Author Topic: Die Legende von Yuki - Episode 6 "Ein schreckliches Geheimnis"  (Read 772 times)

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Offline Eichhörnchen

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Die Legende von Yuki - Episode 6 "Ein schreckliches Geheimnis"
« on: November 15, 2014, 05:58:07 pm »
Die Legende von Yuki - Episode 6 “Ein schreckliches Geheimnis”



Noch völlig verschlafen öffnete Lynda ihre Augen. Momente lang tastete sie orientierungslos herum, bis ihr Blick auf dem Jungen neben ihr ruhen blieb. Ein Klopfen. Jetzt wurde ihr auch bewusst, was sie geweckt hatte. Gleichzeitig klang die Stimme Emilys durch die Tür.
“Tim, Lynda, seid ihr wach?”
Sie beugte sich über seinen Körper, um ihn zu wecken. In dem Augenblick schlug Tim die Augen auf und sein Blick fiel auf die Rundungen ihrer Brüste.
“Ein Traum … die Sonne geht auf.”
“Lass den Unsinn! Deine Tante ruft uns. Ob sie vergessen hat, dass wir heute keine Schule haben?” Lynda wirkte mit einemmal verunsichert.
Der Kopf Emilys erschien im Türspalt.
“Ist etwas passiert?”
“Nein, nein. Zieh dir etwas an Schätzchen, du hast Besuch.”
Lynda warf Tim einen flüchtigen Blick zu, in dem alles Unverständnis dieser Welt lag. “Besuch? Wer sollte mich …?”
“Nun komm, es wäre unhöflich, ihn warten zu lassen.”
Lynda verstand immer noch kein Wort und schlüpfte ratlos in ihren Morgenmantel.

Nicht wissend, was sie von der Situation halten sollte, blickte Lynda in das Gesicht ihrer Mutter. Eine Weile sahen sich beide nur sprachlos an, bis sie es nicht mehr aushielt. “Also, was ist nun? Gibt es einen Grund, warum du hierher gekommen bist? Ich denke, zwischen uns wurde alles gesagt. Ich liebe Tim und werde ihn nicht aufgeben.” Von Bron oder Emily konnte sie nichts entdecken und sie vermutete, dass beide sich aus Höflichkeit ihr, sowie der schwierigen Situation gegenüber, im Hintergrund hielten.
“Ich bin gekommen, um dir ein Angebot zu machen, Lynda.”
Die Art, wie Amanda sich ausdrückte und ihr schuldbewusster Blick, erstickten jede freche Erwiderung, die ihr auf der Zunge lagen. Statt dessen sagte Lynda,
“Na da bin ich aber gespannt.”
Amanda atmete tief durch. “Ich möchte, dass du nach Hause kommst. Warte … .”  Sie musste die Ablehnung in Lyndas Gesicht wie in einem offenen Buch lesen.
“Tim kann dich selbstverständlich jederzeit besuchen, wann immer und so lange du möchtest.” Amanda griff nach ihren Händen und drückte sie sanft.
Regungslos ließ Lynda es mit sich geschehen und blickte nur unschlüssig abwechselnd von ihren Fingern in das Gesicht ihrer Mutter.
“Was ist mit Bruce?” Sie brachte es einfach nicht fertig, ihn Vater zu nennen. Nicht nach allen, was geschehen war.
“Er hat es vorgezogen, eine Weile außer Haus zu sein. Ich habe ihm diesen Schritt nahe gelegt. Lynda bitte. Es tut mir leid, was ich zu dir gesagt habe. Alles was ich möchte ist, dass mein kleines Mädchen zu mir zurückkommt.”
“Aber wieso? Warum jetzt? Ich verstehe dich nicht.”
“Diese netten Menschen haben es nicht verdient, dass sie so mit hineingezogen werden. Noch kannst du für dich selbst sorgen. Was wird aber, wenn es dir schlechter geht und du Hilfe benötigst? Möchtest du das deiner Gastfamilie wirklich zumuten? Ich bin deine Mutter, Lynda und egal, was immer du über mich denkst, ich werde für dich da sein, wenn du mich brauchst.”
Lynda versuchte, sich der unterschiedlichen Empfindungen zu erwehren, die unerwartet auf sie einstürzten. Schließlich gab sie es auf und fing hemmungslos an zu weinen.
Eine Hand wollte sich auf ihre Schulter legen, doch sie stieß sie beiseite.
“Jetzt nicht! Lass mich, Tim! Ihr alle … lasst mich einfach in Ruhe!” Begleitet von lautstarkem Schluchzen verschwand sie.
“Ich denke es ist besser, wenn ich jetzt gehe. Ich danke Ihnen, dass ich mit meiner Tochter sprechen durfte. Wenn sie sich beruhigt hat, weiß sie ja, wo sie mich findet.” Amanda schob ihren Stuhl zurück und drückte Emily zum Abschied die Hand.

Begleitet vom flammenden Leuchten seiner Hecktriebwerke, deren Schweif weit hinter das Schiff reichte, bis er sich in der Schwärze des Raumes verlor, schwenkte der Transporter in die Atmosphäre des Mondes ein. Tief verborgen in seinen gewaltigen Frachträumen befand sich etwas, das für die Siedlung und ihre Bewohner noch eine Bedeutung spielen sollte, auch wenn viele nichts davon wussten. Zeitgleich geschah in den Bergen ein anderes Ereignis, das in seinen Auswirkungen im direkten Zusammenhang mit der Landung des Raumschiffes stand.

Der Stadtrat wartete in Begleitung von Mrs. Sterling, bis der Transporter auf der Landefläche aufsetzte. Noch bevor sich der aufgewirbelte Staub gelegt hatte, schritt eine herrisch wirkende Erscheinung aus dem aufklaffenden Bauch des Schiffes. Einige Arbeiter des Bodenpersonals kamen heran, um beim Entladen zu helfen. Kaum hatten sie sich der Rampe genähert, stoppte sie die harsche Stimme des Kommandanten. “Zurück, ihr Gesindel! Keiner von euch Tagelöhnern setzt auch nur einen Fuß in mein Schiff!”
Ohne sich weiter um die Leute zu kümmern, die von seinen Begleitern barsch zurückgedrängt wurden, näherte sich der Mann der wartenden Delegation.
“Barns wenn ich richtig informiert wurde?” Keine Anrede, nicht einmal die Spur einer Begrüßung. Stattdessen ein Blick, der ihn fixierte.
“So ist es. Es freut mich, Eure Bekanntschaft zu machen, Kommandant Johnson. Ihr werdet schon … .”
“Spart Euch das Getue! Ihr habt alles zum Abtransport vorbereitet?”
Barns erstarrte. Unbewusst hatte der Eigner des Schiffes einen Nerv getroffen. Entgegen seiner sonstigen Gewohnheiten senkte Barns demütig den Schädel.
“Nun es gibt da etwas, über das wir sprechen sollten.”
“Oh, Ihr dürft mich gerne auf ein Glas Wein einladen, wobei es sich trefflich plaudern lässt, doch zuvor händigt mir meine Entlohnung aus. Ich sehe gar keine Frachtkisten. Wo sind sie? Meine Leute sind bereit alles an Bord zu nehmen.”
Barns sah sich unsicher nach Sylvie um. Wie zu erwarten, wusste sie auch keine Antwort und zuckte nur verlegen mit den Schultern. Er entschloss sich, in die Offensive zu gehen.
“Wir haben Schwierigkeiten mit der Mine. Die Förderung ist diesen Monat fast vollständig zum Erliegen gekommen. Sobald die Ordnung wiederhergestellt ist, bezahlen wir den ausstehenden Betrag.”
“Es interessiert mich einen Dreck, was Ihr für Probleme habt. Ich will meine Bezahlung sehen und das gleich. Ansonsten finden sich andere Abnehmer. Das ist nicht die einzige Siedlung.” Johnson flüsterte, dass es in den Ohren Barns fast verschwörerisch klang. “Ich habe eine Speziallieferung für Euch dabei. Regierungseigentum, wenn die Frachtpapiere in Ordnung sind. Es interessiert mich nicht, um was es sich handelt, oder was Ihr damit vorhabt. Aber solange Ihr mir nicht aushändigt was mir zusteht, bleibt es in meinem Besitz. Wir verstehen uns?”
Unweigerlich tauchte das Antlitz seiner Tochter Cindy vor Barns geistigem Auge auf und er würgte einen Klumpen im Hals herunter.
“Nein wartet! Bitte! Wir sind auf die Waren angewiesen. Ich könnte Euch etwas anbieten, das Ihr bestimmt nicht zurückweisen werdet. Ein sagen wir … sehr persönliches Geschenk, bis wir die Lage unter Kontrolle haben.”
“Meine Leute haben ganz sicher nichts gegen einen kleinen Aufenthalt. Erzählt mir mehr über euer Angebot. Ihr habt meine ungeteilte Aufmerksamkeit.”

Cindy starrte ihre Eltern an, als ob diese einen schlechten Witz gemacht hätten. Allerdings mochte der Ausdruck, der sich in ihren Augen spiegelte, nicht so recht dazu passen und verdeutlichte, wie todernst sie es damit meinten. “Ich werde nicht mit dem Kommandanten anbändeln, damit ihr eure Waren bekommt!”
Ihre Mutter wirkte bei soviel Offenheit schockiert, doch Cindy war sich sicher, das ihr Entsetzen nur vorgespielt war.
“Wer spricht den davon? Du sollst ihn allein etwas unterhalten und von den Unwirtlichkeiten unseres Daseins ablenken, Liebling.”
“Ich denke gar nicht daran! Hast du gesehen, wie alt er ist?”
“Wir müssen alle Opfer bringen. Das war uns bewusst von dem Tag an, als wir den ersten Fuß auf diese Welt setzten. Warum bist du nicht wie deine kleine Freundin? Die Greyburns sind geradezu ein Vorzeigebeispiel, wenn es um den Erhalt unserer Werte geht.”
Wie durch Zauberhand lag es ihr auf der Zunge, dass Lyndas Eltern gewaltig einen an der Waffel hatten, doch beim Anblick ihres Vaters schluckte sie die Worte im Ansatz herunter.
“Denkst du, es geht nur um irgendwelche Fracht? Dieses Schiff hat etwas geladen, was die Siedler brauchen … was du brauchst, Cindy.”
“Was sollte so viel Wert sein, dass ich mich dem Captain dafür an den Hals werfe?”
“Dein Leben, Cindy.” Die in aller Nüchternheit ausgesprochenen Worte, bohrten sich Nadeln gleich in ihren Körper. Tiefer und tiefer, je mehr die Erkenntnis von ihr Besitz ergriff.
“Denk in Ruhe darüber nach, Schätzchen. Kommst du, Barns? Wir essen gleich und ich könnte etwas Hilfe in der Küche gebrauchen.” Ihre Eltern entschwanden und ließen ein völlig verstörtes Mädchen zurück.
“Nein. Das könnt ihr vergessen! Ich lasse mich nicht für eure Zwecke missbrauchen!” Ihr Blick fiel auf den immer noch eingeschalteten Bildschirm in der privaten Arbeitsecke ihres Vaters, wo er von zu Haus aus Dinge erledigte, wenn er nicht gerade im Büro saß. Mehr aus einer inneren Leere heraus, arbeitete sie sich durch verschiedene Bereiche, bis sie auf einen Abschnitt stieß, der sie schlagartig aus ihrer Lethargie riss. Die persönliche Daten ihres Vaters. “Gesperrt. So ein Mist. Wo sind nur … .” Ihre Finger tasteten durch Fächer, blätterten in Papieren und sonstigen Unterlagen. Nichts. Mehr aus Langeweile griff sie unter den Tisch und fuhr vorsichtig die Innenseite der Platte entlang. Etwas Hartes. Sie zog daran. Eine Codekarte kam zum Vorschein, wie sie alle Amtsträger und Bevollmächtigten der Siedlung besaßen.
“Na bitte.” Zufrieden notierte sie sich die Zahl und befestigte die Karte wieder an ihrem Platz. Gerade rechtzeitig.
“Cindy Liebling, komm, wir wollen essen.”
“Ich komme gleich, Mutter”, erwiderte sie mit einem gekünstelten Lächeln. Rasch ließ sie die verräterische Notiz verschwinden, schaltete den Bildschirm aus und erhob sich. “Egal, was du so vor mir geheim hältst. Ich werde es herausfinden.”

Bruce haderte immer noch mit seiner vorschnellen Entscheidung, der Siedlung den Rücken gekehrt zu haben. Zum einen war da das gerade äußerst belastete Verhältnis zu seiner Frau Amanda. Deren Sympathien lagen nachweislich bei ihrer Tochter und Bruce gab sich in dieser Hinsicht keinen Illusionen hin, dafür war er viel zu pragmatisch veranlagt. Andererseits lockte ihn das Abenteuer oder vielmehr die Herausforderung, die Lage an der Mine wieder unter Kontrolle zu bringen. Wer weiß, vielleicht konnte er eine Lösung finden und als strahlender Sieger heimkehren. Ein weiterer wichtiger Schritt auf seinem Weg, mit dem Ziel, Barns von seinem Posten zu verjagen und selbst Oberhaupt der Siedlung zu werden. Du musst es einfach schaffen. Reiß dich zusammen. Ein letzter Blick zurück. Von hier oben hatte er einen hervorragenden Ausblick auf die winzigen Gebäude unter ihm. Wenn er zurück kam, würden sich einige Dinge grundlegend ändern. Von neuen Selbstvertrauen erfüllt, gab Bruce dem schweren Fahrzeug den Befehl zur Weiterfahrt.

Yuki hing zwischen den Ästen eines gewaltigen Baumes. Sie merkte, wie ihre Kräfte nachließen, doch Aufgeben war keine Option für sie. Noch nicht. Über sich hörte sie das vertraute Scharren der scharfen Krallen und gelegentlich missbilligende Schreie, in einer hohen Tonart ausgestoßen. Ihre Ohren schmerzten davon.
“Warum müsst ihr Mistviecher so weit oben leben? Hört mit dem Verstecken auf und stellt euch einem fairen Kampf!” Sie wusste, dass ihr Wunsch illusorisch war und versuchte, an einen Ast über ihr zu gelangen, um sich weiter zu hangeln. In dem Moment hörte sie forsche wie vertraute Rufe.
“Yuki! Was machst du dort oben? Komm sofort runter, bevor einer der Ikrane dich angreift!”
Gerade im Begriff nach dem Ast zu tasten, brachte sie die Stimme ihrer Schwester aus dem  Konzept. Sie fasste daneben. Ihre andere Hand klammerte sich verzweifelt an den Stamm, schaffte es aber nicht, sie zu halten. Yuki rutschte ab und segelte, begleitet von einem Aufschrei, in die Tiefe. Die Laute unter ihr verrieten Bestürzung, dann fühlte Yuki schon etwas Hartes im Kreuz. Hervorgerufen durch den Schrecken, dauerte es bange Sekunden, bis sie ihre Umgebung wieder klar wahrnehmen konnte. Über sich erblickte sie die leuchtenden Augen Yeenas. Nun wurde ihr auch bewusst, was sie in ihrem Rücken spürte. “Lass mich sofort runter! Ich bin kein Baby!”
“Ach wirklich? Warum benimmst du dich dann so?” Yeena entließ sie beinahe sanft aus ihren Armen.
“Wenn du mich nicht abgelenkt hättest, wäre ich gar nicht erst gestürzt.”
“Vielleicht. Trotzdem warst du leichtsinnig.” Yeena wirkte plötzlich ein wenig schuldbewusst. “Ein Krieger muss immer die Beherrschung bewahren, in jeder Situation und konzentriert sich nur auf seine Aufgabe. Nichts kann ihn davon abbringen.”
Nun war es an Yuki, betreten drein zu blicken. “Woher weißt du, was ich vorhatte?”
“Ist das nicht klar? Du gibst einfach nicht auf, oder?”
“Nein! Niemals! Ich muss eine Kriegerin werden. Das würde alles viel leichter machen.”
Yeena kam näher und drückte zärtlich ihre Nasenspitze gegen die Yukis.
“Du bist noch lange nicht soweit, Yuki. Hattest du mir nicht versprochen, zu warten?” “Das kann ich nicht Yeena.”
“Warum nicht? In ein oder zwei Jahren lässt dich unsere Schamanin ganz sicher die Prüfung ablegen.”
“Ich muss Tim gewinnen und das geht nur, wenn ich ein vollwertiges Mitglied des Stammes bin. Niemand wird mir dann mehr verwehren, ihn zu uns zu holen.”
“Findest du nicht das der Junge da ein Wörtchen mitzureden hat?”
“Er liebt mich, Yeena. Ich weiß es.”
“Ach ja? Wie soll das gehen? Du wirst bald viel größer sein als er. Ihr könnt keine Kinder bekommen und euch auch nicht verbinden. Seine wahren Gefühle werden dir immer verborgen bleiben. Bist du dir sicher, dass du dich nicht gerade in etwas verrennst, Yuki?”
“Was interessiert dich das überhaupt?”
“Was es mich? Ich bin deine Schwester und es geht mich sehr wohl etwas an, wenn du dabei bist, dich in dein Unglück zu stürzen.”
“Für dich ist alles ganz einfach, oder? Ich warte auf die Prüfung, erwähle einen Krieger und diene danach dem Stamm.”
“So fordert es unsere Tradition.”
“Kehe! Das werde ich nicht. Wo haben uns denn unsere Traditionen hingeführt? Sie dich doch mal um. Wir sind aus unserem Gebiet vertrieben worden, wie das Vieh auf den Feldern der Tawtute.”
Yeena Gesicht verfinsterte sich zusehends. “So wie du es ausdrückst, klingt es überhaupt nicht nett. Siehst du nicht, was Yaya und alle anderen leisten, um das überleben unseres Stammes zu sichern? Ist dir das völlig egal? Wir müssen manchmal Dinge tun, auch wenn sie uns nicht gefallen. Wichtig ist nur, dass wir ein neues Zuhause gefunden haben.”
“Tut mir leid. Ich bin wohl zu weit gegangen.”
“Ja das bist du, Yuki.”
“Es ist nur … also wegen Txar.”
Unübersehbar spannte sich der Körper ihrer Schwester an, gleich einer schussbereiten Bogensehne. “Was ist mit dem Krieger?”
“Ich möchte dir helfen, Yeena.”
“Das ist nicht nötig. Ich war unkonzentriert. Beim nächsten Mal … .”
“Er wird dich wieder besiegen. Txar ist ein hervorragender Jäger und sein Ikran schnell wie der Wind. Dein Begleiter ist zu schwerfällig und kann es nicht mit seinem aufnehmen. Jedoch mit einem Waldikran könnte ich ihn besiegen. Sie sind leichter und rasend schnell.”
“Ja, aber nur auf kurze Distanzen. In einem Kampf auf Leben und Tod wird der Bergikran immer siegen.”
Yukis Kampfgeist war wieder geweckt und so fuhr sie unbeirrt fort.
“Für eine Herausforderung wird es reichen. Du kannst es nicht, weil du deinen Begleiter bereits erwählt hast, aber ich könnte es.”
“Du willst das wirklich durchziehen. Also schön, ich helfe dir, aber unter einer Bedingung.”
Yuki hielt angespannt den Atem an.
“Du unternimmst nichts ohne meine ausdrückliche Erlaubnis. Ich werde Yaya bitten, dich zur Prüfung zuzulassen.”
“Aber ich dachte … .”
“Du sollst still sein! Die außergewöhnliche Lage unseres Stammes rechtfertigt solch ein Vorgehen.” Yeena griff nach dem Arm des sprachlos gewordenen Mädchens.
“So und nun komm. Wir haben viel zu besprechen und noch mehr vorzubereiten, wenn du eine faire Chance gegen Txar haben möchtest.”

Tim schaute in das Blau des Augenpaares vor ihm, welches ihn spöttisch musterte. Eigenartig dachte er, während sein Blick weiter über den aufreizenden Körper streifte. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sie glatt für Schwestern halten.
“Sobald du mit der Inspektion fertig bist, darf ich dich dann etwas fragen?”
Erst jetzt wurde Tim bewusst, dass er immer noch auf ihre faszinierende Oberweite starrte. Seine Wangen fingen an mit brennen, während er stammelnd versuchte, eine Antwort zu geben und dabei nicht wie ein Idiot zu klingen.
“Sicher. Was möchtest du denn von mir, Cindy?”
“Von dir?” Sie fing an zu kichern. “Gar nichts. Ich denke, Lynda würde es mir auch sehr übel nehmen. Ich möchte dich nur nach Hause begleiten, das heißt, wenn du nichts dagegen hast.”
“Zu mir? Ich … also nein … ich meine … .”
“Lynda wohnt doch jetzt bei dir, oder? Ich würde sie gerne besuchen und selbst sehen, wie es ihr geht. Gibt es da ein Problem?”
Tim stieß geräuschvoll die Luft aus den Lungen. “Nein. Natürlich nicht. Du kannst gerne mitkommen. Ihr Husten ist nur schlimmer geworden, deshalb war sie heute auch nicht in der Schule.”
“Das dachte ich mir schon Tim. Also schön, dann begleite ich dich.”
Bevor Tim sich versah, hakte sie sich bei ihm ein. “Ich mag es nicht, wie ein Hund hinter jemanden herzulaufen und so ist es auch viel angenehmer, findest du nicht?” Tim nickte sprachlos und schlug den Weg nach Hause ein.

Konzentriert sah Tim auf den Bildschirm des schlichten dennoch effektiven Eingabegeräts, wie es in beinahe jedem Haus der Siedlung zu finden war.
“Wie ich sagte: Das System ist geschützt. So kommen wir nicht rein.”
“Vielleicht doch.” Cindy zog die winzige Notiz hervor und reichte sie ihm.
“Wo hast du das her?”
“Von meinem Dad, als er nicht hingesehen hat. Ich bin ein neugieriges Mädchen.” Tim warf ihr einen anerkennenden Blick zu und gab die Zahlenfolge ein. Sofort wechselte der Bildschirm und unter ihren überraschten Ausrufen offenbarten sich seine Geheimnisse.
“Es ist noch in der Entwicklungsphase. Nein warte, sie wurde vor kurzem abgeschlossen.”
“Also das meinte er damit. Sollte er doch nicht gelogen und Recht haben?”
Cindy überkam ein ungutes Gefühl.
“Moment. Hier steht etwas zu der Heilungsrate.”
“Was ist? Spann uns nicht länger auf die Folter, du Holzkopf.” Lynda wirkte wie ausgewechselt. Die Aussicht auf Rettung schien sie geradezu mit neuer Kraft zu beflügeln.
“Das kann nicht sein.” Neugierig blickten mehrere Augenpaare auf die herab laufenden Informationen. “Das ist unglaublich: 96%, Lynda! Wir können dich heilen!”
“Wie sollen wir denn daran kommen? Wir werden den Impfstoff wohl kaum einfach kaufen können.”
“Mein Vater! Ich bekomme doch die Tabletten. Er muss dir auch welche beschaffen, sonst kann er etwas erleben.”
“Die kosten bestimmt ein Vermögen.”
“Lass das meine Sorge sein. Du hast mir immer geholfen. Als ich Liebeskummer hatte, bei meinen Hausaufgaben und was weiß ich noch alles. Ständig hast du ein offenes Ohr für mich gehabt und warst mir eine gute Ratgeberin. Jetzt bin ich mal dran.”
Tim starrte auf den letzten Eintrag. “Warte Cindy! Hier, sieh dir das an.”
Das Mädchen, schon im Gehen begriffen, blickte darauf. “Ausschließlich für das Regierungspersonal und deren Angehörige, die zum Erhalt der Siedlung unabdinglich sind.” Der Zusatz gab ihnen schließlich Gewissheit und versetzte allen einen imaginären Schlag in den Nacken.
“Wo gehst du hin, Cindy? Lass mich jetzt nicht allein. Ich brauche jemanden zum reden.”
“Tim ist doch bei dir. Ich muss Lynda, verstehst du nicht? Was mein Vater getan hat, ist unentschuldbar. Er wird mir einiges zu erklären haben.” Tim und Lynda blickten ihr betroffen nach. Jeder von ihnen hatte die Tränen in den Augen des Mädchens gesehen.

Ihre Hände zitterten, als Cindy die Tür zum Zimmer ihres Vaters aufstieß. Noch nie in ihrem Leben hatte sie sich so wütend und zugleich hilflos gefühlt. Barns sah verärgert über die unerwartete Störung auf, doch beim Anblick seiner Tochter entspannten sich seine Gesichtszüge. “Cindy Schätzchen, was für eine Überraschung.”
“Lass den Blödsinn. Ich bin hier, um mit dir zu reden und ich werde nicht eher gehen, bis ich Antworten erhalten habe.”
“Du wirkst so angespannt. Möchtest du mir nicht sagen, was passiert ist?”
Klatschend landete die Tablettenpackung auf dem Schreibtisch, rutschte darüber, bis sie vor seinen Händen liegen blieb. “Das ist passiert, Vater und jetzt komm mir nicht damit, dass du mir nichts zu sagen hast. Ich habe deinen Code und bin ins System eingedrungen.”
Wenn Barns erschüttert war, so ließ er sich nichts anmerken. Mehr als handele es sich um ein ganz alltägliches Gespräch, meinte er. “Gut, ich sehe, ich bin dir wohl eine Erklärung schuldig. Wo soll ich beginnen?”
Cindy überlegte. Sollte sie nur fragen, ob er ihr auch Tabletten für Lynda geben könnte? Was, wenn es nicht reichte und sie etwas übersah? Auch wenn ihr die Zeit unter den Nägeln brannte, musste sie Gewissheit haben.
“Also ganz vom Anfang, denn es gibt einige Dinge, die ich nicht verstehe.”
“Schön, wenn es sein muss.”
“Ihr gebt jedem Siedler die Impfung?”
“Ja selbstverständlich. Das war die Grundvoraussetzung für ein Leben hier. Die Planungen ließen keine umfangreichen Schutzmaßnahmen, wie Schleusen, Luftfilter und die dazugehörigen Wartungseinheiten zu. Wir konnten dadurch die Siedlung viel schneller aufbauen und unser Dasein ist, wie du zugeben musst, um einiges angenehmer geworden.”
“Was geschah dann? Wieso diese Geheimnisse? Wofür muss ich die Tabletten nehmen? Irgendetwas verschweigst du mir doch.”
“Nun, es gab Probleme. Schon in den ersten Tests zeigte sich, dass sich das Erbgut veränderte. Allerdings sind die Folgen weitaus dramatischer, als es zuerst den Anschein hatte.”
“Was meinst du damit?”
“Versuche ergaben, dass viele Frauen kranke Kinder gebaren. Äußerlich fehlte ihnen nichts, aber sobald sie den Übergang ins Erwachsenenalter vollzogen, kam es zu Komplikationen. Nicht bei allen, was uns zuerst hoffen ließ, doch nach und nach offenbarte sich das erschreckende Ausmaß.”
“Wie viel? Sag es mir Vater. Wie viel von hundert Kindern überleben?”
“Dreißig, Vierzig vielleicht… es kommt immer auf ihre angeborene Widerstandsfähigkeit an.”
“Du Monster!”
“Cindy bitte!”
“Du lässt die Siedler in dem Glauben, dass sie hier ein neues glückliches Leben beginnen können. In Wirklichkeit aber verurteilst du ihre Kinder zum Tode.”
“Was hätte ich denn deiner Meinung nach tun sollen?”
Cindy verschränkte provozierend ihre Arme.“Wie wäre es einfach mit der Wahrheit?”
“Das hätte nur zu unnötiger Panik geführt. Es wurde doch an einem Wirkstoff gearbeitet und du bist einer der wenigen, die das Glück haben, ihn zu erhalten.”
“Glück? Ist es nicht vielmehr deine Amtsstellung? Ich weiß Bescheid, also lüge mich bitte nicht an. Du hättest Lynda retten können. Stattdessen sitzt du hier nur herum.”
“So einfach ist das nicht, Cindy.”
“Doch Vater! Es ist sogar ganz einfach! Ein Fingerzeig von dir und sie dürfte weiter leben. Ich flehe dich an. Hilf ihr. Bitte!“
“Dafür ist es zu spät. Der Wirkstoff muss vor Ausbruch der Krankheit eingenommen werden, sonst sinkt die Heilungsrate ins Bodenlose.“
Cindy fühlte sich, als habe er ihr einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf geschüttet. “Was sagst du? Meine kleine Freundin. Das ist alles so entsetzlich.”
Tränen bildeten sich in ihren Augenwinkeln. “Weißt du eigentlich was du mir antust? Du zwingst mich, ihr beim Sterben zuzusehen. Hast du überhaupt kein Mitleid?”
“Du musst das verstehen. Die Vorräte sind begrenzt und so mussten unbequeme Entscheidungen getroffen werden.”
“Sicher … ich verstehe und Lynda wird es ganz sicher auch.”
“Ich möchte nur noch eines wissen … eine Kleinigkeit.” Ganz nah brachte sie ihre Lippen an sein Ohr und fast greifbar konnte sie seine Anspannung spüren, als sie die Frage formulierte. “Sag mir … Vater: Wie fühlt es sich an, Gott zu spielen?”
Barns starrte seiner Tochter ins Gesicht, nicht in der Lage zu antworten.
“Das dachte ich mir.” Ein helles Klatschen ertönte. Im nächsten Moment schlug die Tür zu und Cindy, unfähig seinen Anblick weiter zu ertragen, stürzte ins Freie hinaus. Den Blick auf die Packung vor sich gerichtet, rieb sich Barns seine brennende Wange.

Nervös tätschelte Lynda ihre Tasche. “Alles verstaut. Das wars dann wohl, Tim.”
“Bist du dir sicher, dass es eine gute Idee ist, zu gehen? Ich hätte dich gerne bei mir gehabt.” Er fühlte, wie sie ihre Arme um ihn schlang.
“Das ist ganz lieb von dir, Tim, aber es ist immer noch meine Mutter. Überleg doch mal, wenn sie Recht hat. Ich würde euch nur Umstände machen.”
“Würdest du nicht.”
“Rede keinen Unsinn, Tim. Was ist mit der Schule? Du könntest nicht mehr lernen, wenn ich neben dir liege und du dich ständig um mich sorgst.”
“Ach und wenn du ausziehst, mache ich mir keine Sorgen?”
“Tim bitte! Mach es mir nicht noch schwerer, als es ohnehin schon ist. Wenn sie mich angelogen hat, wird dein Onkel mich zurückholen.”
“Hat er das vorhin gesagt, als ihr miteinander getuschelt habt?”
Ein Kichern. “Er hat es mir versprochen. Bist du nun beruhigt?”
“Ja. Zumindest ein bisschen.”
Ein vorwurfsvoller Ausdruck spiegelte sich auf ihrem Antlitz wieder.
“Du vertraust ihm nicht?”
“Doch natürlich tue ich das. Es ist nur … ich …”, “Ja?”
“… ich liebe dich Lynda und ich möchte nicht, dass du gehst.” Tim wurde von ihr umgerissen und fiel rücklings aufs Bett, als sie sich mit einem freudigen Schrei auf ihn stürzte.
“Ich liebe dich auch, du Holzkopf!” Ein inniger Kuss folgte.
“Wollen wir es testen? Jetzt gleich?”
“Was meinst du?” Im nächsten Augenblick hätte er sich vor den Kopf schlagen können. “Ich sage nur noch schnell meiner Tante bescheid. Warte solange auf mich.” Lynda nickte zaghaft und sah sich um, während Tims Schritte im Flur verhallten. Sanft fuhr ihre Hand über die Decke des Bettes. Weiter wanderten ihre Finger, strichen verspielt über Gegenstände und verharrten. Sein Tagebuch. Nachdenklich blieb ihr Blick daran hängen, bis sie es endlich unter einem Seufzen aufschlug. Sie lauschte. Immer noch war von Tim nichts zu hören. Die kleinen Finger blätterten Seite um Seite weiter, bis sie zum letzten Eintrag gelangte.
Beim Lesen der Zeilen stiegen ihr ungewollt die Tränen ins Gesicht. Lynda zögerte und sah sich erneut um. Ein Griff in ihre Tasche förderte einen Stift zutage. Nur mühsam gelang es ihr, die zitternden Finger zu beruhigen. In geschwungenen Buchstaben setzte sie eine Nachricht hinein, etwas, dass ihr auf dem Herzen lag und von dem sie wollte, dass Tim es wissen sollte und klappte das Buch wieder zu. In diesem Augenblick betrat Tim wieder das Zimmer.
“Alles erledigt. Wir können gehen. Bist du auch soweit?”
“Ja Tim, ich habe mich schon gefragt, wo du bleibst“, antwortete sie schnell und rieb sich eine Träne aus dem Auge. Wenn ich ehrlich bin, freue ich mich wieder auf mein kleines Heiligtum, Tim. Vor allem auf das Himmelbett.
Ihr Lächeln hatte etwas Ansteckendes an sich und so schaffte es Tim, für einen Moment alles, was ihn bedrückte zu vergessen. Hinter ihnen fiel die Tür ins Schloss und zurück blieb ein verwaistes Zimmer in das nun gespenstische Stille einkehrte.

Ende

Copyright 2014 Eichhörnchen
« Last Edit: November 22, 2014, 05:28:24 am by Eichhörnchen »
kxetse sì mikyun kop plltxe


Offline Neytiri2000

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Re: Die Legende von Yuki - Episode 6 "Ein schreckliches Geheimnis"
« Reply #1 on: November 16, 2014, 04:13:21 am »
Uiii *-*

Neuer Lesestoff  :D

Gleich anfangen mit suchten ^^

Kritik folgt ;)
Zitate:

Jake Sully: Ich möchte kein Mitleid, wenn du Fair behandelt werden willst, bist du auf dem Falschen Planeten.

Offline Neytiri2000

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Re: Die Legende von Yuki - Episode 6 "Ein schreckliches Geheimnis"
« Reply #2 on: November 16, 2014, 05:51:56 am »
Kalkxí ma Eichhörnchen,

eine weitere gelungene Fortsetzung von Yuki ;)

wurden wieder viele Details offenbart und weitere Fragen stehen wieder offen.

die Gefühle der Protagonisten sind wieder herrlich in szene gesetzt

habe soweit keine Logik- bzw Rechtschreibe- oder Grammatik-fehler erspähen können  :)
 
genau so bin ich gespannt was in Zukunft noch so alles passieren wird  :-X

hab auf jedenfall wie gebannd den Text in mich gesogen  ;D

wünsche dir weiterhin viel spaß beim Schreiben und alles gute  :-*

Lg Neytiri2000

PS. gibt natürlich wieder eine gute Nuss für eine gute Fortsetzung
Zitate:

Jake Sully: Ich möchte kein Mitleid, wenn du Fair behandelt werden willst, bist du auf dem Falschen Planeten.

Offline Tìtstewan

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Re: Die Legende von Yuki - Episode 6 "Ein schreckliches Geheimnis"
« Reply #3 on: November 21, 2014, 05:29:55 pm »
Ich kann meinen Vorschreiber nur zustimmen. :)

In diesem Teil wurden einige wichtige und auch interessante Details bekanntund die Emotionen der Protagonisten reißen einem förmlich mit!
Ich fühle mich wie als wenn ich dabei gewesen wäre!
Bitte weiter so! :) *auf dem nächste Episode freu*

Nusslieferung ist unterwegs. :D


PS: Du hast eine PM

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Offline Ricardo

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Re: Die Legende von Yuki - Episode 6 "Ein schreckliches Geheimnis"
« Reply #4 on: December 27, 2014, 05:59:24 pm »
Endlich bin ich auch dazu gekommen, es zu lesen.

Die Geschichte wird von Kapitel zu Kapitel düsterer.
Die bekannt gewordenen Details verstärken den Eindruck sogar noch.
Hauptsächlich frage ich mich, ob und wie das ganze noch zu einem einigermaßen guten Ende kommen soll bei den ganzen Konflikten, die da im Raum stehen.

 

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