassen, wirfst du dich Txar an den Hals?”
“Das stimmt doch gar nicht. Er ist nach wie vor unser Feind. Die Schamanin bat mich, ihn zu begleiten um ein Auge auf ihn zu haben.”
“Warum gerade du? Es hätte jeder Andere gehen können.”
“Vielleicht. Allerdings habe ich mich mit ihm angelegt und sie fand, dass wir uns aussprechen sollten. Eine bessere Gelegenheit, als unsere gemeinsame Tätigkeit gibt es nicht und Txar wird es nicht wagen, noch einmal in Ungnade gegenüber unserer Schamanin zu fallen.”
“Da ist doch noch etwas. Ich sehe es ganz deutlich. Rückst du jetzt endlich mit der Sprache heraus?”
“Dir kann man wohl nichts verheimlichen. Hast du dich nicht gefragt, warum du uns zum Treffen begleiten durftest?”
“Schon, doch du hattest mir verboten nachzuhaken.”
“Sie gab mir ihre Zustimmung unter der Bedingung auf dich aufzupassen und das ich es zu gegebener Zeit wieder gutmachen müsste. Nun, dieser Zeitpunkt ist gekommen. Deshalb bringst du uns auch das Essen. Es wäre unsinnig dafür einen unserer wenigen Jäger oder Krieger zu beauftragen.“
“Ich verstehe“, sagte Yuki sichtlich verstimmt. Das war es also. Sie war im Denken der Schamanin ersetzbar und zu nichts zu gebrauchen. Selbst Yeena musste dieser Meinung sein. Unbemerkt verkrampften sich ihre Fäuste. Eines Tages würde sie es allen schon zeigen. Doch erst musste sie in Erfahrung bringen, was mit Tim war.
“Sie mal dort vorn, Yuki. Unsere große Mutter muss wohl etwas an dir finden.” Neugierig sah Yuki in die Richtung, in welche ihre Schwester zeigte und erstarrte.
“Sieh aus, als ob, er eine neue Freundin hat. Komm, lass uns die beiden begrüßen.” “Nein, ich kann nicht!”
“Du kannst nicht, oder du willst nicht?”, kicherte Yeena und gab ihrer Schwester einen Schubs. Mehr widerwillig setzte sich Yuki in Bewegung.

Für Tim war es eine Flucht nach vorn gewesen und so führte er Lynda dorthin, wo er wusste, das einige der Eingeborenen seit kurzem in der Feldarbeit unterwiesen wurden. Yukis Schwester Yeena war ihm dabei die letzten Tage schon mehrmals aufgefallen und sie musste ihn wohl auch erkannt haben. Zumindest nahm er es an, nachdem sie jedes mal diese seltsame Geste an ihre Stirn ausgeführt hatte.
“Ist sie das auf dem Feld?” Tim sah kaum auf und verneinte. Zuviel wirbelte in seinem Kopf herum.
“Woher weißt du das? Für mich sehen sie alle gleich aus.”
“Yuki ist kleiner als ihre Schwester. Das ist ein Krieger. Ich weiß gar nicht, ob sie überhaupt das Lager betreten darf.” Er wurde auf die beiden Wesen aufmerksam, welche ihnen auf direktem Wege entgegenkamen. “Vergiss, was ich gesagt habe. Da vorne kommen sie.”
“Du hast sie dir wirklich gut angesehen.”
Tim wusste nicht, was er antworten sollte. Alles ritt ihn nur noch weiter hinein und die unsichtbare Schlinge um seinen Hals wurde immer enger. Jeden Moment erwartete er, dass Lynda vor Wut platzte. Etwas klatschte auf seine Schulter. Verwundert riss er sich von den Gestalten los und blickte in Lyndas Gesicht. Sie lächelte ihn an.
“Hast du gedacht, dass ich dir eine Szene mache?”
Was sollte er antworten? Tim fühlte sich in diesem Augenblick völlig hilflos.
“Hab ichs doch gewusst. Männer!” Sie stemmte herausfordernd ihre Arme an die Hüften.
“Du solltest mich eigentlich besser kennen, immerhin schlafen wir miteinander.” “Bitte sei still! Sie können uns wohlmöglich hören. Die Ureinwohner haben sehr empfindliche Ohren.”
“Das darf sie ruhig hören! Dann weiß sie gleich, dass du mir gehörst!” Ein übertrieben freches Grinsen spiegelte sich auf ihrem Gesicht wieder.
“An Selbstbewusstsein mangelt es dir jedenfalls nicht“, sagte Tim verlegen jedoch auch erleichtert, dass sie es so gelassen nahm. Was dann folgte schockierte ihn allerdings aufs Äußerste. Yuki passierte sie, sagte aber kein Wort und wand sich wieder dem Feld zu. Ebenso Yeena, welche ihm einen fragenden Blick zuwarf, dann aber Schulter zuckend weiterging.
“Was bitteschön sollte das denn jetzt? Yuki? Warte doch mal!”
Keine Reaktion erfolgte und so blieb Tim nichts anderes übrig als ihnen fassungslos hinterher zu starren.
“Du kannst wirklich gut mit Mädchen umgehen, Tim. Na komm, lass uns verschwinden. Ich habe genug gesehen und die Feldarbeit interessiert mich nicht. Meine Eltern sind auf einer dieser langweiligen Versammlungen, das können wir ausnutzen, wenn du möchtest.” Immer noch sprachlos ließ Tim zu, dass sie ihn an die Hand nahm und mit sich zog.

Bron betrat den Amtsitz des regierenden Stadtrates, was ein sehr hochtrabender Begriff war, handelte es sich doch um ein schlichtes Farmhaus. Ein kleines Büro sowie eine Vorzimmerdame waren der einzige Luxus, den Barns sich gönnte. Mit schweißnassen Händen drückte Bron die Klinke herunter und sah sich gleich darauf seinem Gesprächspartner gegenüber.
“Mein lieber Bron, welch eine Überraschung! Wie geht es Emily? Ich hörte von Komplikationen?” Begleitet von einem süffisanten Ausdruck schüttelte er die Pranke des Farmers.
Bron verwunderte das nicht. Neuigkeiten verbreiteten sich in der kleinen Siedlung wie ein Lauffeuer. “Ihr geht es den Umständen entsprechend. Nichts Bedrohliches. Nur eine Reaktion auf das Medikament, wenn auch äußerst heftig. Aber das ist nicht der Grund, warum ich dich aufsuche.”
“Du wirkst so ungewohnt ernst? Was liegt dir auf dem Herzen? Allerdings muss ich bitten, dich kurz zu fassen. Wir haben gerade Ärger mit der Kensington Mine oben in den Bergen. Die Wölfe gebärden sich dort wie wild und greifen die Arbeiter an. Beinahe täglich kommt es zu Übergriffen. Doch nun sag mir, was ich für dich tun kann.”
Bron überlegte, wo er beginnen sollte und mit einmal war er sich nicht mehr sicher, ob er deswegen überhaupt Barns belästigen sollte. Genau genommen, war er nur wegen Emilys Vermutungen hier.
“Es geht um Tim, genauer gesagt seine Freundin.”
“Ich erinnere mich. Heißt sie nicht Lynda? Ein wirklich reizendes Ding, ganz im Gegensatz zu ihrem Vater.”
“Ja, sie ist hier geboren. Kannst du mir etwas über die Krankheit sagen? Im Rat muss man doch darüber Bescheid wissen, immerhin erreichen uns ständig neue Siedler.”
Barns gab seinem Ledersessel einen Schubs und ließ ihn wie einen Kreisel rotieren, wobei er angestrengt zu Boden sah.
“Lyndas Dad war schon hier und hat sich ebenfalls dafür interessiert. Ich kann dir nicht mehr sagen als ihm. Vielleicht solltet ihr beiden euch mal unterhalten.”
Bron winkte ab. “Wir haben nicht gerade das beste Verhältnis.”
“Oh. Ist das so? Nun dann sind wir schon zu zweit.”
“Lass eure Intrigen aus dem Spiel. Ich möchte nur eines von dir wissen. Was habt ihr mit dem Gegenmittel gemacht?”
“Ein Gegenmittel. Bron also wirklich. Jetzt enttäuscht du mich. Ich hätte dir etwas mehr Urteilsvermögen zugetraut. Es wurde nie etwas derartiges entwickelt. Die Erde ist ein Tollhaus. Glaubst du wirklich da interessiert es noch jemanden, welche Probleme wir hier haben? Ich habe ganz bewusst diese Falschinformation verbreiten lassen. Man stelle sich einmal vor was passieren würde, wenn die Siedler erfahren, dass ihre Kinder mit großer Wahrscheinlichkeit unheilbar erkranken.” Fassungslosigkeit empfing Bron mit offenen Armen und wechselte im nächsten Moment in puren Hass. Ohne sich dessen richtig bewusst zu werden, hieb er seine Faust in das Gesicht des Stadtrates. Gerade, als Mrs. Sterling mit ängstlichen Blick hereinsegelte, richtet sich Barns wieder auf. “Ah wie passend, Sylvie. Bron wollte gerade gehen. Zeig ihm doch bitte den Weg hinaus.”
“Du bist genauso ein Drecksack wie Bruce! Ihr beide könntet Brüder sein. Hast du überhaupt kein Gewissen? Wenn das Mädchen stirbt, klebt ihr Blut an deinen Händen.”
“Auf Wiedersehen, Bron. Ich wünsche dir noch einen schönen Abend. Allerdings wäre es besser, diese kleine Unterredung für dich zu behalten. Nicht auszudenken, wenn deinem Jungen etwas zustieße. Tim ist so ein netter Bengel und ein Unfall passiert schnell.” Eiskalte Augen blickten Bron nach, während er sich schnaufend von Mrs. Sterling hinausführen ließ. “Du solltest auf ihn hören, Bron. Er meint meist was er sagt und was würde es ändern, wenn die Wahrheit ans Licht gebracht wird?” Statt einer Antwort riss sich Bron los. Sylvie zuckte zusammen, als krachend vor ihr die Tür zuschlug, bevor sie der Ruf ihres Herren wieder an die Arbeit rief.

Die Abenddämmerung hielt das Lager mit ihren unsichtbaren Pranken umklammert. Nur in der Ferne erhob sich gelegentlich das Geheul eines Nantangs.
Yeenas kräftige Zähne rissen ein Stück Fleisch aus der Keule, die sie wie eine Waffe umklammert hielt. Heißer Saft tropfte heraus und rann dabei über ihre Mundwinkel.
“Das Mädchen ist krank. Etwas in ihren Augen hat es mir verraten. Hast du denn nichts bemerkt?”  
Yuki schüttelte verwundert den Kopf und antwortete stattdessen mit einer Gegenfrage. “Sie ist hier geboren, oder?”
“Ich vermute es. Du solltest Tim fragen. Warum hast du heute Morgen nicht mit ihm gesprochen?”
Yuki schüttelte sich. “Ich konnte einfach nicht. Dieses andere Mädchen hat mich verwirrt. Ist sie deshalb krank?”
Yeena starrte in die prasselnden Flammen. “Sie versuchen, die Natur zu betrügen und so etwas rächt sich früher oder später, verlass dich darauf.”
“So wie du es sagst, klingt es fast gemein. Meinst du, das Mädchen wird sterben?”
Einen Moment kaute ihre Schwester schweigend an einem Bissen herum.
“Würde dich das so sehr stören? Immerhin ist sie ständig mit dem Jungen zusammen.”
Yuki sprang erschrocken auf. “Nein Yeena, das möchte ich nicht! Ich würde noch nicht einmal daran denken. Ich glaube, Tim liebt sie wirklich.”
“Du bist zu weich. In dieser Hinsicht stimme ich Txar zu, auch wenn unsere Meinungen ansonsten auseinander gehen.” Yeena seufzte auf und meinte nachdenklich.
“Ich würde gerne, wie mein Ikran einfach meine Arme ausbreiten und durch die Lüfte segeln. Seine Gedanken verraten mir alle Empfindungen, wenn wir miteinander verbunden sind. Dennoch weiß ich, dass es niemals der Fall sein wird. Ich akzeptiere es einfach. Eines Tages wirst du deinen Ikran erwählen oder er dich. Bis dahin hast du noch viel zu lernen. Eine Kriegerin zu werden, heißt Verantwortung für den Stamm zu übernehmen. Wenn unsere große Mutter es bestimmt hat, dass der Junge zu dir gehört, wird er seinen Weg an deine Seite finden, aber du kannst es nicht erzwingen.”
“Das will ich auch gar nicht!” Yuki stocherte gedankenverloren in den Flammen herum und mit einemmal mochte ihr das Essen nicht mehr so recht schmecken.

Tim blickte erschöpft zu dem verschnörkelten Baldachin empor. Er hatte keine Vorstellung davon, wie lange er sich nun mit Lynda im Nahkampf erprobt hatte, aber seinem Gefühl nach musste es gegen Abend sein. Zumindest spiegelten sich eindrucksvolle Rottöne auf dem Glas des Fensters. Wieder hatte das Mädchen ihn zu sich geführt, nach dem die Greyburns überraschend auf eine außerordentliche Sitzung gerufen wurden waren. Ihre Eltern leiteten den Vorstand und ließen sich es sich nicht nehmen, im Siedlungsrat ständig ihre Stimmen zu erheben. Mr. Greyburn machte keinen Hehl daraus, dass er Barns für einen Schwächling hielt und setzte alles daran ihn vor den Anderen schlecht dastehen zu lassen. Doch das zählte jetzt alles nicht. Tim griff neben sich und wollte Lynda ihr Höschen reichen, das sie vorhin im Übermut nach ihm geworfen hatte.
“Zeit für Klamotten, Süsse.”  
Seine Worte klangen fast bedauernd, doch es half alles nichts.
“Nein nicht! Ich kann jetzt nichts anziehen, sonst zerspringe ich!”
Völlig enthemmtes Gelächter antwortete ihm.
“Oh man, wir sind völlig verrückt, Tim! Du treibst es mit mir im Haus meiner Eltern, noch dazu in meinem Bett. Wenn das Mutter wüsste, würde sie vor Entsetzen Tot umfallen. Du solltest jetzt besser gehen. Sie müssen nichts merken und dein Onkel wartet bestimmt schon.”
Mehr widerwillig zog er sich seine Sachen über. Der Stoff rieb unangenehm über seine Haut. Viel lieber hätte er alles wieder abgestreift und sich an ihren weichen Körper geschmiegt.
“Mach nicht so ein Gesicht, Tim. Wir sehen uns morgen vor der Schule und danach können wir unsere Spielchen fortsetzen, wenn du nichts zu tun hast.”
Unerwartet kamen irgendwo im Haus Geräusche auf und erschrocken vernahm Tim Stimmen. Die Greyburns! Sein Herz rutsche in einer Spontanfahrt bis in die Hosentasche. Lynda zeigte dieselbe Reaktion, schaffte es aber gerade noch sich die Decke über ihre Blöße zu ziehen.
“Lynda Schätzchen, wir sind früher zurück! Freust du dich? Wo bist du denn?”
 Gleichzeitig öffnete sich die Tür vor ihnen und Mrs. Greyburn streckte ihren Kopf hinein. “Lynda?” Ein Aufschrei.
“Was geht hier vor sich und wer ist dieser Bastard in deinem Bett?”
Bevor ihre Mutter richtig ausgesprochen hatte, drängte sich Bruce an ihr vorbei.
“Mr. Greyburn, es ist nicht so wie sie vielleicht denken!” Tim griff seine Schuhe wobei er versuchte, zum offenen Fenster zurück zuweichen.
“Was denke ich denn mein Junge? Ahh … lass mich raten … ihr habt ein neues Unterrichtsfach in dem es darum geht sich im Beischlaf zu üben. Erstaunlich was den Lehrern alles einfällt.“
Sein Atem streifte unangenehm über Tims Gesicht, als er sich dicht heranbeugte. Deutlich konnte er den penetranten Schnapsgeruch wahrnehmen und das gefährliche Funkeln in den Augen Mr. Greyburns, dass nichts Gutes verhieß.
“Dumm nur, dass ihr überhaupt nicht in eine Klasse geht. Weißt du, wie alt meine Tochter ist? Nein? Oder doch? Du brauchst nicht zu antworten. Deine Blicke verraten mir genug. Aber kein Grund sich Sorgen zu machen.“
In einer fast freundschaftlichen Geste klopfte ihm Bruce auf die Schulter.
“Wir werden das ganz allein regeln, nur wir zwei, von Mann zu Mann.”
“Bitte Dad, tue nichts unüberlegtes … .”
Ein harter Schlag traf sie mitten ins Gesicht und erfüllte ihre Nase mit dem unangenehmen Gefühl von herauslaufendem Blut.
“Du verhältst dich jetzt still! Wir sprechen später!”
“Was hast du vor?” Sie schrie nun beinahe.
“Ich werde ihm eine Lektion erteilen, die er niemals mehr vergisst!”
Bevor Tim sich versah, warf sich Lynda auf ihren Vater und krallte sich an ihm fest.
“Lauf Tim!”
Fühlte er sich bisher wie gelähmt und unfähig sich zu rühren, so wirkte ihr Schrei nun wie ein Startsignal. Tim hastete aus dem Fenster in die Nacht hinaus, das wütende Geschrei dicht hinter sich.

Irgendwie überwand Lynda ihre Scham und zog sich unter den teilnahmslosen Blicken ihrer Mutter an.
“Er hat mich geschlagen! Ist dir denn alles gleichgültig? Bin ich es? Hilf mir gefälligst!”
 Amanda wirkte leblos ohne jeglichen Glanz in ihren Augen.
“Ich kann nicht.”
“Du kannst nicht? Wenn Tim etwas geschieht, wirst du es bereuen! Ich werde dir die Hölle bereiten! Jeden Tag ein Stückchen mehr, bis nichts mehr von dir übrig ist.”
“Lynda Schätzchen. Warum hast du das getan? Ich verstehe dich nicht.”
“Nenn mich nicht Schätzchen! Tim ist alles was ich habe. Ich bitte dich … halte ihn auf. Du kannst es.” Tränen vermengten sich mit dem Schweiß, der in ihrer Panik von der Stirn tropfte. Sie musste in diesem Moment furchtbar aussehen, doch es spielte keine Rolle. Nichts tat das, wenn sie nur Tim retten konnte. Die Hand Amandas fuhr über ihre Wange und die Lippen, verwischte dabei Tränen mit Rotz und Blut, während der Blick starr auf sie gerichtet war. Ein Seufzen das aus Amandas tiefsten Innern zu stammen schien.
“Also schön. Ich helfe dir. Warte einen Moment, Kindchen.”
Diesmal ignorierte Lynda die Bemerkung. Keine Zeit für Zurechtweisungen. Sie mussten Tim finden, bevor ihr Vater ihn in die Hände bekam.

Tim hatte es auf seiner Flucht bis zum Zaun geschafft, doch gerade als er darunter durchkriechen wollte, wurde er hart an den Füßen gepackt und zurückgezogen. Mr. Greyburn thronte wie ein Rachegott vor ihm auf und richtete den Lauf seiner Waffe auf ihn.
“Das können Sie nicht machen! Sie wollen doch nicht zum Mörder werden?”
“Wer spricht denn davon? Soll ich dir sagen, wie das Ganze ablaufen wird? Ich konnte nicht schlafen und habe mir etwas die Beine vertreten. Nun, wie der Zufall so spielt, bemerkte ich in der Nähe des Zaunes seltsame Aktivitäten und beschloss nachzusehen. Könnte ja sein, dass sich ein wildes Tier durchgräbt um ins Lager zu gelangen. In der Dunkelheit lässt sich das schlecht erkennen und meine Schießkünste sind lausig. Ich gab einen Warnschuss ab, doch leider traf der genau ins Ziel.”
Ein gemeines Grinsen zog über das bärtige Gesicht.
“Damit werden Sie niemals durchkommen. Lynda wird alles … .”
“Meine Tochter wird die Klappe halten und wer sollte mir schon das Gegenteil beweisen? Ich bin ein angesehenes Mitglied dieser Gemeinde!” Er spuckte aus.
“Mach dich bereit zum sterben, Junge.”
Ein hässliches Klacken erklang. Tim schloss die Augen und wartete auf das Unvermeidliche. Jede Faser seines Körpers verkrampfte dabei. Plötzlich und unerwartet eine Stimme. Direkt über sich. Vertraut und doch auf eine seltsame Weise verzerrt.
“Lass die Waffe fallen, bevor ich dir deinen dämlichen Schädel wegblase!” “Verdammt Amanda, er hat unsere Tochter angefasst. Ich erledige das hier. Ihr habt damit nichts zu tun.”
“Du hörst einfach nicht zu, Bruce! Das war schon immer dein Problem. Ich sage es nur noch einmal: Nimm die Waffe runter!” Amandas Stimme war eiskalt und frei von jeglicher Emotion. Mr. Greyburn musste spüren, dass sie es ernst meinte, denn langsam senkte sich der Lauf seines Gewehres. Unverständnis lag in seinem Blick.
“Was soll das?”
“Ich habe nur eine Tochter, Bruce und ich werde nicht zulassen, dass wir sie wegen deiner Dummheit verlieren.”
Fast schon unbemerkt von ihren streitsüchtigen Eltern hatte es Lynda geschafft, sich Tim zu nähern und half ihm auf.
“Komm, verschwinden wir. Ich halte ihre Gegenwart nicht mehr aus.”
Tim leistete keinen Widerstand und ließ sich willenlos von ihr mitziehen. Zu tief steckte ihm die Todesangst in den Knochen und so agierte er wie eine Marionette.
Irgendwie musste Mr. Greyburn seine erste Überraschung überwunden haben, denn plötzlich wetterte seine Stimme hinter seiner Tochter her.
“Wo willst du hin? Bleib gefälligst stehen, wenn ich mit dir rede!”
“Ich gehe mit Tim! Versucht nicht, uns zu folgen. Mal sehen, vielleicht lasse ich mir von ihm den Verstand rausvögeln um euch und die Krankheit besser zu ertragen.”
“Lynda! Wie sprichst du denn? Lass uns zurückgehen und beten. Der Junge findet schon allein nach Haus.”
Beten. Ihre Lippen formten das Wort, doch schwerer wog der ekelhafte Geschmack der sich in ihrem Mund unterdessen ausbreitete und mit ihm das Verlangen vor ihrer Mutter auszuspucken.
“Beten wird mich nicht retten, Mutter und du weißt das! Ihr beide widert mich nur noch an. Geht mir aus den Augen!”
“Du hast die Sünde in unser Haus gebracht! Von heute an bist du nicht mehr unsere Tochter!” Lynda verharrte einen Augenblick, bevor sie mit den Schultern zuckte.
“Als wenn mir das noch etwas ausmachen würde … Dad.” Sie blickte voraus, wo sich gegen den Nachthimmel die Umrisse der Farmen abhoben. Eine einsame Träne kullerte über ihre Wange herab. “Komm Tim, ich bringe dich Heim.” Insgeheim hoffte sie, dass sein Onkel sie für diese Nacht beherbergen würde, wenn er erfuhr, was geschehen war. Was danach kam … nun die Zukunft würde es zeigen.


Ende @Copyright 2014 Eichhörnchen
« Last Edit: August 07, 2014, 11:44:05 am by Eichhörnchen »
kxetse sì mikyun kop plltxe


Offline Tsu'tey

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Re: Die Legende von Yuki - Episode 4 "Lauf um dein Leben!"
« Reply #1 on: August 07, 2014, 04:53:16 am »
Mein Lieber Robert,

Meine Meinung zu diesem Kapitel ist diesmal gespalten, es ist für mich fast ein kleiner Zwiespalt der sich aufgetan hat. Gut geschrieben hast du wie immer überhaupt kein Frage, habe das Kapitel natürlich auch komplett gelesen, und die Handlung ist ebenfalls sehr gut gewählt. Doch am Ende mit diesen ganzen Ausdrücken usw. kann ich kaum etwas anfangen, ich lese sehr ungerne Fäkalsprache kann ich grundlegend nicht haben. Gehört einfach nicht in eine schöne und nette Fanfiktion, jedenfalls in meinen Augen soll jetzt nicht heißen das ich nicht weiter lesen werde, doch das aufjedenfall. Das in diesem Sinne erstmal von mir...

Lg Marco

Ich bleibe in Erinnerung. Ich habe mit Toruk Makto gekämpft. Und wir waren Brüder. Und er war mein letzter Schatten.

Offline Neytiri2000

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Re: Die Legende von Yuki - Episode 4 "Lauf um dein Leben!"
« Reply #2 on: August 08, 2014, 08:55:21 am »
Hallo Eichhörnchen  :D

für mich ist das 4. Kapitel eine gelungene Ergänzung zu den anderen 3 Teilen ;)

war wiedermal top lesbar und inhaltlich super  :)

es gab einige momente wo man Tim echt nachempfinden konnte.
das waren meist die schock oder gefahrenmomente.

meinerseits habe ich keine großen fehler entdecken können  ;)

natürlich sind hier wieder einige fragen aufgeworfen wurden die bestimmt in den nächsten kapitel
behandelt werden

auf jedenfall war das ende ein passender hänger für neues ^^

Gibt natürlich wieder deine ration Nüsse  :-*

Lg Neytiri2000
Zitate:

Jake Sully: Ich möchte kein Mitleid, wenn du Fair behandelt werden willst, bist du auf dem Falschen Planeten.

Offline Ricardo

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Re: Die Legende von Yuki - Episode 4 "Lauf um dein Leben!"
« Reply #3 on: August 09, 2014, 03:55:28 am »
Ich kann mich meinem Vorredner nur anschließen.
Die Kapitel sind stimmig, reihen sich gut aneinander und die Handlung wird immer weiter ausgebaut, spannend, aber nicht übertrieben.

Mal sehen, wie es weitergeht.  :D

Offline Tìtstewan

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Re: Die Legende von Yuki - Episode 4 "Lauf um dein Leben!"
« Reply #4 on: August 09, 2014, 04:57:27 am »
So, mein lieber Robert,

Habe es nun geschafft den vierten Teil (beim Frühstücken) zu lesen und kann mich meinen Vorrednern auch nur anschließen. Vor allem das Endteil ist wirklich sehr gelungen! Die Geschichte wächst und ohne Spannung zu verlieren.
Und natürlich schreit dieser Teil nach einer Fortsetzung. :) D.h., eine Nuss für unseren Eichhörnchen als Dankeschön und Motivationsschub. :D

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