Author Topic: Eine Frage des Herzens Teil 3 tìpawm txe’lanä hapxì apxeyve  (Read 1970 times)

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Offline Eichhörnchen

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Eine Frage des Herzens Teil 3



Eine warme Windböe wirbelte den Staub des Rollfeldes auf, vermischt mit dicken Russpartikeln der immer noch zahlreich schwelenden Brände. Jenkins schaute besorgt zum Himmel empor, wo sich in der Ferne das Dröhnen der anfliegenden Shuttle erhob, konnte aber noch nichts von ihnen entdecken. Nach einem letzten Blick zum Waldrand, wo vor kurzem sein Kampfgefährte untergetaucht war, betrat der Gefreite abermals die Forschungsstation.
Im Innern der Einrichtung riss Jenkins verschwitzt und erschöpft mit geübten Handbewegungen die Atemmaske herunter. Tief pumpte er dabei die angenehm kühle Luft, die in dem von der Umwelt völlig abgeschotteten Labor herrschte, in seine Lungen. Die Halle, in der noch vor Stunden schreckliche Versuche an gefangenen Na’vi vorgenommen worden waren, lag nun still und verlassen vor ihm. Nachdenklich schritt der Soldat die Reihen der leeren Tische ab, bis er vor der blutbefleckten Leiche Fleischmanns stehen blieb. Ohne jegliche Regung zog er, einem plötzlichen Impuls nachgebend, eines der Tücher von den Op-Tischen und deckte damit den Körper des Doktors ab. Sein Blick fiel dabei auf eine Pistole, welche völlig achtlos auf dem Boden lag. Interessiert hob Jenkins die Waffe auf und kontrollierte die eingestanzte Dienstnummer. Ein überraschtes Pfeifen folgte, als er sie als Brians Pistole identifizierte und der Gefreite sagte zu sich selbst: “das nehme ich wohl besser an mich.”

In diesem Augenblick, brandete von außerhalb des Labors ein infernalisches Donnern auf und verkündete die Landung der Shuttles. Jenkins steckte die Pistole rasch zwischen seinen Gürtel, setzte die Atemmaske wieder auf und trat eilig ins Freie. Mit angespannten Gesichtsausdruck hielt er sich die Ohren zu, als ein Valkyrie Shuttle über das schmale Rollfeld schlitterte und einen ausgebrannten Hubschrauber unsanft beiseite schob. Das dabei entstehende Geräusch von zerreißenden Metall fuhr ihm in die Knochen.
Mit einem letzten Aufbäumen kam der erste der beiden Kolosse zum Stehen, während der andere weiter hinten zur Landung einschwenkte und ebenfalls hart aufsetzte. Jenkins musste unwillkürlich grinsen. Die kompromisslose Art der Landung ließ einige Rückschlüsse auf die Mentalität der Piloten zu.
Mit einem Knall öffnete sich die Ladebucht des vorderen Valkyrie und gab seine mitgeführte Fracht Preis. “Ausschwärmen und sichern!” Die befehlsgewohnte Stimme gehörte einem älteren drahtigen Offizier mit verhärmten Gesichtszügen dessen Augen wie ein Adler jede Einzelheit der Umgebung in sich aufsogen. Jenkins schulterte sein Gewehr und trat mit gemischten Gefühlen dem Mann entgegen, den er anhand seiner Rangabzeichen als Captain Priscett identifizierte.
Als er sich der Ladebucht näherte, richteten mehrere Marines ihre Waffen drohend auf den Gefreiten. Mittlerweile war nun auch Priscett auf den Neuankömmling aufmerksam geworden und blickte Jenkins erwartungsvoll an, während er seinen Gruß entgegen nahm. “Name, Dienstgrad, Auftrag…”, Priscetts Fragen kamen wie aus der Pistole geschossen. Innerlich fluchend, leierte Jenkins alles herunter. Als er auf seine Aufgabe zu sprechen kam, erhellten sich die Gesichtszüge des Captains merklich.
“Na das nenne ich mal Einsatzbereitschaft. Sehr gut gemacht Soldat.” Verbissen ließ Priscett seine Blicke über die teilweise zerstörte Basis wandern. “Geben Sie mir die Daten der Frequenz, auf der Sie sich mit ihrem Kommandanten in Verbindung setzen sollen.”
Jenkins überlegte nicht lange und gab Priscett die verlangten Daten. Für ihn war die Sache damit erledigt. Sollten sich andere nun den Kopf über die Fortführung der Operation zerbrechen. Priscett winkte seinen Funker heran und übermittelte ihm die benötigten Informationen.
“Sagen Sie ihrem Vorgesetzten, dass ich ihn zu sprechen wünsche, sobald er gelandet ist Soldat.” Mit hallenden Schritten stapfte der Captain auf Willows altes Büro zu, um es für sich in Beschlag zu nehmen. Jenkins salutierte und erwartete gespannt das Eintreffen der Hubschrauber. Eine Weile später tauchten über den RC-33 umgebenden Hügeln die ersten Scorpions auf und schwenkten zielsicher auf die Basis ein.


******

Brian hatte keinerlei Verlangen gespürt, die Landung der herannahenden RDA Streitkräfte zu beobachten. Hastig trieb er Fawn und die anderen Na’vi vorwärts. Jenkins Bemerkung, dass der Oberst nun den ungefähren Standpunkt des Kelutral kannte, erschreckte ihn mehr, als er sich selbst erst zugestehen wollte. Nachdem die kleine Gruppe, seinem Gefühl nach, eine halbe Stunde durch den Dschungel geeilt war, ergaben sich die ersten Hindernisse. Ein kräftiger Na’vi, der mit ihnen aus dem Labor geflohen war, blieb stehen und begann heftig auf Fawn und den älteren Krieger, der Awaiei stützte, einzureden. Brian versuchte, einen Sinn in seinen Worten zu erkennen, gab aber bald frustriert auf. Seine Sprachkenntnisse waren immer noch unzureichend und beschränkten sich nur auf das Nötigste. Allerdings fiel ihm auf, dass der Jäger öfters auf ihn zeigte.
Verwundert trat er an Fawns Seite. “Was regt ihn so auf, Fawn? Hat er etwas entdeckt?” Die kleine Jägerin bedeutete dem Krieger zu schweigen und sagte dann zögerlich. “Kehe, ma Brian. Er hat sich entschieden, uns zu verlassen.”
Der Söldner blickte dem gut gewachsenen, fast schon hünenhaften Na’vi fassungslos in die Augen, wobei er seinen Kopf in den Nacken legen musste. “Ich verstehe nicht Fawn. Warum kommt er nicht mit uns? Wir können ihn doch beschützen und seine Hilfe könnten wir auch gebrauchen.”
Das Na’vi Mädchen sah ihn mit ihren wunderschönen gelben Augen an und ihre Stimme klang äußerst betroffen. “Das ist es nicht, ma Brian. Er gehört nicht zu unserem Stamm und möchte wieder nach Hause und…”, Fawn seufzte hörbar auf, “…er vertraut dir nicht.”
Brian ließ sich nicht anmerken, wie sehr ihn die Aussage der kleinen Jägerin traf, nachdem er es war der, den Na’vi erst aus dem Labor befreit hatte. Statt dessen ging der Söldner schweigend an dem Krieger vorbei und nahm den Marsch durch den Urwald wieder auf. Innerlich hoffte Brian, dass der Na’vi ihnen folgen würde, wenn er bemerkte, dass sie ihren Weg fortsetzten. Fawn sah ihm überrascht nach und verabschiedete sich zögerlich von dem großen Ureinwohner. Sie wusste, dass es nun an ihr war, seinen Platz einzunehmen und Awaiei zusammen mit dem alten Krieger zu stützen. Der Na’vi rief ihnen noch etwas nach und verschwand dann beinahe lautlos im Unterholz. Fawn trippelte hinter Brian her und sagte, “Er wünscht uns eine gute Reise, ma Brian.” Der Söldner hielt inne und wandte sich dem blauhäutigen Geschöpf zu. Dabei deutete er auf Ileys Auserwählte. “Wird es gehen? Sie sieht erschöpft aus.”
Fawn sah zu Awaiei auf deren Gesicht sich die erlittenen Qualen abzeichneten. “Ich weiß nicht. Sie hat Schmerzen und ihre Wunden gefallen mir nicht. Wir müssen sie zu unserer Schamanin bringen.” Brian zwang sich zum Nachdenken und blickte dabei über seine kleine Gruppe. “Ein alter Krieger, eine verletzte Frau und ein unerfahrenes Mädchen,” sagte er gedankenverloren vor sich hin, doch scheinbar nicht leise genug. Fawn bleckte trotzig ihre Zähne. “Ich bin kein Kind, ma Brian.” Schulter zuckend schaute er zum Dach des Urwaldes. “Du weißt, wie ich es meine Fawn. Wir werden mit Sicherheit bald RDA Truppen auf dem Hals haben und wer weiß, was dann passiert.” Ganz nahe trat Brian an das Na’vi Mädchen heran und nahm sie zärtlich in seine Arme. “Sollte Eywa vorhaben, uns zu helfen, so wäre jetzt der geeignete Zeitpunkt.” Fawn sah ihn überrascht an. “Tam tam, ma Brian, wir schaffen es schon.”
Der Söldner nickte nur zögernd und mit einem sorgenvollen Ausdruck, “Ja vielleicht Fawn. Aber alles hängt davon ab, wie lange sie durchhält.” Er blickte auf die Na’vi Frau, die sich nur mit Hilfe des alten Kriegers aufrecht hielt.
Die hübsche Jägerin stellte sich entschlossen an die Seite Awaiei’s. “Ich helfe ihr, ma Brian. Mach dir keine Sorgen”.
Der Klang ihrer Stimme war voller Zuversicht, so dass er unwillkürlich lächeln musste. Fawn und der Krieger sprachen miteinander und setzten sich vorsichtig mit der Frau im Schlepptau in Bewegung. Brian folgte ihnen kampfbereit und zu allem entschlossen. In der Ferne verfärbte sich der Himmel allmählich und kündigte den herannahenden Abend an.

******

Oberst Willow sprang aus dem Sampson, noch bevor dessen Kufen den Boden berührten. Während die schweren Maschinen eine nach der anderen aufsetzen, winkte der Kommandant hektisch ein paar Piloten heran, deren Hubschrauber schon im Leerlauf liefen. “Ihr beide da… los bewegt gefälligst eure Ärsche!”
Willow nahm die Ehrenbezeugungen entgegen und rief über das Dröhnen der Motoren hinweg. “Betanken Sie ihre Maschinen und nehmen Sie die Verfolgung dieser Bastarde auf.” Die ungefähre Richtung, sowie Entfernung des feindlichen Lagers beschreibend und die damit verbundene vermutliche Fluchtroute, wies Willow die Piloten ein. Eine Viertelstunde später befanden sich die Kampfhubschrauber wieder in der Luft und flogen ihrem vermuteten Ziel entgegen. Durch den Lärm aufgeschreckt kam Priscett in Begleitung einiger Soldaten auf das Rollfeld gerannt, wobei er eilig das Koppel seiner Waffe umschnallte. “Wer hat die Starterlaubnis erteilt? Los Mann, machen Sie Meldung!”. Wütend erreichte er Willow und baute sich vor ihm auf. Willow beobachtete den Wutausbruch des Captains amüsiert und verschränkte demonstrativ die Arme vor der Brust. “Captain Priscett, welch eine Freude Sie endlich persönlich kennen zu lernen.” Die Worte des Oberst troffen vor Hohn und Spott. “Als Kommandierender dieses Stützpunktes habe ich den Befehl gegeben, die Verfolgung der Flüchtigen aufzunehmen. Haben Sie ein Problem damit?” Priscett starrte den Kommandanten mit zusammen gekniffenen Augen an und nickte. “Das habe ich allerdings,… Oberst Willow…”. Überraschte Ausrufe erklangen und im nächsten Moment sahen sich die Besatzungen der Hubschrauber von den Soldaten der ISV Rushing Arrow umringt, die ihre Gewehrläufe auf die überrumpelte Mannschaft des Stützpunktes richteten. “Kommen Sie mit Oberst. Es gibt da einiges dass ich mit ihnen zu besprechen habe… und keine Sorge, ich werde es kurz machen.” Willow bemerkte den warnenden Unterton in der Stimme des Captains nicht und wollte erst seiner Wut freien Lauf lassen, besann sich dann aber eines besseren. Mit einem Wink gab er seinen wenigen verblieben Leuten, die ebenfalls teilweise zu ihren Waffen gegriffen hatten, zu verstehen diese herunter zunehmen, um die Lage zu entspannen. Interessiert folgte Willow dem Captain zum Befehlsstand, in dem auch sein ehemaliges Büro lag.

Jenkins hatte die Landung der Kampfhubschrauber beobachtet und sichtlich nervös am Rande des Rollfelds abgewartet, bis sich die Lage etwas beruhigt hatte. Das ehemalige Stationspersonal saß einzeln oder in kleinen Gruppen vor den Hubschraubern und wartete auf weitere Anweisungen. Immer noch wurde es misstrauisch von den neu eingetroffenen, schwer bewaffneten Soldaten beäugt, die sich mittlerweile auf dem gesamten Gelände verteilt hatten. Wie eine unnachgiebige Phalanx, standen über ein Dutzend AMP vor den gelandeten Shuttles und sicherten den gesamten Bereich der Landezone ab. Mehrere Trupps der ISV Rushing Arrow begannen inzwischen mit den Aufräumarbeiten, unterstützt durch Angehörige des Bodenpersonals von RC-33. Jenkins schritt zwischen zahlreichen toten Marines umher und in einem spontanen Einfall drückte er Brians Pistole einen gefallenen Soldaten in die Hand, dessen Leiche schwerste Verbrennungen aufwies. Vor Nervosität aufs Äußerste gespannt, betrachtete er sein Werk und schaute sich um, ob sein Handeln unbemerkt geblieben war. Als er sah, dass niemand ihm Aufmerksamkeit schenkte, stapfte der Marine zufrieden davon.

Im Innern des kleinen Büros entwickelte sich die Lage für Willow alles andere als angenehm und es kam zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen ihm und Priscett.
“Geben Sie mir ihre Dienstwaffe Sir“, fauchte Priscett den Kommandanten an.
“Was erlauben Sie sich… wissen Sie nicht, wen Sie vor sich haben, Sie kleiner impertinenter Emporkömmling.”
Priscett ignorierte die Anspielungen auf seine Herkunft und hielt weiter die Hand ausgestreckt. “Ihre Waffe Willow… oder muss ich Sie dazu zwingen?”
“Das wagen Sie nicht, Priscett. Ich werde Sie vor ein Kriegsgericht beordern und ihnen den Prozess machen lassen.”
Priscett nickte den Soldaten zu und im nächsten Moment blickte Willow in die Läufe der auf ihn gerichteten Gewehre.
Als habe Willow jede Bewegung genau einstudiert, schnallte er mürrisch sein Halfter mit der Pistole ab und warf es dem Captain wütend vor die Füße. “Damit werden Sie nicht durchkommen, Priscett. Sehen Sie ihre Karriere im Dienste der RDA als erledigt an.” Der Captain mit den Adleraugen hielt nachdenklich einen Finger an seine Lippen und ließ Willow nicht aus dem Blick.
“Oh… Sie irren sich Oberst. Ihre Laufbahn ist es, die sich dramatisch dem Ende zuneigt.” Priscett hob die Waffe auf, legte sie auf den Schreibtisch und gab den wartenden Wachen ein Zeichen. “Führt ihn ab!”
Mit sicheren Griffen packten die Soldaten den schreienden und tobenden Kommandanten und zerrten ihn aus dem Büro. Noch lange konnte der Captain seine wüsten Beschimpfungen vernehmen.

******

Die Scorpions schwenkten, nachdem sie das Lager hinter sich gelassen hatten, auf die angegebenen Zielkoordinaten ein, nur begleitet von dem Geräusch ihrer Rotoren.
Mehrere Augenpaare blickten auf den Urwald hinunter und scannten mit Wärmesuchern das gesamte Gelände unter ihnen. Doch außer vereinzelten Tieren, ließen sich keine Anzeichen auf Eingeborene oder Menschen entdecken.

******

Fawn blieb abrupt stehen und richtete ihre empfindlichen Ohren auf. Ihr ebenmäßiges Gesicht dem Himmel zugewandt, lauschte sie angestrengt in alle Richtungen. Brian sah sie erwartungsvoll an. “Was hast du Fawn? Wir müssen weiter…”.
Das junge Mädchen schnitt ihm mit einer Handbewegung das Wort ab. “Still, ma Brian. Ich höre etwas…”. Vorsichtig schlich sie zwischen den Bäumen umher, während ihre Ohren hektisch zuckten. Auch der Krieger und Awaiei starrten mit großen Augen zum Dach des Urwalds. Brian schüttelte resigniert den Kopf. “Na toll, bin ich denn der einzige Trottel hier der nichts vernimmt?” In diesem Moment bemerkte der Söldner es auch. Ein leichtes Summen näherte sich hinter ihnen, was binnen Minuten zu einem ohrenbetäubenden Dröhnen heranwuchs. Die kleine Jägerin verzog, gepeinigt von dem Lärm, das Gesicht und hielt verkrampft ihren wundervoll gefertigten Jagdbogen bereit. Ein drohender Schatten huschte über sie hinweg, dicht gefolgt von einem zweiten. Brian fluchte innerlich. Vielleicht noch eine halbe Stunde, dann wäre die Nacht hereingebrochen und hätte sie schützend mit ihrer Dunkelheit umgeben. Der Krieger packte die panisch aufschreiende Na’vi Frau und zog sie mit sich in Deckung. Das brummen der Rotoren kam wieder näher und diesmal verharrte einer der Schatten direkt über ihren Köpfen. Brian sprang auf und schrie, “Sie haben uns entdeckt!”
Der schwere Kampfhubschrauber sank tiefer und kräftige Seile wurden herabgelassen, an denen sich ihre Gegner nach unten hangelten. Brian zählte drei Marines, während er jede sich bietende Deckung ausnutzend, zu dem Mädchen hastete. Hinter ihm im Gestrüpp erklang das laute Krachen von brechenden Ästen und Zweigen, ein deutliches Zeichen dafür, dass der Feind den Erdboden erreicht hatte. Schüsse peitschten an ihm vorbei  und der Söldner warf sich hektisch zu Boden. Über das Moos robbend legte er die letzten Meter zu der Jägerin zurück, während der andere Scorpion drohend über ihnen seinen Schatten warf. Unter dem Nerven zerreißenden Heulen der Rotoren, brach der Kampfhubschrauber mit zum Boden geneigter Kanzel durch das Blätterdach.
“Komm Fawn, weg hier!” Brian richtete sich geduckt auf und wollte sie mit sich ziehen. Doch Fawn dachte gar nicht daran zu fliehen. Im Innern zutiefst aufgewühlt, zwang sie sich dazu, ruhig zu bleiben und legte einen Pfeil auf die Sehne ihres Bogens. Fauchend ließ sie los und begleitet von einem surrenden Geräusch raste das Geschoss dem Hubschrauber entgegen. In diesem Moment ruckte der stählerne Koloss zur Seite und die Pfeilspitze traf die Panzerung wo sie wirkungslos abprallte.
Völlig frustriert rief die kleine Jägerin, Ayvrrtep!”.
In Windeseile legte Fawn einen weiteren Pfeil auf und schoss ihn zielsicher auf den stählernen Vogel ab.
Diesmal gelang es der Besatzung nicht, rechtzeitig zu reagieren. Der Swizaw durchschlug mühelos das Glas der Kanzel und traf den Piloten mitten in die Brust, worauf dieser tödlich verletzt auf die Steuerkonsole sank. Jeglicher Kontrolle entzogen, begann der Kampfhubschrauber unterdessen, in immer schnellerer Rotation dem Erdboden entgegen zu rasen. Der Scorpion vollführte an Wahnsinn anmutende Manöver und schlug schließlich frontal gegen den massiven Stamm eines Tautral.
Ein blendender Lichtblitz zuckte zwischen den Bäumen hindurch und der heiße Feuerball der Explosion fraß sich seine zerstörerische Bahn durch das dichte Blätterdach über ihnen. Brian bekam es nur aus den Augenwinkeln und an der sich verändernden Geräuschkulisse mit. Seine Aufmerksamkeit galt den sie verfolgenden Marines, die zum Glück ziellos in das Buschwerk vor sich schossen. Ständig jaulten Querschläger an ihm vorbei und zwangen ihn, sich dicht am Boden zu halten. Ein Rascheln neben ihm im Blätterwald ließ ihn herumfahren.
Fawn tauchte an seiner Seite auf, ihr langes Jagdmesser kampfbereit und mit gebleckten Zähnen. Ihren Bogen trug sie auf dem Rücken, nachdem sie alle Pfeile verschossen hatte. Der Söldner blickte wieder nach vorn und vermeinte, eine schemenhafte Gestalt im Dschungel zu erkennen. In rascher Folge feuerte Brian mehrmals seinen Revolver ab, worauf ein gurgelnder Aufschrei ertönte. Schnell wechselte er seine Position und lauschte angespannt in die immer stärker werdende Dämmerung hinein. Fawn folgte ihm, wobei sie sich bäuchlings an das weiche Moos schmiegte. Aufgeregte Stimmen waren zu vernehmen, während dessen der zweite Kampfhubschrauber seine Kreise hoch über der kleinen Gruppe zog. Doch seit dem Absturz des anderen Gefährts, war die Besatzung vorsichtig geworden und hielt sich verborgen über dem Blätterdach. Eine Horde Prolemuris schwang sich in einiger Entfernung, aufgeschreckt durch die Schüsse, an ihnen vorbei.
Brian erkannte die Chance, die sich ihnen hier bot und machte Fawn Zeichen, zusammen mit ihren Begleitern, den Kreaturen zu folgen. Lautlos signalisierte die Jägerin ihre Zustimmung und verschwand mit den anderen Na’vi im dichten Geäst. Nur für den Bruchteil einer Sekunde hatte sie noch einmal zurück geschaut, die großen Augen deutlich von der Sorge um ihren geliebten Himmelsmenschen gezeichnet. Brian verharrte eine Zeitlang völlig regungslos und beobachtete mit wachsamen Augen das Gelände vor ihm. Doch mittlerweile war es schon zu dunkel geworden, um noch etwas mit Sicherheit erkennen zu können. Ein knackendes Geräusch und aufgeregte Stimmen in der Nähe verrieten ihm die Verfolger. “Verdammt, sie müssen hier doch irgendwo sein!”, hörte er jemanden sagen, worauf eine weitere Stimme antwortete. “Dieser Drecks Urwald, man sieht die Hand nicht vor Augen. Wie sollen wir sie so finden. Lass uns die Sache abbrechen, der Oberst kann mich mal.” Eine zustimmende Äußerung erfolgte und langsam verklangen die Geräusche der Soldaten in der dunklen Nacht. Brian atmete erleichtert auf, als auch das Brummen des Helikopter über ihm sich, nachdem es kurz ausgesetzt und dann wieder aufgebrüllt war entfernte.
Vermutlich hatte die Besatzung ihre Kameraden am Boden aufgenommen. Vorsichtig machte sich der Söldner auf den Weg, als er davon überzeugt war, dass niemand ihm folgen würde und wand sich in die Richtung, wo Fawn und die Anderen verschwunden waren. Brian kannte die ungefähre Lage des Kelutrals und machte sich keine Gedanken darüber, vielleicht nicht den richtigen Weg zu finden. Doch zunächst galt es wieder zu den Anderen zu stoßen. Von Zeit zu Zeit blieb er stehen und horchte aufmerksam in die Nacht hinein. Eine Vielzahl von Geräuschen umgab den Himmelsmenschen, aber keines davon deutete auf eventuelle Verfolger hin. Langsamer als beabsichtigt kam Brian so vorwärts und allmählich begann er sich zu fragen, wie viel Vorsprung die kleine Gruppe hatte. Wieder schaltete er die Beleuchtung seines Chronometers an und überprüfte die Zeitangabe. Mittlerweile war er fast eine halbe Stunde unterwegs und zum ersten Mal seit seinen Aufbruch, beschlich ihn ein Gefühl der Unsicherheit. Er hoffte inständig, dass Fawn die Richtung beibehalten hatte, denn in der Dunkelheit war eine genaue Orientierung unmöglich. Das Moos des Urwaldbodens leuchtete hier lange nicht so intensiv, wie in der Nähe des gigantischen Heimatbaumes. Gerade als er seufzend die Beleuchtung des kleinen Zeitmessers ausschalten wollte, ergriff ihn etwas seitlich am Arm und einen überraschten Aufschrei von sich gebend, wurde Brian ins Unterholz gezogen. Im nächsten Moment blickte er in große gelbe Augen, die ihn aufmerksam ansahen. “Fawn… wie hast du mich gefunden?”
Das Mädchen packte Brians Kopf mit ihren schlanken, doch kräftigen Händen und zog sein Gesicht, ganz nahe an ihres heran. “Sollten wir nicht auf dich warten? Du hast mehr Lärm gemacht als eine Herde Hammerköpfe ma Brian”, erwiderte Fawn belustigt.
Brian ließ sie nicht aus dem Blick und vermeinte, trotz des leichten Vorwurfs, die Erleichterung in ihrer Stimme zu hören.
“Ich weiß gar nicht was du hast, Fawn. Ich habe mich leicht wie eine Feder über den Boden bewegt. Eines Tages wird noch ein richtiger Na’vi aus mir.”
Fawn starrte ihn sprachlos an, hielt die Hände vor ihr Gesicht und fauchte verzweifelt, “Tawtute…”.
Hinter der Jägerin tauchte der ältere Krieger zusammen mit Awaiei auf und machte Gesten, dass sie weiter gehen sollten.
Fawn nickte ihm nur kurz zu und wandte sich wieder an Brian.
“Folgen dir die anderen Himmelsmenschen, ma Brian?”
Der Söldner verneinte, was das Mädchen sichtlich beruhigte und überprüfte schnell seine Ausrüstung, doch soweit er feststellen konnte, hatte er nichts unterwegs verloren.
Das Na’vi Mädchen ergriff Brians Hand ohne zögern und meinte. “Komm ma Brian.”
Eigentlich hatte der Söldner gehofft, dass sie eine Rast einlegen würden, denn seine Beine schmerzten zusehends und eine allgemeine Erschöpfung begann sich seiner zu bemächtigen. Ein Blick auf Ileys Erwählte zeigte ihm jedoch, dass sie sich besser beeilen sollten. Der Zustand Awaiei’s hatte sich weiter verschlechtert, eine Folge ihrer Verletzungen und des Blutverlustes. Mit einem Schaudern kam ihm die Szene in Erinnerung, als der irre Stabsarzt versucht hatte, das arme Geschöpf bei lebendigen Leibe zu sezieren. Am liebsten hätte Brian nach den Wunden gesehen und versucht, sie behelfsmäßig zu verbinden bis sie das Lager erreichten. Aber die große Na’vi Frau zuckte jedes Mal angstvoll zurück und fing an zu schreien, wenn er ihr zu Nahe kam. Brian war ihr deshalb nicht böse und schob es auf ihre schlimmen Erlebnisse im Labor zurück. Es würde wohl sehr lange dauern, bis sie wieder zu einem Himmelsmenschen Vertrauen fassen würde und vielleicht auch nie mehr. Inzwischen war der sie umgebende Urwald, völlig von der Dunkelheit der Nacht durchtränkt und Brian hatte alle Mühe nicht zu stolpern. Selbst das Licht der fernen Sterne und die sie umgebende Biolumineszenz, vermochten etwas daran zu ändern. Trotzdem verringerte die kleine Jägerin ihre Geschwindigkeit nicht und so legten sie Schritt um Schritt durch das dichte Unterholz zurück. Insgeheim war er froh darüber, dass Fawn die Führung übernommen hatte. Gerade als der Söldner wieder einmal einen Blick auf sein Chronometer warf, welches nun weit nach Mitternacht anzeigte, blieb das Na’vi Mädchen überraschend stehen und hielt ihn zurück. “Txey ma Brian, hier werden wir uns ausruhen und den Anbruch des neuen Tages abwarten.”
« Last Edit: September 14, 2011, 07:03:00 pm by Eichhörnchen »
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Re: Eine Frage des Herzens Teil 3
« Reply #1 on: August 30, 2011, 05:37:00 pm »
Der ältere Na’vi half Awaiei, es sich an einem besonders breiten Stamm der so zahlreich aufragenden mächtigen Bäume bequem zu machen. Fawn rief ihm etwas zu und wandte sich dann an den Söldner. “Warte hier auf uns, ma Brian. Wir werden versuchen, Nahrung und Wasser zu finden.”
Brian schluckte und erwiderte. “Fawn, es ist doch viel zu dunkel um etwas aufzuspüren.” Ein leicht spöttischer Klang schwang in ihrer Stimme mit. “Ich kann sehen, ma Brian und wir werden nicht jagen.” Er schalt sich einen Narren und reichte ihr seine fast leere Feldflasche. Natürlich konnte sie sehen. Ihre leuchtenden Markierungen am Körper, welche jeden Ureinwohner voneinander unterschieden und in der Dunkelheit kenntlich machten, die empfindlichen Ohren, sowie ihre großen wachen Augen, waren wie geschaffen für ein solches Unterfangen. Fawns glänzende Reißzähne, verliehen dem Ausdruck des Mädchens in der Finsternis etwas raubtierhaftes. Die Na’vi waren lautlose und tödliche Jäger, sowohl am Tage wie auch in der Nacht. Das Mädchen zeigte flüchtig auf die völlig erschöpfte und gelegentlich leise vor sich hin stöhnende Na’vi Frau. “Pass gut auf sie auf, ich bin bald zurück.” Fast ohne ein Geräusch zu verursachen, verschwand Fawn dicht, gefolgt von dem Krieger, in der Dunkelheit. Erschreckt sah das schmächtige Wesen zu ihm herüber und Brian unterband nur mit Mühe das aufkommende Verlangen, zu Awaiei hinzugehen und ihr Mut zuzusprechen. Ihre Augen spiegelten eine Mischung aus Angst und Unsicherheit vor dem Himmelsmenschen wieder. Brian spürte, dass es trotz ihrer beachtlichen Größe der Na’vi gar nicht Recht war, mit ihm allein zu bleiben. “Was machen wir beiden nun…”. Der Söldner erwartete keine Antwort, schließlich war er noch nicht einmal sicher, ob Awaiei ihn überhaupt verstand. Das blauhäutige Geschöpf hatte den Blick gesenkt und schien ihn total ignorieren zu wollen. Brian war zunächst ratlos, doch dann kam ihm eine Idee. Langsam ohne jegliche hektische Bewegungen, die das fremdartige Wesen vielleicht erschreckt hätten, fing Brian an, in seinem Rucksack herum zu stöbern und fand bald, was er suchte.
Mit einem anerkennenden “Na bitte…”, holte der Soldat einen länglichen metallischen Gegenstand hervor und hielt ihn eine Weile unschlüssig in seiner Hand. Seine Finger fuhren über das glatte Material, betätigten eine Taste und ein blendend heller Strahl leuchte auf und durchschnitt die sie umgebende Nacht.
Awaiei hielt die Hände verschreckt vor ihr hageres Gesicht und schloss einen Augenblick die Augen, als der Schein der Lampe sie traf. Fluchend richtete der Söldner den Lichtkegel nach oben. Er hatte nicht daran gedacht, wie empfindlich die Augen der Ureinwohner auf veränderte Lichtverhältnisse reagierten.
Brian steckte seine schwere Stablampe mit dem Stiel in den lockeren Waldboden, sodass der Leuchtkegel ein weiträumiges Licht auf die Szenerie warf, gerade hell genug für seine Augen, um alles erkennen zu können. Das blaue Geschöpf hatte ihn bisher mit Nichtbeachtung gestraft, doch nun schaute es unverhohlen und von sichtlicher Neugier gepackt, auf die seltsame Lichtquelle. Eine Weile blickte die Na’vi Frau auf das schimmernde Leuchten, dann rückte sie näher, streckte vorsichtig ihre Hand aus und hielt sie in den Strahl der Lampe.
Mutiger geworden, fasste die Ureinwohnerin nun mit beiden Händen in das Licht und betrachte verwundert die tanzenden Schatten, welche von ihren Fingern, auf die umliegenden Bäume geworfen wurden. Awaiei gab dabei glucksende Geräusche von sich und Brian war sich nicht sicher, ob sie anfing zu Kichern. Zu seiner Freude und Beruhigung schien sie für den Moment jegliche Schmerzen und Scheu vergessen zu haben. Nachdenklich sah er der Na’vi bei ihrer Spielerei zu. Awaiei war wohl älter als Iley, doch konnte er das nicht mit eindeutiger Sicherheit einschätzen.
Ihre schmächtige und hagere Erscheinung zeigte deutliche Spuren von Mangelernährung, welche, so schloss der Söldner daraus, das Ergebnis ihres langen Laboraufenthaltes waren. Eine Tatsache, die sie für den Betrachter wenig attraktiv machte.
Bevor Brian sich weiter in seine Überlegungen vertiefen konnte, raschelte es unerwartet neben ihm und Fawn trat genauso lautlos, wie sie gegangen war in den Lichtkreis. Das Mädchen ließ beim Anblick der Lampe einen keuchenden Ausruf vernehmen. “Ma Brian, ist das nicht viel zu gefährlich? Die Himmelsmenschen könnten das Leuchten sehen.” Brian winkte ab. “Nein Fawn. Dazu ist der Strahl zu schwach, außerdem sind sie längst zur Basis zurückgekehrt. Bis zum Anbruch des Morgens sind wir sicher.” Fawn blickte mit leuchtenden Augen auf die Na’vi Frau, die sich sichtlich fasziniert nicht von ihrer neuen Beschäftigung abbringen ließ. Auch der Krieger ließ Ausrufe des Erstaunens vernehmen. Sie selbst war deutlich weniger beeindruckt, was daran lag, dass der Söldner ihr den Strahler, wie er es nannte, schon einmal vorgeführt hatte.
Zusammen mit dem älteren Krieger legte Fawn einen Teil der gesammelten Nahrung auf den Boden, reichte Brian seine gefüllte Feldflasche zurück und setzte sich dann neben ihn.
Der Söldner schaute auf die Tiere, nahm eines auf seine Handfläche und betrachtete es misstrauisch. “Ihr schon wieder…”, sagte er verdrossen.
“Das ist Teylu ma Brian. Magst du es nicht? Wir haben auch Früchte gefunden.”
Brian strafte die Larven mit Verachtung, lockerte die Maske und steckte eine davon in seinen Mund. Geschickt setzte er die Schutzmaske wieder auf und fing an widerwillig zu kauen. “Teylu also… es klingt besser, als es schmeckt. Ich könnte jetzt ein großes Stück saftiges Fleisch vertragen", erwiderte er seufzend.
Das Na’vi Mädchen sah ihn überrascht an. “Sobald wir den Heimatbaum erreicht haben, werde ich uns etwas jagen.” Nachdenklich schaute ihr Brian in die hübschen Augen und verdrängte seine Wunschvorstellungen. “Nein, das ist nicht nötig Fawn. Es ist nur alles so schrecklich ungewohnt und ich werde sicher noch einige Zeit brauchen, bis ich mich…”, er nahm eine besonders dicke Larve, warf sie in die Luft und fing sie mit einer Handfläche wieder auf, “…damit abgefunden habe.”
Genießerisch wischte sich Fawn den Mund ab und kicherte dabei.
Brian ergriff verspielt eine ihrer blauen Hände und steckte ihre Finger zwischen die Lücken der seinen. “Passt! Du bist wie für mich gemacht”, erwiderte er grinsend, während Fawn ihn mit einem viel sagenden Gesichtsausdruck bedachte.
“Brian… rutxe…”. Vorwurfsvoll gab sie ihm einen leichten Klaps auf den Kopf.
Awaiei blickte über den Schein der Lampe hinweg zu ihnen herüber und Brian versuchte, aus dem Ausdruck in ihren Augen schlau zu werden.
“Sie hält uns auf“, sagte Brian mit einem unsicheren Klang in seiner Stimme. Die Jägerin sah ihn erschreckt an. “Was meinst du damit, ma Brian? Sollen wir sie hier lassen?” Entschlossen packte das Mädchen den Söldner und sah auf ihn herab. “Das kannst du nicht wollen, ma Brian…”. Er bemerkte, dass die Na’vi Frau nicht aufhörte, ihn anzusehen, ihr hageres Gesicht von Schmerzen und Erschöpfung gezeichnet. Der alte Na’vi strich eine Gel artige Substanz auf die Schnittwunden der Frau, wobei er kaum hörbar vor sich hin brabbelte. Brian sah ihm dabei zu und schüttelte unwillig den Kopf. “Nein du hast recht Fawn, das will ich nicht. Trotzdem… sie hält uns auf…".
Die Na’vi Frau sagte etwas Unverständliches und Fawn ging zu ihr und redete beruhigend auf sie ein. Nach einer Weile kam die Jägerin wieder zurück und legte sich dicht neben dem Söldner auf den weichen Waldboden. “Lass uns schlafen ma Brian. Morgen erreichen wir den Kelutral, aber es ist noch ein anstrengender Weg.” Brian nickte ihr zu und gähnte. Ein Blick auf ihre anderen Begleiter zeigte ihm, dass diese sich ebenfalls zum Schlafen niedergelegt hatten und so lehnte sich der Söldner, mit der Waffe griffbereit in der Hand, an einen Stamm und schloss die Augen. Schon bald darauf, hatte ihn die Müdigkeit übermannt.

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Jenkins trat hinaus in die Dunkelheit und lauschte den vielfältigen Geräuschen, die aus dem nahen Urwald bis zum Rande der Basis klangen. Vor dem Schlafengehen wollte er sich noch etwas die Beine vertreten und so schlenderte der Gefreite entspannt über das verlassen daliegende Rollfeld. Seine knirschenden Schritte auf dem staubigen Asphalt waren die einzigen Geräusche, die der Wind an sein Ohr trug. Während die Hangars langsam hinter ihm in der Dunkelheit zurückblieben, wandte er sich dem Stützpunktzaun zu. Die letzten Stunden waren, so musste Jenkins sich eingestehen, ereignisreich wenn nicht sogar entscheidend für die Zukunft der gesamten Basis gewesen. Nach der Festnahme Willows hatte es eine Verlautbarung des neuen Kommandanten gegeben, indem er die Übernahme der Basisführung verkündete und von ihm uneingeschränkter Gehorsam den neuen Machthabern gegenüber gefordert wurde. Des weiteren stellte der Kommandant in Aussicht, nach Abschluss seiner wie er es nannte Operation, jedem einzelnen eine Rückführung zur Erde zu ermöglichen. Um was es sich bei der bevorstehenden Unternehmung handelte, wurde vorerst nicht bekannt, aber allein die Vorstellung, den Mond in absehbarer Zeit verlassen zu können, sorgte für wahre Begeisterungsstürme. Niemand der alten Besatzung hatte sich ernsthaft dagegen aufgelehnt, dazu war der Oberst viel zu verhasst gewesen und die völlig am Boden liegende Moral mochte ihr übriges dazu beitragen.
Die Besatzung des zurückgekehrten Hubschraubers war unter Protest inhaftiert worden, nachdem sie sich geweigert hatte, zu kooperieren und mit dem ehemaligen Kommandanten zusammen an Bord eines der gewaltigen Valkiry Shuttle gebracht wurden. Kurze Zeit später hatte der mächtige Versorgungsgleiter abgehoben und Kurs auf die im Orbit wartende ISV Rushing Arrow genommen. Jenkins nahm an, dass der Captain seinen Widersacher wohl sicher verwart wissen wollte. Bei dem Gedanken an Willows verdutztes Gesicht, als er in das Shuttle verfrachtet wurde, huschte der Anflug eines Lächelns über das Gesicht des Gefreiten.
Ein tierischer Schrei zerriss die Nacht, gefolgt von einem bösartigen Knurren und machte Jenkins bewusst, wo er sich befand. Mit einem unsicheren Gefühl in der Magengegend starrte er in die Dunkelheit und trat vorsichtig ein Stück vom Zaun zurück, doch es blieb alles ruhig. Ein Blick auf seinen Zeitmesser offenbarte Jenkins, dass es fast Mitternacht war und so entschied der Gefreite, dass es das Beste sei, sich noch ein paar Stunden aufs Ohr zu hauen. Entschlossen schritt er weit ausholend zu den fernen Unterkunftsbaracken zurück. Hinter ihm blieben die unheimlichen Geräusche aus dem dichten Dschungel Pandoras allmählich zurück.

******

Als der Morgen graute, setzten sie ihren Weg fort. Awaiei schien die Nachtruhe geholfen zu haben, obwohl ihr gelegentliches Stöhnen verriet, dass sie immer noch unter den Schmerzen litt. Trotzdem schaffte sie es, tapfer mit Hilfe des Na’vi Kriegers Schritt zu halten und so kam die kleine Gruppe gut voran. Gelegentlich suchte Brian den Himmel ab oder blieb stehen um nach Geräuschen zu lauschen.
Seinem Gefühl nach, mussten sie bald in die äußeren Bereiche des Heimatbaumes kommen, doch seine mangelnde Ortskenntnis verunsicherte den Söldner. Hier zwischen all den riesigen Pflanzen und Sträuchern der sonderbaren und zugleich faszinierenden Flora des Mondes war es nur schwer, sich zurecht zu finden, zumindest für einen Himmelsmenschen, dachte Brian. Bei dem Gedanken daran, dass er sich nun selbst einen Himmelsmenschen nannte, oder Tawtute wie Fawn ihn anfangs bezeichnet hatte und es gelegentlich noch tat, wenn sie böse oder enttäuscht war, umspielte ein Lächeln seine Mundwinkel.
Er beschloss, Fawn nach ihrer ungefähren Position zu fragen, da ihm nichts in seiner unmittelbaren Umgebung vertraut vorkam. “Wir sollten den Kelutral noch vor Mittag erreichen, oder Fawn?”
Das Mädchen blickte über ihre Schulter zurück, während sie munter weiter schritt. “Ma Brian, ich bin nicht sicher. Wir sind zuerst nicht direkt zum Kelutral gegangen.” Brian riss vor Überraschung über ihre Äußerung die Augen weit auf. “Was meinst du damit, du bist dir nicht sicher?” Die kleine Jägerin blieb stehen und trippelte unverdrossen an ihn heran. “Ich dachte, wenn wir einen anderen Weg gehen, finden uns die glänzenden Vögel der Himmelsmenschen vielleicht nicht… nicht sofort jedenfalls.” Sie legte vorsichtig ihre Hände auf seine Schultern und sah ihn irritiert an. “War das… war das falsch, ma Brian?” Brian schnappte nach Luft, als ihm bewusst wurde, was sie getan hatte. Um sich vor ihren Verfolgern zu schützen, hatte das Mädchen einen Umweg gewählt und nicht die direkte Route, auf der Willows Spähtrupps sie voraussichtlich suchen würden. Eine heikle Entscheidung, denn der Zustand Awaieis und des sehnigen älteren Na’vi ließen keine längeren strapaziösen Märsche mehr zu.
Brian rang sichtlich mit seiner Fassung und blickte sie an. Zumindest, so fand er, hätte ihn Fawn von ihrem Vorhaben informieren sollen. Drohend hielt er ihr einen Finger unter die breite Nasenspitze. “Wir… wir beide sollten dringend einmal an unserer Kommunikation arbeiten.”
Das Mädchen legte verblüfft die Ohren an und ihre Augen bekamen einen seltsamen Glanz. “Wie meinst du das, ma Brian? Ich verstehe dich nicht.” Ihre Mundwinkel rutschten nach unten, während sie, unsicher geworden, einen Schritt zurück trat und die Jägerin machte nun auf den Söldner einen jämmerlichen Eindruck. Wäre Brian nicht so verärgert gewesen, hätte er schallend über ihren Gesichtsausdruck losgelacht und sie in seine Arme geschlossen, doch so erwiderte er nur, “… ach nichts. Vergiss es einfach.” Er wandte sich ab und ließ seine Blicke um sie herum schweifen. Währendessen hatten die beiden anderen Na’vi nur verwundert dem Gespräch beigewohnt. Als Fawn jedoch zutiefst enttäuscht Anstalten machte, ihren Weg fortzusetzen, folgten sie ihr ohne zögern. Brian seufzte kaum merklich auf und bildete dann immer noch aufgewühlt von seinen Empfindungen die Nachhut.
Der restliche Marsch verlief ohne weitere nennenswerte Vorkommnisse, wenngleich Brian auch verwundert darüber war, dass keine Suchtrupps der RDA mehr auftauchten. Insgeheim begann er zu hoffen, dass Fawn mit ihrer vorschnellen Entscheidung, das Richtige getan hatte. Nach einer weiteren gefühlten Stunde anstrengenden Weges durch den stellenweise fast undurchdringlichen Dschungel, begann sich das Gelände vor ihnen zu lichten. Er bewunderte die hübsche Jägerin, wie sie sich fast schon anmutig durch das Dickicht bewegte und es immer wieder schaffte, einen passierbaren Weg für die kleine Gruppe zu finden. Schon längst war seine Wut verraucht und mittlerweile tat es ihm leid, dass er Fawn so angefahren hatte.  Awaiei und der Krieger zeigten nun öfters aufgeregt nach vorne und beide schienen von neuer Kraft erfüllt zu sein. Brian interpretierte dieses als untrügliches Zeichen dafür, dass sie sich in vertrauten Gebiet befinden mussten und nach kurzer Zeit tauchte in der Ferne vor ihnen der gewaltige Kelutral auf.
Erleichtert atmete der hünenhafte Söldner auf, als sie den Rand der ersten Lagerstätten betraten. Die Erschöpfung war ihm und den anderen deutlich anzusehen und eine Zeitlang hatte Brian nicht geglaubt, dass die kleine Gruppe ihr Ziel erreichen würde, doch sie hatten es tatsächlich geschafft.

******

Iley war zusammen mit den anderen Kriegern seines Stammes auf kürzesten Wege zum Heimatbaum zurück geritten. Der Anführer hatte ihnen nach Einbruch der Dunkelheit nur eine kurze Ruhephase zugestanden, damit sich ihre wertvollen Reittiere etwas erholen und Wasser trinken konnten. Bereits bevor die Sonnen ihre ersten wärmenden Strahlen über das Land voraus schickten, erreichten sie erschöpft, aber vom Siegestaumel gepackt, das Lager ihrer Brüder und Schwestern. Während sich die Krieger des Trupps am Heimatbaum rasch verstreuten und voller Begeisterung ihre Beutestücke, zumeist Waffen der Himmelsmenschen. den zurückgebliebenen vorzeigten, stieg Iley von seinem schnaubenden Pa’li und übergab es einem Ureinwohner zur weiteren Versorgung.
Erschöpft streckte der junge Krieger seine Glieder und ließ sich von den Strahlen der immer höher aufsteigenden Sonnen wärmen. Tief pumpte er dabei die von allerlei Gerüchen des Lagers geschwängerte Luft in seine Lungen. Seine Erlebnisse im Kampf und der lange entbehrungsreiche Ritt begannen langsam an der Kondition des kräftigen Kriegers zu nagen und Müdigkeit befiel ihn. Aus dem Kreis der zahlreichen Ureinwohner, die gekommen waren, um ihre heimkehrenden Brüder und Schwestern willkommen zu heißen, trat eine große Na’vi hervor und stellte sich ihm in den Weg.
“Ma Sa’nok, Oel ngati kameie”, sagte Iley ehrfürchtig zur Begrüßung, als er Eyaye erkannte. “Wir haben die Himmelsmenschen geschlagen.” Als Beweis nahm er die erbeutete Waffe zur Hand, die er einem Tawtute abgenommen und sich über die Schulter gehängt hatte.
Eyaye ließ ihre Finger über das sonderbare glänzende Material gleiten. “Ich sehe es Iley, doch erfüllt es mich nicht mit Freude.” Der junge Krieger schien ihre Bemerkung zu ignorieren und rief voller Begeisterung. “Ma Sa’nok, ich bin nun ein großer Krieger.”
Die imposante Na’vi Frau zeigte keinerlei Erleichterung oder Beruhigung über seine Rückkehr. Stattdessen verlor sie bei seiner unbedachten Bemerkung völlig die Beherrschung.
Eyaye schrie vor Wut aus, “Ein großer Krieger… Hah!”
Dein Sempul ist ein erfahrener Jäger… “, sie hielt einen Moment schluckend inne, “…und ein guter Krieger. Du aber, ma Iley, bist wie ein Kind!” Eyaye ließ die Waffe los und zuckte zurück, als habe sie ein giftiges Tier berührt. “Ich habe deine smuke und ihren Himmelsmenschen gebeten, nach dir zu sehen. Ist sie nicht bei dir ?” Iley war fassungslos und die Gedanken kreisten in seinem Schädel wie Furien, die sich anschickten, auf ein Opfer niederzufahren. “Ma sa’nu, warum?”
Eyaye blickte ihn verzweifelt an und ihr langer mit lederartigen Bändern verzierter Schwanz bewegte sich unschlüssig über den Boden. “Ich war voller Sorge…”. Iley fiel der Augenblick ein, in dem er vermeint hatte, seine smuke am Rande des Lagers der Himmelsmenschen entdeckt zu haben. Also war es doch keine Täuschung im Gewirr des Kampfes gewesen. Seine Sa’nok hatte die Ohren angelegt und ihre Augen…, Ileys Herzschlag beschleunigte, als er es erkannte, … waren von aufsteigender Trauer gezeichnet.
So hatte er seine sonst so stolze und unnahbare sa’nu solange er zurückdenken konnte, bisher noch nicht erlebt. Nur ein einigstes mal, damals als sein Sempul auf der Jagd schwer verletzt worden war und seine Begleiter ihn nach Hause gebracht hatten. Eyayes munxate war, kaum das die Schamanin seine Wunden versorgt hatte, wieder von seinem Schlaflager aufgesprungen und hatte sich für eine erneute Jagd ausgerüstet. Seine sa‘nu hatte gefleht und gebettelt, er möge sich noch schonen und bei ihr bleiben. Doch der kampferprobte Jäger hatte sie beiseite geschoben und erwidert, dass es unwürdig für einen Krieger wäre, auf dem Nachtlager auszuharren. Sein Platz wäre an der Seite der Jäger des Stammes. Das war das einzige Mal gewesen, dass er seine sa‘nu weinen gesehen hatte und dieses Ereignis verfolgte ihn bis jetzt.
Eyaye bemerkte, was in dem Krieger vorging an der Art, wie er sie betrachtete und sie versuchte, sich zu beruhigen.
Sanft aber bestimmend waren ihre Worte als sie zu Iley sprach.
“Ich habe zu Eywa gebetet, dass ihr wieder zu mir zurückkommt.” Sie sah, dass er aufbegehren wollte, ihr sagen was er geleistet hatte, doch bevor der Krieger irgend etwas erwidern konnte, sagte Eyaye mit wieder gefestigter Stimme. “Wenn du dich beweisen wolltest, hättest du nach Awaiei gesucht und dich nicht dem Kriegszug gegen die Himmelsmenschen angeschlossen.”
Zähneknirschend schluckte Iley zutiefst getroffen eine Erwiderung hinunter. Der Aufforderung des Anführers nicht Folge zu leisten, hätte seinem Ansehen schwer geschadet. Jedoch irrte seine Mutter, denn er hatte nichts unversucht gelassen, Awaiei zu finden. Für einen Augenblick schweiften seine Gedanken ab.
Am Baum der Stimmen hatten er und Awaiei oft ihren Ahnen gelauscht oder insgeheim zu Eywa Gebete gesprochen, von dem Wunsch beseelt, dass sie erhört wurden. Nach ihrem Verschwinden war Iley immer wieder Nachts unter dem sternenübersäten Himmel hierher zurückgekehrt, um vielleicht einen Hinweis zu erhalten. Still und verzweifelt waren seine Gebete gewesen, doch nichts geschah, was seinem Schmerz über den Verlust seiner geliebten Partnerin Linderung verschafft hätte.
Es war eine wage Hoffnung gewesen, die tief in seinem Innern aufloderte, wie ein unauslöschbares Feuer und der Gedanke daran schnürte ihm das Herz zu.
Die Berührung seiner Sa’nok riss ihn in die Gegenwart zurück.
Sanft packte die reife wohlgeformte Na’vi, seinen Kopf mit ihren Händen und betrachtete ihn eingehend. “Ich weiß, wie du dich fühlst und was du für Awaiei empfindest, ma Iley. Deine Augen verraten dich.” Sie streichelte zärtlich seine Wange. “Meine Worte waren voller Sorge und Furcht gesprochen… Furcht, dich und deine kleine smuke zu verlieren. Oeru txoa livu, ma Iley.”
Ohne etwas zu erwidern, befreite sich der kräftige Krieger aus ihrem Griff und nickte seiner Mutter nur aufmunternd zu.
“Nun geh zu den Anderen, sie erwarten dich sicher schon”, sagte Eyaye und verabschiedete ihn mit der Geste zur Stirn. Iley erwiderte ihren Gruß und verschwand mit gemischten Gefühlen zwischen den zahlreichen Ureinwohnern. Zurück ließ er eine sehr nachdenkliche Eyaye, die ihre wahren Gefühle wieder hinter dem völlig beherrschten Gesichtsausdruck verbarg, den man von ihr gewohnt war.

******

Als sie das Lager betraten, herrschte schon eine deutlich spürbare aufgeregte Stimmung und die Luft war erfüllt von lauten Ausrufen und Siegesgeschrei. In dem Trubel, der am zentralen Feuerplatz stattfand, schien die Neuankömmlinge zuerst niemand so recht zu bemerken. “Was ist hier los Fawn?” Brian sah sich interessiert um. Die Jägerin schritt mutig weiter aus, immer der Ansammlung entgegen und rief. “Es scheint, als ob der Kriegszug das Lager vor uns erreicht hat, ma Brian“. Mittlerweile war es wohl um die Mittagszeit, denn die Sonnen standen hoch am Himmel und verbreiteten eine unbarmherzige Hitze. Brian fand an seiner Kleidung keine Stelle, die nicht vom Schweiß durchtränkt war und er sehnte sich nach einem kalten Bad im Fluss und etwas zu trinken. Um die große Feuerstelle saßen dutzende von Na’vi beim Essen.
Das Stimmengewirr ihrer Unterhaltungen war unbeschreiblich und Brian versuchte gar nicht erst, etwas von den fremdartigen Klängen und Lauten zu verstehen. Sichtlich erschöpft, war der Söldner nur bemüht, mit der kleinen Jägerin Schritt zuhalten.
“Wo ist eure Schamanin Fawn?” Das Na’vi Mädchen trippelte selbstsicher an den zahlreichen imposanten Kriegern vorbei und schenkte ihnen kaum Beachtung. Sie wusste, wo sie die geistige Anführerin ihres Volkes finden würde. Fawn wollte sich gerade einer Ansammlung kleinerer Feuer am Fuße des gewaltigen Kelutral zuwenden, als ein junger Krieger mit einem Schrei aufsprang und sie packte. “Ma smuke… Oel ngati kameie”, sprudelte es aus Iley freudig und aufgeregt zugleich hervor. Die Jägerin wirkte überrascht, doch Brian verwunderte dieses nicht. Er hatte ihren Bruder auch übersehen, was an der völligen körperlichen Erschöpfung aller Beteiligter lag. Bevor Fawn etwas erwidern konnte, zuckte Iley zurück und seine gelben Augen richteten sich auf die Na’vi, welche hinter Brian und seiner Schwester im Schlepptau eines Kriegers auftauchte. Es war ein seltsames Schauspiel, als der sonst eher so starre und maskenhafte Ausdruck des Kriegers in sich zusammenfiel und sichtlicher Ungläubigkeit und Fassungslosigkeit wich. Auch andere Na’vi wurden nun auf die kleine Gesellschaft aufmerksam, die unter ihnen aufgetaucht wahr. Nachdem erst Ausrufe der Überraschung und des Erstaunens erklungen waren, wurde es mit einem mal völlig still und man hätte ein Blatt fallen hören können. Iley schob seine smuke langsam beiseite und trat der hageren Na’vi entgegen, die ihn nun ebenfalls mit einer Mischung aus Trauer und Freude anblickte. Ileys Augen spiegelten seine Verwunderung wieder, so als ob sie nicht glauben konnten, was sie sahen. Bevor er etwas sagen konnte, sackte die Na’vi Frau zusammen, unfähig sich noch länger auf den Beinen zu halten. Auch den älteren Krieger verließen nun in der Obhut des Lagers die letzten Kräfte und er taumelte. Ileys erschreckter Blick fiel auf ihre Wunden, doch fasste er sich rasch, packte das hagere Geschöpf und hob es vorsichtig vom Boden. Mit seinen kräftigen Armen trug der große Krieger Awaiei zur Schamanin, während er sich einen Weg durch die unzähligen Ureinwohner bahnte. Zwei jüngere Na’vi kümmerten sich um den sehnigen älteren Krieger und wiesen ihm einen Platz am Feuer zu, den er mit Augen voller Dankbarkeit annahm. Ihren treuen Helfer nun gut versorgt wissend, packte Fawn ihren Himmelsmenschen und lief mit ihm zu einem abgeschiedenen Bereich, wo ein paar kleine Feuerstellen lagen. “Sei ohne Sorge. Iley und unsere Schamanin werden sich um Awaiei kümmern, ma Brian.” Das Mädchen hockte sich, sichtlich am Ende ihrer Kräfte, auf das weiche Gras des Waldbodens und Brian folgte ihrem Beispiel.
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Offline Eichhörnchen

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Re: Eine Frage des Herzens Teil 3
« Reply #2 on: August 30, 2011, 05:39:40 pm »
Eine Zeitlang saßen sie schweigend da und verfolgten das muntere Treiben im Lager. Ein paar Na’vi gesellten sich zu ihnen und betrachteten sie interessiert, wobei sie gelegentlich mit der Jägerin sprachen. Brian studierte ihre großen Augen, die ihn ebenfalls musterten, konnte aber keine Anzeichen von Misstrauen oder gar Feindseligkeit in ihnen entdecken. Es war eher Interesse und ein Hauch von Neugier, die sie dem so andersartigen Wesen entgegenbrachten. Zwischendurch holte Fawn etwas Wasser und mit einer würzigen Mischung gefüllte zusammengerollte Blätter. Während der Söldner dankbar etwas der Speisen zu sich nahm, überlegte er  krampfhaft, was sie nun tun sollten. Willow würde nicht zögern, das Lager der Ureinwohner anzugreifen, jetzt wo er die ungefähre Lage kannte. In Brians Kopf kreisten und überschlugen sich die Gedanken. Fawns Brüder und Schwestern mussten gewarnt werden…, doch würde es überhaupt etwas ausmachen, ob sie von dem bevorstehenden Angriff wussten? Verunsichert sah er auf die Ureinwohner, welche sich um das Feuer scharrten. Die Lage erschien dem Söldner immer aussichtsloser und Brian kam zu keinem befriedigendem Ergebnis. Die kleine Jägerin kam an seine Seite und setzte sich neben ihn, sagte aber nichts, weil sie seine Anspannung instinktiv spürte. Brian war ihr dankbar dafür. Seufzend legte er sich ins knöchelhohe Gras, schloss die Augen und versuchte sich etwas auszuruhen. Die kommenden Stunden und Tage würden eine Entscheidung bringen.

******

Jenkins saß zusammen mit seinen Kameraden, auf dem harten Belag des inzwischen wieder instand gesetzten Rollfelds. Zusammen versuchten sie beim Kartenspiel sich etwas Ablenkung zu verschaffen und vielleicht ihren hart verdienten Sold zu vermehren.
Ray lachte laut auf und zeigte seine Karten. ”Tja, das nennt man dann wohl Pech, Kumpels. Zeit, die Hosen herunterzulassen.” “Verdammt, jetzt hat der Mistkerl schon wieder gewonnen“, rief Jeff verwundert aus und sah frustriert zu, wie sein Einsatz den Besitzer wechselte. Jenkins schaute enttäuscht auf sein Blatt und warf es in die Mitte. “Du elender Glückspilz.” Der Gefreite war dran mit Geben und mischte die Karten. “Habt ihr euch nicht gefragt, warum der Oberst verhaftet wurde? Ich meine… denkt doch mal nach. Wir sollten alle am selben Strang ziehen und die Na’vi angreifen. Statt dessen werden Unruhestifter inhaftiert und die Führungsspitze entmachtet. Irgendetwas stimmt da nicht.” Soldat Jeff zuckte mit den Schultern und nahm die Karten entgegen. “Du machst dir zu viele Gedanken, Jenkins.”
Der Gefreite erwiderte, während er seine Karten aufnahm. “Ist doch merkwürdig, dass Willow freiwillig sein Kommando aufgibt oder?” Sein Tischnachbar setzte ein paar Münzen. “Nun ja… vielleicht war der Schreibtisch in Willows Büro einfach nur zu klein für zwei Befehlshaber…”. Die Soldaten starrten sich einen Moment lang verblüfft an, dann prusteten sie lauthals los und Jenkins verpasste Jeff eine Kopfnuss, worauf dieser entrüstet aufschrie. “Jetzt aber mal ganz ernsthaft. Die RDA ist eine Mining Corporation und vordringlichstes Ziel ist ausschließlich der Abbau des Unobtaniums. Wo sind dann die verdammten Fahrzeuge und Minenarbeiter?” Ray legte zögernd seine Karten auf den Tisch. “Die Stunde der Wahrheit meine Herren. Was habt ihr zu bieten?” Jeff schüttelte den Kopf und sagte. “Ich bin raus…”.
Todernst blickte Ray auf den Gefreiten. “Nun zu dir mein Freund…”. Jenkins winkte ab. “Fang nicht so an… ich fürchte ich kann nicht mithalten.” Ray grinste breit und begann seine Karten aufzudecken. “Oh… wie bedauerlich. Nun was haben wir denn hier… vier Asse.” Jeff schnappte nach Luft und blickte auf die Karten. “Ich fasse es nicht. Der verdammte Mistkerl gewinnt heute ständig, das gibt es doch gar nicht.”
Jenkins sah mit zusammengekniffenen Augen auf Ray. “Allerdings… das gibt es nicht…, hier…” Er warf die Karten hin und deutlich trat dabei ein weiteres Ass zum Vorschein. “Oh wo kommst du denn her?” Fragend tippte der Gefreite auf die verräterische Karte. Jeff sprang wie von der Tarantel gestochen auf. “Ray… du elender Betrüger! Ich polier dir die Fresse!” Wütend wollte er sich auf den vermeintlichen Falschspieler stürzen und Jenkins hatte alle Mühe ihn festzuhalten. “Lass mich los Jenkins, ich mach das Schwein fertig!” Der Gefreite ließ den herumtobenden Soldaten aus seinem Griff und sofort war eine wüste Schlägerei im Gange, um die sich schnell zahlreiche Beobachter scharrten.
Jenkins hatte kein Interesse, auf den Ausgang der Auseinandersetzung zu warten. Die angespannte Situation auf dem Stützpunkt und das merkwürdige Verhalten Priscetts, beschäftigten ihn schon seit längerem. Während hinter ihm die Kampfgeräusche und anfeuernden Rufe zurückblieben, dachte er bei sich selbst. “Ja… wo zum Henker, ist die verdammte Bergbauausrüstung…”
Zu seinem Bedauern, musste er sich die Antwort vorerst schuldig bleiben und so konnte er nur Vermutungen anstellen, was die Shuttles wirklich an Bord hatten. Zutiefst beunruhigt schlenderte Jenkins zu den Baracken zurück. Es wurde Zeit ein paar Fragen zu stellen.

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Fawn schmiegte sich eng an den Rücken ihres geliebten Himmelsmenschen und spürte seine ruhige und gleichmäßige Atmung. Im Lager war es vollkommen still und nur vereinzelt verursachte eines, der noch spärlich glimmenden Feuer ein Geräusch, wenn ein Holzscheit knackte und eine Wolke Funken zum Himmel empor stieg.
Sanft strich sie mit einer Hand über seinen Körper, doch Brian schlief so fest wie ein Stein und bemerkte nichts davon. Weil der Söldner die Höhe ihrer Schlafplätze immer noch scheute, hatte die kleine Jägerin sich entschlossen, hier bei ihm am Boden zu bleiben. Auch wenn es anfangs sehr ungewohnt für sie war, traf sie diese Entscheidung jedoch ohne zögern und aus einer inneren Überzeugung heraus. Auch ihr smukan und seine Auserwählte lagen in ihrer Nähe, nachdem die Schamanin ihre Wunden versorgt hatte. Awaiei war noch zu schwach, um sich an den nicht ganz ungefährlichen Aufstieg zu wagen und so waren die beiden Na’vi ihrem Beispiel gefolgt.
Schläfrig ließ Fawn ein Gähnen vernehmen und kuschelte sich so fest es ging an Brian. Sie mochte es, seinen warmen Körper zu spüren, obwohl es auf dem Dschungelmond selbst nach Einbruch der Dunkelheit nie richtig kalt wurde. Langsam fielen dem jungen Mädchen die Augen zu und ihr schlanker Körper begann sich zu entspannen. Gerade als die Schatten der Nacht Besitz von ihr ergreifen wollten, hallten Awaiei’s Schreie über das Lager hinweg und rissen sie aus ihren Träumen heraus. Die kleine Jägerin zuckte verstört mit den spitzen Ohren und richtete sich auf.
Auch Brian wurde von den markerschütternden Schreien geweckt und sah sich verwundert die Augen reibend um. Fawn kniete neben ihm und schaute besorgt zu ihrem smukan. Im diffusen Licht der fast niedergebrannten Feuer sah sie, wie Iley  sich über Awaiei beugte und auf die völlig verängstigte Na’vi Frau einsprach, um sie zu beruhigen, was ihm aber nicht recht gelingen wollte.
“Was ist mit ihr, ma Brian? Wird sie von Dämonen heimgesucht?” Das Mädchen blickte verunsichert, abwechselnd zu Awaiei und dann wieder zu dem Söldner. Brian ergriff vorsichtig ihre Hand und meinte.
“Nein Fawn, sie hat vermutlich nur einen Alptraum.
Denke daran zurück, als du allein und verletzt auf dem Hügel lagst… was hast du gefühlt?” Das Mädchen sah ihn erschrocken an und zögerte mit der Antwort. “Ich… ich hatte… Todesangst ma Brian.” Er nickte ihr nur leicht zu. “Du hattest Todesangst… ja… und du erinnerst dich noch immer daran.” Fawn zog ihre Hand weg und strich nachdenklich über die Narben an ihrem Bein. “Manchmal fühle ich Schmerzen, obwohl die Wunden längst verheilt sind.”
Brian legte einen Arm um sie und sofort kuschelte sich die Jägerin ganz dicht an ihn. “Das selbe fühlt Ileys Erwählte, Fawn. Nur die Götter wissen, was Awaiei in dem Labor ertragen musste und wie lange sie dort gefangen war. Sie wird darüber hinwegkommen, es verdrängen… aber vergessen… niemals. Ihre Träume werden ihr dabei helfen.” Das Mädchen richtete sich auf und schaute ihn aufmerksam in die Augen. “Ich verstehe, ma Brian. Du kannst sehr gut erklären… irayo.” Fawn schmiegte sich noch enger an ihren Himmelsmenschen und Brian konnte ihre heftige Atmung spüren. Mittlerweile waren die angstvollen Laute der Na’vi Frau verstummt und nur ein klägliches Jammern drang manchmal zu ihnen, getragen vom Wind herüber. Das Mädchen streckte sich und legte ihren Kopf auf seine Oberschenkel, so das sie ihn direkt mit ihren strahlend gelben Augen ansehen konnte.
“Wie ist die Welt, von der ihr Himmelsmenschen kommt?”
Brian zögerte und blickte auf ihr Gesicht herab. Die Frage kam unerwartet in dieser Situation, doch schnell hatte er sich wieder gefasst. “Glaube mir Fawn, es würde dir dort nicht gefallen… ich weiß es.”
Fawn sah an ihm vorbei hinauf zum nächtlichen Sternenhimmel und schwieg einen Augenblick. Dann sagte sie, “Warum, ma Brian?”
Ein leichter Windhauch wehte über das Lager und trug den Geruch der schwelenden Feuer mit sich. Brian fuhr gedankenverloren mit seinen Fingern durch ihre dichten schwarzen Haare. “Wir leben nicht im Einklang mit der Natur, so wie euer Volk es hier als selbstverständlich ansieht. Du betest zu Eywa und betrachtest sie als deine Göttin oder Mutter…”. Er überlegte, wie er es am besten formulieren sollte. “Wir haben unsere Mutter schon getötet oder sind auf dem besten Weg dorthin. Mit Sicherheit vermag das wohl niemand zu sagen.”
Brian schaute zu Iley und der Na’vi Frau, doch beide schienen inzwischen wieder eingeschlafen zu sein, denn es war alles totenstill. “Es gibt Gegenden, die so verseucht sind, dass es weder Pflanzen gibt, noch irgendwelche Tiere dort leben könnten. Einige Leute bei uns sind der Ansicht, dass wir die Exopacks bald auch auf der Erde brauchen.”
Fawn hatte schweigend zugehört, während ihr Himmelsmensch sie streichelte und es genoss, wie es ihr immer gefiel, wenn sie mit ihm zusammen war. “Ma Brian, es ist schwer für mich, mir so eine Welt vorzustellen.” Der Söldner blickte für einen Moment zum Sternenhimmel über ihnen empor. “Das verstehe ich Fawn…,” er seufzte auf “…und dennoch ist sie Realität.”
Die junge Na’vi nahm seine Hände und hielt sie fest. “Erzähl mir von deiner Mutter, ma Brian.” Nun war Brian wirklich überrascht und wusste erst nicht, was er sagen sollte. “Meine Sa’nok…, wo soll ich beginnen…”. Irgendwie schien alles um den Söldner herum zu verschwimmen, als schlagartig die Erinnerungen an seine früheres Leben zurückkehrten.
Er erzählte der kleinen Jägerin, die voller Neugierde lauschte, wie sein Vater die Familie eines Tages ohne ein Wort des Abschieds verlassen hatte. Fortan hatte er sich mit seiner Mutter in der heruntergekommenen Stadt allein durchschlagen müssen.
Es waren harte entbehrungsreiche Jahre in Detroit gewesen, eine Zeit, die seine Kindheit stark prägte. Schon damals hatte er gemerkt, dass es besser für ihn war, sich einer der rivalisierenden Gangs anzuschließen. Einen Job in der nahen Fabrik hatte Brian schnell wieder an den Nagel gehängt. Die Gang war so viel aufregender und er hasste es, dass sein Leben immer von ein und dem selben Rhythmus bestimmt sein sollte. Eines nachts, als er mal wieder zuhause im Obergeschoss herumlungerte und überlegte, ob er mit seinen Kumpels noch ein Ding drehen sollte, wie sie es nannten, hörte er in der Stille unten das Klirren von Glas. Seine Mutter schlief meist um diese Zeit schon und so lauschte Brian nur verwundert und wartete ab. Allmählich begann die unheimlich Stille an seinen Nerven zu zerren. Aufs Äußerste angespannt schlich er mit klopfenden Herzen aus dem kleinen Zimmer und die düstere Treppe hinunter, welche zum Eingangsbereich führte. Erst wollte er nach ihr rufen, doch eine plötzliche Eingebung warnte ihn und  Brian zog sein fein geschliffenes Kampfmesser, ein Geschenk des Bandenführers, welches er stets voller Stolz mit sich führte.
Die Haustür stand einen Spaltbreit offen und das eingearbeitete Glas war herausgeschlagen wurden. Brian wurde von einer Welle aus Furcht gepackt und musste sich dazu zwingen, ruhiger zu atmen. Im angrenzenden Wohnraum stieß er dann auf den am Boden liegenden Körper seiner Mutter. Schon die seltsam verdrehte Haltung zeigte ihm deutlich, dass hier etwas nicht stimmte und als er ihren Kopf anheben wollte, bemerkte er die klebrige dunkle Flüssigkeit an seinen Händen. Jemand hatte der Frau die Kehle durchgeschnitten. Mit einem Aufschrei wischte Brian entsetzt das Blut von seinen Fingern und sah sich gehetzt um. Im Haus blieb jedoch alles ruhig und der Eindringling hatte wohl schon längst das Weite gesucht. Er versuchte Licht zu machen, aber wie fast jede Nacht, war in diesem Bezirk die hoffnungslos überlastete Stromversorgung wieder zusammen gebrochen. Eine Weile überlegte er, ob es besser wäre den Sicherheitsdienst zu rufen, doch verwarf er die Idee sofort wieder. Sie würden nicht kommen… nicht in dieses Viertel, voller Gewalt und Drogen. Eine Stunde später verließ er das elterliche Haus mit seinen wenigen Habseligkeiten und kehrte nie wieder zurück. Ein paar Gangmitglieder holten die Leiche am nächsten Tag aus dem Haus und bestatteten sie heimlich und in aller Stille auf dem völlig verwahrlosten Friedhof. Pater Cunningham, ein alter Freund der Familie, half ihnen dabei, um dem Ganzen zumindest den Schein einer anständigen Beerdigung zu verleihen. Brian hatte während des gesamten Vorgangs kein einigstes Wort hervor gebracht und nur die Fäuste vor Trauer und Wut geballt.
Er erfuhr nie wer seine Mutter getötet hatte oder aus welchen Anlass heraus. Die nächsten Jahre wurde die Gang sein neues Zuhause und nach der Zeit bei der Armee entschied er sich für eine Laufbahn als Söldner.
Brian schüttelte die trüben Erinnerungen ab und strich mit einer Fingerspitze liebevoll über die weiche Nase des Mädchens.
“Das ist alles… sehr traurig, ma Brian”, erwiderte Fawn auf seine Ausführungen. “Ja das ist es. Ich sagte doch, es würde dir nicht gefallen.” Der Söldner machte Anstalten, sich wieder schlafen zu legen und so richtete Fawn sich auf und setzte sich neben ihn. Nach einiger Zeit verriet ein leichtes Schnarchen, dass er eingeschlafen war. Seufzend kniete die Jägerin auf dem Boden und nahm ihren wunderschönen Zopf in die Hand. Erneut wurde sie von dem unbändigen Wunsch erfüllt, sich mit Brian zu verbinden, um seine Empfindungen besser verstehen zu können. Sehnsüchtig starrte das Mädchen mit großen Augen zum Sternenmeer empor, dass sich wie ein leuchtendes Band über ihr erstreckte. “Ich habe so viele Fragen…”, flüsterte Fawn, mehr zu sich selbst, doch die Sterne gaben ihr keine Antwort.

******

Zögerlich betrat Jenkins nach einem kargen Mittagessen in der Kantine, das provisorisch eingerichtete Büro des neuen Befehlshabers. Im Hintergrund erklang die musikalische Darbietung eines dem Gefreiten völlig unbekannten Interpreten. Lichtjahre von seiner Heimatwelt entfernt, kamen ihm die ungewohnten Klänge seltsam vor und doch auf eine gewisse Art auch vertraut.
Jenkins schob seine zwiespältigen Gefühle beiseite und begann den Raum genauer zu betrachten. An den Wänden waren zahlreiche Statuen verschiedenster Größe aufgestellt. Die Gesichter wirkten abstoßend und irgendwie, als seien sie aus einem Alptraum entsprungen.
“Gefallen Sie ihnen, Soldat?” Die Stimme klang unerwartet neben ihm auf und Jenkins blieb vor Schreck fast das Herz stehen. Hinter einer gewaltigen Figur trat Captain Priscett hervor und reichte dem Marine zur Begrüßung die Hand.
“Sie sind eine einzigartige künstlerische…” überlegte der Gefreite.
“Scheußlichkeit!” Priscetts befehlsgewohnte Stimme übertönte die Musik. “Sagen Sie es ruhig, denn es entspricht der Wahrheit. Jedes Jahr zu meinem Geburtstag bekomme ich eine weitere von meiner Frau geschenkt.”
Jenkins Blick wanderte, unsicher geworden, zwischen den Gesichtern der Statuen und Priscett hin und her.
“Warum sprechen Sie nicht mit ihr?”
“Oh, ich fürchte, die Sache gestaltet sich nicht ganz so einfach, wie Sie vielleicht denken mögen. Meine Gattin stellt die Figuren selbst her. Sie hält sich für eine begnadete Künstlerin. Nur die Götter allein wissen, wer ihr das eingeredet hat.”
Jenkins versuchte die Contenance zu wahren und verbiss sich krampfhaft ein Lachen, derweil seine Mundwinkel gefährlich zuckten. “Nun Sir… ich hörte, Sie wollten mich sprechen?”
Der Captain der Rushing Arrow nickte beiläufig. “Ganz recht Gefreiter Jenkins.
Priscett griff unter seine Uniformjacke und holte einen Revolver hervor. “Diese Waffe fanden meine Leute, bei einem Toten ihres Bodenpersonals.” Jenkins war beim Anblick der Waffe unwillkürlich einen Schritt zurückgetreten, versuchte aber Haltung zu bewahren. Interessiert die Reaktion seines Gesprächpartners beobachtend, legte der Raumschiff Kommandant den Revolver auf seinen Schreibtisch. “Das Merkwürdige an der ganzen Sache ist, dass der Soldat schwere Brandverletzungen hatte, sein Revolver aber nicht die geringsten Anzeichen eines Kampfes oder gar Brandspuren aufweist. Eine von mir angeordnete DNA-Analyse ergab dann, dass es sich nicht um seine eigene handelt, sondern um die des flüchtigen Söldners.
Jenkins fühlte, wie ihm der Schweiß ausbrach und in Gedanken sah er sich schon in einer Arrestzelle sitzen.
Der Captain tat so, als bemerke er Jenkins Anspannung nicht und fuhr gelassen fort. “Ich sag ihnen wie ich mir den Sachverhalt vorstelle. Ihr Untergebener und wohl auch Kampfgefährte Brian hat aus irgendeinem Grund dem Lagerleben hier den Rücken zugekehrt und ist im Urwald verschwunden. Sie, mein Freund, haben ihm dabei geholfen, so viel steht fest. Mir ist noch nicht ganz klar, warum sich seine Waffe in ihrem Besitz befand und es spielt auch keine Rolle mehr. Letztendlich entschieden Sie, dass es eine gute Idee wäre, die Waffe einem Toten unterzuschieben, um ihrem Freund zu helfen. Na, was sagen sie jetzt?”
Mit weit aufgerissenen Augen hatte Jenkins den Ausführungen des Captains gelauscht und das Gefühl dabei bekommen, jemand ziehe ihm den Boden unter den Füßen weg.
“Bin ich nun verhaftet, Captain Priscett?”
Mit vor der Brust verschränkten Armen erwiderte der Kommandant. “Nein… nein das sind Sie nicht. Ihr Eingeständnis reicht mir völlig. Ich möchte ihnen nun den wahren Grund mitteilen, warum ich Sie habe rufen lassen.
Es handelt sich um eine sehr delikate, um nicht zusagen heikle Angelegenheit.”
Jenkins spürte, wie sein Puls sich merklich beschleunigte, verhieß doch die Bekanntmachung des Captains nichts Gutes.
Priscett trat vor das prachtvolle Panoramafester seines Büros und zeigte auf den Urwald, der sich wie ein grünblaues Meer vor ihnen ausbreitete.
“Sehen Sie sich um Soldat. Was wollen wir hier? Dieser trostlose Mond kann einen den Verstand rauben. Vielleicht wäre es wirklich am besten, wir würden alles niederbrennen. Aber dennoch…” Priscett ließ den Rest des Satzes offen und veranlasste Jenkins damit zu einer Reaktion. “Ja Sir? Ich meine ich verstehe ihre Beweggründe, Captain.”
“Ach tun sie das wirklich?” In Priscetts Augen funkelte es gefährlich.
“Gewalt erzeugt Gegengewalt. Eine interessante These nicht wahr? Nun, die Dinge auf unserem Heimatplaneten haben sich seit ihrer Abwesenheit dramatisch verändert.” Jenkins blickte den Captain fragend an. “Wie meinen Sie das Sir?” Priscett schritt zu seinem Schreibtisch und nahm ein Datenpad zur Hand, welche er dem Gefreiten überreichte. “Es hat einen Umsturz gegeben und die RDA ist soweit sich das sagen lässt, erledigt. Hier…”, er tippte auf das Pad, “steht alles drin. Lesen Sie es aufmerksam durch.” Priscett warf wieder einen scheinbar gelangweilten Blick aus dem Fenster und verschränkte die Arme vor seiner Brust.
“Wir haben das Tor zur Hölle weit aufgestoßen und nun stellen wir fest, dass wir nicht mehr in der Lage sind, es zu schließen. Die allgemeine Versorgungslage auf unserem Planeten wird zunehmend dramatischer, von anderen Problemen ganz abgesehen. Diese Operation ist der letzte verzweifelte Versuch, unser scheinbar unabwendbares Schicksal aufzuhalten.”
Jenkins betätigte mit schwitzenden Fingern ein paar Tasten und nahm einige Einstellungen vor. Je länger der Gefreite auf das Display starrte umso unruhiger wurde er. “Erschreckt es Sie, was dort steht?” Die Nerven des Soldaten schienen bis aufs Äußerste gespannt, als er das Datenpad, dem Captain zurückgab.
“Das ist einfach nur… unglaublich“, stammelte Jenkins. Die Funksprüche, die wir von der Erde bekommen haben, die vielen Meldungen…”. Priscett ging um den Schreibtisch herum und trat nahe an den Gefreiten heran. “Alle fingiert, die ganze Zeit über. Glauben Sie mir, es war nicht leicht, so viele Jahre den Schein einer intakten Corporation aufrecht zu erhalten. Die Nachrichtenabteilung hat alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit unsere Tarnung nicht auffliegt.” Jenkins stieß einen anerkennenden Pfiff aus. “Sie haben also das ganze Unternehmen geplant…”, “…bis ins letzte Detail“, vollendete der Kommandant den Satz. “Ich denke, wir können offen miteinander reden. Sie werden sicherlich bemerkt haben, dass wir weder Arbeiter noch Fahrzeuge für die Weiterführung des Bergbaus an Bord haben. Vielmehr geht es darum, geeignete Pflanzen, Samen und Sporen der Flora Pandoras an Bord zu nehmen und auf der Erde anzusiedeln. Fragen sie mich bitte nicht nach Einzelheiten, ich bin nur Soldat und kein Biologe. Vor unserer Landung lief alles auf ein Ziel hinaus: Die Verhältnisse auf dem Mond sondieren, hart zuschlagen und unseren Auftrag ausführen. Dazu gehörte als erstes, den Kommandanten in Gewahrsam zu nehmen. Durch die zahlreichen Meldungen, bevor der Kontakt unerwartet abbrach, wussten wir, dass die Moral einen bedenklichen Tiefstand erreicht hatte. Ein Umstand, der uns unverhofft in die Hände gespielt hat.”

Jenkins hatte den Ausführungen des neuen Kommandanten aufmerksam gelauscht und die Ereignisse erschütterten ihn. Eine Frage drängte sich ihm auf und er hoffte, dass Priscett vielleicht Informationen für ihn bereithielt, wie immer sie auch geartet waren. Der Gefreite nahm seinen ganzen Mut zusammen.
“Können Sie mir sagen, was mit meinen Eltern ist Sir? Sie dienen an Bord der ISV Philadelphia.”
Priscett trat nahe an Jenkins heran und legte ihm fast väterlich die Hände auf die Schultern. Mit einem Anflug von Trauer in seinen Augen sagte der Captain. “Also hat es ihnen noch niemand mitgeteilt. Das Schiff wurde beim Start durch eine Explosion im Antrieb völlig zerstört. Wir vermuten, dass es Sabotage war. Der Captain des Schiffes, übrigens ein enger Vertrauter von mir, war ein überzeugter Anhänger der Widerstandsbewegung. Es tut mir sehr leid für Sie Jenkins, aber ihre Eltern sind nicht mehr am Leben.”
Unfähig sich zu rühren, starrte Jenkins in sein halbvolles Glas und kippte es dann mit einem Ruck hinunter. Er fühlte sich, als habe ihn Willow den ganzen Tag auf dem Rollfeld fertig gemacht.
Captain Priscett ging schweigend zur Tür des kleinen Büros und öffnete diese, ein Zeichen für Jenkins, dass die Unterredung damit beendet war. Bevor der Gefreite den Raum verlassen konnte, richtete der Captain abermals das Wort an ihn. “Hören Sie Jenkins, dieses Gespräch hat niemals stattgefunden. Ich muss Sie bitten, über alle Informationen, die Sie aus dem Datenpad bezogen haben, vorerst Stillschweigen zu bewahren.”
Jenkins, immer noch aufgewühlt, nickte zustimmend. “Selbstverständlich Sir, Sie können sich auf mich verlassen.”
Priscett zeigte ein liebenswertes Lächeln, viel zu übertrieben um echt zu wirken. “Sehr schön. Ansonsten…”, er deutete auf die Pistole in seinem Halfter, “…hätte ich sie töten müssen.”
Als Jenkins das Büro verließ, saß ein dicker Kloß in seinem Hals und er musste hart schlucken.

******

Ein paar Tage verstrichen ereignislos und das Leben im Kelutral folgte wieder seinen gewohnten Verläufen. Awaiei war inzwischen von ihren Verletzungen genesen, was nicht zuletzt ein Verdienst Ileys war, der sich aufopfernd um seine Geliebte kümmerte. Nur die hässlichen Narben auf ihrem Körper zeugten noch von ihren schrecklichen Erlebnissen. Wie es jedoch in ihrem Innern aussah, vermochte der junge Krieger nicht zu sagen und es bedrückte ihn. Mehrer Versuche, sie zum Reden zu bringen, waren kläglich gescheitert. Immer, wenn er mit ihr allein war und auf die Basis zu sprechen kam, blockte sie ab und schwieg oder fing an, still in sich hineinzuweinen.
Als er wieder Abends mit ihr am Feuer saß und Awaiei ihn nur traurig anstarrte, fasste er sich ein Herz, nahm sie bei ihrer Hand und forderte sie auf, mit ihm zu gehen. “Ma Awaiei, komm… folge mir.” In ihm war ein Entschluss gereift und er konnte ihre völlige Teilnahmslosigkeit nicht mehr ertragen. Iley wusste nicht, ob es funktionieren würde und was ihn erwartete, doch es war seine letzte Hoffnung. Zögerlich schritt die große Na’vi an seiner Hand neben ihm her. “Wohin gehen wir, ma Iley?” Seine Stimme klang ruhig und entspannt als er ihr antwortete. “Zum Baum der Stimmen. Sei ohne Furcht.”
Sie blickte ihn nur verwundert an, erwiderte aber nichts weiter und folgte ihm durch die sternenklare Nacht.
Das leuchtende Moos dämpfte ihre Schritte zu einem kaum merklichen Tapsen und schattengleich huschten die beiden Na’vi zwischen den Bäumen hindurch. Ein Stück vom gewaltigen Kelutral entfernt, betraten sie eine kleine Lichtung, umgeben von seltsamen Pflanzen mit fluoreszierenden Fäden, die wie leuchtende Perlenschnüre zahlreich von jedem Baum herabhingen und in denen jeder Ast ausuferte. Der kräftige junge Na’vi suchte nach einem passenden Platz und setzte sich auf das angenehm weiche Gras. Awaiei sank ihm gegenüber auf ihre Knie und sah ihn mit leuchtenden Augen an, sagte aber kein Wort. Ihr Anblick verzauberte Iley jedes Mal aufs neue und festigte seinen Wunsch, ihr unter allen Umständen helfen zu wollen. “Ma Awaiei, mein Herz ist von Trauer erfüllt und ich muss wissen, was dir widerfahren ist.”
Während er sprach, griff der Krieger vorsichtig nach ihrem Zopf und nahm seinen eigenen in die andere Hand. Bezeichnend hielt er beide Enden vor sie hin und ließ dann wieder los. “Mit deiner Erlaubnis…”. Awaiei erkannte, dass er das Band mit ihr ausführen wollte, schwieg und rührte sich erst nicht, aber nickte ihm schließlich kaum merklich zu.
Iley strich behutsam durch Awaiei’s dichte Haare und küsste sie zärtlich auf die Stirn, die Nase und zuletzt ihre Augen. Dann nahm er seinen Neuralzopf in die Hand, unterdessen seine Erwählte es ihm gleichtat.
Das auf ihn einschlagende Gefühlschaos war unbeschreiblich und der Krieger wurde von Schmerz und Qualen nie da gewesenen Ausmaßes überwältigt.
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Offline Eichhörnchen

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Re: Eine Frage des Herzens Teil 3
« Reply #3 on: August 30, 2011, 05:42:57 pm »
Iley versuchte verzweifelt gegen den unsichtbaren Feind anzukämpfen, der ihn fast bis zur Bewusstlosigkeit peinigte und mehrmals war er versucht, die Verbindung zwischen sich und Awaiei zu lösen. Krampfhaft hielt er seine Auserwählte in den Armen und rang nach Luft. Die Na’vi Frau fing an hemmungslos zu weinen und zahllose Tränen liefen ihre schmalen Wangen hinunter. Langsam schwanden die bösartigen Eindrücke und machten einer tiefen Traurigkeit Platz.
“Ma Awaiei, was haben dir diese Ayverrtep nur angetan?” Iley wischte behutsam ein paar Tränen aus ihrem Gesicht. Zitternd drückte sich die hagere Na’vi an ihn und ihre Stimme flüsterte wie ein Windhauch, der über ein offenes Grab weht… ”Srung sivi oeru rutxe, ma Iley. Halte mich ganz fest.”
Iley schloss Awaiei zärtlich in seine Arme und drückte sie an sich. Ein aufregendes Glücksgefühl durchströmte den starken Krieger und still dankte er Eywa, dass seine Geliebte wieder zu ihm zurück gekehrt war. Schweigend saßen sie noch lange zwischen den fluoreszierenden Bäumen, während der sanfte Nachtwind ihre erhitzten Wangen kühlte.

******

Fawn hatte die vergangenen Tage immer wieder Ausflüge mit ihrem Ikran unternommen und das prächtige Tier gebärdete sich vor Freude wie wild, wenn sie sich auf ihm in die Lüfte schwang. “Tam tam… ich habe dich viel zu lange allein gelassen”, flüsterte sie zärtlich in eines der Ohren des gewaltigen Geschöpfes. Mit einem fast schon waghalsigen Flugmanöver ließ sie den Ikran über eine Felskante gleiten und in die Tiefe stürzen. Nach einigen Augenblicken freien Falls, gab sie dem Ikran gedanklich über ihr Band den Befehl zum Hochziehen. Folgsam verlangsamte das Tier, richtete die Spitze Schnauze auf und gewann unter kräftigen Flügelschlag alsbald wieder an Höhe. In das freudige Gefühl, dass die kleine Jägerin erfüllte, mischte sich auch eine Spur von Wehmut darüber, dass sie dieses Erlebnis nie mit Brian würde teilen können. Der Ikran akzeptierte niemanden außer ihr und für sich selbst konnte er keinen erwählen. Fawn schaffte es  nicht, sich von der aufsteigenden Traurigkeit überwältigen zu lassen. Der Gedanke an ihren Himmelsmenschen beruhigte sie zusehends. Sie hatten sich, das war mehr als sie je zu erwarten gehofft hätte. Mit geübten Handgriffen und sanft gesprochenen wie gedanklichen Befehlen, lenkte sie das mächtige Geschöpf sicher durch die Lüfte und zwischen den schwebenden Bergen hindurch. Bald hatte sie diese hinter sich gelassen und näherte sich in rasantem Flug dem Waldgebiet in dem ihr Zuhause lag. Von oben betrachtet, sah der Kelutral atemberaubend aus und Fawn durchströmten Gefühle ungekannten Glücks. Sie beschloss, in Zukunft mehr Zeit mit ihrem Ikran zu verbringen. Mit seinen starken Klauen hakte sich der Ikran im Geäst des oberen Bereichs des Kelutral fest und ließ seine Reiterin sicher absteigen. Hier, weit oberhalb der Schlafplätze, schmiegten sich die Banschees bevorzugt an die Ausläufer des mächtigen Stammes, um auf ihre Besitzer zu warten und sich auszuruhen, wenn sie nicht selbst auf Futtersuche waren. Fawn streichelte noch einmal liebevoll über den Kopf des Tieres, bevor sie sich an den Abstieg machte. Mühelos sprang und hangelte sich das Mädchen ohne jede Scheu oder Furcht über einen fast bodenlosen Abgrund in die Tiefe und erreichte nach kurzer Zeit den Boden. Ein letzter Sprung und geschmeidig federte die junge Na’vi auf dem Gras auf, wo Brian sie schon sehnsüchtig erwartete. Der Söldner fertigte gelegentlich Pfeile für die Jäger an, wenn er nicht im Fluss Fische jagte. Als er Fawns Ikran über sich bemerkte, hatte er schnell die halbfertigen Schäfte und das Messer weggelegt. Lachend packte er das Mädchen und drückte sie an sich. Fawn kicherte und hatte alle Mühe, sich aus seinem unglaublich festen Griff zu winden. “Nicht so wild, du großer starker Mann.” Brian tat sichtlich enttäuscht und gab nach. “Ich habe dich mit deinem Banshee fliegen gesehen.”
Die kleine Jägerin blickte flüchtig in die Höhe und dann wieder zu Brian. Du meinst meinen Ikran? Er heißt Faeli”.
Der Söldner wiederholte den Namen und kratzte sich nachdenklich am Kopf.
“Was bedeutet das Fawn?” Das Mädchen sah ihn verblüfft an und holte tief Luft. “Nichts… ma Brian. Ich habe mir den Namen ausgedacht.” Brian kam sich selten dämlich vor und der Ärger über seine Unwissenheit ließ ihn sichtlich erröten.
Mit einem Ausdruck in ihren Augen, als zweifle sie ernsthaft daran, dass er jemals etwas lernen werde, sagte sie nur, “Tawtute”. Doch ihr Grinsen dabei zeigte Brian, dass sie es nicht ernst meinte. Lachend zog sie den Söldner an sich heran. “Du solltest dein Gesicht sehen. Komm mit mir, ma Brian. Meine Brüder und Schwestern wollen ein Fest geben.” Brian gewann seine Fassung wieder zurück, wobei er insgeheim beschloss, die Sprachübungen mit Fawns smukan Iley zu vertiefen. Neugierig und voller unbestimmter Erwartungen folgte er der kleinen Jägerin zum zentralen Feuerplatz.

Fawn hatte dieselbe glockenhelle Stimme ihrer Mutter, eine Nuance dunkler vielleicht und ihr zauberhafter Klang betörte ihn jedes mal aufs Neue. Zufrieden summend, stimmte sie in den Gesang der anderen Jäger mit ein und Brian lauschte den fremdartigen Lauten. Es störte ihn keineswegs, dass er nichts von dem Lied verstand und worüber es handelte. Doch nach einiger Zeit siegte die Neugierde in ihm und Brian tippte das Mädchen leicht an die Schulter. “Welches Ereignis besingt ihr Fawn?” Die Jägerin unterbrach ihren lieblichen Gesang und musterte ihn aufmerksam. “Wir danken Eywa dafür, wie sie unsere Geschicke leitet und für die wundersame Rückkehr eine der Unseren, die wir schon verloren glaubten.”
Brian verzog bei ihren Worten das Gesicht. “Du meinst Ileys Auserwählte Awaiei?” Sie nickte und seufzte dabei deutlich hörbar auf. “Srane ma Brian. Sanft ergriff das Na’vi Mädchen seine Hände und hielt sie eine Weile schweigend fest. “Ma Brian… wir haben sie gerettet und zum Kelutral geleitet, das ist
richtig. Aber für meine Brüder und Schwestern war es Eywa, die schützend ihre Hand über uns gehalten hat und du musst zugeben, dass wir wirklich Beistand hatten.” Brian wusste nicht, was er darauf erwidern sollte. Im ersten Moment wollte er aufbegehren und sagen, dass sie wohlmöglich einfach nur Glück gehabt hatten. Doch ein Blick in Fawns große fragende Augen, ließ ihn die unbedachte Äußerung, welche ihm schon auf der Zunge lag schnell herunterschlucken. Er konnte und wollte nicht ihren Glauben in Frage stellen, dazu hatte er einfach kein Recht.
Das Na’vi Mädchen deutete kaum merklich auf den Anführer des Stammes, der in einiger Entfernung von seinen besten Kriegern umgeben saß und mit unbewegter Miene das Treiben verfolgte. “Unser olo’eyktan ist fkew und ihm entgeht nichts. Ist euer Anführer auch mächtig?” Brian sah mit einer Mischung aus Ehrfurcht und Anspannung zu dem gewaltigen Na’vi hinüber und war sich sicher, dass dessen wachsamen Augen jede Unstimmigkeit sofort aufgefallen wäre. Der Söldner schaffte es kaum, sich von dem imposanten Anblick, des Stammesältesten zu lösen und erwiderte.
“Oberst Willow… also mein Vorgesetzter oder Anführer wie du sagst, ist nicht unser Stammesoberhaupt. Er hat auch Vorgesetzte, allerdings auf der Erde, deren Anweisungen und Befehlen er sich beugen muss.” Brian wählte seine Worte mit bedacht, war sich aber dennoch nicht sicher, ob Fawn alles richtig begreifen würde.
“Mit meinem Entschluss, dir zu folgen, habe ich Fahnenflucht begangen, also Hochverrat und Willow wird nichts unversucht lassen, meiner habhaft zu werden um mich einer gerechten Strafe zuzuführen. Dass ich geflohen bin, muss für ihn persönlich wie ein Schlag ins Gesicht gewesen sein.”
Bei dem Gedanken an Willow fragte sich Brian, warum immer noch keine Truppen aufgetaucht waren, doch er fand keine logische Begründung.
Fawn sah mit einem nachdenklichen Ausdruck auf die Feuerstelle und versuchte, seinen Worten einen Sinn zu geben, doch viele der Begriffe waren ihr fremd.
“Ich verstehe nichts von dem was du sagst, nur dass dein olo’eyktan… dein Anführer sehr böse auf dich ist, ma Brian. Es stimmt wohl, eure Gefäße sind wirklich voll.”
Brian der gerade Wasser aus der Feldflasche zu sich nehmen wollte, verschluckte sich fast und setzte sichtlich erheitert seine Atemmaske auf. “Ja Fawn… so kannst du es auch sehen.”

Viele der Ureinwohner, begannen sich in Reihen mit dem Gesicht zueinander gewand aufzustellen, während ein trommelähnliches Instrument den Rhythmus vorgab. Immer mehr ihrer Brüder und Schwestern gesellten sich dazu und Fawn rief begeistert aus, “Komm ma Brian, lass uns tanzen.” Brian folgte ihrer Aufforderung ohne zögern und stellte sich vor sie, wobei er versuchte, die Bewegungen der anderen Na’vi nachzuahmen, was ihm zu seinem Verdruss anfangs nicht so recht gelang. Doch mit der Zeit passte er sich dem ungewohnten Tanz an und fand Gefallen daran. “Wo ist dein Bruder? Sollte er nicht bei dem Fest dabei sein?” Die kleine Jägerin hielt einen Moment inne in ihren Bewegungen. “Mein smukan ist bei Awaiei. Warum fragst du, ma Brian? Möchtest du lieber mit ihm tanzen?”
Der Söldner musste völlig perplex aus der Wäsche sehen, denn Fawn fing an, hemmungslos zu kichern und trug einen äußerst frechen Gesichtsausdruck zur Schau. Brian betrachte die hübsche Jägerin eingehend. Sie hatte schnell von ihm gelernt, was ihr ganzes Verhalten anging. “Es war die richtige Entscheidung”, sagte Brian mit Überzeugung, während er den Tanz wieder aufnahm. Ihre Stimme war fast nur ein Hauch, als sie ihn voller Erwartung fragte, “Welche Entscheidung, ma Brian?”
“Na dich zu retten…”, kam die belustigte Antwort. Fawn trat dicht an ihn heran und verschränkte die Armen hinter seinem Rücken. Kaum bemerkt von den anderen Na’vi, flüsterte sie in sein Ohr, “Nga yawne lu oer”.
Einige Stunden vergingen und das Fest hatte seinen Höhepunkt längst überschritten. Manche der Krieger machten auf Brian mit ihrem Verhalten einen seltsamen Eindruck, was wohl an dem dampfenden Getränk lag, dem sie so begeistert zusprachen. Einer der Ureinwohner hatte auch dem Söldner etwas davon anbieten wollen, doch Fawn hatte ihn wütend angefaucht und davon gejagt. Mit gespielten Bedauern sagte er zu dem Mädchen, “du erlaubst mir auch überhaupt nichts”.
Fawn erwiderte nichts darauf sondern erhob sich und machte Brian eine Geste, ihr zu folgen. Kopfschüttelnd sah der Söldner flüchtig zum Anführer des Stammes, der in ein hitziges Gespräch mit mehreren Kriegern vertieft war, dann erhob er sich ebenfalls und schritt hinter dem Na’vi Mädchen her.
Etwas abseits an der zum Fluss zugewandten Seite des Lagers, in der Nähe ihrer provisorischen Schlafplätze, ließ Fawn sich auf ihr Hinterteil fallen. Brian setzte sich neben sie und sah die kleine Jägerin fragend an. “Was ist mir dir?” Fawn nahm seine Hand und meinte mit sanfter Stimme. “Nichts… ich wollte mit dir allein sein, ma Brian.” Ein Aufblitzen in ihren Augen, verriet ihm, was sie wirklich beabsichtigte und er musste unwillkürlich grinsen. Flüchtig schaute der Söldner sich um, ob sie allein waren. Doch die meisten Na’vi waren noch beim Fest und Iley musste mit seiner muntxate weiter unten am Fluss sitzen, denn er konnte nichts von ihnen erkennen. Brian rückte näher an die kleine Jägerin heran und begann, ihren wohlgeformten Rücken zu streicheln. Nach einiger Zeit wanderte seine Hand weiter über die blaue Maserung ihrer Haut hinunter und berührte zärtlich die Rundungen von Fawns strammen Hinterteil. Kichernd streckte sich Fawn aus, wobei ihr Schwanz scheinbar ziellos über den Moosbedeckten Boden hin und her huschte. Brians Berührungen versetzten sie zunehmend in Erregung und eine prickelnde Wärme begann ihren Körper zu erfüllen. Als seine Finger zwischen ihre Schenkel fuhren, stöhnte sie seufzend auf. Ein kaum hörbares “ke…”, kam über ihre Lippen und Brian hielt inne. “Was hast du?” fragte er und wollte seine Hand wegziehen, doch das Mädchen hielt sie fest und schenkte ihm einen verführerischen Blick aus ihren leuchtenden Augen. “Es ist nichts, ma Brian…”.
Fawn gab sich nun hemmungslos ihrem Liebesspiel hin und ließ sich von einer Welle der Leidenschaft davontragen. Einen Augenblick dachte sie noch daran, dass Brian Sachen mit ihr machte, die sie sich früher in ihren wildesten Fantasien nicht hätte vorstellen können. Dann versank die Welt um sie herum.
Etwas später lagen die beiden so unterschiedlichen Wesen erschöpft auf dem weichen Gras und versuchten, ihre heftige Atmung unter Kontrolle zu bringen. Fawn beugte sich über ihren Himmelsmenschen und hauchte ihm zärtlich einen Kuss auf die Stirn. “Nga yawne lu oer, ma Brian.” Der Söldner fuhr mit den Fingern, durch die Fülle ihrer schwarzen Haare. “Ich liebe dich auch, Fawn.” Sanft drückte er sie von sich weg, richtete sich auf und begann damit sich wieder anzukleiden.
Eine Zeitlang saßen sie zusammen und blickten auf den nahen Fluss hinunter, bis ihnen ein Krachen von Ästen verriet, dass sich jemand ihrem Lagerplatz näherte. Fawn konnte nicht völlig verhindern, dass sie errötete, als sie ihren Bruder Iley erkannte.
Der muskulöse Na’vi gesellte sich zu ihnen, dicht gefolgt von Awaiei, die er an der Hand führte.
Iley blieb vor dem Söldner stehen und blickte wohlwollend und mit feierlichem Gesichtsausdruck auf ihn herab. Langsam setzte sich der kräftige Krieger und legte seine Hände auf Brians Oberkörper.
Fawn schnalzte mit der Zunge und deutete auf ihren smukan.
Als Brian nur fragend aus der Wäsche blickte, nahm sie seine Hand und führte sie an Ileys Brust, auf die Stelle wo sich sein Herz befand. Sichtlich verwirrt, blickte Brian abwechselnd zu Fawn und dem Krieger. “Was bedeutet das alles Fawn?”
Bevor die kleine Jägerin antworten konnte, sagte Iley zu ihm.
“Du hast mir das Liebste in meinem Leben zurückgebracht und ohne deine Hilfe hätte mich eine dunkle und freudlose Zukunft erwartet. Dafür gebe ich dir meinen Dank.”
 Brian war sichtlich gerührt und wusste vor Verlegenheit nicht, was er sagen sollte, doch für weitere Überlegungen ließ ihm der Krieger keine Zeit.
Eyaye hatte etwas entfernt dem Schauspiel beigewohnt und gelegentlich leicht fauchend ihre Zähne gebleckt. Aber nicht vor Unmut über die Ereignisse, sondern mehr aus Überraschung. Iley bemerkte sie erst jetzt, ebenso wie seine smuke, der nun die Schamesröte ins Gesicht schoss und als Eyaye sich zu ihnen gesellte, sagte er zu ihr… “ ma Sa’nok, mit deiner Erlaubnis…”. Eyaye machte nur eine ermutigende Geste, äußerlich völlig beherrscht, doch in ihrem Innern tobte ein Sturm der verschiedenartigsten Empfindungen. Iley war das genaue Ebenbild seines Sempul und schon ihm hatte sie nie etwas abschlagen können.
Während alle Augen sich nun auf den großen Krieger richteten, wandte dieser sich wieder Brian zu. “Brian…”, erklang es fast ehrfürchtig, “…ma smukan.”
Iley löste seine Hände und wich etwas zurück, um seine Worte auf den Himmelsmenschen wirken zu lassen. Fawn begann, heftiger zu atmen und freudig packte sie den Söldner. “Du bist jetzt sein Bruder, ma Brian… sein richtiger Bruder. Dir wird eine große Ehre zu Teil.”
Die hagere Na’vi Frau näherte sich schüchtern und hockte sich vor ihm hin. Einen langen Moment betrachtete sie den Söldner aus ihren großen Augen, dann legte sie ihm eine Hand auf die Schulter und sagte mit dünner Stimme, “Oe irayo ngaru, Brian” Awaiei nahm ihre Hand von seiner Schulter und kehrte ohne ein weiteres Wort an die Seite Ileys zurück. Ihre flüchtige Berührung war für Brian der größte Dankesbeweis, wusste er doch, wie schwer es der Na’vi gefallen sein musste, sich wieder einem Himmelsmenschen zu nähern. Brian sah ihr nach und meinte dann, an die Jägerin gewand, welche sich dicht an seiner Seite hielt. “Awaiei ist ganz sicher eine äußerst attraktive Frau, wenn sie erst wieder zu Kräften gekommen ist.”
Die Jägerin verzog ihr hübsches Gesicht und tippte mit einem Finger auf seine Atemmaske. “Du gehörst mir, ma Brian”.
Mit selbstsicheren Schritt, stellte sich Eyaye vor Brian auf.
“Oel ngati kameie, ma Brian… und ich sehe nichts schlechtes in dir.” Die imposante Na’vi blickte wohlwollend auf ihn herab und dann zu ihren beiden Kindern. “Meiner ite, hast du das Leben gerettet und auch Iley wieder glücklich gemacht. Du überraschst mich, Himmelsmensch.” Damit war für sie die kurze Unterredung auch schon beendet und sie ließ den Söldner äußerst nachdenklich zurück.
“Deine Mutter macht nie viele Worte Iley…”. Der große Na’vi sah ihn mit unbewegten Gesicht an und erwiderte. “Nein, das ist auch nicht nötig, ma Brian. Sogar unser Sempul würde ihr nicht widersprechen, wenn sie eine Entscheidung gefällt hat.”
Brian erhob sich von neuer Zuversicht erfüllt. Immer noch lastete das Wissen über einen vermutlich bevorstehenden Überfall auf das Lager schwer auf ihm. Das er jedoch von dem großen Krieger als sein Bruder angenommen wurde und selbst Eyaye in nun akzeptierte, war mehr als er sich jemals erhofft hätte.

******

Unter dem dröhnenden Geräusch ihrer mächtigen Motoren, bahnten sich die Bulldozer und Zugmaschinen eine schmale Trasse durch den Urwald. Immer weiter entfernten sich die Besatzungen von der scheinbaren Sicherheit, die das hinter ihnen liegende Lager versprach. Die großen Kettenfahrzeuge kamen trotz ihrer Stärke nur langsam voran und immer wieder waren Flüche und Beschimpfungen von der Spitze der Kolonne zu vernehmen, wenn eines der Fahrzeuge stecken blieb. Priscett hatte alles darangesetzt, so viele der alten und teils stark beschädigten Fahrzeuge instand zusetzen, wie ihm möglich war.
Der kleine Konvoi erreichte eine Senke und Priscett gab das Zeichen zum Halt. In den letzten Tagen hatte er mehrere Trupps losgeschickt, um seinen Auftrag zu erfüllen. Zu seiner Verärgerung war den Kampfeinheiten nur mäßiger Erfolg beschieden und eine Gruppe war schon seit geraumer Zeit überfällig. Jeder Versuch einer Kontaktaufnahme war gescheitert, so dass Priscett mit dem Schlimmsten rechnete.
Während das Wachpersonal sich um die Fahrzeuge verteilte und die Gegend sicherte, begannen die jeder Gruppe zugeteilten Biologen mit ihrer Arbeit.
Geeignete Pflanzen wurden von ihnen markiert, ebenso wie riesige Gewächse, von denen vorerst nur die Samen benötigt wurden. Priscett beobachtete jeden Fortschritt der Operation mit argwöhnischen Gesichtsausdruck. Es stand einfach zuviel auf dem Spiel. Mit lautem Motorenlärm und dem Klirren zahlreicher Kettenglieder setzten die schweren Maschinen ihre Tätigkeit fort.

******

Jenkins versuchte, über den kleinen Sender an seinem Halsband Kontakt mit Brian aufzunehmen. Captain Priscett hatte dem Söldner Straffreiheit zugesichert und darum ersucht. Aus Willows Unterlagen wusste er, dass Brian nicht tot war. Der blonde Soldat kannte nun die wahren Beweggründe des Kommandanten. Priscett hatte ihn ohne große Umschweife zu seinem Adjutanten ernannt, als Vertrauensbeweis sozusagen. Sobald ihr Auftrag hier abgeschlossen war, würde Priscett zur Erde zurückkehren und die gesamte Basis aufgeben. Eine erneute Exkursion zum Mond Pandora lag zwar im Bereich des Möglichen, war jedoch nach Aussage des Captains für die nächsten Jahre ausgeschlossen. Diese letzte Chance für den Söldner, es sich vielleicht doch noch einmal zu überlegen und zur Erde zurückzukehren, wollte der Gefreite ihm nicht verbauen, schon allein ihrer langen Freundschaft wegen. Zu Jenkins Verärgerung erfolgte außer einem Knistern keine Antwort auf der vertrauten Sequenz, die sie früher benutzt hatten. Das mochte viele Gründe haben von denen einige dem Gefreiten eher unwahrscheinlich erschienen. Es konnte auch sein, überlegte Jenkins, dass dem Söldner etwas zugestoßen war. Eine Möglichkeit, die er sofort wieder verdrängte. Seufzend gab er vorerst auf und erstattete dem neuen Kommandanten Bericht.

******

Brian beobachte das junge Na’vi Mädchen, wie es sich am Ufer des schmalen Flusses wusch. Gemächlich trat er an Fawn heran und gab der Jägerin einen Klaps auf ihr bemerkenswertes Hinterteil. Fawn quiekte überrascht auf und hielt kichernd die Hände vor ihr Gesicht, wobei unzählige glitzernde Wassertropfen an ihren Armen entlang rannen. Gerade als der Söldner damit beginnen wollte, sich nun ebenfalls zu waschen, tauchte Fawn lachend die Hände ins Wasser und fing an ihn zu bespritzen.
“Du kleines Biest“, rief Brian in gespielten Endsetzen und schaufelte im Gegenzug Unmengen der glasklaren Flüssigkeit mit seinen Händen nach dem Mädchen. Fawn versuchte ihm auszuweichen und sprang lebhaft durch das seichte Wasser des Ufergeländes, wobei ihr langer Schwanz hin und her peitschte. Übermütig versuchte Brian ihn zu packen und warf sich nach vorne, griff jedoch daneben und landete bäuchlings mit dem Gesicht im Fluss. Prustend erhob sich der Söldner und wollte das Spektakel fortsetzen, als er in die erschrockenen Augen der kleinen Jägerin blickte. Ihr Blick galt jedoch nicht ihm, sondern jemanden, der hinter ihnen unbemerkt am Ufer aufgetaucht war.
“Oel ngati kameie, ma sa’nok”, sagte Fawn und machte betreten die Begrüßungsgeste zu ihrer Stirn. Das unerwartete Erscheinen ihrer Mutter verunsicherte das Mädchen. Fawn war stets darauf bedacht, ihrer sa’nu zu beweisen, was für eine erfahrene und vernünftige Jägerin sie war. Ihr jetziges Verhalten stand in klarem Widerspruch und war wenig dazu angetan, in der Achtung ihrer sa’nu zu steigen.
“Za’u fìtseng, ma Fawn”. Eyaye winkte das Mädchen zu sich. Folgsam, aber auch von Neugier erfüllt, trat die kleine Jägerin an ihre Mutter heran. Brian stapfte hinter ihr her und schüttelte sich wie ein nasser Hund, was ihm einen missbilligenden Blick der hoch gewachsenen Na’vi einbrachte.
Doch schließlich grüßte sie auch ihn würdevoll und Brian fragte sich zum wiederholten Male, seit er sie kannte, was Eyaye wohl wirklich über ihn dachte. Fawn überlegte derweil fieberhaft, was das Erscheinen ihrer Mutter zu bedeuten hatte.
“Ist etwas mit Awaiei oder meinem smukan Iley?” Sie fand die Frage berechtigt und wusste das Ileys Auserwählte immer noch unter ihren schlimmen Erlebnissen litt.
Eyaye beschrieb eine abweisende Geste mit ihrer Hand. “Kehe… Awaiei geht es gut und auch Iley. Dein Bruder weicht nicht von ihrer Seite und beginnt seine eigentlichen Aufgaben zu vernachlässigen.” Fawn trippelte hinter ihrer sa’nu her, die sich zum Kelutral zurück wandte. “Awaiei wird meinen Bruder ganz sicher eine gute Frau sein.” Die Worte der kleinen Jägerin erklangen aufrichtig und voller Überzeugung. Eyaye blieb stehen und erwiderte mit fauchiger Stimme, während ihr Schwanz sich steil aufrichtete.
“Sie ist viel zu schmächtig in den Hüften und wird deinem Bruder sicher keine kräftigen Kinder gebären können.”
Fawn entfuhr ein entsetzter Aufschrei. “Mutter! Es steht uns nicht zu, über Ileys Muntxate zu urteilen.”
“Was habe ich bei euch beiden nur falsch gemacht?”, fragte sich Eyaye seufzend.
Brian hätte bei ihrer Bemerkung am liebsten laut gelacht, doch Fawn funkelte ihn nur böse an und knuffte ihn in die Seite.
Die Na’vi Frau sah schweigend von einem zum anderen, dann meinte sie mit kühler Stimme.
“Die Jäger haben Spuren der Himmelsmenschen entdeckt. Ihre Soldaten durchstreifen den Wald, aber wir wissen nicht warum.”
Eyaye ergriff zögernd die Hand ihrer Ite. “Bitte sei wachsam, wenn ihr das nächste mal den Kelutral verlasst.” Sie entließ Fawn aus ihrem Griff und betrachtete den Söldner ohne jede Scheu. “Du auch, ma Brian.” Mit diesen Worten entfernte sich die eindrucksvolle Na’vi von ihnen.
Brian nickte nur sprachlos. War das der Beginn des Angriffs oder was mochte dahinter stecken? Er beschloss, es mit Fawn zusammen heraus zu finden.

******

Jenkins versuchte am folgenden Tag wieder, eine Verbindung mit seinem Freund herzustellen. Wie schon zuvor erhielt er stets nur das monotone Rauschen und Knistern des kleinen Senders als Antwort. Der Gefreite dachte daran, dass es vermutlich besser wäre, eine erhöhte Position aufzusuchen. Brian konnte in einem Funkloch stecken, oder der stellenweise undurchdringliche Urwald, die Nachricht abschirmen. Eifrig kletterte Jenkins auf den fast unversehrten Turm des Flakgeschützes, doch auch hier bekam er keinen Empfang. Nervös schweiften seine Blicke zu der nahen Hügelkette und plötzlich kam ihm eine Idee. Eine Weile später stand Jenkins auf der Hügelkuppe, auf der sein Kampfgefährte seinerzeit das Na’vi Mädchen vorgefunden und gerettet hatte. Versonnen blickte Jenkins auf die nahe Basis hinunter, während die vergangenen Ereignisse vor seinen Augen erschienen und ein Lächeln erhellte seinen bisher finsteren Gesichtsausdruck. Von neuer Hoffnung beseelt begann er abermals Funkkontakt mit Brian aufzunehmen. Immer wieder rief er nach dem Söldner, doch der kleine Empfänger blieb stumm, als verweigere er jegliche Zusammenarbeit. Jenkins hatte sein Halsband mit dem eingebauten Sender abgenommen und hielt es nachdenklich in seiner Hand. “Verdammt Brian, wo steckst du nur…”.

******

Iley packte seine smuke, als habe sie das Gewicht einer Feder und half ihr auf das schnaubende Pa’li herauf. Länger als es vielleicht nötig wäre, hielt er sie an ihren schlanken Hüften fest. Fawn quietschte vergnügt auf und setzte sich auf dem breiten Pferderücken zurecht. Beruhigend sprach sie dabei auf das wartende Geschöpf ein. Die kleine Jägerin stieß hell klingende Laute aus, die sich für Brian wie “Eyk eyk” anhörten. Aus Spaß ahmte er die Klänge nach, was ihm einen verwunderten Blick von Fawn einbrachte und sie sagte “Iley soll uns führen, ma Brian.”
Der Söldner grinste nur und erwiderte. “Ja das habe ich mir schon gedacht, Fawn”.
Sie betrachte ihn abschätzend. “Kehe… das hast du nicht.” Bevor Brian reagieren konnte, erhielt er eine Klaps auf den Kopf gefolgt von einem gefauchtem, “Skwang!”.
Brian kam sich etwas komisch vor, als Iley auch ihn nun mühelos und ohne jegliche Anstrengung auf dem wartenden Pa’li platzierte. Etwas unsicher nahm er Platz und versuchte sich an Fawn festzuhalten. Das Na’vi Mädchen hörte sich belustigt an, als es zu ihm sagte. “Hab keine Angst ma Brian, hier oben bist du vollkommen sicher.” Der Söldner sah das allerdings ganz anders und blickte mit einem mulmigen Gefühl zum Boden.
Iley schaute von seinem Pa’li zu ihnen herüber und rief, “Makto ko!”. Awaiei saß hinter ihm und hielt den jungen Krieger mit ihren schlanken Armen fest umschlungen.
Fawn hatte in der Zwischenzeit Tsahelu mit ihrem Pa’li hergestellt und gab dem sechsbeinigen Tier gedanklich den Befehl zum Reiten. Zärtlich tätschelte sie dabei die Flanke des Tieres.
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Re: Eine Frage des Herzens Teil 3
« Reply #4 on: August 30, 2011, 05:49:18 pm »
Als das Schreckenspferd sich im selben Augenblick kraftvoll nach vorne warf und an Geschwindigkeit zulegte, hatte Brian alle Mühe sich an dem Na’vi Mädchen festzuhalten und nicht herunter zurutschen. Fawn lachte befreit auf, als sie mit donnernden Hufen über das dichte Gras jagten. Seit langem hatte sie sich nicht mehr so glücklich gefühlt und ihre Empfindungen übertrugen sich auf das Pa’li. Völlig ruhig, als wären Reiter und Tier eine miteinander verwobene Einheit, bewegte sich das Schreckenspferd sicher über jedes Hindernis hinweg.
Brian war sichtlich erstaunt darüber, wie geschickt Fawn im Umgang mit dem für seine Verhältnisse riesigen Geschöpf war.
Pfeilschnell galoppierten die schweren Tiere über das dichte Grasland und schon bald war der Kelutral hinter ihnen zurückgeblieben. In der Ferne tauchten die Umrisse einer Bergkette auf, welche mühelos die massiven Stämme der gewaltigen, bis zu 150 Meter hohen Tautral überragte. Das helle Sonnenlicht überzog den Rücken des Gebirges mit flüssigen Gold und mehrmals musste Brian geblendet die Augen schließen. Fawn deutete auf eine dicht bewachsene Senke, die vor ihnen sichtbar wurde und brachte ihr Pa’li zum stehen. Iley und seine Begleiterin gesellten sich aufmerksam geworden nun ebenfalls an ihrer Seite. Das Mädchen hielt prüfend ihre Nase in den leichten Windhauch und schnüffelte. “Es riecht eigenartig… so anders. Ich finde keine Worte.“ Auch ihr Bruder und Awaiei zeigten Zustimmung und verzogen die Gesichter. Voller Neugier löste Fawn die Verbindung ihres Pa’li und ließ sich hinab gleiten. Brian roch nichts, schob es allerdings auf die Filter der Atemmaske und ließ sich ebenfalls runterrutschen. Die kleine Gruppe überließ ihre kraftvollen Reittiere sich selbst und drang tiefer in das dichte Waldstück ein.

******

Mit zusammengekniffenen Augen verfolgte Captain Priscett aufmerksam, wie Tonnen an organischem Material der Flora Pandoras, in den Frachtraum des gigantischen Shuttles verladen wurden. Immer mehr der weitläufig operierenden Trupps kamen zurück. Vielleicht noch ein Tag, so schätzte der Kommandant, dann konnte er seinen Auftrag als erfolgreich abgeschlossen betrachten. Sein neuer Adjutant hatte hingegen noch keine Erfolgsmeldung verlauten lassen. Priscett bedauerte dieses außerordentlich, hätte er doch gerne den Söldner der eine ganze Basis an der Nase herumführte, einmal persönlich kennen gelernt. Allerdings durfte er wegen eines einzelnen Mannes keine Rücksicht nehmen und den vorgegebenen Plan ändern. Es wurde Zeit, zur Erde zurück zukehren.

******

Zwischen den Bäumen zogen dünne Schwaden entlang, ähnlich dem irdischen Nebel.
Brian setzte vorsichtig einen Fuß vor den anderen. Irgendetwas war anders als sonst, aber er vermochte nicht zu sagen, was ihn beunruhigte. Keine Geräusche, weder von Tieren noch die vertrauten Laute des Urwalds begleiteten ihre Schritte. Mit einen mal wurde Brian siedendheiß bewusst, was hier nicht stimmte… die Stille… diese unheimliche Stille.
Ein warnender Ausruf des Mädchens hallte zu ihm. “Ke…!”
Brian wurde zu Boden gerissen, als Fawn sich auf ihn warf und im selben Moment vernahm er ihren Schmerzensschrei über sich. Reglos blieb er liegen und atmete hastig die Luft durch seine Maske ein, während er fieberhaft überlegte, was geschehen war. Nach einer gefühlten Ewigkeit, als alles ruhig blieb, gab ihn das Mädchen frei und rollte sich aufstöhnend neben ihn auf den Waldboden. Dabei hielt sie eine Hand auf ihre Schulter gepresst und eine dünne Blutspur sickerte zwischen ihren Fingern hervor. “Tsahey”, rief die kleine Jägerin aus und die Worte kamen kläglich über ihre Lippen. Brian traute kaum sich aufzurichten, während er geistesgegenwärtig nach seinem Verbandszeug tastete. In einem Stamm seitlich der Jägerin, steckte ein hässlicher langer Dorn von für irdische Verhältnisse ungewohnten Ausmaßen. Glücklicherweise hatte das heimtückische Geschoss der Pflanze Fawn nur an der Schulter gestreift, sonst wäre die ganze Sache wohl nicht so glimpflich ausgegangen. Brian bekam ein unangenehmes Gefühl in der Magengegend, als er daran denken musste, was passiert wäre, wenn ihn der scharfkantige Dorn getroffen hätte. Verschwommen überkam ihn die Erinnerung an einen Namen, den er von Wissenschaftlern auf der Basis einmal vernommen hatte. Todesfee hatten diese eine Pflanzenart getauft, welche in der Lage war, giftige Dornen zu verschießen. Bevor der Söldner Anstalten machen konnte, die Verletzung der kleinen Jägerin näher zu betrachten, waren die beiden anderen Na’vi heran. Von der Pflanze ging augenscheinlich keine Gefahr mehr aus, den der Krieger kniete sofort neben Fawn nieder. Aufmerksam untersuchte er die Schulter seiner kleinen smuke und schnalzte verächtlich mit der Zunge. Schließlich meinte Iley dann an den Himmelsmenschen gewand. “Die Wunde ist nicht tief, ma Brian. Sie wird schnell wieder heilen, sei ohne Furcht.”
Der Söldner hockte sich Iley gegenüber und sagte zu dem Mädchen, während er ihre Hand nahm, “jetzt hast du mir das Leben gerettet Fawn.” Die junge Na’vi rang sich ein Lächeln ab und Brian sah, dass ihr der Schreck noch fest in den Knochen steckte.
“Soll ich die Wunde verbinden?” Fawn tastete vorsichtig den Rand des Risses ab und verneinte dann. “Wir müssen weiter, ma Brian. Eywa wacht über uns.”

******

Nach einigen Stunden in der sengenden Gluthitze trat Jenkins enttäuscht den Rückzug an. Eine letzte Möglichkeit hatte er bisher noch nicht in Betracht gezogen und als er dem Kommandanten davon berichtete, gab dieser ihm freie Hand. Obwohl schon große Teile des ehemaligen Stützpunktpersonals abgezogen waren und sich an Bord der ISV Rushing Arrow befanden, ging die Verladetätigkeit munter weiter. Es verblieb noch genug Zeit bis zum Start des Raumschiffs und so fand sich Jenkins etwas später an Bord eines Sampson wieder. Hoffnungsvoll wies er den Piloten an, ein von ihm exakt beschriebenes Suchgebiet abzufliegen und nahm seinen kleinen Sender wieder zur Hand.

******

Brian zuckte zusammen, als ein Knistern aus seinem Empfänger am Halsband ertönte. Nie hätte er gedacht, dass das Gerät noch einmal ansprechen würde. Er selbst hatte seit seiner Flucht auf jede weitere Kontaktaufnahme verzichtet, um seine Position nicht zu verraten. Verwundert korrigierte er den winzigen Regler und eine sehr vertraute Stimme wurde hörbar, “…wo steckst du… Brian verdammt antworte endlich…”.
Der Söldner rang nach Atem… Jenkins. Warum rief er nach ihm und vor allem, was veranlasste ihn nach all der Zeit zu einer Kontaktaufnahme? Fawn und die anderen Na’vi kamen an ihn heran und lauschten ebenfalls den für sie fremden Worten mit sichtlicher Verwunderung. Iley starrte fasziniert auf Brians Halsband und versuchte zu begreifen, warum es auf einmal sprechen konnte.
Im darauf folgenden äußerst knapp gehaltenen Gespräch erfuhr Brian alles über die bedeutsamen Änderungen, die sich seit seinem damaligen Verschwinden ergeben hatten.
“Lasst uns aufbrechen, ich muss etwas herausfinden, sagen wir als Bestätigung”, meinte Brian mit rasendem Herzschlag, nachdem er das Gespräch mit dem Gefreiten beendet hatte.
Bald darauf waren sie wieder unterwegs und drangen immer tiefer in das Waldstück ein. Laut den Informationen der Jäger und Jenkins Aussagen sollte sich hier eine Gruppe Soldaten herumtreiben. Ihr Auftrag, den Jenkins ihm genannt hatte, kam Brian dabei so unglaublich vor, dass er sich selbst davon überzeugen wollte. Schrittweise kämpften sie sich durch Gestrüpp und armdicke Ranken und mit einem Mal sahen sie den wahren Grund für die unheimliche sie umgebende Stille.
In Ileys gelben Augen leuchtete die nackte Angst und Brian spürte, wie sich eine eiskalte Klaue um seinen Hals legte.
Wenn sogar der sonst so besonnene Krieger Furcht verspürte, mussten sie einer großen Gefahr gegenüber stehen. “Txumtsä’wll… rief der Krieger den anderen zu und machte eine warnende Handbewegung. Auch ohne Iley zu verstehen, begriff Brian sofort, was er meinte. Vor ihnen ragten mehrere ballongroße Gebilde auf, die in einer schlauchähnlichen Öffnung mündeten. Die Luft war voller Sporen oder einer anderen kaum zu definierenden Substanz. Eine der baumgroßen Pflanzen wies sichtbare Risse auf und wirkte irgendwie eingedrückt. Davor lagen am Boden mehrere bewegungslose Soldaten. Eine schnelle Überprüfung ergab, dass sie alle trotz ihrer Atemmasken jämmerlich erstickt waren. Ihre blasse Hautfarbe und der süßliche Geruch in der Luft deuteten darauf hin, dass der Vorfall mindestens einen Tag zurück lag, vielleicht auch länger. Brian rekonstruierte in Gedanken, was hier vorgefallen sein musste. Nach Jenkins Aussagen war das vermutlich einer der Trupps, welche geeignete Samen und Sporen sammelten, um sie auf  der Erde für die verschiedensten Zwecke anzusiedeln. Zögernd drehte er einen der Soldaten um und untersuchte sein Exopack. Mit geübten Handgriffen, schaffte es Brian, den Filter für eine nähere Betrachtung freizulegen. “Total verklebt…”. Brian ließ das Teil zu Boden fallen und rieb sich die verschmierten Hände an seiner Weste ab.
Winzigste Schweißperlen erschienen auf seiner Stirn. Das schlauchähnliche Gebilde filterte nach Aussagen der Wissenschaftler Giftstoffe aus der Atmosphäre. In seinem Innern speicherte es diese und gab sie dann als hochgiftigen Strahl in unregelmäßigen Abständen frei. Vermutlich war die Gruppe unvorsichtig gewesen und direkt in diesen Prozess hineingelaufen. Oder sie hatten versucht, das seltsame baumgroße Gewächs anzubohren um an organisches Material zu gelangen. Brian fing an heftiger zu atmen und zitterte, als er daran dachte, welch ein Glück sie gehabt hatten. Misstrauisch sah er zu den anderen ballonähnlichen Säcken und überlegte, wann aus ihnen der giftige Strahl hervorbrach und die Umgebung in eine tödliche Kloake verwandelte.
Iley packte ihn an der Schulter. “Ma Brian, komm… hier ist es nicht sicher.” Brian zeigte sich einverstanden, denn für die Soldaten konnten sie nichts mehr tun und vorsichtig zog sich die kleine Gemeinschaft zurück.
Als sie sich in Sicherheit wähnten, fragte Fawn. “War es das, was du sehen wolltest?” Brian nickte und sah auf sein Chronometer. “Ich muss zum Stützpunkt… ein letztes Mal, wie es scheint.” Ungläubiges Stimmengewirr erhob sich und Fawn trat an ihn heran. “Bist du dir sicher, ma Brian?”
Der Söldner verstand ihre Verwunderung, wischte jedoch alle Bedenken beiseite. Awaiei sprach mit zittriger Stimme auf den großen Krieger ein, als sie verstand, wohin der Himmelsmensch gehen wollte. “Es ist nicht nötig, dass wir alle zum Stützpunkt aufbrechen. Bring sie zum Kelutral zurück Iley.” Dabei deutete er auf die immer noch hagere Ureinwohnerin. “Deine smuke wird mich begleiten, das sollte genügen.”
Iley wirkte trotz seines beherrschten Ausdrucks auf unerklärliche Weise erleichtert und Brian vermutete, dass es mit Awaiei zusammenhing. Nur flüchtig verabschiedeten sie sich voneinander, dann verschwand der imposante Na’vi mit seiner Geliebten im Unterholz. Eine Zeitlang waren noch ihre sanften Schritte zu vernehmen.
Fawn blickte ihn aufgeregt an. “Wir beide werden nicht reden?”
Nur mit Mühe konnte der Söldner das Verlangen unterdrücken, schallend loszulachen. Die kleine Jägerin konnte mit dem Begriff Diskussion nichts anfangen und nannte es schlicht und ergreifend reden. Oft endeten diese “Diskussionen” damit, dass sie ihn einen Trottel nannte und er einen Klaps erhielt, was ihre Missbilligung ausdrückte. Brian seufzte auf und erwiderte. “Nein Fawn, diesmal nicht. Du kommst mit mir. Jenkins ist ein Freund und wird mich nicht verraten.”
Das Na’vi Mädchen warf ihm einen merkwürdigen Blick zu, dann zeigte sie in die Richtung, wo sie die Basis vermutete und lief los. Der Söldner folgte ihr dichtauf, immer wieder erstaunt darüber, wie sicher sie ohne jedes Hilfsmittel ihren Weg fand. Fawn war wirklich eine begnadete Spurenleserin mit einem ausgeprägtem Orientierungssinn. Nach einiger Zeit lichtete sich der Urwald vor ihnen und der völlig demolierte Absperrzaun der ehemaligen Basis wurde erkennbar. Brian hatte richtig vermutet, dass der Stützpunkt ganz in der Nähe liegen musste. In der Ferne war das Donnern von laufenden Triebwerken zu hören und neugierig aber unter äußerster Vorsicht schlichen die beiden Geschöpfe auf das Gelände von RC-33. Schon bald traten sie einem äußerst verwunderten Empfangskomitee gegenüber.

******

“…Captain Priscett, darf ich vorstellen… meine muntxate, Fawn.”
Der hagere Kommandant riss die Augen hinter seiner Atemmaske auf. “…Ihre was…,” rief er verwundert und betrachtete erstaunt das für ihn seltsame Geschöpf. Priscett hatte zwar von den Ureinwohnern gehört, aber noch nie eines von ihnen zu Gesicht bekommen, schon gar nicht aus dieser unmittelbaren Nähe.
“Meine Frau, Sir. Wir sind vor Eywa vereint, auch wenn ihnen das vermutlich nicht viel sagen wird.”
Priscett musste schlucken, bewahrte aber dennoch seine Haltung. “Ich hörte davon… nun gut… da wir sie wahrscheinlich nicht umstimmen können…”
Brian schüttelte nur den Kopf und blickte an Priscett vorbei, wo im Hintergrund die Startvorbereitungen der verbliebenen Besatzung liefen.
Auf dem kleinen Rollfeld stand das gewaltige Valkyrie Shuttle mit warmlaufenden Triebwerken. Der Lärm und das Dröhnen der Düsen machte eine normale Verständigung kaum möglich.
“Sind Sie sich absolut sicher, dass wir Sie hier zurücklassen sollen?” Priscetts Adleraugen schienen den Söldner durchbohren zu wollen und zeigten eine leichte Spur von Unglauben und Fassungslosigkeit. Brian nickte nur unmerklich. “Ja Sir, mein Entschluss steht unverrückbar fest. Mit ernsten Gesicht, blickte der Kommandant zu dem Na’vi Mädchen auf. “Nun gut. Es ist ihre Entscheidung. Dann bleibt mir nichts anderes mehr übrig, als ihnen Glück zu wünschen.” Der Söldner schüttelte Priscetts Hand. “Danke Captain Priscett, das werde ich ganz sicher brauchen. Nach einer zackigen Ehrenbezeugung schritt der Kommandant zur Verladerampe des Shuttles. Jenkins, der sich bisher im Hintergrund gehalten hatte, packte Brian und umarmte ihn wortlos. “Du bist ein echter Haudegen, Brian. Dir ist klar das du völlig auf dich allein gestellt bist…”. Er ließ den Rest offen. “Ich kann nicht mehr zurück Jenkins. Das solltest du doch am besten verstehen…”, Brian deutete auf die kleine Jägerin neben sich…, “schon allein wegen ihr.”
Fawn hatte demonstrativ eine Hand auf seine Schulter gelegt und der Söldner vermeinte, ihre unbegründete Furcht und Unsicherheit, ob er es sich im letzten Moment doch anders überlegen würde zu spüren. Bei seinen Worten keuchte sie kaum merklich und ihre Finger verkrampften sich, ein Zeichen dafür, wie nervös das junge Mädchen war. Fawn blickte ihn mit ihren hübschen strahlenden Augen an und Brian machte eine aufmunternde Geste. Das Dröhnen der Triebwerke steigerte sich ins unermessliche und aus Richtung des Shuttles wurden laute Rufe vernehmbar. “Ich muss los Brian. Lebe wohl mein Freund. Wir werden uns wohl nicht wieder sehen.” Brian zuckte nur mit den Schultern und reichte Jenkins zum Abschied die Hand. “Wer weiß das schon mit Sicherheit.” Der blondhaarige Gefreite grinste und hechtete dann zum startbereiten Shuttle. Langsam fuhr die mächtige Verladerampe hoch und schloss sich schmatzend. Brian und die Jägerin traten fluchtartig ein paar Schritte aus dem Bereich der vor Hitze flimmernden Düsenöffnungen. Unter infernalischen Geheule schwang sich der gewaltige Gleiter nach Einleitung der Startfrequenz in den Himmel Pandoras und ließ die beiden Wesen unter sich zurück.

******

Mit einem kaum spürbaren Rucken dockte das Shuttle sanft an der riesigen ISV Rushing Arrow an. Kommandant Priscett ging an Bord und wandte sich dem provisorisch eingerichteten Zellentrakt zu. Eine letzte Amtshandlung galt es noch vor dem Rückflug zur Erde zu erledigen.
Willow sah mit düsterem Gesicht zu dem sich öffnenden Schott.
“Ah… sind Sie endlich zur Vernunft gekommen Priscett. Ich verspreche ihnen, wenn sie mich unverzüglich freilassen, werde ich vor dem Sie erwartenden Kriegsgericht ein gutes Wort für Sie einlegen. Statt ihrer Hinrichtung eine lebenslange Haftstrafe. “Nein… danken Sie mir nicht… ich weiß, ich bin viel zu großzügig.” Der Kommandant der Rushing Arrow sah mit einem wissenden Lächeln auf den angeketteten Oberst herab. “Ihre Freilassung… ja so könnte man es durchaus formulieren.”
Oberst Willow fiel der bösartige Unterton in der Stimme des Captains nicht auf und hielt ihm die ausgestreckten Arme entgegen. “Sehr gut und nun befreien Sie mich endlich von diesen verdammten Handschellen.”
Priscett nahm dem Gefangenen die metallischen Fesseln ab und sich die malträtierten Handgelenke reibend, stand der Oberst gelassen auf. Langsam kehrte die Zuversicht wieder zu Willow zurück, ein Zustand, der sich im nächsten Augenblick jedoch dramatisch änderte. Zwei Wachen betraten die kleine Zelle und nahmen Willow in ihre Mitte. “Was soll das bedeuten Priscett? Wollen Sie mich immer noch als ihren Gefangenen behandeln?”
Der Captain fuhr sich mit einer Hand durch die kurz geschorenen Haare und setzte seine Mütze wieder zurecht.
“Nehmt ihn mit!”, forderte der Kommandant des Raumschiffes die Soldaten auf. Ein schmatzendes Geräusch erzeugend, schloss sich das Schott hinter ihnen und die kleine Gruppe betrat einen nur spärlich erleuchtenden Gang. Willow keifte und zeterte, während er in einen Raum geschleift wurde, in dem sich außer ein paar Kisten und vom Alter deutlich gezeichneter Ausrüstungsteile nichts weiter befand. Einer der Soldaten gab ihm einen Tritt, worauf der völlig überraschte Oberst stolperte und auf dem stählernen mit Staub bedeckten Boden liegen blieb. Klackend wurden mehrere Waffen entsichert und Priscett trat neben seine Helfer. “Was soll das… was haben sie vor Priscett? Ich protestiere aufs schärfste…”. Willow starrte ungläubig in die Mündungen der auf ihn gerichteten Gewehre.
“Kraft meines Amtes verurteile ich sie wegen Hochverrats zum Tode, Oberst Willow!”
Der ehemalige Kommandant blickte entsetzt in Priscetts Gesicht, als zweifle er ernsthaft an der Zurechnungsfähigkeit des Captains.
“Muss ich es ihnen erst noch erklären, Oberst? Da wären zum einen unerlaubte Überführung von außerirdischen Lebensformen zur Erde. Des weiteren ihr Stabsarzt… dieser Schlächter. Wollen Sie abstreiten, dass Sie jahrelang seine kranken Machenschaften gedeckt und daran gut verdient haben?” Willow richtete sich verstört auf. “Ach darum geht es ihnen also Priscett. Hören Sie… wir können bestimmt eine Einigung erzielen. Sagen wir 50 zu 50 für uns beide? Ein neuer Arzt der Stillschweigen bewahrt ist schnell gefunden und ich versichere ihnen, es ist ein sehr lukratives Geschäft, was wir mit den Körpern der Ureinwohner betreiben.” Priscett zerfurchte seine Stirn, bei Willows Worten. “Sie sind ein Opfer ihres Berufs geworden, Oberst. Für Leute wie sie habe ich keine Verwendung, es tut mir leid.” Der Captain gab den ruhig wartenden Soldaten ein Zeichen. “Legt an!…". “Nein… warten sie…!” Willow wurde sich schlagartig seiner Situation bewusst und panische Angst erfasste ihn. Abwehrend erhob er seine Hände. “Feuer!”, rief der Captain ohne weiteres Zögern aus und Feuerblumen tanzten aus den Läufen der Waffen. Der Körper des Oberst wurde von unsichtbaren Kräften durchgeschüttelt und sackte leblos in sich zusammen. Das letzte Überbleibsel der RDA hatte damit sein unrühmliches Ende gefunden. Willows Leiche wurde aufgebahrt und dem Weltall übergeben, während dessen die ISV Rushing Arrow Kurs auf die Erde nahm und einer ungewissen Zukunft entgegen flog.

******

Brian schaute dem leuchtenden Lohen der Triebwerke nach, bis der helle Stern am Himmel in einem kurzen Aufblitzen verschwand. Fawn stand dicht hinter ihm und fuhr verspielt mit ihrer weichen Nasenspitze durch seine Haare. Dabei hielt ihn das Mädchen so fest umklammert, dass es ihm fast die Luft aus den Lungen presste.
“Nga yawne lu oer, ma Brian”, hauchte Fawn zärtlich in sein Ohr und kicherte.
Brian löste sich aus dem Griff und schaute direkt in ihre strahlend gelben Augen. Der Blick, dem sie ihm zuwarf, schien alles zu versprechen und dem Söldner wurde es kalt und heiß zugleich. “Komm mit mir, ma Brian. Lass uns nach Hause zurückkehren.”
Der Söldner ergriff ihre dargebotene zarte Hand und ein seltsames Gefühl ergriff von seinem Körper Besitz. Brian spürte mit jeder Faser, wie sehr er Fawn liebte und das ihr beider Schicksal, miteinander verknüpft war. Noch einmal schaute er hinauf, zum wolkenlosen blauen Himmel Pandoras. Es war die richtige Entscheidung, dachte Brian bei sich selbst und überglücklich folgte er der kleinen Jägerin in ein neues Leben.

******

Ende

@Copyright 2011 Eichhörnchen
« Last Edit: September 03, 2011, 06:30:43 pm by Eichhörnchen »
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Offline Neytiri2000

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Re: Eine Frage des Herzens Teil 3
« Reply #5 on: August 31, 2011, 07:33:01 am »
Die erwartungen zum 3. Teil deiner Geschichte ma Eichhörnchen haben sich sogar übertroffen
sie kann locker mit den anderen Teilen mithalten

wiedermal konnte man die gefühle der Charaktere gut nachvollziehen und sich die einzelnen szenen gut im Kopf abspielen lassen
außerdem finde ich auch diese kurzen schreckmomente immer sehr gut gelungen ( hier im Spoiler ein teil der mir sehr gefiel dazu)

Aber auch die kuschelszenen mit Fawn sind wieder echt toll aber leider nur wiedermal viel zu kurz führ meinen geschmack  ;D
Obwohl ich weiterhin mich auf Fortsetzungen freuen würde wäre eine Pause für dich ein Verdienter lohn  ;)

Trotzdem hoffe ich in zukunft weitere abendteuer der Kleinen Jägerin lesen zu dürfen  :D

Mit freundlichen Grüßen dein Neytiri2000
Zitate:

Jake Sully: Ich möchte kein Mitleid, wenn du Fair behandelt werden willst, bist du auf dem Falschen Planeten.

Offline taronyu'uk

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Re: Eine Frage des Herzens Teil 3
« Reply #6 on: August 31, 2011, 10:40:39 am »
Wie immer ausgezeichnet
gut zu lesen usw 8) 8) 8)

freu mich schon auf Teil 4 soweit es ihn gibt




P.S. Ma 'eveng te atan arbeitest du wieder am hörbuch von zwei und drei?

Offline Toruk'makto

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Re: Eine Frage des Herzens Teil 3
« Reply #7 on: August 31, 2011, 02:45:40 pm »
Kaltxì
Wow cool es gibt einen neuen Teil... :)
hoffe das ich in den nächsten Tagen gleich zum lesen komm, da die ersten teile echt der Knüller waren.  ;)
Vielen Dank schonma an dieser Stelle im Vorraus.  :) :) :)
Die Himmelsmenschen haben uns eine Botschaft gesandt, dass sie sich alles nehmen können was sie wollen und dass niemand sie aufhalten kann. Aber wir schicken ihnen auch eine Botschaft; fliegt so schnell wie euch der Wind nur tragen kann; ruft die anderen Clans herbei. Sagt ihnen Toruk'makto ruft sie zu sich. Ihr fliegt jetzt mit mir. Meine Brüder, Schwestern und dann zeigen wir den Himmelsmenschen, dass sie sich nicht alles nehmen können was sie wollen und dass dies unser Land ist.

Offline Tsu'tey

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Re: Eine Frage des Herzens Teil 3
« Reply #8 on: September 02, 2011, 06:36:31 pm »
Mein lieber Robert,

Ich spreche dir ein ganz großes Danke für diese Geschichte aus ! Ich bin über die Entwicklungen fast vom Stuhl gefallen, und bin fastziniert und begeistert zugleich. Ich habe schon lange nicht mehr so tolle geschriebene FF gelesen! Du hast etwas tolles geschrieben und geschaffen!

Grüße Marco

Ich bleibe in Erinnerung. Ich habe mit Toruk Makto gekämpft. Und wir waren Brüder. Und er war mein letzter Schatten.

Offline Eichhörnchen

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Re: Eine Frage des Herzens Teil 3
« Reply #9 on: September 03, 2011, 04:50:02 pm »
Kaltxì ma aysmukan si aysmuke

Danke für die positven Bewertungen. Die kleine Liebesgeschichte ist nun mit dem 3 Teil abgeschlossen.
Es wäre stellenweise durchaus noch Ausbaufähig gewesen, z.B. wollte ich Fawns sempul einfügen, aber irgendwo mußte auch mal Schluß sein. Da war es unvermeidlich einige Abschnitte zu streichen.

Aber auch die kuschelszenen mit Fawn sind wieder echt toll aber leider nur wiedermal viel zu kurz führ meinen geschmack  ;D

Naja... manchmal ist weniger eben deutlich mehr und ansonsten wäre es nur irgendwie Schmutzig geworden.
Für den Rest habt ihr eure Fantasie und Kopfkino ist auch eine feine Sache beim lesen.
Zu deiner Geschichte habe ich dir ja etwas per PM geschickt und dich ebenso wie ich es neulich bei Ricardo getan habe, über das Karma System bewertet.
Ich finde das sagt mehr aus als Tausend Worte.

Wow cool es gibt einen neuen Teil... :)
hoffe das ich in den nächsten Tagen gleich zum lesen komm, da die ersten teile echt der Knüller waren.

Auch dir meinen Dank. Ich bin sicher Teil 3 wird dich nicht Enttäuschen.

freu mich schon auf Teil 4 soweit es ihn gibt

Ich denke mal wahrscheinlich nicht. Die Rückmeldungen die vergangene Woche waren doch eher verhalten...
Allein der Abschluß hat jetzt mehrere Monate Schreibarbeit in Anspruch genommen und die Zeit fehlt dann logischerweise wieder irgendwo anders. Ich habe auch das Gefühl, das lange Geschichten wohl leider nicht so oft gelesen werden und in kurzen kann ich nicht alles unterbringen, was die Handlung betrifft.

Btw. ich habe die Zusage bekommen das ´eveng te atan Teil 2 und 3 noch als Hörbuch rausbringen wird. Allerdings keine genaue Angabe wann, denn so etwas benötigt Zeit.

@Neytiri2000

Vielleicht schreibe ich dir mal deine "Kuschel Geschichte" mit Fawn. Aber ob und wann möchte ich jetzt nicht versprechen. Im Moment fehlt mir ehrlich gesagt, ein bisserl die Motivation.

Nachtrag: Hier alle 3 Teile im handlichen PDF Format.


Viele liebe Grüße,

Euer Eichhörnchen
« Last Edit: January 11, 2012, 12:41:37 pm by Eichhörnchen »
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Offline tsmukan_stephen

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Re: Eine Frage des Herzens Teil 3
« Reply #10 on: September 04, 2011, 12:41:07 pm »
Kaltxi,

ma tsmukan Eichhörnchen, ich danke Dir für diese schöne Story! :D ;D

Auch wenn ich eher passiv mitlese, habe ich die Prozentzahl der Fertigstellung mit Spannung verfolgt.  ??? ::)
Den dritten Teil mußte ich einfach abends im Hotel lesen (war bei Sony zur Schulung).  :P 8)

Ich würde am liebsten trotz aller Gegenstimmen Deine Story verfilmen....

Aber die anderen und vor allem Du selbst, Ihr habt recht, entweder müßten gewaltige Abstriche an der Qualität
des Filmes gemacht werden oder er ist für uns schlicht so nicht realisierbar.

AAAAAber , man wird sehen, Jim hat ja das Drehbuch zu Avatar auch 10 Jahre liegenlassen ("... war nicht die richtige Zeit...")

Von mir gibt es für die gesamte Arbeit und die schönen Stunden beim Lesen nochmal ein Karma-Pünktchen!

Nochmals DANKE !!!

tsmukan_stephen

Unsere Seite zum Treffen in Leipzig: http://www.LearnFromPandora.de

Wir haben die Erde von unseren Eltern nicht geerbt,
sondern wir haben sie von unseren Kindern nur geliehen.
(Uraltes indianisches Sprichwort)

Offline Irityen

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Re: Eine Frage des Herzens Teil 3
« Reply #11 on: September 08, 2011, 04:51:59 pm »
So ich habe es nun auch geschafft den dritten Teil zu lesen. Ich wollte es gleich in einen Stück durchlesen um es richtig genießen zu können und das ging leider nicht früher.
Tja was soll ich sagen. Wieder toll geschrieben und mir sind auch keine Logik Fehler aufgefallen. Auch hier bin ich wieder ganz in die Welt Pandora eingetaucht und war direkt etwas traurig als es zu Ende war. Für mich die bis jetzt beste Geschichte die ich hier lesen durfte.
Etwas traurig stimmt mich jetzt das ich nichts mehr von Fawn und Brian hören soll. Gerade meine romantische Ader würde da gerne noch mehr von lesen. :)
Oel Ngati Kameie
                          Irityen

Offline Eichhörnchen

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Re: Eine Frage des Herzens Teil 3
« Reply #12 on: September 10, 2011, 06:19:39 pm »
Kaltxì ma aysmukan si aysmuke


Auch euch beiden meinen Dank für die netten Bewertungen und das Karma.
Freut mich das der Abschluss allgemein gefallen hat und die Charakteure bzw. Handlungsträger ihre Fans haben. :D

Wieder toll geschrieben und mir sind auch keine Logik Fehler aufgefallen.

@Irityen

Diesmal war es ein richtiger Balanceakt. Wie du siehst habe ich was die gesamte Geschichte angeht auf unnötige Gewalt verzichtet. Viel wichtiger waren mir immer die Gefühle und die Glaubwürdigkeit der einzelnen Personen.
Soweit ich aus den Rückmeldungen ersehe, ist der Ausgang der Geschichte wohl soweit in Ordnung. Das war etwas was mir am meisten Kopfzerbrechen bereitet hat.
Okay die Angst vor einem unentdeckten Logik Fehler natürlich auch.
Was nun deine Bemerkung im Spoiler betrifft...


Trotzdem sehr schön wie aufmerksam du das ganze verfolgst. Da macht das schreiben gleich noch mal soviel Spaß.

Etwas traurig stimmt mich jetzt das ich nichts mehr von Fawn und Brian hören soll. Gerade meine romantische Ader würde da gerne noch mehr von lesen. :)

Ohja diese Aussage hat mich doch etwas betroffen gemacht und sehr zu meiner Entscheidung beigetragen... siehe unten im Post. :-[

@Ricardo

Vielen Dank für deine umfangreiche und wirklich informative, sowie motivierende Rückantwort per PM.
Ehrlich gesagt habe ich mich und die Geschichte so nie gesehen. Das ist einfach nur…. :-[ Oder besser …. :-*

Aus deiner Antwort sehe ich das wir viele Gemeinsamkeiten haben. Den Ehrgeiz alles Perfekt zu machen, unsere Selbstkritik das wir mit unseren Ergebnissen nie recht zufrieden sind und die Liebe zu unseren Handlungsträgern die diese so überaus lebendig werden lässt. :-*
Letzteres mag jetzt vielleicht für manchen etwas unverständlich klingen, aber Ricardo weiß wie es gemeint ist. ;)

Mit fehlender Motivation meinte ich allerdings nicht, das ich im Moment keine Ideen mehr habe oder gar eine Schreibblockade. Vielmehr habe ich überlegt, ob umfangreiche und komplexe Geschichten überhaupt noch gelesen werden, oder ob nicht Kurzgeschichten und einzelne in sich abgeschloßene Episoden mehr gefragt sind. :-\

Nun sind es ja doch noch einige Rückmeldungen geworden.

Ich sage es mal so. Nach einigen Tagen Schreibpause, habe ich festgestellt das mir irgendetwas fehlt und ich es vermisse mir Abenteuer mit der kleinen Jägerin auszudenken.
Ich schreibe hier nun schon fast so lange an meiner Fan-Fiction Triologie, wie ich im Forum angemeldet bin. Da kann man nun nach Fertigstellung, nicht so einfach aufhören. Oder wie ich es hier neulich jemanden schrieb...
Mittlerweile ist das schreiben und Abenteuer ausdenken, für mich ein Hobby zum Hobby ( Avatar ) geworden.
Mir und vermutlich den meisten anderen auch, ist schon bewußt, das es in letzter Zeit im Forum merklich stiller geworden ist.
Nur wenn jeder hier jetzt seine Projekte einstellt, ist auch niemanden im Forum damit geholfen.

An dieser Stelle auch noch mal meinen Dank an Plumps, der mich ebenfalls angespornt hat weiter zu machen. :D

Ein kleiner Hinweis zu meinen nächsten Abenteuern.

Die neue Geschichte wird den Titel “Wie Blätter im Wind” erhalten und ist in 3 Kapitel unterteilt.

Teil 1 “Jäger und Gejagte
Teil 2 “Klagelied einer Jägerin
Teil 3 “Zarte Bande

Fawns sempul wird darin nun endlich eine maßgebliche Rolle spielen. Teil 1 ist der grobe Handlungsverlauf schon fertig. Vorsichtig geschätzt, was mein bisheriges Schreibtempo angeht, würde ich sagen, das die komplette Geschichte dann in 9-10 Monaten wieder abgeschlossen ist. Vermutlich wird es aber diesmal deutlich länger dauern, da wie gesagt Zeit immer viel zu knapp ist. :'(

Bei Gelegenheit teile ich wie schon zuvor, den Produktionsstatus des ersten Kapitels mit.

Hayalovay,

Euer Eichhörnchen
kxetse sì mikyun kop plltxe


Offline Tsu'tey

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Re: Eine Frage des Herzens Teil 3
« Reply #13 on: September 10, 2011, 06:26:07 pm »
 :o :o Eine brilliantes Schmankerl vor dem zu Bett gehen von dir, da freue ich mich jetzt schon auf spannendes lesen !

Ich bleibe in Erinnerung. Ich habe mit Toruk Makto gekämpft. Und wir waren Brüder. Und er war mein letzter Schatten.

Offline tsmukan_stephen

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Re: Eine Frage des Herzens Teil 3
« Reply #14 on: September 11, 2011, 05:27:31 am »
Ma Eichhörnchen,

danke für Deinen Entschluß, Brian und Fawn nicht so einfach in die "Senke des Vergessens" abgleiten zu lassen! :-*

Wie Dir bestimmt auch andere schon geschrieben haben, hast Du die Charaktere brilliant gezeichnet und auch mit einem,
vielleicht noch weiter ausbaubaren, Handlungsbogen versehen.  ;)
Der Charakters Trudy wurde von Jim ja auch erst nach der Besetzung mit Michelle mit einer Handlung
und einem Handlungsbogen versehen, als Michelle anfing, den Charakter 'zu leben' ...::)

Ich würde Dein Buch glatt kaufen, wenn da hinten drin steht: "Fortsetzung folgt..:"  ;D (nein, keine Bedingung, wäre aber schööön...)
 
Darf ich Auszüge deiner Geschichte meinen Schülers geben, um daraus (als Übung) Drehbücher schreiben zu lassen? 8)
Die ganze Geschichte als Drehbuch umzusetzen dauert zu lange.
Die daraus entstehenden Bilder und Szenen würde ich Dir dann wieder zur Verfügung stellen...  :D ;)

Ich fasse es mal so zusammen: Bitte schreib weiter, ich bin schon sehr gespannt auf Fawn's sempul. Den will ich schon noch kennenlernen.

Möge die Macht mit Dir sein, Eywa ngahu!

tsmukan_stephen
« Last Edit: September 11, 2011, 03:50:27 pm by tsmukan_stephen »
Unsere Seite zum Treffen in Leipzig: http://www.LearnFromPandora.de

Wir haben die Erde von unseren Eltern nicht geerbt,
sondern wir haben sie von unseren Kindern nur geliehen.
(Uraltes indianisches Sprichwort)

Offline Tsu'tey

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Re: Eine Frage des Herzens Teil 3
« Reply #15 on: September 13, 2011, 07:31:45 pm »
Klingt klasse ! Würde mich natürlich auch wieder über etwas von Iley freuen  ;)

Ich bleibe in Erinnerung. Ich habe mit Toruk Makto gekämpft. Und wir waren Brüder. Und er war mein letzter Schatten.

Offline Ricardo

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Re: Eine Frage des Herzens Teil 3 tìpawm txe’lanä hapxì apxeyve
« Reply #16 on: September 16, 2011, 12:37:04 pm »
ENDLICH habe ich es nun geschafft, zu Ende zu lesen.
Erst das Negative.
Das sind aus meiner Sicht die Rechtschreibfehler. Leider haben sie sich schon gehäuft. Aus der Erinnerung heraus kann ich nun nicht sagen, ob das bei den ersten beiden Teilen auch so war oder ob ich es mir nur einbilde.
Da mir solche Dinge beim Lesen gleich auffallen, stören sie auch meinen Lesefluss.
Aber über die Sache haben wir ja schon geredet.

Die Handlung selbst ist für mich etwas schwierig einzuordnen. Größtenteils habe ich noch Erinnerungen an den ersten Teil, der mich sehr gefesselt hat. Frag mich nicht, wo meine Erinnerungen zum zweiten Teil abgeblieben sind, da sind es leider nur lichte Momente, gerade gegen Ende, die mir in den Sinn kommen.
Verglichen dazu kommt mir Teil 3 etwas ... dahinplätschernder, stiller vor. Schwer, es in Worte zu fassen.
Als Teil eines "Dreiakters" ist das so nicht schlecht, auch ein ruhiges Ausklingen hat seine schönen Seiten. Dafür hast du mich sehr mit den Gefühlsbeschreibungen beeindruckt. Ich konnte da gut mitfühlen.

Um niemanden zu spoilern, setze ich meine geschichtsbezogenen Bemerkungen in Spoiler:



Mittlerweile habe ich dir eine kleine Karmaerhöhung verpasst!

Mir hat gefallen, wie du die einzelnen Charaktere aufgebaut hast. Jeder ist authentisch. Und es weckt Lust auf mehr. Gerade Fawn, ihr Bruder und dessen Geliebte haben es mir angetan. Gerade von denen würde ich sehr gerne mehr lesen.

Dass du bereits an einer Fortsetzung schreibst, stimmt mich da sehr zuversichtlich.
Ich bin gespannt auf mehr!

Offline Toruk'makto

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Re: Eine Frage des Herzens Teil 3 tìpawm txe’lanä hapxì apxeyve
« Reply #17 on: September 16, 2011, 02:19:32 pm »
Kaltxì
Also ich habs etz auch endlich mal geschafft die Geschichte zu lesen...  ;D
... und muss sagen das Diese mal wieder richtig gut gelungen ist.  :D :D :D
Ich weiß immernoch nicht wie Leute so ein Talent zum schreiben haben können, aber es is gut das es solche gibt, sonst hätt man ja net so superdolle Fanarts, die einfach Spass beim lesen amchen.  :) :)
Über konkrete Kritik melde ich mich mal wieder per PM  :)
Kìyevame
Die Himmelsmenschen haben uns eine Botschaft gesandt, dass sie sich alles nehmen können was sie wollen und dass niemand sie aufhalten kann. Aber wir schicken ihnen auch eine Botschaft; fliegt so schnell wie euch der Wind nur tragen kann; ruft die anderen Clans herbei. Sagt ihnen Toruk'makto ruft sie zu sich. Ihr fliegt jetzt mit mir. Meine Brüder, Schwestern und dann zeigen wir den Himmelsmenschen, dass sie sich nicht alles nehmen können was sie wollen und dass dies unser Land ist.

Offline Eichhörnchen

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Re: Eine Frage des Herzens Teil 3 tìpawm txe’lanä hapxì apxeyve
« Reply #18 on: September 18, 2011, 03:55:03 am »
Kaltxì ma aysmukan si aysmuke

Erst einmal Danke an euch beide, das ihr die Zeit dafür gefunden und keine Mühen gescheut habt, den wirklich relativ langen Abschluß der Geschichte durchzulesen.

Das sind aus meiner Sicht die Rechtschreibfehler. Leider haben sie sich schon gehäuft. Aus der Erinnerung heraus kann ich nun nicht sagen, ob das bei den ersten beiden Teilen auch so war oder ob ich es mir nur einbilde.

Ups... und ja du hast Recht. Das ist mir leider auch nach Veröffentlichung aufgefallen. Liegt wohl zum Teil in der enormen länge des Textes begründet. Beim ständigen Durchlesen, bin ich ein bisserl Betriebsblind geworden. Ich finde jetzt immer noch Fehler, sogar an Stellen, wo es mir gar nicht aufgefallen war. Weil ich hab den Kompletten Text im Kopf und lese ihn dabei dann so, "übersehe" aber beim korrigieren, was dort wirklich steht bzw. ich getippt habe. Hmm... etwas schwer jetzt zu erklären... :-[

Trotzdem... wir hatten ja neulich etwas abgesprochen. Ich werde dir die Tage mal die ersten beiden Abschnitte der neuen Geschichte zusenden und du guckst drüber. Habe mich die letzte Zeit, mit der neuen Rechtschreibreform verstärkt auseinander gesetzt und hoffe das es nun passt und Fehlerfrei ist. Ist ja nicht so das ich nichts verbessern möchte.
Auch wenn die Abschnitte der Story noch nicht Handlungsrelevant sind, bitte ich dich um... :-X :-X :-X

Zu deinen Bemerkungen in den Spoilern:


Dasselbe beim Oberst. Wenn du alle drei Teile nocheinmal durchliest, wirst du feststellen, das ihm ein Leben egal welcher Spezies überhaupt nichts bedeutet. Siehe Teil 1 wo er Na'vi ohne Skrupel Hinrichtet. Teil 2 wie er seine eigenen Leute schleifen tut und dabei kindliche Freude verspürt. Willow wird nur noch von Hass und Rachegedanken getrieben.


Ich hatte erst überlegt, das alles auszubauen auch andere Handlungsabschnitte, aber wie gesagt, dann wäre die Geschichte bald ein kleines Buch geworden und wer soll sich das dann noch durchlesen. :-\

Mittlerweile habe ich dir eine kleine Karmaerhöhung verpasst!

Mir hat gefallen, wie du die einzelnen Charaktere aufgebaut hast. Jeder ist authentisch. Und es weckt Lust auf mehr. Gerade Fawn, ihr Bruder und dessen Geliebte haben es mir angetan. Gerade von denen würde ich sehr gerne mehr lesen.

Vielen Dank dafür. :D
Das zeigt mir, das dann doch nicht alles verkehrt war und die Handlungsträger wieder zu gefallen wußten. :-*
Gerade in Bezug auf den Abschluß der Rahmenhandlung war ich mir wirklich unsicher.
Faszinierend wie Iley immer beliebter wird, wo er Anfangs erst als Lückenfüller gedacht war. Mittlerweile ist er aus der Handlung, einfach nicht mehr wegzudenken.
Hätte ich im Dezember 2010 gewußt oder geahnt, was sich aus dieser Geschichte entwickelt, wäre so einiges im Handlungsablauf sicher anders geschrieben worden. :-\
Allerdings interessant wie unterschiedlich die Geschichte und die Charakteure gesehen und bewertet werden. Jeder Leser hier hat seinen / seine eigenen Lieblinge. :D
Im nächsten Teil werden wieder neue Charakteure eingeführt und ich hoffe, das sie genauso gefallen und gefühlvoll rüberkommen, wie die schon vorhandenen. :-*

Ich weiß immernoch nicht wie Leute so ein Talent zum schreiben haben können, aber es is gut das es solche gibt, sonst hätt man ja net so superdolle Fanarts, die einfach Spass beim lesen amchen.  :) :)
Über konkrete Kritik melde ich mich mal wieder per PM  :)

Freut mich das es dir wieder so gut gefallen hat. Das motiviert doch ungemein. :D
Du kannst deine Kritik auch gerne hier posten. Ich habe keine Probleme damit und für Kritik und Meinungsaustausch ist der Thread ja auch gedacht.
Mein Ziel ist es ja im Laufe der Zeit besser zu werden und das kann ich nur, wenn mir jemand sagt wo die Fehler liegen. :-*

An dieser Stelle dann nochmals meinen Dank an alle die sich meine Textwüsten durchgelesen haben. Allerdings befürchte ich das die nächste Geschichte wieder mindestens genauso lang wird. :-\


Viele liebe Grüße,

Euer Eichhörnchen
kxetse sì mikyun kop plltxe


Offline Tocuteyu

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Re: Eine Frage des Herzens Teil 3 tìpawm txe’lanä hapxì apxeyve
« Reply #19 on: September 28, 2011, 03:31:25 am »
Kaltxi ma Robert

Sich durch Deine * Textwüsten  ;D * zu graben ist schlichtweg ein Genuss.

Ich habe seit dem Weggang / Verschwinden ??!! von Dreamdancer ( Story :  Iknimaya Die Treppe zum Himmel )
nicht mehr so sehr in einer Story * dringesteckt *.
Manchmal ist etwas Leerlauf im Büro doch zu etwas nutze.   ;)  ;)

Du baust Deine Charaktere sehr präzise auf und füllst sie mit Leben.

Den Rest besorgt dann ( Du hattest es schon erwähnt ) das * Kopfkino *.  :)

Ich konnte einfach nicht mehr aufhören zu lesen.

Dein Vorhaben, die Story weiterzuführen, kann ich nur begrüssen.

Ich kann es kaum erwarten, den Weg von Fawn und Brian in erster Linie, aber auch den von Awaiei, Iley und Eyaye, weiter begleiten zu dürfen.

Manchmal wird der Wunsch, dass alles doch nicht nur ein Film ist, schon erschreckend übermächtig.  ;)  ;)

LG aus Dortmund

Nico

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*Es gibt zwei Dinge, die unendlich sind : das Universum und die Dummheit der Menschen, wobei ich mir beim Universum nicht sicher bin.*  "Albert Einstein"

 

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