Author Topic: Eine Frage des Herzens Teil 2 tìpawm txe’lanä hapxì amuve  (Read 2200 times)

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Offline Eichhörnchen

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Eine Frage des Herzens Teil 2



Der Morgen dämmerte am fernen Horizont mit einem beeindruckenden Farbenspiel herauf, welches durch die Sonnen des Dreigestirns Alpha Centauris hervorgerufen wurde. Brian kletterte ächzend über unzählige armdicke Wurzeln, hieb Schlingpflanzen aus ihrem Weg und verfluchte dabei etliche male die Atemmaske seines Exopacks. Während er weiter hastete, liefen die Ereignisse des vorigen Tages vor seinen Augen ab. Nach ihrem übereilten Aufbruch von der Basis waren sie bis tief in die Nacht durchgelaufen, um so viel Abstand wie möglich zwischen sich und eventuelle Verfolger zu bringen. Es war wohl weit nach Mitternacht gewesen, als sich die beiden unterschiedlichen Wesen eine kurze Rast erlaubten und zum Schlafen legten. Brian musste unwillkürlich lächeln, als er daran dachte, wie eng das wundersame blaue Geschöpf sich in der Dunkelheit an ihn geschmiegt hatte. Ihre unmittelbare Nähe berauschte seine Sinne und sie hatten beide viele verrückte Dinge getan. Doch die Ruhephase währte nicht lange. Zu groß war ihre Angst, von einem Spähtrupp der Tawtute noch entdeckt zu werden. Brian schüttelte die Gedanken ab und versuchte sich wieder auf ihr vordringlichstes Ziel zu konzentrieren, das Erreichen des Kelutrals… Fawns Heimat.
Seinem Chronometer zufolge waren sie erst eine Stunde unterwegs, allerdings lief ihm jetzt schon der Schweiß in Strömen vom Körper. Die verdammte Sonne meinte es einfach zu gut.
Fawn schien die ständige Hitze, welche auf der Dschungelwelt vorherrschte, hingegen nichts auszumachen. Zumindest konnte er keine sichtbare Veränderung an ihrem Körper oder der Atmung erkennen. Trotz des unwegsamen Geländes und den damit verbundenen Anstrengungen schaffte Brian es nicht, seine Blicke von Fawns wundervollen blaugestreiften Rücken und ihren fast anmutigen Bewegungen abzuwenden. Ihr langer Schwanz tanzte verspielt vor Brian herum und ein ums andere mal war er versucht, Fawn daran zu packen, konnte sich aber im letzten Augenblick gerade noch beherrschen. Brian riss sich von ihrem betörenden Anblick los und nahm seine Umgebung näher in Augenschein.
Er hatte keine klare Vorstellung davon, wo sie sich befanden, denn wohin er auch schaute, umgab sie nur der dichte Urwald des Mondes Pandora. Überall Gestrüpp, fest miteinander verknotete Wurzeln, ein Aufblitzen - die gewaltigen Stämme der zahlreichen Tigerzahnbäume…
Brians Herz übersprang vor Aufregung einen Schlag und sein Blick kehrte rasch an die Stelle zurück, wo er das Aufleuchten bemerkt hatte. Nichts… oder?… Doch da war es wieder. Irgendetwas reflektierte das fast schon unerträglich helle Sonnenlicht vor ihm im Dschungel.
Fawn schien bemerkt zu haben, dass etwas nicht stimmte und trat an ihn heran. “Was ist das für ein Licht, ma Brian?” In ihre Stimme mischte sich ein ängstlicher Unterton. “Vielleicht haben uns die Himmelsmenschen entdeckt.”
Brian sah sie nur unsicher an und machte ihr dann Zeichen, still zu sein.
Jegliches Geräusch vermeidend, zog der Söldner seine schwere Dienstwaffe aus dem Halfter am Gürtel und entsicherte sie. Zum Äußersten entschlossen, trat Brian vorsichtig der Stelle entgegen, an der er das Aufblitzen, das erste mal gesehen hatte. Was immer sie auch dort erwartete, um es einfach zu ignorieren, war es viel zu nahe.
Fawn bewegte sich fast lautlos an seiner Seite, während sie ihren scharfen Dolch zur Hand nahm. Nur einmal drang ein leichtes Fauchen an seine Ohren, das ihre innere Anspannung verriet.
Meter um Meter schlichen sie geduckt und jederzeit kampfbereit dem geheimnisvollen reflektierenden Licht entgegen.
Ein Ast zerbrach mit lauten Krachen unter Brians Füßen und von dem Geräusch erschreckt, warf sich der Söldner hastig in Deckung. Fawn fing an zu kichern, als nichts weiter passierte und hauchte nur belustigt “skxawng”.

Verärgert über sein eigenes Ungeschick, sprang Brian wieder auf und warf Fawn einen missmutigen Blick zu. Es gefiel ihm gar nicht, sie so nahe bei sich zu wissen und am liebsten hätte er ihr befohlen, hier in Deckung zu bleiben und auf ihn zu warten.
Allerdings wusste er nur zu gut, dass sie wohl nicht gehorchen würde.
Mittlerweile hatte das Leuchten aufgehört und Brian kam zu der Ansicht, dass man es wohl nur aus einem bestimmten Winkel sehen konnte. Nach unzähligen weiteren Schritten durch das dichte Unterholz öffnete sich plötzlich der Urwald, formte sich zu einer kleinen Lichtung und sie sahen, was das Blinken verursacht hatte. Vor ihnen befand sich ein fast 4 Meter durchmessendes stählernes Ungetüm, was Fawn zu einem Ausruf der Überraschung veranlasste.
“Was ist das für ein… Ding…, ma Brian?” Kampfeslustig bleckte das Mädchen die Zähne und schlich um den am Boden liegenden Koloss.
“Ein AMP… aber außer Funktion,” flüsterte Brian verblüfft.
“Hast du so etwas noch nie gesehen?” Die Jägerin verneinte mit weit aufgerissenen Augen und steckte langsam ihren Dolch weg.
Das mobile Exoskelett, zur Unterstützung der Bodentruppen, war schwer beschädigt und das Panzerglas der Kanzel an den Seiten völlig zerstört. Tiefe Kratz- und Bissspuren auf dem glänzenden Metall wiesen darauf hin, dass ein gewaltiges Raubtier dem AMP zum Verhängnis geworden war.
Ein Stück von dem Panzeranzug entfernt, fand Brian schließlich die Überreste seines ehemaligen Besitzers. Vorsichtig fingerte der Söldner die Hundemarke aus den verblichenen Knochen und versuchte, den verwitterten Namen darauf zu entziffern… “Lyle Wainfleet”.  Fawn blickte neugierig über seine Schulter. “Kanntest du den Himmelsmenschen?”
Brian schüttelte entschieden den Kopf. “Nein Fawn, es ist… war allen Anschein nach ein Marine aus Hellsgate. Mehr kann ich dir auch nicht sagen. Komm lass uns weiter gehen, hier gibt es nichts mehr für uns zu entdecken.”
“Warte einen Moment, ma Brian.” Das Mädchen wandte sich wieder dem AMP zu, der ihr Interesse auf sich gezogen hatte. Brian nickte nur und nahm unterdessen einen Schluck aus seiner Feldflasche, um seinem ausgedörrten Hals Linderung zu verschaffen. Fawn trat so nahe wie möglich an die zerstörte Kanzel heran, beugte sich mit ihrem Gesicht darüber und rief einen Augenblick später verblüfft aus: “Ich kann mich darin sehen, ma Brian…”.
“Ja toll…” entfuhr es dem Söldner harsch. Doch schon im gleichen Augenblick verfluchte er sich, für seine unüberlegte Äußerung. Woher sollte Fawn auch so etwas wie Glas kennen.

Neugierig betrachtete die Jägerin das unbekannte Material, welches ihr Gesicht spiegelte. Nachdem sie vorsichtig ihre Nase daran gedrückt hatte, um den Geruch des Glases zu ergründen, machte Fawn Versuche, mit ihrer Zunge darüber zu lecken. Brian musste an sich halten, um nicht schallend loszulachen, konnte es aber nicht ganz verhindern.
Das Na’vi Mädchen zuckte bei seinem Lachen erschrocken zurück und bedachte ihn mit einem viel sagenden Blick, der Überraschung wie auch eine Spur von Empörung ausdrückte.
“Brian, warum verspottest du mich?”
Der Söldner trat nahe an die junge Jägerin heran und blickte zu ihr auf. Trotz seiner für menschliche Verhältnisse stattlichen Größe überragte ihn das Mädchen bei weitem. “Das tue ich doch gar nicht, Fawn. Aber was du eben getan hast… es sah einfach zu komisch aus, verzeih bitte.”
Stirn runzelnd sah sie Brian an, “Wenn du mir mehr über eure seltsamen Materialien erzählt hättest, müsste ich sie nicht umständlich untersuchen.”
“Aber das habe ich doch erst gestern Abend, nur warst du an… hm… anderen Dingen deutlich mehr interessiert.”
Fawn schenkte ihm einen unschuldigen Gesichtsausdruck.
“Ma Brian,… hast du nicht nachts die leuchtenden Punkte auf meinem Körper gezählt? Noch dazu an den unmöglichsten Stellen…”, erwiderte sie mit gespielten Vorwurf. Brian entfuhr ein Kichern, als ihm die Erinnerung daran überkam. “Du kleiner Racker…” Ihre Ohren richteten sich leicht auf.
“Was meinst du damit… Raa..k..er…” Fawn versuchte es auszusprechen, konnte aber den Sinn des Wortes nicht begreifen.
Brian grinste sie frech an. “So nennen wir unsere Kinder, wenn sie…”
Weiter kam er nicht, denn die hübsche Jägerin stürzte sich mit einem wütenden Aufschrei auf ihn und warf den völlig überraschten Söldner mit spielerischer Leichtigkeit zu Boden. In Windeseile schwang sie sich auf seine Brust und fauchte ihn an, wobei ihre spitzen Reißzähne sichtbar wurden. “Du hältst mich also für ein… Kind ?” Der Söldner verzog angesichts ihrer bockigen Stimme erheitert das Gesicht.
Brian wusste nicht, ob er weinen oder lachen sollte. Fawn war einfach einzigartig. Auf der einen Seite ein oft fast schon schüchternes Wesen, wohin gegen ihre unglaubliche Neugierde in krassen Gegensatz dazu stand. Außerdem war sie leicht reizbar und neigte dann dazu, äußerst bockig zu werden, so wie in diesem Augenblick.
“Nein, ein Kind bist du nun wirklich nicht“, setzte Brian zu einer Erwiderung an, während er anerkennend ihren wohlgeformten Oberkörper betrachtete. “Ich liebe dich Fawn”.
Er wartete die Reaktion auf seine Worte ab und registrierte interessiert, wie ihr kerzengrade aufgerichteter Schwanz langsam in schwingende Bewegungen überging. Ein deutliches Zeichen dafür, das Fawn sich wieder entspannte.
“Dann sage es in meiner Sprache…”. Sie richtete sich seufzend auf und gab ihn frei.
“Das kann ich nicht Fawn, das weißt du doch.”
Immer noch leicht fauchig, sagte Fawn. “Lerne es, wenn du kannst…”, fügte dann jedoch schon sanfter hinzu, “…für mich, ma Brian.” Damit wandte sie sich von ihm ab und richtete ihre Aufmerksamkeit wieder völlig fasziniert dem glasähnlichen Material der Kanzel zu.
Brian erhob sich und rückte seine Ausrüstung zurecht. Zögernd stellte er sich neben Fawn und legte zärtlich einen Arm um sie. “Es tut mir leid, Fawn. Ich wollte dich nicht verletzen. Können wir nun weitergehen?”
Das Mädchen sah nachdenklich auf ihn herab und strich mit einer Hand über seinen Kopf, als Zeichen dass sie ihm längst wieder vergeben hatte.. “Srane, ma Brian, wir sollten wirklich aufbrechen. Der Kelutral ist noch weit entfernt.” Sehnsüchtig warf Fawn einen letzten Blick auf die spiegelnde Kanzel, dann nahm sie Brian an der Hand und führte ihn sicheren Schrittes weiter in die unergründlichen Tiefen des Urwaldes.

******

Die lohenden Antriebsdüsen erloschen und abrupt zerriss die ausgestoßene leuchtende Wolke hinter dem Raumschiff in filigrane Streifen. In völliger Stille näherte sich das gewaltige Raumfahrzeug einem der zahlreichen Begleiter des vor ihnen liegenden Planeten Polyphemus. Die Zentrale der ISV Rushing Arrow wurde erfüllt von regen Treiben. Während Ordonanzen kommen und gingen, schaute der Captain des Schiffes zu dem diensthabenden Funker und fuhr ihn wütend an. “Was soll das heißen, Sie bekommen keine Antwort von Hellsgate? Versuchen Sie es erneut!” Immer wieder setzte der Funker die Nachricht ab, doch von der Oberfläche Pandoras erfolgte keine Reaktion…

******

Jenkins bekam bei dem Gedanken, dass der Oberst ihn umgehend, wie es geheißen hatte, zu sehen wünschte, Schweißausbrüche.
Er dachte an seinen Freund Brian und seine Erzählungen über das Na’vi Mädchen, mit dem er “durchgebrannt” war. Vermutlich wollte Willow von ihm erfahren, warum der Söldner seit gestern Nachmittag überfällig war. Jenkins als Brians Vorgesetzter sah sich nun in der misslichen Lage, einen Rechenschaftsbericht ablegen zu müssen.
Wie immer in voller Kampfausrüstung und die dichten blonden Haare mit Tonnen an Gel zur Räson gebracht, betrat er unsicher das Büro des Lagerkommandanten. Mit einer strammen Ehrenbezeugung rief Jenkins, “Gefreiter Jenkins meldet sich zum Rapport, Sir!“ Der Oberst, gerade in die Betrachtung einer topographischen Karte vertieft, die RC-33 und das sie umgebende Gebiet zeigte, richtete sich mürrisch auf. “Ahhh endlich. Hören sie Jenkins… wenn ich “umgehend” sage… dann meine ich…  sofort. Sofort! Haben Sie das verstanden, Sie Riesenrindvieh? Nicht erst eine Stunde später.“ Jenkins holte deutlich hörbar Luft, während dessen sein Vorgesetzter ziellos begann, in dem kleinen Raum auf und ab zu gehen. “Haben sie etwas über den Verbleib des Söldner Brian herausfinden können?“ Der Gefreite winkte mit einer Hand lässig ab. “Bisher blieben unsere Nachforschungen erfolglos, seinen derzeitigen Aufenthaltsort herauszufinden. Es sieht ganz so aus, als habe ihn der Pandoranische Dschungel verschluckt… bedauerlicherweise.“ Jenkins genoss es sichtlich, Willow so fassungslos zu sehen und musste sich krampfhaft ein Grinsen verbeißen. Genervt unterbrach der Oberst seine Wanderung durch das Büro und blieb abrupt stehen. “Blödsinn… absoluter Blödsinn! Ich warne Sie Jenkins, treiben Sie es nicht auf die Spitze. Willow hieb unbeherrscht mit der Faust auf den vor ihm stehenden Schreibtisch. “Was ist da draußen eigentlich gelaufen zwischen ihnen und Brian? Er muss ihnen doch irgendetwas anvertraut haben.”
“Also Herr Oberst, Sie missverstehen das völlig. Zwischen mir und… Brian… war rein gar nichts. Ich bin eher der weiblichen Belegschaft unseres Stützpunktes zugetan.” Jenkins setzte wieder sein einfältiges Grinsen auf, um anzudeuten, das für ihn damit die Sache erledigt war. Mit hochrotem Gesicht trat Willow direkt vor den Gefreiten, kaum noch in der Lage, seine aufsteigende Wut unter Kontrolle zu bringen.
“Jenkins… Sie machen mich wahnsinnig! Gehen Sie mir aus den Augen, bevor ich die Beherrschung verliere.”
Drohend hielt er seinem Untergebenen den Stock unter die Nase und schob ihn zur Tür hinaus.
Als die Schritte des Gefreiten sich im Gang entfernten, sagte der Oberst mehr zu sich selbst. “Ich komme schon noch dahinter, verlass dich drauf.” Willow kam eine Idee, wie er seinen Untergebenen bestrafen und dabei ein optimales Ausmaß an Spaß haben konnte. Bei dem Gedanken daran, rieb er sich selbstzufrieden seine Hände.

Jenkins gespielte Selbstsicherheit verschwand völlig, sobald er das Büro des Oberst verlassen hatte. Willow ahnte etwas, soviel war sicher und wahrscheinlich mehr, als für den Gefreiten gut sein konnte. Hinzu kam, dass der Oberst das Lager mit stählerner Hand führte. Selbst bei kleineren Vergehen gegen die bestehende Lagerordnung konnte der Kommandant sehr ungehalten werden. Was sich sein Kampfgefährte Brian allerdings geleistet hatte, ging eindeutig darüber hinaus und der Gefreite steckte mitten mit drinnen, in dem ganzen Schlamassel.
Er beschloss die nächsten Tage überaus vorsichtig zu sein, denn es war nicht ausgeschlossen, dass der Oberst ihn von nun an überwachen ließ.

******

Als die Abenddämmerung begann, ihre Schatten über das Land zu werfen, erreichten sie müde und erschöpft den Kelutral, einem gewaltigen Baum von unvorstellbaren Ausmaßen, der Brian schon aus einiger Entfernung aufgefallen war.
Voller Neugierde wurde Fawn mit ihrem Himmelsmenschen im Schlepptau von ihren Brüdern und Schwestern in Empfang genommen. Doch nicht alle Stammesangehörigen beachteten das so ungleiche Paar und gingen weiter ihren verschiedenartigsten Beschäftigungen nach. Ein paar Na’vi Kinder trieben es allzu wild, sprangen Brian an und fingerten an seiner Ausrüstung herum, so dass selbst der Hüne von Mensch Schwierigkeiten bekam, seine Atemmaske aufzubehalten. Als Fawn es bemerkte, zeigte sie drohend ihre Zähne und schlug die Kinder mit einem äußerst gefährlich klingenden Fauchen in die Flucht.
“Komm… als erstes führe ich dich zu unseren Schlafstätten. Wir Essen gleich, ma Brian. Aber das musst du dir unbedingt ansehen. Es wird dir gefallen.” Als Brian sie verwundert anblickte, zeigte Fawn lächelnd mit der Hand in die dichten Verästelungen des Baumes über ihnen. “Dort oben sind unsere… Hängematten.” Fawn verzichtete bewusst diesmal auf die Bezeichnung in ihrer Sprache. Brian hatte es bestimmt schon schwer genug, die vielen neuen Einflüsse zu verdauen, die auf ihn einströmten. “Nein Fawn… das kannst du nicht verlangen. Da gehe ich nicht hoch.” Der Söldner starrte mit schreckgeweiteten Augen in die Höhe.
“Was hast du, ma Brian? Es ist ganz leicht. Klettere einfach mir nach.” Mit einer abwehrenden Handbewegung blieb Brian stehen, hielt sie an der Schulter zurück und druckste herum. “Ich… also… Fawn, ich… bin nicht schwindelfrei.”
Völlig vom eben Gehörten überrascht, sah das Mädchen ihn fragend an. “Du fürchtest dich?” Brian ärgerte sich insgeheim über sich selbst, konnte aber nicht verhindern, dass ein Anflug von Verlegenheit in ihm aufstieg. “Nein Fawn… sieh mal es ist so…” Fawn schnitt ihm grinsend das Wort ab. “Doch! Du hast Angst.” Kichernd knuffte sie ihn verspielt in die Seite, was Brian allerdings nur noch betroffener aussehen ließ.
“Tam tam, ma Brian. Vielleicht ist es wirklich besser, wenn wir uns für einige Zeit einen Schlafplatz außerhalb meiner Familie suchen. Wir schlafen immer alle beisammen, aber ich denke, sie werden es verstehen.”
Fawn zog den völlig verdatterten Söldner ohne eine Erwiderung abzuwarten hinter sich her. Schon nach kurzer Suche fand die Jägerin etwas abseits eine geeignete Stelle, an der sie ihren Bogen ablegte und Brian aufforderte, es ihr gleich zu tun. Fawn deutete mit einer Hand auf seine eigenen Waffen. “Die brauchst du hier nicht, ma Brian.”
“Bist du dir sicher…”, nur widerwillig und sehr zögerlich folgte Brian ihrer Anweisung, ließ dann aber seine Dienstwaffe und den schweren Wasp Revolver neben Fawns Ausrüstung ins leuchtende Moos fallen. Sehr wohl fühlte er sich nicht dabei, aber er wollte unter keinen Umständen Fawn verärgern. Brian legte sorgsam seinen Beutel mit der Notfallausrüstung und den Rucksack daneben, dann sah er Fawn erwartungsvoll an.
“Ich könnte jetzt etwas zu Essen vertragen.” Ein Grollen in seiner Magengegend erinnerte den Söldner daran, dass sie schon seit ihrem übereilten Aufbruch nichts Richtiges mehr gegessen hatten. Fawn hatte unterwegs einige Larven und Früchte gesammelt und es hatte ihn Überwindung gekostet, die “lebende” Nahrung zu verzehren. Sogar das Essen der Lagerküche erschien ihm mittlerweile in seiner Vorstellung wie ein Festtagsmenü. Das Mädchen sah sich um und ging dann zielstrebig auf eines der Feuer zu, um die jeweils einzelne Gruppen von Na’vi saßen. “Folge mir, ma Brian. Dort drüben ist mein Bruder Iley.” Brian lauschte Fawns Stimme und fand das sie seit langem nicht mehr so glücklich und befreit geklungen hatte, als wäre eine schwere Last von der jungen Jägerin genommen worden. Während Brian hinter dem Mädchen her ging, fiel ihm zum ersten Mal der gravierende Unterschied, zwischen ihr und den anderen Na’vi auf, etwas worüber er sich vorher nie so recht Gedanken gemacht hatte. Fawn war im Vergleich zu einem Himmelsmenschen eine wahrlich imposante Erscheinung. Doch hier im Kreise ihrer Stammesangehörigen verkam ihre Größe zu einem nichts und sie erschien ihm kaum größer, als die überall herumtollenden Kinder der Ureinwohner.
So langsam begann Brian zu begreifen, in welchem Dilemma sich Fawn befunden haben musste, bevor das Schicksal sie zusammen geführt hatte.
“Ma Iley, oel ngati kameie”, rief Fawn freudestrahlend, während sie die für Brian mittlerweile vertraute Geste mit ihrer Hand beschrieb. Ihr Bruder erhob sich, wobei er den Willkommensgruß erwiderte und trat vor sie.
“Das ist also der Himmelsmensch, der meiner kleinen smuke das Leben gerettet hat. Ich grüße auch dich…, Brian.” Iley hatte einen Moment gezögert, sich dann aber wieder an den seltsamen Namen erinnert.
Brian hatte reichlich Mühe, zu dem großen blauen Geschöpf aufzusehen, denn Iley maß fast drei Meter und überragte auch Fawn mit Leichtigkeit. Selbst als sich der Krieger wieder ans Feuer setzte, kam er Brian immer noch riesig vor.
Iley machte Brian Zeichen, sich ebenfalls zu setzen und so ließ sich der Söldner mit leichtem Herzklopfen neben Fawn nieder.
Die ungewohnte Umgebung verunsicherte Brian zunächst. Doch Iley schaffte es relativ rasch durch seine offene Art, das Vertrauen des Himmelsmenschen zu gewinnen und ihm seine Hemmungen zu nehmen.
“Hast du Hunger Brian?” Der Hüne mit den stählernen Augen nickte nur und sah aufmerksam zu, wie Iley ihm ein merkwürdig aussehendes Gemüse reichte, das er am Feuer bereit hielt. Zumindest nahm Brian an, dass es sich um darum handelte, denn letztendlich sicher konnte man bei den Essgewohnheiten der blauen Geschöpfe nie sein. Mit einem Schütteln dachte er an die Larven, was er aber schnell wieder verdrängte. Brian nahm seine Atemmaske ab und biss vorsichtig in die angebotenen warmen Blätter, die mit verschiedenartigsten Samen und zerkleinerten Früchten gefüllt waren.
« Last Edit: May 26, 2011, 02:14:28 pm by Eichhörnchen »
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Re: Eine Frage des Herzens Teil 2
« Reply #1 on: May 15, 2011, 03:13:10 pm »
Es roch und schmeckte im ersten Moment sonderbar, aber nichts, so fand der Söldner, woran man sich nicht gewöhnen konnte. Während Brian die würzige Speise kaute, nahm er gelegentlich einen tiefen Atemzug aus der neben ihm liegenden Schutzmaske. Auch Fawn zerteilte geschickt die Fasern des Gemüses mit ihren scharfen Zähnen und gab zufriedene Laute dabei von sich. Zwischendurch unterhielt sie sich mit Iley in ihrer Sprache, wovon Brian jedoch nichts verstand, aber es war ihm auch gleich. Knisternd stieben ein paar Funken vom Lagerfeuer und Brian sah ihnen schmatzend dabei zu, wie sie in den dunklen Nachthimmel aufstiegen.
Bald schon hatte er seinen Hunger gestillt und betrachtete interessiert die junge Jägerin, die neben ihrem Bruder mit strahlenden Augen sich am Feuer entspannte.

“Möchtest du mich nicht deinen Eltern vorstellen, Fawn?”
Das Mädchen erwiderte eine Weile nichts und sah nur einmal flüchtig Iley an. “Kehe… ma Brian,… mein Vater ist häufig auf der Jagd und ich sehe in eigentlich kaum.” Fawn wollte nicht lügen, doch schaffte sie es nicht, Brian die Wahrheit zu sagen, was den Stützpunkt anging. Zu groß war ihre Furcht davor, wie er reagieren würde. Ihr Sempul war bei dem Kriegszug wohlmöglich auch dabei. Das war eine weitere Sache die ihr Sorgen bereitete.
Brian zuckte nur leicht mit den Schultern. “Gut dann lass mich deine Mutter kennen lernen, oder ist sie auch… unterwegs…?”
Die Jägerin tippte nachdenklich mit einem Finger auf seine Brust. “Meine Mutter wird dich sehen, wenn ihr danach ist, ma Brian. Sie hegt keine besondere Zuneigung gegenüber euch Himmelsmenschen. Nicht so… wie ich.” Fawn errötete leicht, versuchte aber, sich in Gegenwart ihres Bruders nichts von den in ihr aufsteigenden Gefühlen, anmerken zu lassen. Brians Nähe verunsicherte die Jägerin, genauso wie es sie immer wieder erregte, obwohl sie sich schon mehrmals vereint hatten. Zu gewaltig und schwer beherrschbar waren all die neuen Empfindungen, die auf das noch so junge Na’vi Mädchen einströmten.
Nachdem sie so eine Zeitlang schweigend dagesessen hatten, jeder in seine eigenen Überlegungen vertieft, erhob sich Iley überraschend. “Unsere Sa’nok möchte dich sprechen Fawn und sie ist denkbar schlechter Laune. Reize sie bitte nicht unnötig.”
Fawn zuckte sichtlich zusammen und ein unangenehmes Gefühl begann sich ihrer zu bemächtigen.
Mit niedergeschlagenen Augen, nickte sie leicht als Zeichen der Zustimmung. “Ich rede mit ihr, Iley… bald.”
Brian ließ ein lautstarkes Gähnen vernehmen und richtete sich ebenfalls auf. “Ich danke dir für deine Gastfreundschaft Iley. Doch nun werde ich mich erstmal aufs Ohr hauen.” Fawns Bruder sah erstaunt auf ihn herab und als Brian merkte, dass er diese allzu menschliche Redewendung nicht verstand, sagte der Söldner rasch, “… Ich lege mich schlafen Iley.” Fawn machte Anstalten, Brian zu folgen, doch Iley hielt sie zurück. Brian bemerkte, dass dem Krieger noch etwas auf dem Herzen lag. “Ich finde unseren Schlafplatz schon alleine Fawn. Dein Bruder hat sicher noch etwas mit dir zu besprechen und es ist nicht nötig, dass du mich begleitest. Wir sehen uns später, sollte ich noch wach sein.” Der Söldner verabschiedete sich und schritt dann zielsicher in die Richtung, wo er den vorhin gewählten Lagerplatz vermutete. Schon bald hatten ihn die Schatten der Nacht verschlungen und zurück blieben zwei sehr nachdenkliche blauhäutige Wesen.
“Hast du es ihm nicht gesagt, ma smuke?” Iley brannte die Frage schon den ganzen Abend auf der Zunge. “Ich wollte es Iley, doch… es… es war einfach keine Zeit dafür.” Fawns Stimme klang zutiefst betrübt, aber auch leicht gereizt. “Das ist nicht richtig und du weißt das! Du musst mit ihm sprechen”, erwiderte ihr Bruder mit ungewohnter Strenge. Das Na’vi Mädchen senkte den Blick. “Ich hatte Angst wie er sich entscheidet, Iley.”
“Hat er das nicht schon längst, ma smuke?”
Fawn starrte mit zusammen gepressten Lippen in die Flammen, derweil ihr Schwanz auf dem Boden hektisch hin und her huschte. “Gibt es Nachricht von Awaiei, ma smukan?”
Iley zuckte zusammen und ließ die Schultern hängen. Deutlich erkannte Fawn, die Verzweiflung in seiner Stimme als er erwiderte. “Nein, ma smuke. Ich bin voller Sorge und bete zu Eywa, das ich sie vielleicht eines Tages wieder sehen werde.”
Der muskulöse Krieger entfernte sich vom Feuer und ging nur mit einem flüchtigen Abschied zu seiner smuke zurück zum Kelutral, der im Schein der zahlreichen Feuerstellen vor ihnen aufragte.
Fawn sah ihm aufgebracht und traurig hinterher. Insgeheim gab sie Iley jedoch recht, denn Brian… ihr Brian, musste von dem bevorstehenden Angriff auf das Lager erfahren. Aber auch das harte Schicksal, welches ihren Bruder getroffen hatte, machte das Na’vi Mädchen wehmütig.
Seufzend stand sie auf und schaute zum Sternenhimmel empor, der sich bis zum Horizont erstreckte. Tausende glitzernder Lichter funkelten durch die schwärze der Nacht zu ihr herab und ein eigenartiges Gefühl ergriff das junge Mädchen. Einer der vielen Sterne musste die Heimat von Brian und den anderen Himmelsmenschen sein. Als Fawn am Lagerplatz ankam, war Brian schon längst eingeschlafen. Sichtlich erleichtert darüber, legte das Na’vi Mädchen sich eng an ihn. Dass er schlief, entband sie fürs erste der Verpflichtung mit ihm über den bevorstehenden Angriff und die Folgen sprechen zu müssen. Für einen Augenblick zuckte noch der Gedanke an ihre Mutter Fawn durch den Kopf. Auch das würde bis morgen warten können, entschied sie. Der lange harte Marsch und die Ereignisse des Tages begannen nun auch von der kleinen Jägerin, ihren Tribut einzufordern. Schon bald nachdem sie ihre Augen geschlossen hatte, fiel Fawn völlig entkräftet in den Schlaf.

******

Jenkins schwitzte in der flimmernden Hitze wie ein Wasserbüffel. Der graue Belag des Stützpunktgeländes schien unter ihm zu kochen und langsam verließen den Gefreiten seine Kräfte.
“Nicht so müßig, ihr elenden Schlappschwänze! Auf! Nieder! Auf…”. Willow genoss das frühmorgendliche Schauspiel mit sichtlicher Genugtuung und schritt die Reihen der keuchenden und lauthals fluchenden Marines gemütlich ab. Gelegentlich half er der Motivation einzelner Soldaten nach, indem er seinen Stock einsetze, den er ständig bei sich trug. “Weiter, ihr Versager… nicht so langsam oder es wird Mr. Brack eine Freude sein, auf euren wertlosen Körpern zu tanzen.” Willow hatte sein Bestrafungsinstrument nach seinem ehemaligen Ausbilder benannt und manchmal ließ er sich dazu hinreißen, mit der Hand fast schon liebevoll über das zerfurchte Holz zu streicheln. Zu seiner besonderen Freude hatte sich diesmal sogar Gefreiter Jenkins für die “Ertüchtigungsübungen” gemeldet. Nun ja nicht ganz freiwillig, so gestand sich Oberst Willow hämisch grinsend ein.
Sein Untergebener wusste irgendetwas über den Verbleib des Söldners Brian, das verriet dem Lagerkommandanten sein untrügliches Gespür. Willow ertappte sich bei dem verlockenden Gedanken, es einfach unter zu Hilfenahme seines Stockes, aus Jenkins heraus zuprügeln. Gerade als er sich Jenkins näherte, um ihn von Mr. Brack etwas aufmuntern zu lassen, kam von hinten aus der nahen Funkstation ein aufgeregt rufender Melder angerannt. “Oberst Willow! Herr Oberst! Eine Nachricht…”
Verblüfft drehte sich der Kommandant dem Neuankömmling entgegen. “Was sagen Sie da? Was für eine Nachricht? Los Mann, reden sie endlich!” Willow klopfte dem Soldaten energisch mit der Stockspitze gegen die Brust. Der Sergeant grüßte kurz und raunte dann zu Willow. “Sir, wir haben einen Funkspruch der ISV Rushing Arrow empfangen. Sie halten direkten Kurs auf Pandora zu.” Der Kommandant blickte nervös und aufgeregt über den betonierten Platz. “Gefreiter Jenkins! Sie übernehmen hier. Bringen Sie die Saubande auf Vordermann bis ich zurück bin.”
Jenkins seufzte innerlich erleichtert auf und rief Willow hinterher. “Worauf Sie sich verlassen können, Herr Oberst!” Willow packte den Melder unsanft am Arm und zerrte ihn Richtung Funkstation. “Kommen Sie, das muss ich mir selbst anhören.” Während hinter ihm das Schnaufen und Fluchen der Marines leiser wurde, betrat Willow eilig die kleine, mehr provisorisch eingerichtete Funkstation. Aus allen Ecken drangen summende und pfeifende Geräusche an seine Ohren, aber nichts was auf eine sinnvolle Übertragung hindeutete.
Der Cheffunker nickte nur einmal lässig seinem Vorgesetzten zu, dann hantierte er weiter an den unzähligen Geräten und nahm verschiedene Einstellungen vor. Oberst Willow schob es auf die allgemein zerfallende Moral und sah in Gedanken den Funker schon als heißen Anwärter für die nächsten “Übungen”.

Nach dem erst ein ohrenbetäubendes Pfeifen und Kreischen aus den Lautsprechern dröhnte, gelang es endlich dem Funker, das Signal der Übertragung klar hereinzubekommen. Eine befehlsgewohnte Stimme erfüllte plötzlich die Funkstation.
“Was ist da unten eigentlich los? Wir versuchen seit Stunden Hellsgate zu erreichen. Wiederholung läuft… hier ist die ISV Rushing Arrow unter dem Oberkommando Captain Priscett’s. Wir erwarten sofort eine anständige Meldung von ihnen!” Willow nahm mürrisch das Mikro vor die Lippen. “Hier spricht Kommandant Willow… Leiter des Außenpostens RC-33. Ich bin derzeit der alleinige Befehlshaber auf diesem verdammten Mond. Hellsgate…”, er machte eine Pause und holte tief Luft…”, das gibt es nicht mehr.” Willow fuhr sich mit einer Hand durch seine schütteren Haare, um die Worte auf seinen Gesprächspartner einwirken zu lassen, dann sprach er weiter. “Captain Priscett… Sie können sich vermutlich kaum vorstellen, wie erfreut wir hier alle über Ihr unerwartetes Erscheinen sind. Wie lange glauben Sie, werden Sie noch bis zur Landung benötigen?” Ohne Zögern kam die Antwort Priscett’s über Sprechfunk. “Bei unserer jetzigen Geschwindigkeit und unter Berechnung der Zeitdauer für das nahende Bremsmanöver in 48 Stunden. Wir befinden uns fast im Orbit. Landung und Ausschleusung der Bodentruppen erfolgt nach Abschluss unserer planetaren Langstreckensabtastung.” Der Oberst biss sich auf die Lippe vor Nervosität, ergaben sich doch mit dem Auftauchen der Rushing Arrow, neue und ungeahnte Möglichkeiten. “Ich erteile Ihnen Landeerlaubnis für Sektion F-28 des Hangarbereichs. Seien Sie unbesorgt, wir haben das Gebiet ausreichend gesichert und alles unter Kontrolle.” Ein kurzes Knacken in der Übertragung, dann meldete sich die wütende Stimme wieder. “Sagen Sie mal, wollen Sie mich verarschen? Ihr Stützpunkt liegt genau vor der Nase des Feindes. Ihre Scanner müssen Ihnen das doch angezeigt haben.” Der Oberst schnaufte lauthals auf. “Wie weit sagen Sie?” Wieder Stille und das monotone Rauschen, dann erfolgte die erschütternde Antwort. “Von Ihrer derzeitigen Position ausgehend, ergibt unsere Peilung eine Ansiedlung der Na’vi in 1-2 Tagesmärschen Entfernung. Haben Sie das nicht gewusst?”
Willow trommelte mit den Fingerspitzen nachdenklich auf der stählernen Deckplatte des Funkgerätes herum. Verschiedene Gedanken schossen im durch den Kopf. “Ich danke Ihnen für diese Information. Wir sprechen uns wieder nach ihrer Landung.” Die zornige Stimme erklang erneut und allen Anschein nach, begann der Captain des Raumschiffes allmählich die Beherrschung zu verlieren. “Ich sage ihnen jetzt einmal etwas. Ihre sichtliche Unfähigkeit und die Schlamperei auf diesem Stützpunkt werden ernste Konsequenzen für sie ha….” Willow schaltete das Mikro ab und ließ es achtlos auf den Tisch fallen, dabei einen verbissenen Gesichtsausdruck zur Schau stellend. Mit hochgezogenen Augenbrauen trat der Kommandant grübelnd aus der  Funkstation, als ein Schatten von hinten auf ihn fiel. “Dinge ändern sich Herr Oberst, nicht wahr?” Fleischmann stand ruhig und mit einem für seine Verhältnisse fast schon impertinenten Lächeln an die Wand gelehnt. Der Oberst ließ sich nicht anmerken, ob ihn Fleischmanns unerwartetes Erscheinen überraschte. “Ja, Sie haben recht, das tun sie gelegentlich. Wie lange stehen sie schon hier?” Der Stabsarzt betrachtete den Kommandanten abschätzend, als würde er überlegen wie er ihn am besten sezieren könnte. “Lange genug Herr Oberst… lange genug.” Mit diesen Worten ließ er Willow einfach stehen und wand sich seinem nahe gelegenen Labor zu. Willow zuckte nur resigniert mit den Schultern und stapfte mit weit ausholenden Schritten zurück zum Exerzierplatz, wobei er grinsend an einen vermissten Söldner denken musste. “Jetzt habe ich dich, du kleine Ratte.”

******

Fawn trat an diesem Morgen mit einem merkwürdigen Gefühl in der Magengegend ihrer Mutter entgegen, völlig im Unklaren darüber, was sie erwartete. “Oel ngati kameie, ma sa’nok.” Fast schon schüchtern erklangen die Worte des Mädchens. Fawns Mutter sah wie immer beeindruckend aus. Ihre schwarzen Haare waren zu langen Zöpfen geflochten, die durch verschieden farbigen Federn verziert wurden. Die hübsche Aufmachung konnte Fawn allerdings nicht über die Laune ihrer Mutter hinweg täuschen. Mit äußerst ungehaltenen Blick sah die hoch gewachsene Na’vi auf ihre Tochter herab, was das Mädchen noch zusätzlich verunsicherte.
“Auf der Jag also… Hah!” Ihre Mutter spie die Worte förmlich vor Verachtung aus. “Glaubst du, ich habe mich von den schönen Worten deines smukan täuschen lassen?” Traurig bemerkte die kleine Jägerin, dass ihre geliebte Mutter auf jegliche Begrüßung oder gar Anrede bewusst verzichtete.
Sie musste außer sich vor Wut sein und Fawn konnte es ihr noch nicht einmal verdenken. “Alle Brüder und Schwestern sprechen über diesen …Sawtute, den du mitgebracht hast.” Fawn zuckte bei dem Begriff zusammen und versuchte etwas zu erwidern…, “…sein Name ist Brian, ma sa‘nok…” Mit vor Zorn bebenden Lippen schrie Eyaye auf. “Sei still!”
Sie hob eine Hand, mit der Innenfläche zu ihrer Tochter gewandt um anzudeuten, dass sie keine weiteren Ausflüchte hören wollte. Das Na’vi Mädchen bekam allmählich das Gefühl, dass sich eine Schlinge immer enger um ihren Hals zog, umso aufgebrachter ihre Mutter wurde. Fawns große Augen begannen sich mit Tränen zu füllen und langsam rann die salzige Flüssigkeit an ihren Wangen herunter. Instinktiv wäre sie am liebsten davongelaufen, doch verboten dies ihr großer Respekt und die Achtung vor ihrer Mutter von selbst. Außerdem wollte sie die ganze Sache nicht noch schlimmer machen, als sie schon war.
“Ist es das, was ich dich gelehrt habe, Ite… das du dich einem Sawt… einem Himmelsmenschen hingibst?” Wie Dolche trafen die Worte ihrer Mutter Fawn direkt ins Herz.
Fawn nahm einen erneuten Anlauf ihre sa’nu doch noch zu beschwichtigen. “Brian hat mir das Leben gerettet…”.
Eyaye schaute instinktiv auf die schrecklichen Narben am Bein ihrer Tochter und konnte es nicht ganz unterbinden, dass ein leichtes Frösteln sie erfasste. Doch nur für einen Augenblick, dann hatte die große Na’vi sich wieder völlig unter Kontrolle.
“Kehe! Das hat er nicht. Deine eigene Dummheit hat dich in diese Situation gebracht und nur Eywa hast du es zu verdanken, dass du zu uns zurück kehren durftest. Der Himmelmensch hat damit nichts zu tun.” Fawn hörte ihrer Mutter zu, sah das allerdings ganz anders, nur verkniff sie sich jede weitere Äußerung. Das Mädchen verstand seine sa’nok überhaupt nicht mehr. So hatte sie sich noch nie verhalten, kein Mitgefühl oder gar ein Anzeichen von Zuneigung. Fawn konnte ihre tiefe Traurigkeit kaum noch zurückhalten und mit tränenerstickter Stimme sagte die Jägerin, während sie zu ihrer Mutter aufsah… “Ich liebe Brian, ma sa‘nu. Ich habe ihn für mich erwählt und nun sind wir vereint für das Leben.” Ihr fiel es immer schwerer zu sprechen und sie beschloss, noch einmal mit ihrer Mutter über Brian zu reden, wenn diese sich etwas beruhigt hatte. “Mit deiner Erlaubnis gehe ich jetzt.” Ihre Mutter deutete nur ein kaum merkliches Nicken an. Das Mädchen machte eine flüchtige Geste zum Abschied versuchte aber ein letztes mal ihre Mutter zum Einlenken zu bewegen. “sa’nu… ma sa’nu, bitte…” Die Worte kamen mehr wie ein Hauch über die Lippen der jungen Jägerin, fast schon flehentlich. Ihre sa’nok musterte sie nur aus kalten Augen und zeigte keinerlei Regung. Völlig aufgelöst und verzweifelt ging Fawn zum Lagerplatz zurück.

Fawns Mutter schaute mit vor der Brust verschränkten Armen ihrer Ite hinterher und schmerzlich drängte sich ihr die Frage auf, ob sie vielleicht doch zu weit gegangen war. Nein, entschied sie schließlich für sich. Diese Prüfung war notwendig gewesen, um zu erfahren, ob Fawn ihre Hingabe zu ihrem Himmelsmenschen wirklich ernst meinte. “Meine kleine Fawn wird erwachsen”, grübelte sie laut vor sich hin.
Fawn war immer schüchtern gewesen und hatte ihrer Mutter gehorcht. Nie wäre es ihr in den Sinn gekommen, sich zu widersetzen. Diesmal jedoch hatte sie sich für ihren Himmelsmenschen eingesetzt und ihn verteidigt, gegen den Willen ihrer sa‘nok“. Es erfüllte die Na’vi Frau mit Verwunderung, aber auch wenn sie ehrlich zu sich selbst war, mit einem gewissen Stolz. Nun galt es noch, den Tawtute zu testen und bei der Vorstellung darauf, durchliefen sie die verschiedenartigsten Gefühle.

******

Die Jägerin erreichte aufgewühlt durch das in ihr herrschende Gefühlschaos den Schlafplatz, doch von Brian war keine Spur zu entdecken. So fragte sie ein wenig herum und fand ihn schließlich am Rande eines seichten Flusses, der zu dieser Zeit nur wenig Wasser führte.
Brian hatte sich einen einfachen Holzspeer gefertigt, kein Vergleich zu den eleganten Waffen der Jäger, aber für seine Zwecke völlig ausreichend. Vergeblich stieß er mit dem Holzspieß ins Wasser, um einen der zahllosen Fische zu fangen.
Als er sie bemerkte, grüßte der Söldner das Mädchen flüchtig und war gleich darauf wieder damit beschäftigt, etwas zum täglichen Speiseplan beizutragen. Fawn, so schien es, ignorierte ihn und ließ sich völlig teilnahmslos auf ihr Hinterteil fallen. Eine ganze Weile verging so und die beiden Wesen umgab allein das Rauschen des Windes der durch die Blätter über ihnen streifte und das leichte Plätschern des Flusses. Bis zu dem Augenblick als der Söldner ausrutschte und mit einem Aufschrei ins Wasser stürzte. Fawn hatte bisher nur still neben ihm gesessen und geschwiegen, aber Brian hatte ihre Tränen gesehen, jedoch nichts gesagt. Als der Söldner der Länge nach in der mittlerweile trüben Brühe lag und sich mühsam wieder versuchte aufzurichten, huschte ein Grinsen über das Gesicht des Na’vi Mädchens. Keuchend und völlig durchnässt schüttelte Brian sich aus und betrat mit dem Speer in einer Hand das nahe Ufergelände. Fawn trat an ihn heran und fing hemmungslos an zu kichern. “Du bist ein Trottel, ma Brian.”
Sie wuschelte ihm mit einer Hand durch die nassen Haare und seufzte. “Gibt mir den Speer, bevor du dich noch damit verletzt. Ich zeige dir wie das geht.” Beherzt ergriff sie den Holzspieß, wog ihn prüfend in ihrer Hand und trat schließlich in den Fluss hinein, bis das Wasser ihre Hüften umspülte. Mit einer Geschicklichkeit, die niemand von dem großen Wesen erwarten würde, stieß Fawn den Speer ins Wasser. Als sie ihn wieder hervorholte zappelte ein Fisch im Todeskampf an der Spitze ihres Stabes. Mit einem spöttischen Lächeln hielt sie Brian ihre Beute entgegen. “Na was sagst du jetzt?” Brian war überrascht von der Schnelligkeit mit der sie Erfolg gehabt hatte, jedoch überwogt die Freude darüber, sie endlich wieder glücklich zu sehen.
Das war seine Fawn, das lebenslustige Geschöpf, welches er kennen und lieben gelernt hatte.
Brian zog das meiste seiner völlig durchnässten Kleidung aus und studierte ihren Gesichtsausdruck, der soviel Überzeugung und Selbstsicherheit ausstrahlte, das er anerkennend lächeln musste. Er kam nicht umhin seine Meinung über Fawn und die Ureinwohner zu revidieren. Die junge Jägerin überraschte in jeden Tag aufs neue mit ihren Fähigkeiten und ihrer Lebenseinstellung. Überhaupt waren die Behauptungen der Militärs in der Basis, es würde sich bei den Na’vi nur um ungebildete Wilde handeln, völlig falsch. Sie mochten die Technik der Himmelsmenschen nicht verstehen, aber was das Leben und Überleben im Dschungel anging, waren sie seiner eigenen Rasse wohl weit überlegen.
“Komm, lass uns zum Kelutral zurückkehren, ma Brian. Du musst deine Sachen trocknen.” Sie hielt den großen Fisch mühelos in die Höhe und betrachtete ihn zufrieden. “Iley soll ihn für uns zubereiten. Er ist dabei sehr geschickt.”
Brian schnappte sich seine Sachen die er mittlerweile halbwegs ausgewrungen hatte und gemeinsam schritten sie zum nahen Lager.

Es war schon lange dunkel geworden und die letzen Feuer glimmten nur noch leise knisternd vor sich hin. Völlig in Gedanken versunken, lag Brian mit bloßen Oberkörper auf dem weichen Moosboden, übersättigt von dem hervorragenden Mahl. Fawn hatte recht behalten, Iley verstand es wirklich, Fisch zuzubereiten. Brian zupfte ein Büschel des im gesamten violetten Spektrum leuchtenden Mooses aus, begutachtete es fasziniert und roch neugierig daran. Zu seiner Ernüchterung hatte das Moos den gleichen unspektakulären Geruch, wie selbiges auf seiner Heimatwelt und so warf er es achtlos von sich.
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Re: Eine Frage des Herzens Teil 2
« Reply #2 on: May 15, 2011, 03:15:15 pm »
Entspannt lauschte der Söldner in die Stille der Nacht hinein, als sich überraschend etwas großes auf seinen Bauch setzte. Einzig die fluoreszierende Markierung auf ihrem schlanken Körper, verriet die Jägerin in der Dunkelheit.
“Fawn… du sollst dich nicht immer so anschleichen,” sagte Brian zu dem dunklen Schatten vor ihm.”
Ein leises Kichern war die einzige Antwort die er erhielt. Brian spürte mehr als das er es sah, wie ihre Hände seine Atemmaske entfernten. Im nächsten Augenblick presste die Jägerin ihre weichen Lippen innig auf die seinen und begann ihn zu küssen. Als Fawn sich wieder aufrichtete, griff er versonnen nach dem Atemgerät und eine zunehmende Erregung fing an von ihm Besitz zu ergreifen. Brian spürte das sie völlig nackt war und verspielt ließ er die Hände über ihre zarte Haut streifen, bis seine Fingerspitzen ihre knospenden Brüste erreichten. Die Jägerin erhob sich und fing an, ihn ebenfalls, äußerst geschickt von seiner restlichen Kleidung zu befreien. Im nächsten Augenblick war Fawn wieder auf ihm und ihr langer Schwanz wischte spielerisch an seiner Seite entlang. Beherzt griff Brian danach, was dem Mädchen nur ein weiteres Kichern entlockte. “Fawn… bist du dir sicher? Wir sind nicht allein.” Trotz dem angenehmen Kribbeln, welches Fawn in ihm hervorrief, verunsicherte ihn doch die direkte Nähe der anderen Ureinwohner.
“Es ist Nacht, ma Brian,” kam die schlichte Antwort. “Niemand kann uns hier sehen oder wird irgend etwas bemerken. Die meisten meiner Brüder und Schwestern schlafen längst.”
“Nur du nicht, du kleiner Rac…”. Er verschluckte rechtzeitig den Rest dessen was er sagen wollte, in Erinnerung an ihren letzten Gefühlsausbruch.
“Srane… ich nicht.” Sie seufzte leicht auf und begann wieder damit ihn leidenschaftlich zu Küssen.

Etwas später, es musste wohl längst Mitternacht sein, lag Brian völlig erschöpft aber glücklich, in der Nähe eines der mittlerweile niedergebrannten Feuer. Neben ihm kuschelte sich die Jägerin dicht an ihn, dabei leise Laute tiefster Zufriedenheit von sich gebend. Fawn schlug ihre großen gelben Augen auf und flüsterte ihm zu, “Ich muss dir etwas sagen, ma Brian.”
Er löste sich aus ihrer Umarmung und richtete sich neugierig geworden auf. “Du warst heute Morgen bei deiner Mutter… richtig. Es ist wohl nicht gut gelaufen…”. Für Brian war es mehr eine Feststellung als eine Frage, hatte er doch sehr wohl bemerkt, wie niedergeschlagen die kleine Jägerin den ganzen Tag mit ihm am Fluss verbracht hatte.
Nun setzte sich das Mädchen ebenfalls auf, ergriff zärtlich aber bestimmend seine Hände und hielt sie fest. Ihre Blicke suchten die seinen und als er sie so betrachtete, spürte der Söldner das ihr etwas wie ein Fels auf dem Herzen lag. “Nein… ich… ma Brian… “. Fawn schaute schüchtern zu Boden, unschlüssig wo sie beginnen sollte. Brian drückte nun seinerseits ganz fest ihre blauen Hände, um ihr Mut zuzusprechen. “Was immer du mir sagen möchtest, hab keine Furcht.”
Sie erhob wieder ihren Blick und fing zögernd an zu sprechen.
“Es geht nicht um meine sa‘nok… sie braucht mehr Zeit, das ist alles.” Vorsichtig löste die Jägerin seinen Griff und legte ihm die Arme auf die Schultern. “Euer Lager… es wird…”, das Mädchen schluckte leicht, “… unsere Krieger werden es bald wieder angreifen.” Brian kniff angespannt die Augen zusammen, als er an seinen Freund Jenkins denken musste. “Das sollte dir keine Angst machen Fawn. Ich habe mich von ihnen losgesagt und selbst wenn ich es wollte, könnte ich jetzt nicht mehr zurück. Aber wie auch immer… euer letzter Angriff war nicht erfolgreich. Glaubst du, dass sie es diesmal schaffen könnten?”
Fawn schüttelte leicht ihren Kopf und meinte mit ernster Stimme. “Du verstehst nicht, ma Brian. Unser Olo Ey’ktan hat sich Hilfe von einem anderen Stamm zugesichert… und ich… wusste es die ganze Zeit. Deshalb habe ich dich dort fortgeholt, damit dir nichts passiert und weil… weil ich dich liebe, ma Brian. Ich wollte es dir sagen, habe mich aber nicht getraut, aus Angst, dass du nicht mit mir gehen würdest. War das falsch?”
Der Söldner betrachtete sie schweigend, während die verschiedenartigsten Gedanken in seinem Kopf herumwirbelten. In all seine Überlegungen mischte sich erstmals seit er das Lager verlassen hatte, die tiefe Sorge um seinen Freund Jenkins.
Der Jägerin aufmunternd zulächelnd, meinte Brian. “Nein Fawn, das war es nicht.” Er setzte seine Atemmaske ab, drückte seine Stirn an ihre, wobei sich ihre Nasenspitzen sanft berührten und nahm den wunderbar fremdartigen Geruch ihres Körpers in sich auf. Viel zu kurz kam ihm der Augenblick vor, bis er wieder das Exopack benutzen musste.
Das Na’vi Mädchen sah ihn mit ihren großen Augen fragend an.
“Ich liebe dich Fawn und nichts wird daran jemals etwas ändern”, gab ihr Brian als Antwort.
Nun zeigte sich ein glücklicher Ausdruck auf Fawns Gesicht und Brian merkte ihr deutlich die Erleichterung darüber an.
“Weißt du wann deine Stammesbrüder den Stützpunkt angreifen werden? Da ist jemand in der Basis, dem ich gerne eine Warnung zukommen lassen würde. Ich habe nur keinen blassen Schimmer davon, wie wir das bewerkstelligen sollen.” Fawn machte eine Geste mit ihrer Hand.
“Mein smukan Iley meint, das unsere Krieger in ein oder zwei Tagen zum Lager der Tawtute aufbrechen werden.”
Sie treffen unterwegs mit den anderen Jägern zusammen, aber wo wusste er nicht.”
Der Söldner nahm seine getrockneten Sachen an sich, die er an ein paar provisorisch in den Boden, gerammten Astgabeln aufgehängt hatte und zog sich an.
“Wir sollten mit ihnen gehen Fawn, wenn es soweit ist.”
Die Jägerin schüttelte energisch den Kopf. “Ma Brian, das geht nicht. Sie haben mich nicht akzeptiert und sie werden dich erst recht nicht mitnehmen. Nimm es ihnen nicht übel. Es sind alles junge wilde Krieger, die sich beweisen wollen.”
Brian breitete seine Weste über dem Rucksack aus und legte sich dann mit dem Kopf darauf. “Auch gut. Dann müssen wir halt einen anderen Weg finden. Ich für meinen Teil…”, er streckte sich genüsslich, “… bin jetzt jedenfalls hundemüde. Wir sollten noch ein paar Stunden schlafen Fawn.”
Die kleine Jägerin nickte nur und legte sich neben ihn.
Bald verrieten leise Atemgeräusche dem Söldner, das Fawn fest eingeschlafen war.
Er selbst kam bedeutend schlechter in den Schlaf hinein. Zuviel bedrückte ihn und ging in seinem Kopf herum.
Während er noch angestrengt nachdachte und nur langsam in den Schlaf sank, begannen die Bilder vor Brians Augen zu verschwimmen und formten sich zu einer Erinnerung aus seiner Vergangenheit… einem bösem Erlebnis.

Gehetzt rannte Brian die finstere Gasse entlang, während er in der Ferne die Schreie seiner Verfolger näher kommen hörte. Vor einer Stunde war ihm sein Motorrad abgesoffen, ausgerechnet im Gebiet einer verfeindeten Gang. Auch Brian gehörte, wie er es selbst gern nannte, so einem Verein an. Anders war ein Überleben in dieser von Menschenhand geschaffenen Hölle nicht möglich. Einige Bereiche der Stadt waren schon lange von den örtlichen Sicherheitskräften aufgegeben worden, mit drastischen Konsequenzen für die dort ansässigen Bewohner. Drogen und Gewalt hatten schnell Einzug gehalten und das Angesicht der einstigen Metropole verändert.

Schwer atmend sah er sich um. Die Gegend, in der er sich jetzt befand, war im fremd, da er einfach immer nur weiter gerannt war, um die Typen abzuschütteln. Er rief sich die Lage der Strassen, durch die er gekommen war, ins Gedächtnis zurück und kam zu dem Schluss, dass er sich irgendwo in der Nähe von Clark Park befinden musste. Das war weit von seinem eigenen Zuhause, der Trumbull Street, welche sich nach Norden durch die Stadt zog entfernt. Die Schritte auf dem aufgerissenen Pflaster wurden lauter. Brian duckte sich in den Schatten eines alten Müllcontainers, dessen Inhalt scheinbar wahllos in der Gasse verstreut lag. Zwei seiner Verfolger rannten schnaufend und derbe Flüche ausstoßend, die angrenzende Strasse entlang und schon bald verklangen ihre Schritte in der Dunkelheit.
Brian begann zu schwitzen trotz des kalten Nebels, der sich windend wie eine Schlange über der einsamen Strasse ausbreitete. Es waren doch drei gewesen. Wo zur Hölle war der andere…

Bevor Brian weiter darüber nachdenken konnte, bemerkte er hinter sich eine hastige Bewegung und der Lauf einer Pistole wurde an seine Schläfe gepresst.
Gerade als er sich umdrehen wollte, schlug der Gangster mit dem Griff seiner Waffe zu, worauf Brian stöhnend zu Boden ging. Sterne tanzten vor seinen Augen und er versuchte sich aufzurichten. Doch unerwartet flink hatte sich der fette, aber überaus kräftige Mann auf ihn geworfen und hielt ihm die Pistole vors Gesicht, während er nervös den Lauf hin und her pendeln ließ.
Aus dem Mund des Mannes roch es wie ein offen stehender Kanalschacht und der faulige Atem traf Brian mitten ins Gesicht. Mürrisch krächzte die raue Stimme über ihm.
“Hier ist Endstation für dich, Arschgesicht.”
Brian probierte sich zu befreien doch ohne Erfolg. Der Mann war einfach zu schwer und drückte mittlerweile seine Lungen zusammen, so dass er immer schlechter Luft bekam.
Unschlüssig betrachtete das Gangmitglied erst seine Pistole, dann Brian und steckte die Waffe weg. “Zu leicht…” meinte er nur verächtlich und im nächsten Augenblick schlossen sich seine Pranken um Brians Hals und drückten ihm die Luft ab.
Verzweifelt versuchte er seinen Gegner abzuschütteln, was sich aber als aussichtslos erwies. Der Gangster verfügte über gewaltige Kräfte und schien Spaß darin zu finden, Brian langsam sterben zu sehen. “Na wie ist das? Du sagst ja gar nichts. Hat es dir die Sprache verschlagen?” meinte der fette Mann hämisch.
Brian suchte fiebernd nach einen Ausweg. Das Messer… wenn er nur… tastend glitten seine Finger am Bein hinunter und fanden den Griff der kleinen Klinge, welche aus Gewohnheit in seinem Stiefelschacht steckte. Fest schloss sich seine Hand um die Waffe und mit einer letzten Anstrengung stieß er die Rasiermesser scharfe Schneide nach oben direkt in den Hals seines Peinigers.
Ein erstickter Aufschrei, der in ein gurgelndes Röcheln überging, war die Folge.
Warmes Blut spritzte auf sein Gesicht und….

Brian starrte in Fawns vor Entsetzen weit aufgerissene Augen, während sie ihn fest an den Schultern gepackt hielt und durchschüttelte.
“Brian… ma Brian… was war eben mit dir?” Er löste sich aus ihrem Griff und ließ sich, heftig atmend zurück ins Gras fallen. “Nur so ein verdammter Alptraum, Fawn. Mach dir deshalb keine Sorgen.” Erst jetzt bemerkte der Söldner, dass seine Stirn und der Kragenausschnitt seines Hemdes vor Schweiß tropften. Während er versuchte, seine Atmung wieder zu regulieren, setzte er ein gezwungen wirkendes Lächeln auf, um das Mädchen zu beruhigen. “Fawn… wie soll ich dir das erklären? Vermutlich würdest du es noch nicht einmal verstehen.” Das Na’vi Mädchen kniete völlig verschreckt, neben ihm nieder. “Versuche es ma Brian… bitte.” Brian holte gerade wieder tief durch seine Atemmaske Luft und nickte nur erschöpft. “Ich habe einige schlimme Dinge in meiner Vergangenheit auf der Erde erlebt und manchmal bricht eben etwas davon hervor. Das geschieht bei uns Menschen gelegentlich, wenn Dinge in unsere Erinnerung drängen, die wir längst vergessen glaubten, oder an die wir uns gar nicht erinnern wollen. Allerdings, so heftig wie diesmal habe ich es selbst noch nicht erlebt.” Der Söldner richtete sich auf und erzählte, woran er sich in seinem Alptraum erinnert hatte.
Fawn war immer noch fassungslos und sagte nur mit einem flüstern “unil”.
Brian nahm die Jägerin in seine Arme, wobei er ihr zärtlich, durch die dichten schwarzen Haare strich. “Es ist gut, endlich jemanden wie dich gefunden zu haben, mit dem ich über meine Vergangenheit reden kann, Fawn.”
Fawn beobachtete ihn besorgt noch eine Weile lang und kuschelte sich dann wieder an ihn. Brians heftige Atmung hatte sich mittlerweile wieder reguliert, doch vermeinte er, sein Herz durch die Brust schlagen zu hören.
An weiteren Schlaf war jetzt nicht mehr zu denken und so lagen sie nur beisammen und betrachteten das Blätterdach über sich. Bei genauen Hinsehen konnte man ein leicht rötliches, schimmerndes Band entdecken, welches das Leuchten der Biolumineszenz allmählich ablöste und den beginnenden Morgen ankündigte.

******

Fawn war schon früh am Morgen mit ein paar anderen Jägern aufgebrochen, um für sie die Spuren zu lesen. Darin war das kleine Na’vi Mädchen erfahrener, als die meisten ihrer männlichen Begleiter, was diese neidlos anerkannten.
Brian war erst überrascht gewesen und hatte sich nur flüchtig von Fawn verabschiedet. Nachdem er eine Weile allein am Lagerplatz gesessen hatte, unentschlossen was er nun tun sollte, entschied Brian, ihren Bruder Iley aufzusuchen mit einem ganz bestimmten Gedanken im Hinterkopf. Es bereitete dem Söldner immer noch Schwierigkeiten, einzelne Na’vi voneinander zu unterscheiden und ihre Größe machte es für Brian nicht leichter. Doch schließlich fand er Iley inmitten des Lagers, wo der junge kräftige Krieger dabei war, sich neue Pfeile anzufertigen.
“Ich sehe dich Iley”, sagte Brian zur formellen Begrüßung und machte etwas unbeholfen die Geste zur Stirn nach, die er sich von Fawn abgeschaut hatte.
Fawns Bruder ließ sich nicht anmerken, ob ihn Brians Aussage belustigte oder gar verärgerte und erwiderte den Gruß.
“Hat meine smuke dich geschickt, ma Brian?” fragte Iley, während er weiter mit äußerster Hingabe an einem Pfeil schnitzte.
Brian sah überrascht zu ihm auf. “Nein… das heißt… nicht direkt. Nun ja wie soll ich es sagen. Ich brauche deine Hilfe Iley.”
Nachdenklich blickte der junge Na’vi den Himmelsmenschen an. “Wie sollte ich dir helfen können, ma Brian?”
Brian druckste einen Moment lang herum, unschlüssig wo er beginnen sollte. “Ich möchte eure Sprache lernen Iley… für Fawn.”
Iley zeigte eine Spur von Erstaunen auf seinem Gesicht. “Für meine kleine smuke… nun gut, ma Brian. Ich helfe dir. Womit wollen wir beginnen?”
“Ich liebe dich!”, platze es aus Brian vor Anspannung hervor und als Iley ihn ungläubig anstarrte, korrigierte er schnell.
“Nein… also nicht dich… ich meine, ich möchte zu Fawn sagen, dass ich sie liebe.”
Iley legte zögernd sein Messer und den halbfertigen Pfeil beiseite und nickte Brian zu. “Wie du es wünschst, ma Brian. Dann lass uns mit etwas einfachen anfangen.”

Die nächsten Stunden verbrachte Brian damit, erst einmal zu lernen, die Laute richtig zu formen und einzelne Worte korrekt hervor zubringen. Es war eine nervige Angelegenheit und mehrmals verfluchte der Söldner seine Idee.
Auch Iley zweifelte mittlerweile ernsthaft daran, ob Brian es überhaupt je begreifen würde und rief entsetzt aus.
“Bei allen ayverrtep…, ihr Himmelsmenschen könnt ja nicht einmal die einfachsten Dinge erlernen. Unglaublich, dass ihr die Sterne erobert habt.” Iley machte eine äußerst missmutige Mine.
“Noch mal, ma Brian.” Seufzend formte der Söldner, die fremdartigen Laute erneut mit seinen Lippen und sah seinen Lehrmeister erwartungsvoll an.
“Kehe!” Brian… konzentriere dich… es heißt, nga yawne lu oer. Du aber hast eben ausgedrückt, das du dich selbst liebst. Meine smuke wird beeindruckt sein, wenn ich es ihr erzähle.”
Brian vermeinte in Ileys Augenwinkeln ein spöttisches Aufblitzen zu sehen, doch konnte er sich auch irren. “Bitte nicht Iley, es soll doch eine Überraschung werden. Ich glaube, es ist insgeheim ein großer Wunsch von Fawn, dass ich es in eurer Sprache zu ihr sagen kann.” Hinter Brian erklangen leise Schritte, doch bevor er sich umdrehen konnte, stand Ileys sa’nok bereits vor ihnen. “Oel ngati kameie, ma Iley. Wie macht sich dein neuer Schüler?”
Der junge Krieger machte eine abschätzende Geste mit seiner Hand. “Es ist nicht leicht, ihm etwas beizubringen, ma sa’nu.
Vipernwölfe wären mit Sicherheit gelehriger.”
Ein glockenhelles Lachen der hoch gewachsenen Na’vi Frau, war die Antwort. Sie legte Iley eine Hand auf die Schulter, während sie Brian durchdringend mit ihren großen gelben Augen musterte. Für einen Moment trafen sich ihre Blicke und Brian kostete es alle Anstrengung, diesen nicht auszuweichen. Es war ein stilles Duell zwischen den beiden so verschiedenartigen Wesen, welches Iley aufmerksam, aber ohne jegliche Regung zu zeigen, verfolgte. Er kannte seine Mutter nur zu gut, um nicht zu erahnen, dass sie den Himmelsmenschen auf die Probe stellte. Iley hoffte inständig, dass Brian nicht seinen Blick, wenn auch nur für einen Wimpernschlag, abwendete, denn dann hätte sie jeglichen Respekt vor ihm verloren. Doch der Himmelsmensch hielt stand und zeigte sich in keiner Weise beeindruckt. Ohne das erkennbar gewesen wäre, ob das Ergebnis Ileys sa’nok befriedigte, trat sie nach einer Weile schließlich zögernd, dennoch voller Anmut in ihren Bewegungen an den Söldner heran. Langsam beugte sich die große Frau zu ihm herab, gerade soweit, das sie leise in sein Ohr flüstern konnte.
“Ich zweifle die Endscheidung meiner Ite nicht an,… ma… Brian. Solltest du ihr jedoch jemals ein Leid zufügen, werde ich wie ein Dämon über dich kommen.” Lächelnd erhob sie sich und tippte beiläufig auf die Schneide des Dolches, der an ihrer Seite herabhing. Brian merkte, wie ihm ein eiskalter Schauer den Rücken runter lief, ließ sich allerdings nichts davon anmerken.
Zärtlich streichelte die imposante Frau über Ileys Kopf, was der Krieger mit stoischer Gelassenheit über sich ergehen ließ und wandte sich dann einer Gruppe Jäger zu, die in der Nähe vorbei schritten.

“Deine Mutter ist wirklich eine sehr beeindruckende Frau, Iley.
Verrätst du mir, wie sie heißt?”
Iley schaute ihr noch einen Moment hinterher, streckte sich ausgiebig und erwiderte. “Meine sa’nok hört auf den Namen Eyaye, ma Brian. Ich denke nicht, das sich das in eure Sprache übersetzen lässt.”
“Das ist nicht nötig, Iley. Es klingt einfach wunderschön.”
Fawns smukan gestattete sich die Andeutung eines Lächelns in dem sonst stets so beherrschten Gesicht.
“Srane, ma Brian. Die Schönheit unserer Mutter wurde in Fawn wiedergeboren. Du darfst dich sehr glücklich schätzen, dass sie dich erwählt hat.” Brian nickte nur zustimmend. “Da hast du wohl recht Iley und ich bereue meine getroffene Entscheidung keineswegs. Auch wenn es gelegentlich etwas…,” er tippte leicht an seine Atemmaske, “….umständlich für mich ist.”
Iley schaute dem Söldner nun direkt in die stahlgrauen Augen und eine Spur von Respekt lag in seinem Blick.
“Ich beginne meine smuke langsam zu verstehen, ma Brian.” Der Söldner wusste erst vor Verlegenheit nichts darauf zu erwidern, dann jedoch drängte sich ihm eine Frage auf. “Hast du schon jemanden für dich erwählt Iley?” Zum ersten mal seit er Iley kannte, zeigte sich eine Spur unverhohlener Trauer im Antlitz des muskulösen Kämpfers. “Ja, ma Brian. Es gibt… also es gab jemanden, dem mein Herz gehörte.” Iley senkte den Blick und fing an seine Füße zu betrachteten. “Verzeih mir, ma Brian, aber ich möchte nicht darüber sprechen.” Brian nickte nur verständnisvoll und schweigend saßen sich die beiden Geschöpfe gegenüber, derweil um sie herum das Treiben des kleinen Lagers vonstatten ging. Mittlerweile war es Nachmittag geworden und so entschied Brian, dass es ihm für diesen Tag reichte, was das Lernen betraf. Gerade als er sich erhob um sich von Iley zu verabschieden, hörte Brian eine vertraute Stimme nach ihm rufen. Fawn packte den Himmelsmenschen und zog ihn dicht an sich, während sie ihren Bruder grüßte.
“War eure Jagd erfolgreich, ma smuke?” Das Mädchen nickte nur begeistert und nahm dann spielerisch Brians Atemmaske herunter. Hemmungslos fing sie an, den Söldner zu küssen ohne Iley weiter zu beachten. Brian genoss jedes Mal die kurzen Momente ohne seine Maske, dann jedoch löste er sich geschickt aus ihrer Umarmung und setzte schnell das Atemgerät wieder auf. Fawn bedachte ihren Bruder mit einem viel sagenden Ausdruck in ihren hübschen Augen. “Wir haben mehrere Tiere erlegt und die anderen Jäger könnten deine Hilfe beim Zerlegen gebrauchen Iley.” Der kräftige Krieger nickte nur, nahm seine Sachen vom Boden auf und wollte gerade gehen, als eine stattliche Gruppe Krieger auf ihren Pa’li auf sie zugestürmt kam. Einer der bewaffneten Na’vi führte ein herrenloses Tier mit sich, deutete vor Iley darauf und rief ihm zu, “Makto ko!”
Fawn atmete erleichtert auf, als sie feststellte, dass ihr sempul diesmal nicht mit den Kriegern ritt. Die Jäger bildeten um sie einen unregelmäßigen Halbkreis und Iley schwang sich leichten Herzens auf das ruhig wartende Pa’li. Ein unangenehmes Gefühl beschlich Fawn plötzlich, wie ihr bewusst wurde, dass ihr smukan mit den Anderen in den Kampf ziehen sollte. Bestürzung zeichnete sich auf dem hübschen Gesicht der Jägerin ab, doch sie wollte Iley nicht vor den anderen Brüdern und Schwestern demütigen und so sagte sie nur liebevoll, “makto zog, ma Iley”.
Brian trat näher an die Reiter heran und legte eine Hand auf Fawns Schulter, was bei den wartenden Kriegern zur Belustigung und vereinzeltem Gelächter führte. Ein wütendes Fauchen Fawns, ließ dieses jedoch sofort verstummen.
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Re: Eine Frage des Herzens Teil 2
« Reply #3 on: May 15, 2011, 03:17:41 pm »
Iley spürte, wie seine kleine smuke sich fühlte und streifte mit der Hand zärtlich über ihre Wange. Völlig ruhig erwiderte der kräftige Krieger, “Txopu rä’ä si, ma smuke”. Fawn nickte nur und sah Iley mit ihren gelben Augen voller Sorge an. Mit einem Aufschrei gab der Anführer des Kriegszuges das Zeichen zum Aufbruch und unter siegessicherem Geschrei entfernten sich die Reiter rasch aus dem Blickfeld der Anwesenden. Noch eine Weile war das trampeln der unzähligen Hufe in der Ferne zu vernehmen.

Die Jägerin packte Brian und riss ihn fast stürmisch mit sich. Komm, ma Brian. Wir holen unsere Waffen und brechen sofort auf. “Wie wollen wir sie den zu Fuß einholen, Fawn?”, rief Brian und hastete Fawn hinterher. Das Mädchen fand Brians Frage berechtigt, musste aber trotzdem über sein Unverständnis lachen. “Ma Brian… unsere Krieger reiten nicht durch. Sie werden irgendwo ein Nachtlager errichten, um sich mit den anderen Brüdern und Schwestern zu treffen. Dann muss eine Besprechung der beiden Anführer erfolgen, so will es unser Gesetz. Wir werden lange vor ihnen da sein, hab keine Furcht.”
Nachdem sie ihre Ausrüstung aufgenommen hatten, verabschiedete Fawn sich, sehr zu Brians Überraschung, von ihrer sa’nok.
Es folgte ein kurzer Wortwechsel, von dem der Söldner nichts verstand, obwohl er ein wenig mit Iley gelernt hatte. Nur einmal sah Eyaye flüchtig zu Brian herüber.
Als Fawn sich wieder an seiner Seite einfand, war sie deutlich entspannter, als beim letzten Mal. “Diesmal hab ihr euch nicht gestritten?” Das Mädchen sah in an und lachte. “Kehe, ma Brian. Meine sa’nu ist voller Sorge um Iley und bat mich, auf ihn aufzupassen, wenn das überhaupt möglich ist. Sie wird für uns zu Eywa beten, dass wir wieder zurückkehren. Auch für dich, ma Brian.” Die Augen der Jägerin strahlten in einem bisher nie da gewesenen Glanz.
Brian wirkte sichtlich überrascht, denn das Fawns Mutter sich entschloss, ihn, einen Himmelsmenschen, in ihre Gebete mit einzubeziehen, war mehr, als er sich je erhofft hätte. Fawn rückte ihren Jagdbogen zurecht und schritt flink voran, mitten hinein in das diffuse Licht des vor ihnen aufragenden Urwaldes. Die Abenddämmerung machte sich bereits bemerkbar, als sie den Kelutral hinter sich ließen.
Brian war immer wieder voller Bewunderung darüber, wie leichtfüßig und grazil sich das große Geschöpf durch den Urwald bewegte. Trotz seiner Konstitution fiel es ihm schwer, mit der hübschen Jägerin Schritt zu halten. Stunden vergingen, derweil Fawn ihm ohne auch nur einmal zu zögern, einen Weg durch das dichte Unterholz wies. Die Nacht war hereingebrochen und brachte nach dem Untergang der Sonnen, eine deutlich kühlere Luft mit sich. Brian musste die Beleuchtung seines Chronometers einschalten um darauf überhaupt noch etwas erkennen zu können. “Fawn, wollen wir nicht eine Weile halt machen und uns ausruhen?” Das Mädchen blieb stehen, richtete ihre Ohren auf und reckte die Nasenspitze in den Wind. “Nicht hier ma, Brian. Es sind Vipernwölfe in der Nähe. Vielleicht ein ganzes Rudel. Wir ziehen weiter.” Brian seufzte, folgte ihr aber dann, während sein Magen vernehmlich grummelte. “Ich könnte jetzt so ein Mistvieh verdrücken”, erwiderte er sarkastisch.
“Sei still!” fauchte Fawn mit ungewohnter Härte, “hörst du es denn nicht?” Brian erstarrte und versuchte sich auf seine Umgebung zu konzentrieren. Jetzt vernahm er es auch. Ein entferntes Jaulen drang durch den Wald und… ein Knurren. Allerdings hörte sich diese Geräusch deutlich näher an und trotz der milden Nachtluft begann der Söldner zu schwitzen. Jegliches Gefühl an seinen Hunger verflog, während Brian dem Mädchen hinterher eilte. Immer weiter hasteten die beiden durch das Gestrüpp, fort von dem Heulen, dass die Finsternis erfüllte. Fawn schritt völlig sicher durch die Dunkelheit, dabei jegliches verräterische Geräusch vermeidend. Brian versuchte es gar nicht erst, ihr gleichzutun und war schon froh, dass er nicht über eine der zahlreichen knotigen Wurzeln stürzte. Als die Laute der Wölfe hinter ihnen zurückblieben und schließlich ganz verklangen, blieb Fawn abrupt stehen. Die Jägerin lauschte in die Dunkelheit hinein, den langen Schwanz vor Anspannung, steil nach oben gerichtet.
“Hier sind wir sicher, ma Brian. Vipernwölfe jagen hiermit…”, sie deutete auf ihre Ohren und Augen, “… und verfügen über große Ausdauer. Auf Entfernung lässt ihre Sicht deutlich nach, deshalb ist es wichtig, kein Geräusch zu machen.” Brian atmete immer noch heftig, erwiderte dabei aber grinsend. “Du meinst, wir haben einfach Glück gehabt.”
Fawn bejahte und ihre großen schönen Augen schienen direkt in sein Herz zu blicken. “Das war gar nicht so schlecht, wie du mir gefolgt bist… zumindest für einen Himmelsmenschen.”
Der Söldner zog das Mädchen an sich heran und flüsterte in ihr Ohr, “nga yawne lu oer, ma Fawn.” Völlig überrascht trat sie einen Schritt zurück und legte ihre Hände auf seine Schultern.
“Woher… wie hast du… hat es dir Iley beigebracht?”
Brian war erleichtert darüber, dass er es diesmal richtig gesagt hatte, “Ich habe mit deinem Bruder geübt und wie du siehst mit Erfolg. Mein Gefäß…”, dabei dachte er an die Redewendung, welche gerne von den Na’vi verwendet wurde, “… ist noch lange nicht voll.”
“Nga yawne lu oer, ma Brian und irayo“, hauchte Fawn glücklich. Freudig erregt küsste sie ihn und verschwand dann fast lautlos zwischen den Bäumen, um nach etwas Essbaren zu suchen. Brian wartete geduldig ab, während sein Magen nun immer mehr protestierte. Aufmerksam sah er sich dabei um, konnte aber zu seinem Leidwesen nichts entdecken, was auch nur annähernd nach Früchten oder vergleichbaren aussah. Als das Mädchen zurückkehrte, legte sie eine Menge äußerst dicker Larven und Samen vor ihm ab.
Fawn nahm ein paar der Larven in die Hand und stopfte sie sich genießerisch in den Mund. Brian blickte angewidert auf das lebende Essen. “Na toll, erst Wölfe und nun das.” Ernüchtert fing der Söldner an, sich dem frugalen Mahl zu widmen. “Dein Bruder erwähnte eine Frau, wollte aber nicht weiter darüber sprechen.” Das Na’vi Mädchen verschluckte sich fast, bei seiner Andeutung und blickte ihn eine Weile schweigend an. “Srane, es gibt jemanden, dem Iley zugetan ist, ma Brian. Aber unsere Schwester ist seit einiger Zeit verschwunden und wir wissen nicht, was ihr zugestoßen ist. Das Herz meines Bruders ist seitdem mit Trauer erfüllt.” Kauend erwiderte der Söldner. “So etwas dachte ich mir schon. Du meinst Iley liebt diese Frau?” Fawn seufzte vernehmlich auf.
“Mein Bruder benimmt sich wie ein Kind, wenn er mit ihr zusammen ist.”
Brian biss sich auf die Lippen und wenn Ileys Situation nicht so traurig gewesen wäre, hätte er über Fawns Bemerkung gelacht. Lustlos packte er eine der zappelnden Larven und steckte sie voller Überwindung in den Mund.
Nachdem Brian einiges davon heruntergewürgt hatte, lehnte er sich gesättigt an einen der dickeren Stämme. “Iley… kann er nun keine andere Na’vi mehr erwählen?” Das Mädchen leckte ihre Fingerspitzen sauber. “Nein, ma Brian. Sie sind noch nicht vor Eywa vereint. Nicht so… wie wir.” Fawn spürte, wie ihr die Röte mit einem unangenehmen Brennen ins Gesicht schoss und versuchte, das Gefühl zu verdrängen. “Bitte sag es noch einmal zu mir Brian.” Er schaute sie erst überrascht an, lächelte aber dann wissend. “Nga yawne lu oer, Fawn.” Mit vor Freude leuchtenden Augen, warf sich die Jägerin auf ihn, doch Brian war vorbereitet und fing sie geschickt ab. Eine Weile tollten und kullerten sie kichernd durch das knöchelhohe leuchtende Moos, bis Brian sich erschöpft japsend hinsetzte. Tief holte er durch seine Atemmaske Luft und entfernte dabei Gras und Moosreste, die an seiner Kleidung haften geblieben waren. “Was meinst du, wie lange wir hier rasten sollten?” Fawn ließ sich neben ihm auf ihr Hinterteil nieder. “Wir warten bis Sonnenaufgang. In der Nacht treiben sich viele Tiere umher und der Vipernwolf ist nicht das Schlimmste von ihnen.” Brian schloss befriedigt die Augen und versuchte, sich etwas auszuruhen und gemeinsam erwarteten die beiden Geschöpfe den Anbruch des neuen Tages.

******

Iley versuchte gespannt, dem heftigen Wortwechsel der beiden Anführer zu lauschen. Unglücklicherweise saß er zu weit entfernt, um wirklich etwas zu verstehen und es stand ihm nicht zu, mit ihnen am Feuer zu sitzen. Trotz seiner Jugend hatten sie ihn für den Kriegszug ausgewählt, eine Ehre die seiner smuke verwehrt wurden war. Es erfüllte den jungen Na’vi mit Stolz, sich unter all den erfahrenen Kriegern beweisen zu dürfen. Nachdem die Feuer längst erloschen waren, wälzte sich Iley immer noch aufgeregt auf dem Moos herum. So sehr er sich auch bemühte, konnte der Krieger keinen Schlaf finden und als der Morgen graute, bestieg Iley sichtlich gerädert sein wartendes Pa’li. Die unbändige Kampfeslust der anderen Brüder und Schwestern gab ihm hingegen neue Kraft und so ritt er in ihrem Verbund dem Lager der Himmelsmenschen entgegen.

******

Gleich nach Sonnenaufgang, waren sie wieder aufgebrochen, um rechtzeitig die Basis zu erreichen. Nun lagen die beiden Wesen bäuchlings im dichten Moos und spähten zwischen den Bäumen zum nahen Stützpunkt herüber. Mittlerweile war sich Brian überhaupt nicht mehr so sicher, wie er Jenkins finden, oder ihm eine Nachricht zukommen lassen sollte. Frustriert über seine eigene Hilflosigkeit nahm er sich vor, den Angriff abzuwarten, um etwas über das weitere Schicksal seines Freundes heraus zu finden.
Fawn spähte neugierig zu den glänzenden Vögeln auf dem kleinen Rollfeld und Brian sah ihr an, dass sie am liebsten aufgesprungen und die Hubschrauber untersucht hätte.
Er packte sie sanft an der Schulter und gemeinsam zogen sie sich in den Schutz des Unterholzes zurück.
“Wir bleiben hier in Deckung, bis deine Brüder und Schwestern das Lager erreichen.”
Das Mädchen nickte zustimmend. “Brian… du machst dir immer so viele Sorgen. Vielleicht ist uns Eywa wohl gesonnen.”
“Ja vielleicht…”, sagte der Söldner zögernd. “Ich verlasse mich lieber hier drauf.” Er deutete auf seinen schweren Revolver, was bei Fawn einen missmutigen Gesichtsausdruck hervorrief.
Brian überlegte was wohl Pater Cunningham aus Detroit sagen würde, wenn er wüsste, dass der Söldner ein nichtmenschliches Geschöpf als Partnerin an seiner Seite hatte. Vermutlich hätte der Priester sich erst erbrochen und dann das ewige Höllenfeuer herauf beschworen.
Die junge Na’vi schaute wieder zu dem Stützpunkt herüber und lauschte den für sie so vielen fremdartigen Geräuschen. Brian bedauerte seinen unüberlegten Plan sehr, brachte er sie beide doch in große Gefahr. Umso mehr war er voller Bewunderung für die Jägerin, welche ihn ohne zögern hierher begleitet hatte und bereit war, an seiner Seite zu kämpfen.
Je länger sie warteten umso angespannter wurde die Stimmung und Brian bemerkte, wie das Mädchen ständig zu den kampfbereit stehenden Hubschraubern sah. Vermutlich sorgte sie sich auch zu sehr um ihren Bruder.
Das donnernde Trampeln zahlreicher Hufe ließ sie beide erschreckt aufhorchen. “Sie kommen, ma Brian”, flüsterte Fawn und hielt besorgt nach ihrem smukan Ausschau.
Brian schloss die Finger fest um seinen Revolver und lugte vorsichtig zwischen den Stämmen zur Basis.
Eine dichte Staubwolke drang in einiger Entfernung zwischen den Bäumen hervor, woraus immer mehr Reiter traten und dem Absperrzaun des Stützpunktes zueilten. Wildes Geschrei erfüllte die Luft, um den Verteidigern Angst einzuflößen und ein Pfeilhagel begann auf den Stützpunkt herab zuregnen.

******

Kadett Biggs suchte wie jeden Tag von seiner Beobachtungsplattform den dichten Urwald nach eventuellen Feinden ab. Direkt neben ihm thronte das mächtige Abwehrgeschütz einem Racheengel gleich und richtete drohend seine Läufe in den Himmel. Der stumpfsinnige Dienst versprach nur selten Abwechslung. Etwa wenn einer der anderen Kadetten sich hier hoch verirrte und sie für eine Weile Karten spielten. Einmal hatte Biggs aus reiner Verzweiflung einen Berg-Ikran unter Feuer genommen, welcher sich zu nahe ans Lager getraut hatte. Unter wütendem Kreischen und ohne einen Kratzer hatte das riesige Tier elegant abgedreht, die Kette der Leuchtspurgeschosse hinter sich zurück lassend. Oberst Willow war förmlich explodiert, als er von dieser “Leistung” erfahren hatte und am Abend durfte Biggs zur Belohnung die Latrinen säubern. Der Kadett schüttelte diese überaus unerfreulichen Gedanken ab und fuhr mit der Beobachtung fort. Es war nicht mehr lange bis sein Dienst endete und dann würde er als erstes die Kantine aufsuchen, um sich eine Erfrischung zu verabreichen. Gerade als Biggs darüber nachdachte, ob er einfach früher seinen Posten verlassen sollte, nahm der Kadett zwischen den riesigen Bäumen eine Bewegung war und hörte merkwürdiges Geschrei. Aus seiner Lethargie gerissen, tätigte er routiniert einige Einstellungen am Zielsucher, um zu ergründen, was die Bewegung verursacht hatte. Der Anblick, der aus dem  nahen Waldrand hervorpreschenden Ureinwohner, lähmte ihn für einen kurzen Augenblick, dann nahm er sein Funkgerät zur Hand und erstattete eiligst dem Befehlsleitstand Bericht. Einen Moment später erhielt er die Feuerfreigabe. Mittlerweile verrieten ihm aufgeregte Stimmen, dass man in der Basis auf die drohende Gefahr aufmerksam geworden war. Erste Schüsse wurden abgegeben und auf dem kleinen Rollfeld begannen die Motoren der Hubschrauber zu dröhnen. Biggs ließ die Mechanik der Kanone anlaufen und mit einem metallischen Knacken fuhren die Waffenläufe in die neue Position. “Mal sehen, wie euch das gefällt” rief der Kadett aus und betätigte den Abzug.

Mit einem Aufbrüllen belferte die Vierlingsflak los und spie den Angreifern ihre vernichtende Antwort entgegen. Eigentlich zur Luftabwehr und Bekämpfung der Banshees gedacht, bereitete sie den Kriegern nun eine tödliche Überraschung. Erdkrumen wurden von den großkalibrigen Hohlmantelgeschossen aus dem zerfurchten Boden gerissen und flogen in weiten Bogen durch die Luft. Dort, wo die Projektile auf Körper von Ureinwohnern oder Pa’li trafen, drangen sie mühelos ein und richteten schreckliche Verletzungen an. Als das Geschütz verstummte, lagen unzählige Tote und verwundete Na’vi vor dem Zaun der Basis. Iley richtete sich entsetzt auf. Überall um ihn herum war Blut und die Schreie der Getroffenen hallten in seinen Ohren, doch schien er nicht verletzt worden zu sein. Mit ruhiger Hand legte er einen Pfeil auf die Sehne und fixierte sein ausgewähltes Ziel an. “Ngeyä kxetse lu oeru”, rief er kampfeslustig dem Schützen auf der Plattform entgegen und ließ den Pfeil von der Sehne des Bogens schnellen. Gerade als der Kadett dem Geschütz neue Munition zuführen wollte, drang das Geschoss in seinen Körper und schleuderte ihn zurück. Mit Erleichterung sah der Krieger, wie sein Opfer tödlich getroffen über die schmale Brüstung taumelte und zu Boden stürzte. Auch an anderen Stellen verzeichneten die zahlreichen Krieger erste Erfolge und drängten die kleine Besatzung des Stützpunktes langsam zurück. Trotz der deutlich überlegenen Bewaffnung der Soldaten war es nur eine Frage der Zeit, wann die Abwehrlinie aufbrechen und überrannt werden würde.

Der Kommandant nahm mit hochrotem Gesicht die ständig eingehenden Lagemeldungen entgegen und immer mehr drängte sich ihm dabei die drohende Niederlage ins Bewusstsein. Er entschied, dass nun der geeignete Zeitpunkt zum Handeln gekommen war, wollten sie nicht das Schicksal der Soldaten in der Abwehrstellung teilen. “Gefreiter Jenkins, lassen sie die Hubschrauber startbereit machen, wir setzen uns ab!” Willow überreichte dem völlig verblüfften Marine eine Karte, auf der er eilig einige gekritzelte Flugkoordinaten für die Piloten vermerkt hatte. “Hier nehmen sie und dann nichts wie weg. Die Hundesöhne werden sich noch wundern.” Jenkins nahm die kleine Karte zögernd entgegen und faltete sie ordentlich zusammen. “Wir ergreifen die Flucht? Captain Priscett wird das überhaupt nicht gefallen.” Wütend schrie Willow seinen Untergebenen an und schaffte das Bravourstück, sogar den Kampflärm zu übertönen. “Es interessiert mich einen Scheiß, was Priscett gefällt! Haben Sie das verstanden? Ich darf dem Feind unter keinen Umständen in die Hände fallen!“ Willow schaute verblüfft zum entfernten Rollfeld, als eine mächtige Explosion einen der dortigen Sampsons zerriss und die Druckwelle über die Basis hinwegbrandete. Zum ersten mal vermeinte Jenkins einen Anflug von Unsicherheit im Gesichtsausdruck des Kommandanten zu entdecken, als dieser fortfuhr. “Nach Überbringung der Nachricht nehmen Sie sich ihr Gewehr und suchen sich ein Versteck. Bleiben Sie unter allen Umständen mit uns über Funk in Verbindung und erstatten Sie Meldung, wenn diese Wilden sich zurückziehen.”
Jenkins salutierte nur flüchtig und sah zu das er aus dem Bannkreis des tobenden Oberst kam. Das konnte ja noch heiter werden. Geduckt rannte er im andauernden Geschoßhagel zum Stationshangar und überreichte dem dortigen Leiter die Informationen. Als er sich abwenden wollte, rief ihm der Staffelführer nach. “Kommen Sie nicht mit uns, Sir?” Jenkins winkte nur ab und deutete auf sein mitgeführtes Scharfschützengewehr. Fast unbemerkt spurtete er zum hinteren Ausgang des Lagers, dabei jegliche sich bietende Deckung ausnutzend. Hier wurde bisher noch nicht gekämpft und eine trügerische Ruhe herrschte zwischen den Baracken. Er ertappte sich bei dem Gedanken, sich einfach den Na’vi zu ergeben. Was, wenn Priscett seine Hilfe plötzlich verweigerte. Bei genauerer Überlegung gab es für den Captain keinen Grund, sich in die Kampfhandlungen am Boden einzulassen. Schließlich war er im Orbit um Pandora so gut wie unantastbar. Der Oberst hatte wohl recht gehabt. Die Moral in der Basis hatte einen gefährlichen Tiefstand erreicht. Andererseits war der Gefreite kein Deserteur und nahm die an ihn gestellten Aufgaben stets sehr ernst. Ihm kam eine Idee, wo er vielleicht den Kampf um die Basis aus sicherer Entfernung beobachten konnte, ohne von den Ureinwohnern bemerkt zu werden. Jenkins schlich sich vorsichtig aus dem Lager und begann seinen Aufstieg zu dem Ort, an dem damals sein Freund auf das geheimnisvolle Wesen getroffen war. Aus Brians Erzählungen wusste Jenkins, wohin er sich wenden musste und keuchend ließ er die Basis immer weiter hinter sich zurück.

******

Willow brüllte auf dem kleinen Rollfeld herum, während die Soldaten und das restliche Stützpunktpersonal eilig in den startbereit röhrenden Sampsons und Scorpions Platz nahmen. “Los, vorwärts, ihr lahmen Säcke! Oder soll ich euch Beine machen? Was dauert denn da so lange?“ Gereizt überwachte der Kommandant, wie die Verwundeten verladen wurden. Mit schweißnasser Stirn bestieg er schließlich den Kampfhubschrauber des Staffelführers und gab ihm Zeichen,  los zufliegen. Nacheinander wie Perlen auf einer Kette hoben die gefährlich aussehenden Maschinen vom Boden ab und ließen die Forschungsstation unter sich zurück. Am Boden überflutenden die Na’vi wie eine blaue Woge den Stützpunkt und das ihnen mittlerweile nur noch spärlich entgegen schlagende Abwehrfeuer brach völlig zusammen. Willow fiel etwas siedend heiß ein, als er unter sich das gewaltige Labor sah. “Wo ist dieser verdammte Schlächter von Stabsarzt? Hat den jemand von Ihnen gesehen?” Doch niemand der Anwesenden konnte eine Antwort darauf geben und selbst als der Kommandant über Funk bei den anderen Maschinen nachfragen ließ, führte das zu keinem Erfolg. Fleischmann befand sich offensichtlich nicht an Bord eines der Hubschrauber und das Schicksal des Doktors blieb vorerst ungewiss. Willow zuckte nur verächtlich mit den Schultern. Er hegte für niemanden besondere Sympathien, außer für sich selbst. Was den Gefreiten betraf, so rechnete Willow auch nicht damit, dass er den an ihn gestellten Auftrag überleben würde.
Auf seinem Datenpad, notierte der Oberst routinemäßig den Stabsarzt als gefallen, während die Kampfhubschrauber röhrend ihrem Ziel entgegen flogen.

******

Iley war von Freude erfüllt, als der Anführer das Zeichen zur Umkehr gab. Er allein hatte den Tod und Vernichtung speienden Dämon zum Schweigen gebracht, während um ihn herum seine Brüder und Schwestern gestorben waren. Das würde ihm die Annerkennung der anderen Krieger einbringen. Einen Augenblick lang vermeinte er in all dem Rauch seine kleine smuke und ihren Himmelsmenschen zu sehen. Am liebsten wäre er zu ihr hingestürmt und hätte sie in die Arme geschlossen, um sein Glück mit ihr zu teilen. Doch sein Platz war jetzt hier bei seinem Anführer und dem Kriegszug.

******

Brian wartete geduldig, bis die Kämpfe ihren Zenit überschritten und dann in vereinzeltes Geplänkel übergingen. Das blaue Geschöpf an seiner Seite hatte gelegentlich ein kampfeslustiges Fauchen erklingen lassen, sich ansonsten aber ruhig verhalten. Er war dankbar dafür, denn seine größte Sorge war, dass Fawn sich dazu hinreißen ließ, ihren Brüdern und Schwestern beizustehen. Verwundert schaute er den aufsteigenden Hubschraubern hinterher und sah wie einige Na’vi ihre Verfolgung aufnahmen. Als die ersten Reiter zum Waldrand zurückfluteten, erhob sich der Söldner fest entschlossen. “Ich werde nachsehen, ob ich Jenkins finde. Warte hier auf mich, Fawn.”
Das Na’vi Mädchen packte seinen Arm und hielt ihn fest.
“Nein, ma Brian. Wir sind vereint für das Leben. Ich gehe mit dir.”
Die Art, wie sie es sagte, berührte Brian zutiefst und so ließ er das Mädchen gewähren.
Vorsichtig näherten sie sich dem kleinen Lager, in dem zahlreiche Brände wütenden. Beißender Qualm schlug ihnen entgegen und Brian war zum ersten mal froh, dass er seine Atemmaske auf hatte. Mittlerweile waren alle Ureinwohner vom Gelände des Stützpunktes verschwunden. Die letzten, die entfernt im dichten Qualm an ihnen vorbei jagten, hatten nur kurz verwundert zu ihnen rüber gesehen und waren dann weiter gezogen, bepackt mit erbeuteten Waffen. Vorsichtig schlich Brian, dicht gefolgt von der Jägerin, an den ehemaligen Baracken entlang. Überall lagen Tote und der Söldner fürchtete bei jedem Blick in eines der zahlreichen namenlosen Gesichter, dass er Jenkins oder Iley finden würde. Sie verharrten einen Moment und Brian zeigte auf das Labor, welches keinerlei sichtbare Kampfspuren aufwies. Jede sich bietende Deckung ausnutzend, näherten sich die beiden Geschöpfe der Anlage und traten an die Schleuse heran.
kxetse sì mikyun kop plltxe


Offline Eichhörnchen

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Re: Eine Frage des Herzens Teil 2
« Reply #4 on: May 15, 2011, 03:19:36 pm »
In der Zwischenzeit hatte Jenkins die Anhöhe erstiegen und blickte auf das kleine Lager hinunter, wo die Kämpfe bereits merklich abflauten.
Der Gefreite pfiff anerkennend durch die Zähne. Wenn Oberst Willow nur ahnen würde, wie nahe ihm seine gesuchte Beute die ganze Zeit auf der Nase herumgetanzt hatte. Eine Weile wartete er hinter einem umgestürzten Baumstamm verborgen und spähte gelegentlich zur Basis, wo nur noch vereinzelt Schüsse zu hören waren. Jenkins fing an, es sich bequem zu machen und legte einen Teil der mitgeführten Ausrüstung ab. Eine weitere Stunde verging und der Gefreite überlegte fieberhaft, ob er richtig gehandelt hatte. Ein kurzer Blick auf das Chronometer zeigte ihm, dass die Landung Priscetts unmittelbar bevorstehen musste, wenn der Captain sein Wort hielt. Was Willow nicht wissen konnte war, dass der Gefreite über alle Informationen verfügte, was das Eingreifen der ISV Rushing Arrow betraf. Dazu war sehr zu Jenkins persönlichem Bedauern, eine nicht unbeträchtliche Summe seines Soldes, in die Hände des Funkers gewandert. Dieser hatte es sich daraufhin nicht nehmen lassen, dem Gefreiten jedes noch so unbedeutende Detail des Funkspruches mit leuchtenden Augen zu verraten.
Von der Hitze gepeinigt, nahm Jenkins einen Schluck aus seiner Wasserflasche und spähte wieder über den Baumstamm auf den Stützpunkt hinunter. Flammen züngelten aus mehreren zurückgelassenen Sampsons, doch von den Angreifern war nichts mehr zu entdecken. Er fluchte innerlich darüber, wie fähig im Anschleichen und lautlosen Verschwinden diese Krieger waren. Ihre Beweggründe blieben ihm jedoch verschlossen. Ein Trupp Soldaten hätte die Basis gesichert und besetzt gehalten. Doch menschlicher Besitz schien den Na’vi nichts zu bedeuten, oder sie hatten schlicht und ergreifend keine Verwendung dafür. Jenkins nahm seinen Rucksack wieder auf und befestigte die kleine Feldflasche am Gürtel. Vielleicht konnte er nun doch zur Basis zurückkehren und auf das Eintreffen der Verstärkung warten. Für Jenkins war die Situation nichts Ungewöhnliches. Er hatte auf der Erde oft als Einzelkämpfer Einsätze ausgeführt, was ihn erst für die Arbeit hier auf Pandora prädestiniert hatte und seine Beförderung zum Gefreiten nach sich zog. Nervös nahm Jenkins sein Gewehr von der Schulter, legte es auf dem Stamm auf und warf einen Blick durch das Zielfernrohr. Abschnittsweise wanderte das Gelände vor dem Sucher vorbei, bis er auf Höhe der Baracken erschreckt verharrte. Der Gefreite zoomte mit schweißnassen Händen näher heran. Tatsächlich… dort vor den Unterkünften befand sich noch eine Kriegerin, wie er unschwer an ihrem Körperbau erkennen konnte.
Jenkins fixierte das Na’vi Mädchen mit seinem Scharfschützengewehr. Der Wind stand günstig und trug keine verräterischen Gerüche, wie etwa Schweiß mit sich. Er hatte während seiner Ausbildung immer wieder eingetrichtert bekommen, wie fein die Sinnesorgane der Ureinwohner entwickelt waren.
Langsam wanderte das Fadenkreuz über den schlanken Körper der Jägerin, bis er ihren Kopf im Visier hatte. Sein Zeigefinger lag völlig ruhig und entspannt auf dem Abzugsbügel, fast so, als ob die ihn umgebende Welt den Atem angehalten hätte und gar nicht existierte.
Er korrigierte ein paar Einstellungen und blickte dann wieder durch das Zielfernrohr. Ein perfekter Kopfschuss… kam es ihm beiläufig in den Sinn… das Mädchen würde es vermutlich noch nicht einmal bemerken, wenn sie der Tod ereilte.
Der Abzugsfinger des Gefreiten krümmte sich leicht und… erstarrte. Die Jägerin gestikulierte mit ihren Händen zu jemand an der Baracke, den Jenkins nicht sehen konnte. Allerdings hatte er keinen Zweifel, dass zumindest noch ein Ureinwohner sich außerhalb seines Sichtbereichs aufhielt, vielleicht sogar mehrere.
Zögernd verharrte er so den Hauch einer Sekunde, dann brach er ab und ließ den Lauf sinken. Zu gefährlich entschied Jenkins. Selbst wenn er die Na’vi tötete, würden ihn ihre Begleiter mit Sicherheit erwischen. Im nächsten Moment änderte sich die Situation für Jenkins von Grund auf, als jemand hinter der Baracke hervortrat und der Gefreite glaubte erst, seine Augen würden ihm einen Streich spielen. Heftig atmend blickte er abermals durch sein Zielfernrohr, doch das was sich ihm zeigte, ließ seine Ungewissheit verschwinden.
Der Begleiter zu dem das Na’vi Mädchen gesprochen hatte, war niemand anderes als sein Freund und Kampfgenosse Brian. Jenkins Händen entglitt zitternd das Scharfschützengewehr. Fawn… zuckte ihn die Erinnerung an einen Namen siedend heiß in seinen Schädel…, die seltsam klein erscheinende Na’vi dort vorne musste Fawn sein und er hätte sie fast erschossen. Fluchend nahm er die Waffe wieder auf und machte sich hastig an den Abstieg.

******

Gemächlich stellte Fleischmann sich vor sein ausgewähltes Opfer und betrachtete mit zitternden Händen das blauhäutige Geschöpf, während er leise vor sich hin summte. Er hatte den Alarm bemerkt, ihm aber keine nennenswerte Bedeutung zugemessen. Hier in seinem Laboratorium fühlte Fleischmann sich vollkommen sicher und verließ es nur in den seltensten Fällen. Zur sehr nahmen ihn seine Forschungen und Experimente in Anspruch. Ein Angriff der Ureinwohner… was konnten die schon ausrichten. Das Labor wurde schließlich durch komplizierte Schleusen gesichert. Der Kommandant hatte ihn über Funk informiert, dass sie sich absetzten, bis die Verstärkung eintraf. Doch Fleischmann hatte in Gedanken abgewunken und einfach die Verbindung unterbrochen. Zu wichtig erschienen ihm seine Experimente. Als nach einiger Zeit wieder Ruhe einkehrte, fühlte sich der Arzt in seinen Vermutungen bestätigt und ging weiter seinen Versuchen nach.
Gewissenhaft überprüfte Dr. Fleischmann die metallischen Befestigungen an Armen und Beinen der Na’vi Frau und wandte seine Aufmerksamkeit dann einem kleinen Beistelltisch mit mehreren Ablageflächen zu, auf denen alle Arten von Operationswerkzeugen lagen. Einige der Gegenstände wanderten durch seine vernarbten Hände, bevor er fast schon andächtig ein Skalpell in die Höhe hielt. Die Na’vi beobachtete völlig eingeschüchtert, wie der Doktor nach ihrem Federschmuck griff, der ihren ansonsten nackten Oberkörper bedeckte und schrie vor Angst auf. “Kehe! Rä’ä ’ampi tsat!”
Fleischmann zog nur verständnislos eine Augenbraue hoch, dann riss er die Federn und Ketten mit einer Handbewegung ab. Ein klackerndes Geräusch erzeugend, fielen die Perlenketten und der andere Schmuck auf den Boden. “Das brauchst du nicht mehr”, war die lapidare Antwort. Mit einem gelangweilten Gesichtsausdruck ließ er das scharfe Skalpell über den Körper des verängstigten Wesens gleiten und verharrte auf Höhe ihres Bauchnabels, während sich eine rote Linie auf der Haut abzuzeichnen begann. Der ausgeführte Schnitt war nicht tief, jedoch raubte das mörderische Brennen und die aufsteigende Angst der Na’vi fast die Besinnung. Für einen Moment, so schien es, überlegte der vermeintliche Doktor, wie er weiter verfahren sollte. Der Frau liefen dicke Tränen die Wangen herunter und vor Schmerzen fing sie panisch an zu schreien. Verwundert schaute Fleischmann auf. “Dort draußen kann dich niemand hören. Diese Räume sind absolut schalldicht.” Er warf ihr einen bösartigen Blick zu. “Oh… ich bezweifle, dass du überhaupt weißt, was das bedeutet. Nun ja… egal. Schrei ruhig, wenn dir danach ist, das macht meine Arbeit… interessanter… zumindest für mich”. Unbeeindruckt von dem Flehen und Betteln der Na‘vi, ließ Fleischmann ein irres Kichern vernehmen und setzte erneut das Skalpell an…

******

Zusammen mit Fawn öffnete er die kleine Schleuse und betrat mit schussbereiter Waffe in der Hand das geräumige Labor der ehemaligen Forschungsstation. Fawn schnüffelte neugierig und verzog im gleichen Moment ihr Gesicht. Die Luft und der Geruch, der ihnen entgegenschlug, war durchtränkt von Desinfektionsmitteln, Schweiß und Blut. Selbst Brian wirkte davon angeekelt, obwohl er das Labor früher schon einmal aufgesucht hatte.
Auf einigen der Pritschen lagen Ureinwohner, die meisten dem Tode näher als dem Leben. Ein paar Exemplare waren so stark verstümmelt, dass der Söldner gar nicht erst versuchte, darüber nachzudenken, welche Experimente hier durchgeführt worden waren. Aus dem hinteren Teil des Labortraktes, drang leises Weinen und Schluchzen an ihre Ohren. Brian ließ seine Blicke durch den Raum schweifen und gemeinsam gingen sie überaus wachsam die Reihen der blutbeschmierten Labortische und Pritschen ab. Vorerst war es dem muskulösen Söldner nicht möglich, den Ursprung der Klagelaute herausfinden. Jedoch näherten sie sich langsam den rückwärtigen Bereichen der weitläufigen Anlage. Fawn sagte gelegentlich etwas in ihrer Sprache zu denen, die soweit erkennbar noch am Leben schienen. Brian verstand nicht, was sie ihnen beruhigend zuflüsterte, einzig das Wort Eywa kam ihm vertraut vor. Als plötzlich ein panischer Aufschrei durch den Saal hallte, zuckte Brian zusammen und blieb wie angewurzelt stehen. Hastig sah er sich um und entdeckte in einiger Entfernung hinter einem Vorhang den grob umrissenen Schatten des anwesenden Arztes. Mit der Hand und ohne einen Laut zu verursachen, gab er Fawn zu verstehen, hier auf ihn zu warten. Fawn machte überraschend schnell eine Geste der Zustimmung, während die Blicke aus ihren schreckgeweiteten Augen ständig zwischen Brian und den gefolterten Na’vi wechselten. Es war offensichtlich, dass sie schwer mit dem Anblick ihrer gequälten Brüder und Schwestern zu kämpfen hatte. Die Füße vorsichtig einen vor den anderen setzend, schlich der Söldner hinter den Rücken des Doktors, riss den Vorhang beiseite und hielt ihm seine Dienstwaffe in den Nacken. Brian sträubten sich die Nackenhaare, als er die misshandelte und um Hilfe flehende Na’vi vor dem Arzt liegen sah. “Legen Sie das Messer hin… sofort!” Fleischmann ließ sein Skalpell fallen und drehte sich, jede hektische Bewegung vermeidend, herum. “Was wollen Sie denn mit dieser Aktion erreichen Soldat? Unsere Verstärkung wird bald hier eintreffen und soll ich Ihnen sagen, was dann passiert?“ Brian musste wohl einen völlig überraschten Ausdruck zeigen, denn der Stabsarzt fing an, mit vor Hohn triefender Stimme zu säuseln.“ Oh… hat es ihnen denn niemand gesagt? Ein Schwesterschiff der ISV Venture Star befindet sich derzeit über uns im Orbit.” Der Söldner schüttelte nur den Kopf, unfähig das eben Gehörte zu akzeptieren. “Sie lügen Fleischmann. Jeder Kontakt zur Erde ist abgerissen.” Der Arzt behielt die auf ihn gerichtete Waffe im Auge und fuhr fort. “Fragen Sie doch einen ihrer Vorgesetzten, wenn sie mir nicht glauben wollen. Ihr Freund dieser… Jenkins… ja das ist wohl der Name, wurde vom Oberst darüber informiert. Ich werde ihnen sagen, was geschehen wird. Nach der Landung der Bodentruppen und der Rückkehr des Kommandanten wird ihnen der Prozess gemacht, Sie elender Verräter!” Fleischmann wurde immer mehr von Wut erfasst und in seinen Augen leuchtete der blanke Hass auf. In diesem Moment bemerkte er die junge Jägerin im Hintergrund und ihr Anblick erfüllte ihn mit grenzenloser Gier. “Ist das dort ihre kleine Freundin?”, flüsterte er bösartig. “Wirklich nett… ich denke, es wird mir ein besonderes Vergnügen bereiten, sie aufzuschneiden.” Brian zeigte keinerlei Regung und erwiderte mit gefährlich leiser Stimme. “Sie machen mich krank, Fleischmann. Ergeben Sie sich, dann dürfen Sie vielleicht weiterleben. Das ist mehr, als Sie ihren Opfern zugestanden haben.” Wie eine Statue verharrte der Stabsarzt für den Bruchteil eines Augenblickes, doch dachte er gar nicht ans Aufgeben. Mit einem wütenden Aufschrei stürzte Fleischmann sich auf den überraschten Soldaten und schlug ihm die Pistole aus der Hand.
Die Waffe wurde auf den Boden geschleudert und rutschte an die rückwärtige Laborwand, außerhalb der Reichweite beider Kontrahenten. Brian hatte keine Zeit, sich um die Pistole zu kümmern, denn im nächsten Moment versetzte Fleischmann ihm einen Schlag in die Magengrube, so heftig, dass Brian gegen eine Pritsche krachte und Mühe hatte, auf den Beinen zu bleiben.
Der Söldner nahm nun keine Rücksicht mehr und bevor der Doktor nachsetzen konnte, schlug er ihm mit aller Kraft ins Gesicht. Fleischmann stöhnte vor Schmerzen auf, doch im gleichen Moment erreichten ihn schon die nächsten Treffer des durchtrainierten Söldners. Immer mehr drängte Brian den Arzt mit seinen Schlägen zurück, bis dieser von einer Wand an seinen weiteren Rückzugsbewegungen gehindert wurde. Wie ein räudiger Straßenköter winselte Fleischmann, als er bemerkte, dass der Söldner sein Messer gezückt hatte.
“Hören Sie… Soldat… Sie müssen das nicht tun.” Fieberhaft suchte der Doktor nach einem Ausweg aus seiner prekären Lage, doch so sehr er auch überlegte, es tat sich keiner auf. Brian hatte im Labor die Atemmaske abgenommen und ließ sie achtlos an seiner Seite herabpendeln. “Ach wirklich… ist das so? Sagen Sie mir eines Fleischmann, wie oft haben diese armen Wesen das gleiche zu Ihnen gesagt, bevor Sie sie töteten?”
Fleischmann schrie vor Panik auf, als der Söldner ihm die Klingenspitze an die Kehle setzte. ”Das ist doch etwas völlig anderes gewesen. Das sind keine Menschen… nur Wilde. Es war nötig und gerechtfertigt, ihr Leben für die Wissenschaft zu opfern, Soldat.” Winzige Schweißperlen begannen sich auf der Stirn des Doktors zu bilden.
“Diese Geschöpfe sind menschlicher, als Sie es in Ihrem verdammten Leben je gewesen sind, Fleischmann.” Brian spuckte voller Verachtung vor dem Stabsarzt aus. “Sie lachen und weinen wie wir, empfinden Schmerzen und ihr Blut hat dieselbe Farbe wie unseres. Aber eines besitzen ihre Opfer, was sie nie ihr eigen nennen durften.”
Nervös sah der Stabsarzt dem Soldaten ins Gesicht. “Was soll das denn sein?”
“Ein Herz Fleischmann… diese Wesen haben ein Herz.” Brian trat einen Schritt zurück und stieß die Klinge mit aller Kraft dem Doktor in die Brust. Ein letztes Röcheln folgte, dann sackte der Körper des Stabsarztes blutüberströmt und leblos in sich zusammen. Angewidert wischte Brian die blutige Klinge an der Jacke des Doktors ab und steckte sie zurück. Urplötzlich tauchte die junge Jägerin an seiner Seite auf und rief unter Tränen, “Awaiei … ma Awaiei.” Brian schaute erschrocken zu dem sich windenden Wesen auf dem Operationstisch, das versuchte, sich von den Fesseln zu lösen. “Wer ist das Fawn? Jemand aus deinem Stamm?“ Fawn brachte kaum ein verständliches Wort hervor. “Das… das ist… Awaiei, ma Brian. Verstehst du denn nicht? Mein Bruder hat sie erwählt und sie ihn…” Dicke Tränen liefen über die Wangen der Jägerin, während sie verzweifelt aber vergeblich versuchte, die Stahlklammern zu lösen. Brian packte sie sanft an den Armen und hielt sie zurück. “Warte Fawn… so geht das nicht. Hier ist irgendwo ein Mechanismus, der die Fesseln löst.“ Der Söldner machte sich auf die Suche und entdeckte nach wenigen Augenblicken ein kleines Schaltpult auf dem einige Lichter blinkten. Nachdem er sich einen Überblick verschafft hatte, drückte Brian entschlossen auf einige der Schalter. Mit einem summenden Geräusch öffneten sich alle Metallbänder an den Labortischen. “Na bitte, ich hab’s immer noch drauf,” sagte er sichtlich erleichtert. Zusammen mit Fawn begann er nun die wenigen lebenden Ureinwohner aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Die Dankbarkeit aus ihren gelben Augen, die ihm wie eine Welle entgegenschlug, halfen ihm, seine grausame aber unvermeidbare Handlung zu vergessen.

In dem Moment öffnete sich die Schleuse und Jenkins warf einen Blick ins Labor. Die Überraschung stand ihm deutlich ins Gesicht geschrieben, als er ausrief. “Hier bist du also… ich habe schon den ganzen verfluchten Stützpunkt nach dir abgesucht! Was für eine Sauerei. Du hast den Doktor wohl buchstäblich ins offene Messer laufen lassen.” Er nickte der völlig verschreckten Jägerin flüchtig zu und betrachtete aufmerksam die Wissenschaftseinrichtung. Fawn hatte im Affekt ihren Dolch gezückt und bleckte verzweifelt die Zähne, als sie jedoch das jähe Erkennen in Brians Ausdruck sah, entspannte sie sich. Brian blieb für eine Sekunde fast vor Schreck das Herz stehen als er Jenkins in der Schleuse stehen sah. Kurz darauf umarmten sich die beiden Kampfgenossen wortlos.
Als das Erstaunen aus den Gesichtern wich sagte Brian mit einem rauen Unterton in seiner Stimme.
“Komm lass uns Verschwinden, der Gestank hier drinnen ist kaum zu ertragen.” Der Söldner stieß mit einem Tritt die Schleusentür auf, derweil das Mädchen und Jenkins, zusammen mit ein paar leichter verletzten Na’vi denen halfen, die das Labor nicht aus eigener Kraft verlassen konnten.
Endlich draußen im hellen Sonnenlicht zog Brian den Gefreiten beiseite.
“Fleischmann erwähnte vor seinem Tod etwas von einem Raumschiff im Orbit, das Verstärkung bringen soll. Weiß du von einer bevorstehenden Landung?” Jenkins wirkte sichtlich verkrampft. “Nun ja… kann man so sagen. Ich habe zufällig mitbekommen, wie ein Funkspruch eintraf. Oberst Willow hat mir dann, was er für nötig hielt, mitgeteilt. Den Rest habe ich mir anders besorgt. Schließlich hat man seine Informanten.“ Der Gefreite machte einen selbst zufriedenen Gesichtsausdruck. “Danach schien der Kommandant wie ausgewechselt. Du musst doch nur eins und eins zusammenzählen Brian, dann hast du die Lösung. Willow hat nicht bis zum letzten Mann gekämpft oder sich mit der Mannschaft ergeben und bei seiner Flucht… na wohin sollte er sich wohl wenden?”
Also ist es nur logisch, dass Verstärkung unterwegs ist und er in einem Versteck auf das Eintreffen der Truppen wartet. Du weißt, was das bedeutet…”.
Brian starrte den Gefreiten nur mit offenen Mund an und rang nach den passenden Worten. “Wir müssen hier weg. Sofort!”.
Fawn sah ihn verständnislos an. “Was hast du ma, Brian? Wir haben gesiegt. Du brauchst dich nicht mehr zu fürchten.”
Brian schüttelte entsetzt den Kopf. “Nein Fawn… begreifst du es denn nicht? Es werden noch mehr Himmelsmenschen kommen. Der Kampf hat gerade erst begonnen.”
Der Söldner ging auf Jenkins zu und legte ihm eine Hand auf die Schulter.
“Komm mit uns Jenkins, bitte..”. Der Marine wehrte heftig ab. “Nein Brian. Das was du getan hast, ist nichts für mich. Ich gehöre in… unsere Welt… versuch das zu akzeptieren. Ausserdem… er weiß es… er weiß bescheid wo euer Lager ist. Willow hasst dich und wird darauf brennen euch alle umzubringen.”
Seufzend erwiderte Brian darauf. “Dann werden wir einen Weg finden müssen, ihn endgültig zu erledigen. Pass auf dich auf Jenkins.” Der Gefreite zeigte wieder ein übertriebenes Grinsen, was seine Nervosität überdecken sollte. “Na das hoffe ich doch Brian. Schließlich sind wir dafür da, um dem Oberst kräftig in die Suppe zu spucken.” Brian schüttelte nur den Kopf und verabschiedete sich von Jenkins, während Fawn sie beide neugierig beobachtete, nicht wissend, wie sie sich verhalten sollte. Nach einem letzten Blick auf die einsam und verlassen daliegende Basis, gab der Söldner das Zeichen zum Aufbruch. Gemeinsam eilte er hinter der Jägerin und den geretteten Na’vi durch die Brände und den beißenden Rauch, dem Schutz des nahen Waldrandes entgegen. Fawn wich nicht von Awaiei’s Seite und warf ihm manchmal einen sorgenvollen Blick zu, während sie über das Gras trippelten. Er erwiderte ihre Blicke und die Aussicht, Iley seine Auserwählte fast unversehrt zurück bringen zu können, erfüllte ihn mit Zuversicht. Auch die Na’vi Frau schaute gelegentlich mit einem völlig verstörten Ausdruck in ihren Augen auf ihn, als sie merkte das er ihnen folgte. Erst als ihr Fawn muntxatu zurief und auf ihn deutete, entspannte sie sich und blickte nicht mehr zurück. Brian versuchte, Schritt zu halten, derweil das Gelände des Stützpunktes hinter ihnen zurück blieb. Der Söldner teilte Jenkins Enthusiasmus nicht und machte sich Sorgen darüber, was der Kommandant wohl als nächstes unternehmen würde. Gerade als Brian mit seinen Begleitern die ersten Tigerzahnbäume erreichte, wurde in der Ferne das Dröhnen der sich nähernden Valkyrie-Shuttle immer vernehmlicher.
Die Himmelsmenschen waren zurück gekehrt und Brian blickte einer düsteren Zukunft entgegen.

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Offline Neytiri2000

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Re: Eine Frage des Herzens Teil 2
« Reply #5 on: May 15, 2011, 05:49:48 pm »
ich werde sie mir gleich mal durchlesen  :D ;) ;D
Zitate:

Jake Sully: Ich möchte kein Mitleid, wenn du Fair behandelt werden willst, bist du auf dem Falschen Planeten.

Offline CommanderAdama

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Re: Eine Frage des Herzens Teil 2
« Reply #6 on: May 15, 2011, 06:13:20 pm »
Oh...
Is ja nicht wenig. Das muss ich mirdie Woche malin Ruhe durchlesen.  :D

Gruß
CA

P.S.:Ich liebe PDF ;)
"Friede ist nicht nur das Gegenteil von Krieg, nicht nur der Zeitraum zwischen zwei Kriegen - Friede ist mehr. Friede ist das Gesetz menschlichen Lebens. Friede ist dann, wenn wir gerecht handeln und wenn zwischen jedem einzelnen Menschen und jedem Volk Gerechtigkeit herrscht."
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Offline Neytiri2000

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Re: Eine Frage des Herzens Teil 2
« Reply #7 on: May 16, 2011, 03:05:45 am »
Ich habs durch  ;D

wirklich sehr gut  ;)

kommt eig auch noch ein 3. teil ???

 :D

MFG Neytiri2000
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Offline ´eveng te atan

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Re: Eine Frage des Herzens Teil 2
« Reply #8 on: May 16, 2011, 04:07:14 am »
Hey, hey, die Farbe von Teil 2 ist noch nicht mal trocken und Du fragst schon nach ´nem 3. Teil...

Außerdem musst Du mir schon etwas Zeit geben, das auch (wieder) in Ton zu fassen.
So etwas geht nicht in 10 Min. ;) :D

Quote
P.S.:Ich liebe PDF

Dann kopier den Text einfach in Word (STRG & A, STRG & V) und mach dann ´ne PDF draus.
Mach ich auch so... ;)
« Last Edit: May 16, 2011, 04:09:05 am by ´eveng te atan »

Offline Tsu'tey

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Re: Eine Frage des Herzens Teil 2
« Reply #9 on: May 16, 2011, 07:08:59 am »
Ich habs jetzt auch schon durch gelesen, und gefällt mir wiedermal sehr gut  ;) Tsu'tey hofft definitiv auf noch mehr  :)

Ich bleibe in Erinnerung. Ich habe mit Toruk Makto gekämpft. Und wir waren Brüder. Und er war mein letzter Schatten.

Offline Toruk'makto

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Re: Eine Frage des Herzens Teil 2
« Reply #10 on: May 16, 2011, 02:36:11 pm »
Kaltxì
Wird baldmöglichst gelesen....  :D
*Freuwiesau*  ;D
Die Himmelsmenschen haben uns eine Botschaft gesandt, dass sie sich alles nehmen können was sie wollen und dass niemand sie aufhalten kann. Aber wir schicken ihnen auch eine Botschaft; fliegt so schnell wie euch der Wind nur tragen kann; ruft die anderen Clans herbei. Sagt ihnen Toruk'makto ruft sie zu sich. Ihr fliegt jetzt mit mir. Meine Brüder, Schwestern und dann zeigen wir den Himmelsmenschen, dass sie sich nicht alles nehmen können was sie wollen und dass dies unser Land ist.

Offline tsmukan_stephen

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Re: Eine Frage des Herzens Teil 2
« Reply #11 on: May 16, 2011, 04:11:51 pm »
Kaltxì,

ma Eichhörnchen, die Fortsetzung ist genau so klasse wie schon der erste Teil.

Man sieht förmlich die Figuren vor sich, eins A erzählt!

Ich sage einfach mal DANKE für die Arbeit und Ideen, die dahinter stecken!
Genauso auch an ´eveng te atan für die super Umsetzung !!

Die Vor-Freude auf den nächsten Teil ist jetzt schon groß ... 8) ;D

Eywa ngahu

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Wir haben die Erde von unseren Eltern nicht geerbt,
sondern wir haben sie von unseren Kindern nur geliehen.
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Offline Ricardo

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Re: Eine Frage des Herzens Teil 2
« Reply #12 on: May 16, 2011, 07:44:49 pm »
Am Wochenende werde ich mir das Werk mal zu Gemüte führen. Da freue ich mich jetzt schon sehr!

Offline taronyu'uk

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Re: Eine Frage des Herzens Teil 2
« Reply #13 on: May 17, 2011, 12:25:49 am »
Ma Eichhörnchen,
schnapp dir ein paar Nüsse als Nerven Nahrung und fang an den 3. Teil zu schreiben.
Der 2. War so Großartig das ich ihn innerhalb von einer dreiviertel Stunde durch habe *Süchtig von Fawm sein*
 :( Das es schon wieder vorbei ist

Offline Jake'Sully

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Re: Eine Frage des Herzens Teil 2
« Reply #14 on: May 17, 2011, 01:59:14 am »
So, Werde mir auch heute diese weiteren Seiten PFD'len und schließlich auch ausdrucken  ;)

Freue mich schon, dass lesen zu können... Eine Story von Eichhörnchen ist wohl immer Klasse :P

Werde heute im Laufe des Tages anfangen 'mim lesen und auf das "Hörbuch", so nenne ich's jetzt mal, freue ich mich auch schon.

Sag ich auch vorm lesen schon mal Danke dafür unser Guter  :)

Offline Eichhörnchen

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Re: Eine Frage des Herzens Teil 2
« Reply #15 on: May 21, 2011, 06:01:16 pm »
Kaltxì ma smukan si smuke

Erstmal vielen Dank für die positiven Rückmeldungen, meine Karma Erhöhung und was mir so über die Chars per Pm mitgeteilt wurde. War ganz aufschlussreich und zeigt, das mittlerweile ein paar Handlungsträger schon ihre Fans haben. Besonders Iley und Fawn.

Quote
kommt eig auch noch ein 3. teil

Ihr kleinen Racker… :D

Mir tun im Moment echt die Pfoten weh, vom vielen tippen und die Fingerspitzen haben dicke Hornhaut angesetzt.
Eigentlich war das ja nie als Fortsetzung gedacht und das offene Ende mehr zufällig entstanden.
Umso schwieriger war es Teil 2 zu schreiben, aber ich hoffe das es mir wieder gelungen ist. Ein paar Sachen habe ich angepasst um den Boden für Teil 3 zu bereiten. Der Ausgang wird dann vielleicht manchen überraschen. Dazu wird aber nichts verraten. :-X
 
Mit dem 3ten Abschnitt wird dann erstmal Schluss sein, aber keine Sorge. Fawn und Brian werden nicht sterben, soviel sei gesagt. Dafür sind sie für mich mittlerweile viel zu sehr mit den Na’vi und Pandora verknüpft. Danach wird etwas neues kommen, eine andere Geschichte und auch wieder Erlebnisse der hübschen Jägerin.
Bis 2014 und Avatar 2 ist es noch ein weiter Weg. Irgendwie müssen wir uns da die Zeit vertreiben. Ausserdem macht mir das Schreiben eine Menge Spass und solange Fawn's Erlebnisse hier gut ankommen, denke ich mir neue Geschichten für euch aus.
Ich hab noch soviele Ideen, da ließe sich ein ganzes Buch mit füllen.

Quote
*Süchtig von Fawm sein*

Es erfreut mich immer wieder, wenn ich lese, bzw. mir mitgeteilt wird, wie viele mittlerweile die kleine Jägerin in ihr Herz geschlossen haben.
Mehr Anerkennung für meine Schreibarbeit geht gar nicht :D

In diesem Sinne,

Kìyevame,

Euer Eichhörnchen
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Offline ´eveng te atan

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Re: Eine Frage des Herzens Teil 2
« Reply #16 on: May 22, 2011, 05:06:13 am »
... und ich bekomme noch viele Gelegenheiten, meine Druckertinte zu "verbraten" und mein Mikrofon und meine Stimmbänder aufs Ärgste zu strapazieren...

:D :D :D

Aber es macht wirklich viel Spaß !

Offline Neytiri2000

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Re: Eine Frage des Herzens Teil 2
« Reply #17 on: May 22, 2011, 07:49:47 am »
kleine frage an ´eveng te atan

wie weit ist eig schon das Hörbuch vom 2. Teil

wolls nur wissen ;D
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Offline Ricardo

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Re: Eine Frage des Herzens Teil 2
« Reply #18 on: May 22, 2011, 02:41:38 pm »
Wie kann man eigentlich Karma verteilen? Ich hätte da gerade so ein Bedürfnis.  :P

Offline Passi

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Re: Eine Frage des Herzens Teil 2
« Reply #19 on: May 22, 2011, 03:12:01 pm »
Bei einem Post von Demjenigen links auf "applaud" klicken.
Nen Text einfummeln, und den "Knopf" drunter drücken.
Wenn man die "Knöpfe" auch lesen können will, dann im eigenen Profil bei "Benutzerkonto" die Sprachdatei auf englisch stellen.
Dann kann man auch sehen, von wem man selber einen Karma-Punkt bekommen hat ;)

Passi

 

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