Author Topic: Meldeläufer Yui  (Read 1184 times)

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Offline Eichhörnchen

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Meldeläufer Yui
« on: April 04, 2015, 01:01:42 pm »
Meldeläufer Yui



Das deutsche Kaiserreich in den Herbsttagen des Jahres 1914.
Yui Matsunaga geborene Maienwald ist das Kind zweier Welten. Als Tochter eines hohen deutschen Offiziers und einer japanischen Geisha schlagen ihr oftmals Misstrauen und Verachtung ob ihrer Herkunft entgegen, etwas, dass durch ihr fremdländisches Aussehen noch verstärkt wird. Diese Situation verschlimmert sich, als der Krieg ausbricht und Japan unter Kaiser Yoshihito der Entente beitritt. Die bisher zumeist hinter vorgehaltener Hand gezeigte Ablehnung wechselt in offenen Hass. Einzig beschützt von ihrer Zofe Greta, durchlebt das Mädchen die Wirren dieser Zeit. Immer mehr Staaten werden in das Chaos hineingezogen und schnell wird klar, dass dieser Krieg anders als alle vorangegangenen ist. Eine neue Waffe wird zum Alptraum der Soldaten im Feld und ihrer Hinterbliebenen in der Heimat. Giftgas. Hilflos muss Yui mit ansehen, wie die Transporte ständig neue Kriegsversehrte, zumeist schrecklich entstellt, nach Hause bringen. Während das Schlachtenglück der Mittelmächte hin und her wogt, wird ihr Vater an der Ostfront schwer verletzt. Als das Oberkommando schließlich die Einheit ihres Angetrauten Lian nach Verdun beordert, dass unter den Soldaten die Bezeichnung Knochenmühle trägt, fürchtet Yui, alles was ihr Herz so sehr begehrt, zu verlieren. In ihrer Verzweiflung fasst sie einen verwegenen Plan, wohl wissend, dass er sie leicht das Leben kosten kann. Doch Yui kennt nur ein Ziel: Lian noch einmal zu sehen, um ihm ihre Liebe zu gestehen.

Yui zog abgestorbene Pflanzenreste aus dem Beet vor ihren Füßen und seufzte. Welch sinnlose und unerquickliche Arbeit. In wenigen Tagen würde alles wieder gleich aussehen. Ein kaum merkliches Kopfschütteln. Es half nichts, mit dem Schicksal zu hadern. Der Garten war ihre kleine Welt, eine Fluchtmöglichkeit, um aus dem düsteren, oftmals eintönigen Alltag zu entfliehen. Um sie herum herrschte das vertraute Zwitschern der Vögel, dem sie unbewusst lauschte, doch da war noch etwas. Das Geräusch eines Fahrrads, dessen Kette nach Öl schrie, erweckte ihre Aufmerksamkeit und lenkte sie von ihren einsamen Betrachtungen ab. Verwundert wanderten ihre Blicke den Weg entlang, dessen einzige Bestimmung darin gipfelte, die beiden nahe gelegenen Ortschaften miteinander zu verbinden. Die Silhouette eines Mannes zeichnete sich gegen den Horizont ab, oder war es vielleicht noch ein Junge? Auf diese Entfernung ließen sich Details nur schwer ausmachen. Zusätzlich brannte die Sonne herab und bedeckte das Land unbarmherzig mit ihren blendenden Strahlen. Angestrengt blinzelnd sah Yui dem Fremden entgegen, der mittlerweile gemächlich strampelnd die äußere Umfriedung des Anwesens erreicht hatte. Auf ihrer Höhe hielt er in seinen monotonen Bewegungen inne und setzte einen Fuß ab.
“Kann ich etwas für Euch tun?”
Der Unbekannte blickte sie an und Yui bemerkte, wie sehr er mit den passenden Worten rang.
“Bitte verzeiht. Ich sah Euch und wollte … .”
Yui ließ das Werkzeug achtlos fallen und schritt an den Zaun heran. “Ihr wolltet was? Sprecht bitte! Ich habe nicht den ganzen Tag Zeit.” Ihre Blicke trafen sich und Yui packte die Gelegenheit beim Schopf, ihn näher zu betrachten. Er mochte zwanzig Lenze alt sein, also nur unwesentlich mehr als sie selbst.
“Ich habe noch niemals ein Mädchen wie Euch gesehen. Wer seid Ihr? Gehört Ihr zur Gefolgschaft dieses Hauses?” Seine Wortwahl war irritierend. Nicht abwertend, eher äußerst unbeholfen. Yui befand sich gerade in der richtigen Stimmung und beschloss, den Jungen etwas zu necken, um ihn aus der Reserve zu locken.
“Warum interessiert Euch das überhaupt? Was denkt Ihr, wer oder was ich bin? Vielleicht ein Bauerntrampel oder eine verwunschene Prinzessin?”
“Also nun … ich … .”
“Wie Ihr sicherlich bemerkt habt, arbeite ich hier. Ist Eurer Neugier damit Genüge getan?” Yui versuchte aus dem Jungen schlau zu werden und so bemerkte sie erst viel zu spät, wie ihre Zofe von hinten heran geeilt kam.
“Herrin! Herrin! Kommt schnell. Euer Vater wünscht Euch zu sprechen.”
“Herrin?” Der Fremde auf dem Rad starrte sie ungläubig an.
“Aber eben sagtet Ihr doch noch … .”
Yui verzog missmutig das Gesicht. “Danke Greta, du dummes Miststück!”
Ein wenig bedauerte sie es. Gerne hätte sie den Jungen noch etwas hinsichtlich ihres Standes an der Nase herumgeführt.
“Ich muss mich nun von Euch verabschieden. Mein Herr Vater wartet nicht gerne.” “Einen Moment noch. Darf ich Euch morgen wieder sehen?”
Yui biss sich auf die Lippe, während unzählige Gedanken durch ihren Kopf schossen. Was wollte er von ihr? Vielleicht erlaubte er sich nur einen Spaß, um sie bei passender Gelegenheit auflaufen zu lassen. Andererseits sah er ganz nett aus, wenn sie ehrlich zu sich selbst war, dann sogar richtig gut.
“Seid Ihr so erpicht darauf, ein Mädchen bei der Feldarbeit zu beobachten? Ich bin sicher Ihr habt bestimmt Besseres zu tun.”
“Wartet! Verratet mir wenigstens Euren Namen.”
Mitten im Schritt verhielt Yui und wandte sich mit einem frechen Ausdruck auf ihrem Gesicht zu dem Jungen um. “Mein Name ist Yui. Yui Matsunaga!”

Yui sah dabei zu, wie sich der Himmel über dem Land rötlich färbte mit einer Schönheit, die sie immer wieder in Erstaunen versetzte. Ohne, dass es ihr bewusst wurde, begannen ihre Finger sanft gegen das Fenster zu tippen.
“Was habt Ihr, Herrin? Ist es wegen dieses Jungen? Was wollte er von Euch?”
“Wenn ich das wüsste. Er hat mich angesprochen. Ich bin ihm wohl irgendwie aufgefallen.”
“Das verwundert mich nicht. Ihr seid ein außerordentlich hübsches Mädchen.” “Findest du, Greta? Was ist an mir schon Besonderes? Dazu meine feuerroten Haare. Ihr wisst, was die Leute über mich sagen?”
“Ja Herrin. Ich habe es oft genug vernommen. Sie nennen Euch eine Hexe, die ihrem Vater den Kopf verdreht hat, damit er Euch nicht davonjagt.”
“Ich hasse sie dafür, indem gleichen Maße, wie sie mich verachten!”
“Werdet Ihr Ihn wieder treffen?”
Yui zuckte unschlüssig mit den Schultern. “Ich weiß es nicht. Warten wir den morgigen Tag ab.”
“Wenn es Euer Wunsch ist, könnte ich etwas über ihn in Erfahrung bringen.”
Sie überlegte flüchtig und traf in Windeseile ihre Entscheidung.
“Nein! Ich werde ihn selbst fragen, das heißt, wenn er mich überhaupt noch mal aufsuchen kommt. Du darfst jetzt gehen Greta, ich habe heute keine weiteren Arbeiten mehr für dich.”
“Sehr wohl, Herrin.”
“Ach Greta … .”
“Herrin?”
“Zu keinem ein Sterbenswort, nicht mal zu meinem Vater!”
Ihre Zofe nickte und verschwand.
Gedankenverloren legte Yui sämtliche Kleidung ab und schichtete sie auf dem Hocker neben ihrem Bett auf. Ein herzhaftes Gähnen. Die Gartenarbeit hatte sie doch mehr angestrengt, als sie sich selbst eingestehen wollte. Ihr Blick fiel auf den gewaltigen Standspiegel. Es war, als habe sich die Natur aller Eigenschaften ihrer Eltern bedient und sich mit ihr einen Spaß erlaubt.
“Nur ist mir nicht zum Lachen zumute. Ich sehe wirklich aus wie eine Hexe.”
Mit einem Aufstöhnen ließ sie sich auf ihre geräumige Schlafstatt fallen. Eine Weile sah Yui zur Decke, dann zum Fenster hinüber, doch so sehr sie sich auch bemühte wollte sich kein Schlaf einstellen. Der Junge ging ihr einfach nicht mehr aus dem Kopf.

Yui grub den Boden auf und entfernte überflüssiges Unkraut, dass sich in einem nie versiegenden Quell zwischen den sauber angelegten Beeten ausbreitete. Von ihrem heimlichen Verehrer war bisher keine Spur zu entdecken. Ihre Erwartungshaltung wich immer mehr einem unstillbarem Verlangen Ihn wieder zu sehen. Yui vermochte nicht zu sagen, wie sie darauf kam, spürte aber tief in ihrem Inneren, dass es so war. Ein beklemmendes Gefühl schlich sich in ihr Herz.
“Dabei kenne ich noch nicht einmal seinen Namen.” Das Angebot ihrer Zofe, kam ihr in den Sinn. Greta würde es ganz sicher herausfinden, wenn der Junge in der Gegend wohnte. Sie verstand es, wie kaum ein anderer, ihren Gesprächspartnern Informationen zu entlocken. Ihre offenherzige Art und das adrette Äußere trugen noch dazu bei, dass sich nur die Wenigsten ihrem Charme entziehen konnten und bereitwillig alles preisgaben. Yui drückte etwas Erde fest, wo sie vorher ein eingetrocknetes Grasbüschel herausgezogen hatte. Mittlerweile stand die Sonne hoch am Himmel und Ernüchterung machte sich in ihr breit. Der geheimnisvolle Fremde ließ sich einfach nicht blicken. Fast hätte sie es sich ja denken können. Sie vermochte nicht genau zu bestimmen, wie lange sie schon tätig war, doch gerade als sie beschloss, dass es für heute genug sei, vernahm sie das charakteristische Kratzen der rostigen Fahrradkette, wie am Tage zuvor. Erwartungsvoll sah sie zu, wie der Junge sein Gefährt am Zaun abstellte und gekonnt über die Absperrung sprang. In diesem Moment begann das Blut in ihren Ohren zu rauschen und nur mühsam zwang sie sich dazu, ihm nicht einfach entgegen zu rennen.
“Da bin ich wieder.”
Yui konnte ob seiner flapsigen Art nur mit dem Kopf schütteln. Er wusste vermutlich wirklich nichts über sie, doch noch mahnte eine innere Stimme zur Vorsicht. So sagte sie ernster als beabsichtigt.
“Ihr seid später als gestern. Fast hätte ich vermutet, dass es Euch mit Eurem Anliegen doch nicht so ernst war.”
“Es lag nicht in meiner Absicht Euch warten zu lassen. Ich hoffe Ihr könnt mir noch einmal … .”
“Schon gut.” Insgeheim musste sie lächeln. Der Junge besaß Manieren, ganz anders als die Bauernlümmel aus den nahen Dörfern, die ihr immer ungezogene Dinge nachriefen. Yui rieb ihre schmutzigen Hände an der Schürze ab. Wie eine herrschaftliche Dame wirkte sie in diesem Moment ganz sicher nicht und ihr Verhalten ebenso wenig angetan, diesen Eindruck zu erwecken. Der fremde Junge nahm davon jedoch keinerlei Notiz. Ihre Blicke trafen sich und nach einem Moment des Zögerns meinte er zu ihr:
“Wollt Ihr denn gar nicht meinen Namen wissen?”
“Ihr nehmt Euch selbst sehr wichtig, nicht wahr?”
“Verzeiht, ich wollte nicht … .”
Im erstem Augenblick hatte sie geglaubt, zu frech gewesen zu sein, doch sein Gesicht und die Augen, welche sie erschrocken ansahen, waren einfach zu köstlich. So langsam fing ihr die ganze Sache an, Spaß zu machen. Yui trat lachend einen Schritt vor. “Also, wie lautet Euer Name?”
“Lian”, antwortete er verdattert.
Sie verbarg geschickt ihre Begeisterung. Wie wundervoll. Keiner dieser einfallslosen Namen, wie sie die ländliche Bevölkerung meist ihren Sprösslingen zuteil werden ließ. Das wurde ja immer besser.
Lian räusperte sich. Er musste ihr Schweigen falsch deuten. “Das braucht euch nicht zu verwundern. Meine Familie stammt vormals aus dem Norden.”
Yui nickte versonnen. Sein blondes Haar und die strahlenden Augen, welche mit dem Blau des Himmels wetteiferten, unterstrichen seine Aussage eindrucksvoll. Erst jetzt wurde ihr bewusst, dass sie sich gerade unmöglich benahm. Hör auf Ihn so anzustarren, du einfältiges Ding. Was soll er denn von dir denken? Yui entsann sich wieder ihrer Erziehung und wählte ihre nächsten Worte mit Bedacht.
“Ihr wisst schon das es sich nicht schickt, einer jungen Dame so einfach die Aufwartung zu machen, ohne vorher ihren Vater um Erlaubnis gebeten zu haben?” “Aber … Yui … ich meine Fräulein Matsunaga, ich hege die aufrichtigsten Absichten.”
“Gut, dann können wir uns unterhalten. Mein Vater muss auch nicht alles wissen“, meinte sie augenzwinkernd. Innerlich frohlockte Yui. Er hatte sich ihren Nachnahmen gemerkt, etwas das für ihn sprach. Dabei schafften es die meisten Leute, die sie kannte, nicht einmal ihn richtig auszusprechen.
“Wollen wir uns setzen?” Sie fieberte vor Aufregung, als sie auf die nahe Bank zeigte. Es tat gut, endlich jemanden zum Reden zu haben, der noch dazu Interesse an ihr hatte und sie nicht ihrer Herkunft wegen verachtete. Dieses Glück würde sie sich nicht kaputtmachen lassen. Eine Weile saßen sie schweigend nebeneinander und Yui überlegte, ob sie die Initiative ergreifen sollte. In dem Augenblick musterte sie Lian.
“Ihr sagtet gestern Euer Name ist Matsunaga. Das ist etwas, was ich nicht verstehe. Dieses Anwesen gehört doch den Maienwalds. Dennoch seid Ihr die Herrin des Hauses.”
“Das ist korrekt. Matsunaga war der Mädchenname meiner Mutter.”
“War? Dann ist sie von Euch gegangen?”
“Sie starb kurz nach meiner Geburt am Kindsbettfieber.”
“Ganz sicher fehlt sie Euch sehr.”
“Von Zeit zu Zeit. Ich möchte nicht darüber sprechen.” Yui betrachtete nachdenklich ihre Hände. “In meinen Adern fließt sozusagen das Blut zweier Kaiserreiche. Ich hoffe, das stellt kein Problem für euch dar. Immerhin hat Kaiser Yoshihito dem Reich den Krieg erklärt. Ich wäre allerdings auch nicht überrascht, wenn Ihr mich deswegen verachtet.”
Zu ihrem Überschwang gesellte sich nagende Ungewissheit. Wie würde er auf ihre Offenheit reagieren? Zu oft in ihrem jungen Leben war ihr eiskalte Ablehnung entgegengeschlagen, so dass sie sich innerlich gegen alles wappnete. Eine Weile sah er sie nur an, mit einem Blick, den sie einfach nicht zu deuten wusste, so sehr sie sich auch bemühte. Schließlich hielt sie es nicht mehr aus.
“Ihr sagt ja gar nichts.”
Lian holte tief Luft und Yui wusste augenblicklich, dass er zu einer Entscheidung gelangt war.
“Tja, da kann man wohl nichts machen.”
Yui hörte die Worte und schlug die Augen nieder. Brennender Schmerz fuhr durch ihr Rückgrat, als ob jemand Nägel in Haut und Knochen trieb. Vorbei. Warum musstest du ihm auch die Wahrheit sagen. Nun wirst du wieder allein sein. Zitternd blickte sie auf ihre Finger, sah dabei zu, wie sie verkrampften und sich zu Fäusten bildeten. Erste heiße Tränen tropften herab.
So vernahm sie auch nicht die Stimme. Sie schluckte, unfähig zu sprechen. Warum ging er nicht endlich? Wollte er sie damit demütigen, indem er zusah, wie sie zu weinen anfing? Ein Finger schob sich unter ihr Kinn und hob es sanft an.
“Was … was tut ihr da?”
“War das nun ein Ja? Ich fragte Euch, ob ihr mich morgen auf einen Spaziergang begleiten möchtet. Ich habe noch ein paar Tage Zeit, bis der Transport geht.”
“Aber … also … ich dachte … .” Ihr Körper entwickelte ein Eigenleben. Ein Teil von ihr wollte einfach auf der Bank zusammensacken, um das Gehörte zu verdauen, während der andere darauf drängte, dem Jungen hemmungslos um den Hals zu fallen.
“Mit Freuden gern!” Im nächsten Moment hätte sie sich am liebsten dafür geohrfeigt. Was sagte sie denn da? Klang es bettelnd? Sie durfte nicht so offen zeigen, wie einsam sie war. Dabei war sein überraschendes Angebot alles was … “… ich mir schon so lange wünsche”, vollendete sie unbewusst ihre geheimsten Gedankengänge.
“Was meintet Ihr?”
“Ich? Nichts. Es ist nichts, Lian. Ich habe nur laut gedacht.”
Ein verstehendes Lächeln. “Ihr seid wirklich ein sehr ungewöhnliches Mädchen. Also schön, morgen dann.”
 
Yui konnte den Anbruch des nächsten Tages kaum erwarten. Äußerst undamenhaft schlang sie das Frühstück herunter und bei dem Versuch, ihrem Tee das gleiche Schicksal widerfahren zu lassen, verschüttete sie etwas des heißen Getränks. Rascheln vor ihr ließ sie innehalten. Ihr Vater blickte missbilligend von seiner Lektüre auf.
“Junge Dame, es wäre mir lieb, wenn du etwas mehr auf deine Tischmanieren achten würdest.”
Yui ignorierte den leisen Vorwurf und schob ihren Teller beiseite. “Entschuldigt bitte, Vater. Es gibt noch soviel im Garten zu tun und das Wetter ist heute einfach wunderbar. Ich möchte keine Zeit verlieren.”
“Ich bin mir sicher, dass deine Pflanzen auch noch etwas warten können.”
Yui sprang auf, trat flink an seinen Stuhl und hauchte ihm einen Kuss auf die Wange. Ein gespieltes Seufzen.
“Ich fürchte, gegen soviel Überredungskunst bin ich machtlos. Na los, geh schon!” “Danke Vater.” Gerade im Begriff auf die Veranda zu rennen, hielt eine vertraute Stimme sie zurück.
“Sobald Euer Herr Vater sein Frühstück beendet hat, geselle ich mich zu Euch.”
“Das ist nicht nötig, Greta, ich komme schon zurecht.”
“Oh doch. Keine Widerrede Yui!“, ließ sich ihr Vater vernehmen.
“Du kannst jetzt schon gehen Greta. Ich habe alles, was ich benötige. In einer halben Stunde kommt die Kutsche. Ich werde bis zum späten Nachmittag weg sein. Es ist also nicht erforderlich, für mich nachher einzudecken.”
“Sehr wohl.” Ihre Zofe machte einen formvollendeten Knicks und blickte sie mit ihren leuchtend blauen Augen an.
“Ich stehe zu Eurer Verfügung, Herrin.”
Auch das noch. Gretas unerwartete Anwesenheit passte ihr so gar nicht in den Kram und der wissende Ausdruck auf ihrem Antlitz verhieß nichts Gutes. Hatte Greta ihrem Vater vielleicht etwas über den Jungen gesagt? So sehr es Yui auch drängte, eher würde sie sich die Zunge abbeißen, als danach zu fragen. Nur äußerst widerwillig gestattete sie Greta, ihr zu folgen.

Der Tag versprach wieder herrlich zu werden. Yui betrachtete erfreut den Himmel, an dem sich kaum eine Wolke zeigte. Für heute hatte sie ein einfaches Kleid mit sanften Farben gewählt. Gerade noch geeignet für die bevorstehende Gartenarbeit und trotz seiner Schlichtheit dazu angetan, ihren wohlgestalteten Körper zu betonen.
Ihre Zofe saß in einiger Entfernung und wirkte, wie in Gedanken versunken. Sie kontrollierte ihr Werkzeug, doch nichts fehlte. Greta hatte alles, wie gewohnt zuverlässig vorbereitet. Ihre Zofe. Obwohl Yui sie sehr mochte, ja sogar richtig in ihr Herz geschlossen hatte, wünschte sie, Greta würde nicht immer so sehr auf die Etikette achten. Deutlich lustloser als sonst begann Yui, sich den Beeten zuzuwenden. Es kam ihr wie eine Ewigkeit vor, bis endlich die erlösende Silhouette Lians, begleitet von den charakteristischen Geräuschen seines Fahrrades, sich gegen den Horizont abhob. Diesmal hielt sie nichts am Fleck. Spontan ging sie ihm entgegen und half, das Gefährt über die Umzäunung zu hieven.
“Ihr seht einfach bezaubernd aus, wenn ich das so sagen darf.”
Yui spürte ihr Herz höher schlagen und dankte artig. Lian sah ebenfalls großartig aus. Ein schlichter dennoch modischer grauer Anzug umschmeichelte seine Erscheinung, unter dem sich am Halsansatz ein blütenweißes Hemd bemerkbar machte.
“Seid Ihr soweit?”
Seine Worte erinnerten sie an etwas. “Wartet einen Moment, Lian.”
Sie winkte Greta heran, die immer noch den Anschein erweckte, in ein Buch vertieft zu sein. Was deren Aufmerksamkeit anging, gab sich Yui indessen keinerlei Illusionen hin. Sie war sich sicher, dass Greta ihre beiden Turteltäubchen insgeheim im Blickfeld behielt, um einzuschreiten, wenn es die Situation erforderte.
“Ihr habt doch nichts dagegen, das meine Zofe uns begleitet? Ich finde es einfach schicklicher, schließlich kenne ich Euch gar nicht.”
“Selbstverständlich. Ich habe keine Einwände.” Er warf Greta einen Gruß zu, den diese erwiderte und sich von der Bank erhob.
“Wohnt Ihr hier in der Nähe?”
Lian nickte und deutete den Weg zurück zum nächsten Dorf.
“Merkwürdig. Das ist die entgegen gesetzte Richtung, aus der ihr gekommen seid.”
“Ich hatte im Nachbarort zu tun. Meine Einberufsbefehle abzeichnen lassen und noch ein paar Dinge.”
“Wie kommt es, dass ich Euch vorher noch nie gesehen habe?”
“Ich fahre zumeist über die Felder. Man kann dabei so gut entspannen, allerdings ist der Weg deutlich länger.”
“Dann muss ich dem Kriegsausbruch also dankbar sein, sonst hätten wir uns womöglich niemals getroffen.”
“Wenn Ihr es so sehen möchtet. Allerdings wünschte ich mir, es wären glücklichere Umstände, unter denen wir uns begegneten.”
“Ja Lian, so geht es mir auch. Lasst uns einfach das Beste daraus machen.”
Die kleine Gesellschaft schritt munter voran und ließ das Anwesen alsbald hinter sich. Zwischen den Orten war das Land nur wenig besiedelt und zumeist erstreckten sich endlose Felder der ansässigen Bauern, immer unterbrochen von Brachland und kleinen Wäldchen, die jedem Wanderer unter der Herbstsonne Schatten versprachen. 
Eine Wiese breitete sich vor ihnen aus und lud mit ihrem Farbenspiel zum Verweilen ein.
Lian sah sie an. “Wollen wir?”
Ihr stilles Einvernehmen zeigend, nickte Yui zögernd, mit einem verstohlenen Blick zu Greta. Diese zeigte ein ausdrucksloses Gesicht und schritt ihnen hinterher.
Fast beiläufig berührten sich ihre Fingerspitzen. Erst zaghaft, bis Yui ihre Hand um die ihres Begleiters schloss. Hinter ihr erklang ein Räuspern.
“Was ist denn, Greta?”
“Achtet auf Eure Hände, Herrin. Wenn euch jemand beobachtet könnte es falsch verstanden werden.”
“Ich bitte dich Greta, ich bin fast erwachsen.”
“Genau aus diesem Grunde bat mich Euer Vater, auf Euch aufzupassen.”
Sie konnte sich täuschen, doch Yui vermeinte einen leicht ironischen Klang zu vernehmen.
Seine Hand in ihrer, dazu der liebliche Duft der Wiesen um sie herum, bescherten ihr unglaubliche Glücksgefühle. Willig ließ sie sich von Lian führen, bis er auf eine Stelle im Gras deutete.
Greta raffte ihren Unterrock zusammen und ließ sich in einiger Distanz nieder. Weit genug, um nicht aufdringlich zu wirken, jedoch immer noch zu nah, als das ihren aufmerksamen Ohren irgendetwas entgangen wäre.
Sie ließ ein deutlich hörbares Schnaufen vernehmen. Warum musste Greta alle Aufgaben immer so ernst nehmen. Verwundert sah Yui dabei zu, wie Lian seine Jacke auszog und sie vor ihr auf dem Boden ausbreitete.
“Setzt Euch. So wird Euer hübsches Kleid nicht schmutzig.”
Yui war sich sicher, ihre Zofe etwas wie Süßholzraspler sagen zu hören und warf ihr einen vernichtenden Blick zu, den diese wie gewohnt regungslos entgegennahm.
“Ich danke Euch, Lian. Das hat noch nie jemand für mich … ich meine … .”
Yui schluckte und entschied, dass es besser wäre, sich einfach zu setzen, bevor sie noch mehr Unsinn von sich gab.
Lian ließ sie nicht aus den Augen und Yui hoffte, dass sie unter seinen prüfenden Blicken bestand. Etwas beschäftigte sie, schon seit dem Abend, an dem sie nicht hatte einschlafen können. “Darf ich euch etwas sehr persönliches fragen, Lian?” “Selbstverständlich. Fragt, was immer Euch in eurem hübschen Kopf beschäftigt.”
Yui seufzte auf. Ein wenig dreist war ihre Neugierde schon, gestand sie sich selbst ein, aber sie musste sich einfach Klarheit darüber verschaffen.
“Habt Ihr jemanden, der Daheim auf Euch wartet? Eine Angebetete vielleicht, die Euer Herz höher schlagen lässt?”
“Nun, die gibt es durchaus. Sie sitzt neben mir.”
Erst wollte sie erschrocken von ihm abrücken, doch in der gleichen Sekunde wurde ihr bewusst, wen und was er meinte. Ein seltsames Gefühl durchfuhr ihren Körper, dessen sie sich nicht erwehren konnte. Yui sah verschämt zu Boden. Bestimmt zierte nun eine leichte Röte ihre Wangen.
“Findet Ihr nicht, dass ihr etwas zu forsch seid?” Seine nächsten Worte wischten ihre Verlegenheit ebenso schnell beiseite, wie sie aufgetaucht war.
“Wäre es verwegen zu fragen, ob ich Euch von der Front schreiben dürfte? Ich habe sonst niemanden und es würde mir die Zeit etwas erträglicher gestalten.”
“Ihr möchtet mir Briefe schicken?” Fast verschluckte sie sich vor Aufregung. Einem Impuls nachgebend ergriff sie erneut seine Hände.
“Das dürft Ihr, Lian. Es würde mir sehr viel bedeuten. Wisst Ihr denn schon, wo Ihr stationiert werdet?” Kopfschütteln antwortete ihr.
“Das unterliegt strengster Geheimhaltung. Ich fürchte, es wird auch dauern, bis wir die Möglichkeit erhalten, jemanden etwas mitzuteilen.”
“Aber Ihr bekommt doch bestimmt Fronturlaub irgendwann? Vielleicht ist der Krieg auch schnell beendet und Ihr kehrt wieder heim.”
“Das wäre ein sehr glücklicher Umstand, auf den ich vorerst noch nicht zu hoffen wage.”
Yui fasste innerhalb von Augenblicken einen Entschluss. “Ich werde am Bahnhof sein, wenn Ihr abfahrt, Lian.”
“Herrin, das könnt Ihr nicht machen!”
“Sei ruhig Greta! Das ist allein meine Entscheidung!”
Ihre Zofe verstummte, mit einem missbilligenden Ausdruck, der ihren stillen Protest darstellte.
 “Also schön, dann wäre das nun geklärt. Allerdings … .”
“Ja, Lian?”
“Da wir uns so angeregt unterhalten, hätte ich auch eine Frage.”
Yui spürte ihren Puls schneller schlagen und nickte als Zeichen ihrer Einwilligung.
“Eure Mutter war wirklich eine … wie soll ich sagen … .”
“Sie war japanischer Abstammung, ganz recht.”
Ein Lächeln umspielte seine Mundwinkel und als Yui gerade beschloss zu fragen, was ihn daran belustigte, sagte Lian. “Dann seid Ihr sozusagen meine kleine Feindin.”
Yui hielt die Luft an, doch je mehr sie über seine Worte nachdachte, umso besser gefiel es ihr. “Das bin ich wohl, Lian. Allerdings nur zur Hälfte. Vergesst nicht, dass ein Teil von mir diesem Land angehört. Immerhin wurde ich hier geboren, auch wenn mein Aussehen nicht den Anschein erweckt.”
“Ihr habt Recht. Ich hätte Euch nicht so nennen dürfen. Es war geschmacklos.”
“Nein, das war es nicht. Würde es euch etwas ausmachen, das weiter zu mir zu sagen? Bei euch klingt es nicht abwertend und in gewisser Weise stimmt es ja auch.”
“Ist das wirklich Euer Wunsch?”
“Ja, Lian, es würde mir gefallen.”
Ein Räuspern hinter ihr, erinnerte Yui daran, dass sie nicht allein waren.
“Ich unterbreche Euch nur ungern Herrin, doch sollten wir langsam zurückkehren.”
“Du meine Güte, wie spät ist es? Du hast vollkommen Recht, Greta.” Yui sah auf und versuchte einzuschätzen, wie lange sie hier verbracht hatten. Es musste längst gegen Mittag sein, was sich auch an einem Ziehen in ihrem Magen bemerkbar machte.
“Ich fürchte, ich muss mich für heute von Euch verabschieden Lian. Meine Zofe hat einiges vorzubereiten.”
“Ich bin mir sicher, dass sie Euch eine wertvolle Hilfe ist.”
“Oh ja. Mein Herr Vater hasst überflüssiges Personal und so ist sie die einzige Bedienstete, welche unter seinem strengen Augen bestanden hat.”
Inzwischen hatte sich die kleine Gesellschaft wieder dem Anwesen genähert und Yui wartete geduldig, bis ihr neuer Verehrer sich auf seinen Drahtesel geschwungen hatte, wissend, dass ihre Zofe sie nicht aus den Augen ließ.
“Sehen wir uns morgen wieder?“
“Gerne Lian. Damit würdet Ihr mich sehr glücklich machen.“
“Bis morgen dann, Greta.“
Yui konnte gerade noch einen Aufschrei unterdrücken, als sie ihre Zofe ansah, die wirkte, als habe sie in eine Zitrone gebissen. Ein leichtes Nicken war alles, zu dem sich Greta bewegen konnte. Lian schien ihr Verhalten nicht zu bemerken und machte sich an den Aufbruch. Das Knirschen des Gestells klang auf und gemächlich setzte sich das Gefährt in Bewegung. Yui wartete, bis Lian in der Ferne ihren Blicken entschwand. Mit einem Gefühlgewirr aus Freude und Traurigkeit folgte sie Greta zum Haus.
“Was hast du, Greta? Du bist so ruhig. So kenne ich dich gar nicht.”
“Herrin?”
“Irgendetwas muss dich doch bedrücken. Sprich frei heraus. Ich werde dich nicht tadeln, egal um was es sich handelt.”
“Herrin, ich … .“
”Ja?”
“Es ist nichts. Vermutlich habe ich die Nacht einfach nur schlecht geschlafen.”
“Du wirst mir doch nicht krank werden, Greta?”
“Nein Herrin, macht Euch keine Sorgen. Es ist alles in Ordnung.”

Yui betrat das schlicht eingerichtete Arbeitszimmer ihres Vaters. Geduldig wartete sie, bis er mit einem Schriftstück vor sich fertig war und sich ihr zuwendete.
“Ich habe Euch rufen hören, Vater?”
“Yui, schön, dass du dich endlich sehen lässt. Ich habe euch schon im ganzen Haus gesucht. Sag mir bitte nächstes Mal bescheid, wenn du und Greta das Anwesen verlasst.“
“Entschuldigt bitte, Vater. Es wird nicht wieder vorkommen. Doch sagt: Ihr habt etwas auf dem Herzen?“
“Ganz recht: es gibt eine Sache, worüber ich mit dir reden möchte. Heute Abend erwarte ich eine Gesellschaft, der einflussreichsten Familien. Ich werde Greta noch bescheid sagen und hoffe, dass du ihr dabei etwas zur Hand gehst. Außerdem wirst du dich um den Empfang der Gäste kümmern.”
Ein eiskaltes Kribbeln fuhr ihren Rücken hinunter. Das konnte er doch nicht wirklich von ihr verlangen. Yui hasste diese Empfänge und hielt sich meist im Hintergrund, wenn sie es nicht ganz vermied, zugegen zu sein.
“Ich halte das für keine gute Idee, Vater. Sie verachten mich, wegen allem, was ich in ihren Augen darstelle. Es ist besser, wenn Ihr ohne mich speist.”
“Yui! Das war keine Bitte! Du bist meine Tochter und ich verlange, das du dich dementsprechend unseren Gästen gegenüber benimmst.”
“Aber Vater, ich … .” Angesichts seines strengen Blickes, der keine Ausflüchte zuließ geriet ihre Erwiderung ins Stocken. Sinnlos Ihn umstimmen zu wollen. Genauso gut konnte sie darauf hoffen, dass ihre Mutter zu ihr zurückkehrte. 
“Sehr wohl, Vater. Bitte verzeiht mir. Habt Ihr einen besonderen Wunsch, wie ich mich kleiden soll?”
“Nein, Yui. Ich denke du wirst schon das Passende auswählen und unserem Namen keine Schande machen.”
Als ob das überhaupt noch möglich wäre, doch diesen Gedanken ließ sie besser unausgesprochen. “Wie Ihr wünscht, Vater.”
“Ich wusste, dass ich mich auf dich verlassen kann. Wir sehen uns heute Abend. Ich habe noch einiges zu erledigen und möchte nicht gestört werden.”
Yui knickste höflich. Derweil ihr Vater unter den ruhelosen Blicken des Mädchens entschwand, um ihrer Zofe Anweisungen zu erteilen, flüsterte sie vor sich hin.
“Ja, das kannst du, Vater. Ich werde deinen Gästen ein Erlebnis bieten, wie es meinem Ruf entspricht.”

Wird fortgesetzt ...

@Copyright Eichhörnchen 2015
« Last Edit: November 16, 2019, 08:13:14 am by Eichhörnchen »
kxetse sì mikyun kop plltxe


Offline Ricardo

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Re: Was der Krieg entzweit ( Romanze / Drama )
« Reply #1 on: April 12, 2015, 04:23:19 pm »
Die Geschichte hattest du ja schon angekündigt.
Ich werde sie mir mal durchlesen, wenn ich in der kommenden Woche die Zeit habe.  :)

Offline Neytiri2000

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Re: Was der Krieg entzweit ( Romanze / Drama )
« Reply #2 on: April 30, 2015, 08:01:36 am »
Kalkxí ma Eichhörnchen

ein echt guter Start für deine neue Geschichte  ;)

hat mir persönlich sehr gefallen  :)

hab keinerlei Fehler entdecken können

besonders die Zeit in der sie Spielt ist echt interessant ^^

sry wenn dieser Kommentar nicht so ausführlich war :/

bin jedenfalls sehr gespannt auf die Fortsetzung

Mfg Neytiri2000

Zitate:

Jake Sully: Ich möchte kein Mitleid, wenn du Fair behandelt werden willst, bist du auf dem Falschen Planeten.

Offline Tìtstewan

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Re: Was der Krieg entzweit ( Romanze / Drama )
« Reply #3 on: July 04, 2015, 02:48:00 pm »
Eingestellt!

bye
Bezüglich des "eingestellt", darüber haben wir uns schon via PM unterhalten. :)

Nun möchte ich trotzdem wenigstens mein eher bescheidenes Feedback dazu geben.
Es ist definitiv ein guter Start einer neuen Geschichte. Der Zeitrahmen ist interessant, und die Wahl der Karaktere ebenfalls: Yui ~ Yuki, I see what you did there. :)
Auf jedenfall gefällt mir der Anfang und ich schätze, die weiteren Kapiteln deines 300 Seiten Werk sind sicherlich auch sehr lesenswert. Die Romanze beginnt mit Liebe auf dem ersten Blick und wie ich dem Prolog entnehme, entwickelt sich da auch zu etwas viel mehr.
Die Herausforderungen, dem sich Yui gegenüber sieht (auf Grund ihrer Herkunft) scheinen sicherlich (und Andeutungen wurden auch in diesem Teil erwähnt) auch einen großen Einfluss auf die Gesamthandlung der Geschichte zu haben, welches Neugier auf nachfolgende Kapiteln erweckt.

Für diese Schreibleistung gibt es natürlich eine Nusslieferung. ;)

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Offline Eichhörnchen

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Re: Was der Krieg entzweit - 2 ( Romanze / Drama )
« Reply #4 on: June 21, 2016, 12:39:04 pm »
“Seid Ihr wirklich sicher, dass Ihr damit das Richtige tut? Es könnte von den feinen Damen und Herren als Affront aufgefasst werden, wenn Ihr sie dermaßen vor den Kopf stoßt.”
“Perfekt! Das ist genau, was ich beabsichtige, Greta! Außerdem ist es in meiner Heimat ein traditionelles Gewand. Ich werde es zu Ehren meiner Mutter tragen.”
Fast schon liebevoll strich Yui über die zahlreichen zusammengefalteten Kleidungsstücke, zwischen die zu ihrem Schutz feines Papier gesteckt war.
“Er sieht aus, als wäre er noch niemals getragen wurden.”
“Das täuscht. Greta. Meine Mutter hat ihn benutzt. Zumindest wurde es mir so gesagt. Es kommt nur darauf an, ihn richtig aufzubewahren. Nicht auszudenken, wenn er schmutzig oder sogar beschädigt würde.”
“Womit beginnen wir, Herrin?”
“Ja womit nur.” Sie dachte an alles, was Vater ihr über diese spezielle Art der Bekleidung erzählt hatte. Abende lang hatte sie an seinen Lippen gehangen und den Ausführungen gelauscht. Dabei war es ihr nicht nur um das Aussehen ihrer Mutter gegangen, die sie nie gesehen hatte. Alles was sie betraf, ihre Kleidung, Gesten und ihre Art zu Leben, wurde von Yui voller Faszination wie ein Schwamm aufgesogen.
Ihr Finger tippte selbstsicher auf eines der ausgebreiteten Kleidungsstücke.
“Mit dem Hadajuban. Dreh dich um, Greta.”
“Herrin?”
“Ich muss mich ausziehen! Das ist die Unterwäsche des Kimonos. Alles andere würde nicht dazu passen. Nun mach schon. Vor uns liegt jede Menge Arbeit, wenn es klappen soll.”
Greta tat wie geheißen und wartete, derweil Yui sich ihrer überflüssigen Sachen entledigte.
“So, mal sehen, ob ich alles richtig behalten habe.” Ihre Hände tasteten nach dem ersten Stück. Schon die Berührung weckte wohlige Gefühle in ihr und ließ sie vor Freude kichern.
“Ist das weich! Darin könnte ich mich den ganzen Tag bewegen.” Hinter ihr erklang die erwartungsvolle Stimme ihrer Zofe.
“Darf ich mich umdrehen, Herrin?”
“Klar, worauf wartest du? Hilf mir endlich!”

Es dauerte für ihr Empfinden eine kleine Ewigkeit, bis alle Teile so angelegt waren, wie es ihrer Bestimmung entsprach. Yui erinnerte sich daran, wie sie gelegentlich heimlich versucht hatte, den Kimono allein anzulegen. Ein hoffnungsloses Unterfangen, wie sich schnell herausstellte. Nun, mit Gretas Hilfe, gestaltete sich alles viel leichter und endlich war der Zeitpunkt gekommen, auf den sie so sehnsüchtig gewartet hatte.
“Wie sehe ich aus?”
“Euer Vater kann sich glücklich schätzen, solch eine hübsche Tochter sein eigen nennen zu dürfen. Ihr werdet garantiert alle Blicke auf euch ziehen.”
“Meinst du? Sie werden sich ihre Mäuler zerreißen.”
“Bis zum Dinner ist genug Zeit Herrin. Ihr könntet immer noch … .”
“Nein Greta! Mein Entschluss steht unwiderruflich fest. Ich schäme mich nicht meiner Herkunft.”
Geduldig wartete sie, bis ihre Zofe zur Seite trat, damit sie sich vor dem Spiegel betrachten konnte. Das Muster der Chrysanthemen und die gedeckten Farben bildeten einen atemberaubenden Anblick. Unbewusst kam ein Seufzen über ihre Lippen.
“Ob so meine Mutter ausgesehen hat? Wenn ich sie doch nur einmal hätte sehen dürfen.”
“Ihr solltet euch nicht so grämen Herrin. Das gibt nur Falten in eurem hübschen Gesicht.”
“Ist doch egal. Bestimmt werde ich mich auf dem Empfang zu Tode langweilen.”
“Werdet ihr nicht. Ich verspreche es euch.”
“Was hast du vor, Greta?”
“Bedaure Herrin, dann wäre es doch keine Überraschung.”
Das freche Grinsen weckte auf eigentümliche Art Yuis Interesse.
“Also schön. Um deiner und meines Vaters Willen, werde ich mich fügen.”
“Eine weise Entscheidung, die Ihr ganz sicher nicht bereuen werdet.”
Yui warf einen letzten prüfenden Blick in den Spiegel.
“Du kannst jetzt gehen, Greta. Ich werde mich noch etwas zurechtmachen, bevor die ersten Gäste eintreffen.” Yui fühlte sich in einer Art Hochstimmung. Doch allein an dem prachtvollen Kimono konnte es nicht liegen. Vielmehr war es ihre erwachende Zuneigung zu Lian und dass dieser sie erwiderte, stärkte ihr Selbstvertrauen in vorher nie gekannten Ausmaß.

Der Empfang begann, wie sie es erwartet hatte. Yui wünschte sich mehrmals, an einem anderen Ort zu sein, während sie mit aller ihr zu Gebote stehenden Höflichkeit die ankommenden Gäste begrüßte. Der gewagte Aufzug mochte dazu beitragen, dass ihr eisige Ablehnung entgegenschlug. Nur ihr Vater sah sie bewundernd an, mit einem leicht wehmütigen Ausdruck in den Augenwinkeln. Er musste sich in diesen Momenten an ihre Mutter erinnert fühlen, etwas dass sie erfreute und zugleich mit Trauer erfüllte. Während die Damen höflich vor ihr einen Knicks vollführten, so wie es die Etikette erforderte, deuteten die Männer den Handkuss an. Das heißt: Fast alle. Hansen, seines Zeichens Schwerindustrieller und ewiger Junggeselle, ließ es sich nicht nehmen, Körperkontakt, wie er es nannte, aufzunehmen. Yui bewahrte die Beherrschung, als sie die feuchten Lippen auf ihrem dargebotenen Handrücken spürte. Es war allgemein bekannt, dass seine verkommene Moral allein von seinem Reichtum übertroffen wurde. Länger als nötig hielt er ihre Hand, so dass Yui sich zu einer Bemerkung veranlasst sah.
“Ihr dürft mich wieder loslassen. Ich habe noch andere Gäste zu begrüßen und mein Herr Vater erwartet Euch bestimmt schon ungeduldig.“
“Selbstverständlich. Ganz wie es Euch beliebt. Verzeiht mir bitte. Ich vergaß mich für den Moment bei soviel Liebreiz.”
Erleichtert seufzte Yui auf, als sich endlich der Griff um ihre Finger löste. Nacheinander geleitete sie die kleine Gesellschaft in den Speisesaal, wo Greta schon wartete um die Herrschaften zu bedienen. Zum ersten mal an diesem Abend verschlug es Yui den Atem. Ihre Zofe hatte ein dunkelblaues Kleid gewählt, dessen Saum für ihren Geschmack und diesen Anlass viel zu kurz über ihren Hüften abschloss. Hatte Yui erwartet der Aufzug würde irgendeine Reaktion hervorrufen, so sah sie sich enttäuscht. Das Erscheinungsbild ihrer Zofe fand nur wenig bis keine Beachtung. Irritiert führte sie die Gäste an ihre durch Tischkärtchen gekennzeichneten Plätze. Greta hatte nichts dem Zufall überlassen und wusste, wen zusammenzusetzen der Anstand gebot. Schließlich folgte ihr Vater. Seine prächtige Uniform, die er dem Anlass entsprechend gewählt hatte, ließ ihn noch imposanter erscheinen. Sämtliche Gespräche verstummten, als er selbstsicheren Schrittes seinem vertrauten Platz an der Front der Tafel entgegen schritt.
“Ich bitte Sie, werte Herrschaften. Lassen Sie sich nicht stören.” Ein Nicken hier, ein flüchtiges Schulterklopfen dort, dann verharrte er am Ende des Tisches, setzte sich jedoch nicht. Ohne das er etwas sagen musste, trat Greta aus seinem Schatten hervor und begann, die Gläser der Gäste eines nach dem anderen zu füllen.
Ihre geschmeidigen Bewegungen und die Umrisse des Hinterteils, welches der stramm anliegende Stoff in aufreizender Weise betonte, ließen Yui die Gäste und ihre verachtenden Blicke für einen Moment vergessen. Das änderte sich, als Ihr Vater sein Glas zu einem Trinkspruch erhob, in den alle mit einstimmten. Widerwillig folgte Yui seinem Beispiel und schloss ihre Finger um das angenehm kühle Glas, wobei sie mühsam ein Gähnen unterdrückte. Wie so oft, wurde der Kaiser gelobt, seine Verdienste für die Nation und das man den Krieg schnell beenden würde. Yui nippte nur kurz an ihrem Getränk. Das Prickeln kitzelte ihre Nase und insgeheim mahnte sie sich zur Vorsicht. Sie vertrug keinen Champagner und allein der Geruch weckte unangenehme Erinnerungen in ihr. Einmal hatte sie sich im Kreise einer kleinen Feier übergeben und noch immer vermeinte sie, die empörten Ausrufe zu vernehmen, welche ihr Verhalten tadelten. Die Leute. Erst jetzt kam es ihr wieder zu Bewusstsein, das sie sich nicht allein am Tisch befand. Dabei hätte sie sich nichts sehnlicher gewünscht, als einzig mit dem geliebten Vater und ihrer Zofe zu speisen, wie an den meisten anderen Tagen. Beiß die Zähne zusammen! Sie werden nicht ewig bleiben! Die Vorstellung hatte etwas Beruhigendes an sich und so widmete sie sich wieder aufmerksamer ihrer Umgebung.
 
Welch eine langweilige Gesellschaft. Yui nahm sich die Zeit, jeden Einzelnen von ihnen zu betrachten, während sie auf das Essen wartete. Dabei offenbarten ihr die Gesichter, welche sie schon von frühester Kindheit an kannte, nichts Neues. Wie gewohnt, trugen ihre Züge diese Mischung aus Verachtung, Hochmut und einer Prise Arroganz, wie sie zumeist reichen Leuten zu eigen ist. Ihr seid die gleichen unnützen Schmarotzer geblieben. Wäre ich die Herrin des Hauses, würdet ihr keinen Fuß über die Türschwelle bekommen. Bei diesen Überlegungen stahl sich ein verschmitztes Lächeln auf ihr Gesicht. So abwegig war der Gedankengang gar nicht. Immerhin hatte Vater nach dem Tod ihrer Mutter nicht mehr geheiratet, obwohl es genug Anwärterinnen gegeben hätte. Eines Tages würde sie das Anwesen erben, ein Umstand, der ihren Gästen ebenso bekannt sein durfte und seinen Teil zu der Ablehnung beitrug, welche ihr ständig entgegenschlug.

Greta geriet in ihr Blickfeld. Neugierig sah sie zu, wie sie eine Karaffe mit neuen Wein befüllte. Sie musste wohl ihre Blicke bemerkt haben, denn sie sah herüber und lächelte auf eine seltsame Art, wie sie es noch nie an ihr bemerkt hatte. Ihre Worte vom nachmittäglichen Gespräch kamen ihr in den Sinn. Lasst euch überraschen Herrin. Ich werde dafür sorgen, dass Euch garantiert nicht langweilig wird. Greta schenkte einem der Gäste nach, wobei sie immer wieder Augenkontakt mit ihr hielt. “Was hast du nur , Greta?” Sie biss sich vor Aufregung auf die Lippen und hoffte, dass niemand sie vernommen hatte.
Jemand tuschelte zu ihrer Zofe, worauf diese artig nickte. Yui folgte ihr mit den Blicken, wie sie zu einem Beistellwagen schritt und sich bückte um etwas hervorzuholen. Im gleichen Moment hatte sie das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen und sie musste sich zwingen erneut hinzusehen, um zu glauben, was sie da sah. Greta trug kein Höschen und ihr praller Hintern blitzte unter dem kurzen Kleid hervor. Hastig überblickte Yui die Gesellschaft, doch keiner der anderen Anwesenden hatte etwas bemerkt. Gleich darauf revidierte sie ihre Ansicht. Oliver Hansen wirkte wie erstarrt und ließ ihre Zofe nicht mehr aus den Augen.
“Was guckt Ihr denn so widerlich?” Die Worte schnitten wie ein Messer jede Unterhaltung ab. Sein eiskalter Blick traf auf ihren. Yui hielt ihm stand und verschoss ebenfalls Blitze aus ihren Augen. Unerwartet kam sie sich vor, wie in einem Duell zweier Kontrahenten auf Leben und Tod, in dem keine Seite bereit war, nachzugeben.
“Wie meint Ihr, junge Dame?”
“Tut nicht so scheinheilig! Ihr wisst genau, was ich meine!”
“Yui, was hast du denn?”
Mehr aus den Augenwinkeln notierte sie, wie ihr Vater, nun auf  die Auseinandersetzung aufmerksam geworden, verständnislos zu ihr herübersah.
“Ich mag nicht, wie er Greta anstarrt, Vater.”
“Hier muss ein Irrtum vorliegen. Ich dachte gerade über einen Geschäftsabschluss nach, den ich in den nächsten Tagen zu tätigen gedenke“, erwiderte er brüskiert. Kein Wort darüber, was sie beide gesehen hatten. Diese Blöße wollte er sich dann wohl doch nicht geben. Stattdessen verwickelte er ihren Vater in ein Gespräch. Yui wollte über die offensichtliche Missachtung ihrer Person aufbegehren, bis ein schneller Blick zu Greta und ihren Vater sie innehalten ließ. Hansen fuhr indessen ungeachtet fort. Einige Zahlen wurden in den Raum geworfen und Themen erörtert von denen sie nichts verstand. Nur soviel, dass es um die bevorstehende Konfrontation mit der Entente ging. Ihre Mundwinkel verzogen sich unmerklich. Sprach den jeder hier nur noch über den verdammten Krieg? Erneut wurde ihr schmerzlich bewusst, dass nicht nur ihre Herkunft, sondern auch der Altersunterschied zwischen ihr und den meisten Anwesenden wie eine Mauer stand und eine Verständigung unmöglich erscheinen ließ. Über was sollte sie sich auch mit ihnen unterhalten? Vielleicht die neueste Mode? Nur dass sie sich nicht sonderlich dafür interessierte und ihre Kleidungsgepflogenheiten kaum denen einer herrschaftlichen Dame entsprachen. Das zeigten ihr die verstohlenen Blicke welche sie und den Kimono streiften allzu deutlich. Noch viel schlimmer verhielt es sich mit ihrer liebsten Beschäftigung: Dem kleinen Garten, den sie voller Hingabe pflegte. Ihre Gedanken begannen bereits wieder abzuschweifen. Es mochte im Frühling gewesen sein, als Margarethe unerwartet zu Besuch kam. Ihre Zofe führte sie zu ihr, nachdem ihr Vater nicht anwesend war. Yui konnte die abschätzigen Blicke immer noch nicht vergessen und ebenso wenig ihre Wortwahl.
“Was macht ihr da? Ihr werdet ganz schmutzig. Für solche niederen Arbeiten haben wir Bedienstete. Euer werter Vater ist zu bedauern, sich mit einem Geschöpf, wie Euch herumschlagen zu müssen.”
“Ich bin seine Tochter!”, entgegnete Yui mit aller Entrüstung, zu der sie fähig war. Ohne es zugeben zu wollen, hatte sie die überraschende Äußerung Margarethes zutiefst verletzt.
“Vielleicht biologisch betrachtet, jedoch nicht mehr. Euch fehlt alles was eine hochgeborene junge Dame ausmacht. Schaut euch doch nur an, wie Ihr ausseht.”
“Na los, sag es!”, dachte Yui. Noch einen Schritt … nur eine Demütigung mehr, die Messerspitzengleich auf ihre offenen Wunden traf und sie würde sich auf sie stürzen. Mit ihren Lippen formte sie das Wort, unausgesprochen, doch deshalb nicht weniger bedeutungsschwer … Hexe!
Margarethe musste spüren dass sie zu weit gegangen war, denn unvermittelt hielt sie inne. “Ach herrje, wie spät ist es? Ich müsste längst wieder auf dem Heimweg sein. Sagt Eurem Herrn Vater, dass ich ihn im Laufe der Woche erneut aufzusuchen gedenke.”
Eine Berührung an ihrer Schulter riss sie in die Realität zurück.
Greta neigte sich zu ihr. Vielleicht werden wir die Kolonien schon vorher verlieren. Sie dachte unvermittelt an ihre Heimat. “Wer sollte sich schon dafür interessieren? Das Fleckchen ist soweit weg und ohne jede Bedeutung.”
“Kiautschou ist bereits in die Hände der Japaner gefallen. Wusstet Ihr das denn nicht? Die Herrschaften haben doch den ganzen Abend über nichts anderes gesprochen.”
Fast unbewusst schüttelte sie den Kopf. Meldungen über den Kriegsverlauf interessierten sie nicht. Nun war es an Greta sie verständnislos anzuschauen.
“Ihr habt gar nicht zugehört, habe ich Recht? Aus den Augenwinkeln habe ich Eure abwesenden Blicke bemerkt.”
Statt einer Erwiderung nickte Yui. Zu ihrem bedauern war das Thema immer noch nicht erledigt, wie ihr der nächste Satz des Industriellen gleich darauf unmissverständlich zeigte.
“Wir sollten unsere Kolonien massiv unterstützen und dringend Truppen dorthin entsenden.”
“Meinen Sie Hansen? Nun, der Kaiser hat entschieden, dass der Kampf um die Kolonien in Europa entschieden wird oder möchten Sie dem nicht beipflichten?” “Selbstverständlich. Unsere Soldaten werden den Feind auf dem Schlachtfeld eine Lektion erteilen. Danach bleibt immer noch Zeit, sich um die Besitztümer zu kümmern.”
“Widerlicher Schleimer.” Yui zischelte die Worte so leise zwischen ihren Zähnen hervor, dass sie sich sicher sein konnte, dass sie niemand bemerkte. Im gleichen Augenblick belehrte sie der leichte Schlag, welcher ihren Hinterkopf traf, eines Besseren. Fragend blickte sie zu Greta auf. Das verschmitzte Lächeln ihrer Zofe irritierte sie zusätzlich.
“Ihr wart ungezogen, junge Dame!”
Ungezogen, wie das klang. Yui biss sich auf die Lippen. Als ob sie noch ein Kind wäre. Fragte sich, auf wen das überhaupt mehr zutraf. Dabei kam ihr Gretas Aufzug in den Sinn.
“Ihr habt recht daran getan, das aufsässige Kind zu maßregeln. Diese jungen Dinger schlagen rasch mal über die Strenge, wenn man nicht aufpasst. Ihr müsst sie Zucht und Ordnung spüren lassen. Ich sehe es ja an meiner eigenen Tochter.” Yui bedachte die Frau des Stadtrates mit einem viel sagendem Blick und unterdrückte mühsam die Versuchung ihr nicht einfach die Zunge rauszustrecken. Was musste sie sich in alles einmischen. Greta kehrte zurück und begann dass Essen zu servieren.
“Sie sagen es, Hansen. Üben wir uns also in Geduld.“ Die Stimme ihres Vaters erklang vom anderen Tischende und Yui verinnerlichte erleichtert, das er von dem kleinen Disput nichts mitbekommen hatte. Das Gespräch entwickelte sich weiter, von voraussichtlichen Aufmarschplänen, über Truppenstärken und welche Herausforderung es war, sich in einen Zweifrontenkrieg verwickeln zu lassen, nun nachdem auch Russland dem Reich den Krieg erklärt hatte und die ersten Schlachten in Ostpreußen tobten.
 Yui hörte schon nicht mehr zu und suchte wieder Augenkontakt mit Greta. Als hätte sie es vorausgesehen, zwinkerte diese ihr zu und ließ eine Hand wie zufällig über ihren Hintern gleiten. Mühsam verbiss sich Yui ein Grinsen und spürte eine bisher unbekannte Erregung nach ihr greifen. Wenn nur ihr Vater nichts bemerkte. Verzweifelt versuchte sie sich von dem aufreizenden Verhalten Gretas abzulenken und wand sich wieder ihrem Essen zu.
Sie dachte an Lian, was ihre unschickliche Gedankenwelt nur noch beflügelte. Yui schnappte sich eine der kleinen Gurken auf ihrem Teller und begann sie erst zaghaft, dann deutlich forscher mit den Lippen zu umschließen. Ein schmatzendes Geräusch erklang dabei.
“Was soll das werden, junge Dame? Ich fordere dich hiermit auf, dieses törichte Benehmen zu unterlassen.”
Yui betrachtete die Gurke in ihren Händen, als sei sie ihr eben erst aufgefallen. Erneut umschloss sie das Objekt mit den Lippen, wobei ihre Zunge zum Vorschein kam und frivol darüber glitt.
“Yui! Das ist meine letzte Warnung! Treib es nicht zu weit!”
Mit dem unschuldigsten Augenaufschlag, zu dem sie in ihrem Zustand fähig war, erwiderte Yui. “Ich stimme Euch zu, Vater. Das ist der falsche Platz für dieses … Ding, noch dazu, wo ich gerade so herrlich feucht bin.”
Ein Aufschrei, hervorgestoßen aus zahlreichen Kehlen. Margarethe, die Frau des Stadtrates tat, als werde sie ohnmächtig. Die beiden Zwillinge Else und Erwin wandten sich angewidert ab. Nur Hansen sah sie durchdringend an mit einem ebenso verlangenden, wie abstoßenden Blick in seinen Augen.
“Auf dein Zimmer, sofort! Du stehst bis auf weiteres unter Arrest.”
Wortlos erhob sie sich und schritt nach einer kurzen Verbeugung aus dem Speisezimmer. Noch eine Weile folgte ihr das aufgeregte Schnattern und verklang erst vollständig, als sie ihr Gemach im oberen Stockwerk erreichte.

Später am Abend ließ sie ein Klopfen an der Tür aufhorchen.
“Es ist offen. Kommt ruhig herein.” Yui vermutete, dass es ihre Zofe war, die sich vielleicht vergewissern wollte, ob sie noch etwas für die Nacht benötigte. Umso mehr überraschte sie der Anblick ihres Vaters.
“Yui mein Kind. Verzeih die späte Störung. Das Dinner hat länger gedauert als beabsichtigt und jeden Einzelnen von ihnen heraus zu komplimentieren, meine Geduld auf eine harte Probe gestellt. Allerdings gibt es etwas, dass ich dir unbedingt noch mitteilen muss.”
“Ich bitte Euch. Mein Herr Vater braucht sich doch nicht bei mir zu entschuldigen.” Yui nahm wieder platz und deutete neben sich.
“Setzt euch zu mir und sagt was ihr auf dem Herzen habt.” Ein Knarren ging durch das Bett, als er sich darauf niederließ. Ihr Vater war von jeher eine stattliche Erscheinung gewesen mit durchtrainierten Körper, der wohl die anerkennenden Blicke so mancher Dame auf sich zog.
“Ich muss dich verlassen und werde eine lange Zeit nicht mehr hierher zurückkommen.”
“Was meint Ihr Vater? Ihr sprecht in Rätseln.”
“Ich habe meine Marschbefehle erhalten. Morgen brechen wir auf. Vorerst in den Osten und sobald der Gegner kapituliert hat, werden wir in die Kolonien verschifft.
“Morgen schon.” Yui knabberte verzweifelt auf ihrer Lippe herum und versuchte, das Gehörte zu überdenken.
“Aber das bedeutet ja, dass ihr in absehbarer Zeit womöglich gegen die Soldaten des Kaisers kämpfen werdet.”
Keine Regung zeigte sich auf dem Gesicht ihres Vaters, als er antwortete. “Das ist leider unvermeidlich. Yoshihito hat sich auf Seiten unserer Feinde geschlagen. Doch das soll uns jetzt nicht sorgen. Ich wollte dir nur Bescheid sagen. Eine Ordonanz wird mich abholen. Dies geschieht in aller Frühe, um keine unnötige Aufmerksamkeit zu erregen. Deswegen verabschiede ich mich jetzt von dir.”
“Verabschieden? Nein Vater, bitte. Sagt, dass es nicht wahr ist.”
“Du wirst die Dame des Hauses sein. Also versuche, dich etwas im Zaum zu halten und mir keine Schande zu machen.”
Seine Worte erinnerten Yui an ihr Verhalten, dass sie beim Essen an den Tag gelegt hatte und plötzlich fühlte sie sich dazu veranlasst, eine Entschuldigung auszusprechen.
“Waren Eure Gäste sehr bestürzt?” Ein unerwarteter Schlag traf sie auf den Rücken und trieb ihr die Luft aus den Lungen. In einer Mischung aus Überraschung und Entsetzen blickte sie in sein Antlitz. Keine Spur von Wut spiegelte sich darin wieder, vielmehr wirkte ihr Vater belustigt.
“Bestürzt ist gar kein Ausdruck. Du hättest ihre Gesichter sehen sollen, als du gegangen warst. Ich habe mich selten so amüsiert.”
Eine Hand legte sich auf ihre und streichelte sanft darüber. “Ich habe deine Mutter geliebt wie niemanden sonst, Yui und du erinnerst mich jeden Tag mehr an sie.” “Vater, ich … .”
“Schon gut. Nimm es als Kompliment. So und nun versuche noch etwas zu schlafen.”
Leise schloss sich die Tür hinter dem imposanten Mann und ließ sie allein mit ihrer aufgewühlten Gedankenwelt.

Yui versuchte gerade, ihrer wirren Empfindungen Herr zu werden, als leises Klopfen einen neuerlichen Besucher ankündigte. “Hat man denn hier nie seine Ruhe? Kommt herein.” Die vertraute Silhouette ihrer Zofe erschien im Türrahmen.
“Ich wollte nur noch einmal nach Euch sehen und mich erkundigen, ob es Euch gut geht, Herrin.”
“Du darfst die Vorhänge zuziehen, Greta.” Als hätten die Ereignisse im Speisesaal nicht stattgefunden, machte sich ihre Zofe sofort an die Arbeit.
“Sag mal Greta, was hast du dir eigentlich dabei gedacht?”
“Herrin?”
“Nenn mich nicht ständig Herrin! Hier sind wir unter uns und vollkommen ungestört. Vergiss für einen Moment die Etikette. Dein Aufzug beim Empfang.”
“Ach das. Hat es Euch nicht gefallen? Fandet Ihr mein Kleid zu kurz?” Ein freches Kichern klang an ihre Ohren, in das Yui ungewollt mit einstimmte.
“Du kannst doch nicht ohne Unterwäsche herumlaufen! Hansen sind fast die Augen aus dem Kopf gefallen.”
“Nun … niemand anderes scheint es dennoch aufgefallen zu sein. Habe ich Euch wenigstens unterhalten?”
Schmerzhaft spürte sie den Druck auf ihrer Unterlippe und verdeutlichte wie sehr sie wieder mal darauf biss. Eine Eigenart, die immer dann zutage trat, wenn sie besonders nervös oder aufgeregt war. Was sollte sie antworten. Das es sie erheitert hatte? Schlimmer noch. Sie fühlte sich in Gegenwart ihrer Zofe erregt und die Vorstellung, dass sie vielleicht nackt unter der Bedienstetentracht war, verstärkte ihre frivolen Gedanken.
“Zieh den Saum hoch Greta.” Was sagte sie denn da? War sie noch bei Verstand? Wenn nur ihre Neugierde nicht wäre. Sie musste sich einfach Gewissheit verschaffen.
Einen flüchtigen Augenblick lang wirkte die Angesprochene überrascht, bevor ein wissender Ausdruck auf dem Gesicht erschien. Viel zu langsam für ihren Geschmack folgte Greta ihre Aufforderung. Yui hielt die Luft an, als der Stoff stückweise formvollendete Oberschenkel freigab, bis ein blitzweißes Höschen zum Vorschein kam. Eben noch von ihren unanständigen Gedanken überwältigt, wischte Ernüchterung die knisternde Anspannung hinfort. Nur mit äußerster Beherrschung gelang es Yui, ihre Enttäuschung zu verbergen.
“Ich sehe, dass du noch nicht völlig schamlos geworden bist“, erwiderte sie in der Hoffnung sich nichts anmerken zu lassen.
Greta antwortete nicht darauf und fegte wie ein Wirbelwind durchs Zimmer, wobei sich jeder Handgriff in unzähligen Wiederholungen über die Zeit eingespielt hatte. Schließlich blieb sie stehen.
“Ich bin fertig, Herrin. Falls Ihr es wünscht, werde ich Euch nun allein lassen.”
Yui überlegte fieberhaft, aber so sehr sie auch suchte wollte ihr nichts einfallen, was ein Bleiben der Zofe gerechtfertigt hätte. Wie jeden Abend hatte sie wieder alles nahezu perfekt vorbereitet. Selbst die Stücke ihres Kimonos, von ihr voller Wut achtlos auf den Boden geworfen, lagen nun fein säuberlich gefaltet auf einem Schemel neben ihrer Schlafstatt. Yui schüttelte den Kopf, sodass die Strähnen ihrer Mähne um ihr Antlitz flogen.
“Nein, Greta. Es ist nichts mehr. Ich danke dir. Du darfst mich nun alleine lassen. Gute Nacht.”
Ihre Zofe setzte sich bereits wieder in Bewegung und kurz bevor die Tür ins Schloss fiel erklang ihre angenehme Stimme. “Gute Nacht, Herrin. Habt angenehme Träume.” Yui ließ sich nachdenklich auf ihr weiches Nachtlager zurücksinken. Während die Dunkelheit ihre Klauen nach dem umgebenden Land ausstreckte und vor ihrem Fenster alles in eine vertraute Schwärze tauschte, versuchte sie etwas Schlaf zu finden. Es sollte eine kurze und ruhelose Nacht werden.

Schon früh wurde sie vom charakteristischen Schnauben der Pferde geweckt. Siedendheiß durchfuhr die Erkenntnis ihren Kopf. Die Kutsche! Vater! Nur mit einem dünnen Nachthemd bekleidet, raste Yui die Stufen hinab. Vor der Tür versuchte Greta sie zu stoppen.
“Herrin! So könnt ihr nicht hinaus. Ihr werdet euch erkälten.”
“Lass mich vorbei, oder du kannst etwas erleben!” Ohne weiter auf ihre Einwände zu achten, wirbelte Yui hinaus über den Hof und auf die wartende Kutsche zu, deren Tür sich gerade schloss. “Vater! Wartet!”
Ein gerufener Befehl erklang aus dem Innern und die Kutsche, gerade im Anfahren begriffen, kam zum Stehen. Der Kopf ihres Vaters kam zum Vorschein.
“Kindchen, was tust du denn in diesem Aufzug hier draußen? Du wirst dir den Tod holen.”
“Vater, bitte. Ich wollte Euch noch einmal sehen.”
“Haben wir beide uns nicht vergangenen Abend voneinander verabschiedet?”
“Ja, aber … also ich dachte … .”
“Was dachtest du, Yui? Sprich bitte, ich habe nicht viel Zeit. Der Transport kann nicht warten, auch nicht auf mich.”
Yui kletterte auf die Stufe und hielt sich am Rahmen fest. So viele Empfindungen stürzten auf sie ein und ließ sie mit den Worten ringen. “Vielleicht sehen wir uns nie wieder Vater?” Der morgendliche Wind zupfte an ihrem dünnen Nachthemd und ließ sie frösteln. Tränen tropften unaufhörlich über ihre Wangen. Kaum, dass sie es in ihrer Aufregung bemerkte, streichelte eine Hand sanft ihr Gesicht und versuchte, der Nässe Herr zu werden.
“Ach Yui, mach es mir doch nicht so schwer. Ich bin mir sicher, dass der Krieg bald wieder vorbei sein wird. Außerdem … wie könnte ich es wagen, eine so bezaubernde junge Dame im Stich zu lassen?”
“Vater … ich … .”
“Nun sei ein braves Mädchen und geh wieder ins Haus. Greta wird sich um dich kümmern. Sie musste mir versprechen, auf dich aufzupassen und ich wüsste niemanden, bei dem du in besseren Händen wärst. Sag, dass ich mich nicht in dir täusche. Ansonsten müsste ich mich gezwungen sehen Euch eine Hausdame zur Seite zu stellen.”
Bei dem Gedanken daran, welcher Hausdrache vielleicht Einzug hielt und ihre traute Zweisamkeit störte, verschlug es ihr den Atem.
Yui schluckte heftig und versuchte, ihre Stimme wieder zu erlangen. “Das wird nicht nötig sein, Vater.”
“Braves Mädchen. Wusste ich doch, dass du vernünftig bist und nun geh ins Haus.”
Ihr Vater gab dem Kutscher ein Zeichen. Knarrend setzte sich das Fuhrwerk in Bewegung und ließ Yui, immer noch von den Geschehnissen überfordert, erschrocken zurück treten. Den Blick  auf die Kutsche gerichtet, ignorierte Yui erst, wie sich eine Hand sanft dennoch bestimmend auf ihre Schulter legte.
“Ihr seid total durchgefroren Herrin. Kommt mit rein. Ich werde uns erstmal einen kräftigen Tee zubereiten, sonst holt Ihr Euch womöglich noch eine Erkältung.”
“Das ist mir egal!“, entgegnete Yui trotzig. Im gleichen Moment bereute sie ihre so achtlos hervorgebrachte Bemerkung schon wieder. Immerhin hatte sie ihrem Vater versprochen, vernünftig zu sein und keine Schwierigkeiten zu machen.
“Du hast natürlich Recht, Greta. Entschuldige bitte. Ich bin nur grade so durcheinander. Was ist wenn er nicht mehr zurückkehrt?”
“Nun Euer werter Herr Vater ist durchaus in der Lage auf sich aufzupassen. Ihr solltet einfach ein wenig Vertrauen haben.”
Trotz aller Anspannung entging Yui nicht der unsichere Unterton in der Stimme ihrer Zofe, obwohl diese sich alle Mühe gab, zuversichtlich zu klingen. Vertrauen. Wenn es nur so einfach wäre, seufzte Yui vor sich hin.

Marschmusik vermischte sich mit den begeisterten Rufen der Soldaten und ihrer Angehörigen, die ebenso zahlreich den Vorplatz des kleinen Bahnhofs bevölkerten, wie das aufgestellte Regiment an neuen Rekruten verfügte.
“Vielleicht bringe ich dir ein Andenken mit. Den Helm eines Soldaten der Entente womöglich.”
“Untersteht Euch, Lian!“ Allein die bloße Vorstellung trieb ihr einen Schauer über den Rücken. “Komm einfach in einem Stück zurück. Mehr verlange ich nicht.”
Lian blickte wohlwollend auf sie herab, während im Hintergrund das geschäftige Treiben auf dem Bahnsteig eine beeindruckende Geräuschkulisse bildete. Der schrille Ton des Schaffners forderte dazu auf, den wartenden Zug zu besteigen.
“Nun heißt es wohl Abschied nehmen.” Unerwartet stieg Hitze in Yui auf, überflutete ihr Gesicht und gab ihr das Gefühl, jede Haarwurzel auf dem Kopf würde verbrennen. Sollte sie es wagen? So eine Gelegenheit würde vielleicht nie wiederkommen. Jegliche Etikette über Bord werfend, stellte sich Yui auf die Zehenspitzen und drückte Lian einen Kuss auf die Lippen. Keine Überraschung. Vielmehr zeichnete sich ein genüssliches Grinsen auf dem Gesicht ihres Angebeteten ab, als sie sich von ihm löste.
“Das könntet Ihr jeden Tag mit mir machen.”
Ein verspielter Knuff in die Seite. “Lian! Ihr seid einfach nur schamlos.”
“Oh, ich vermute, dass Greta das selbe über Euch denkt.”
Ihre Zofe! Für einen Moment hatte sie Ihre Anwesenheit gekonnt verdrängt. Yui drehte sich um und erstarrte. Greta bedachte sie mit einem Blick, in dem soviel Entsetzen und Ablehnung lagen, das es ihr fast die Sprache verschlug.

Wird fortgesetzt … .


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Offline Tìtstewan

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Re: Was der Krieg entzweit - 2 ( Romanze / Drama )
« Reply #5 on: June 21, 2016, 03:34:50 pm »
*download*

Die Fortsetzung werde ich am Wochenende lesen, sofern die Zeit und Gesundheit es mir erlauben. :) Schön, dass doch noch eine Fortsetzung erschienen ist. :D


EDIT:

Habes es nun gelesen und es ist - wie immer - eine tolle Fortsetzung der Geschichte. Es sind ein paar Höhepunkte vorhanden, bei dem es richtig Spaß macht, diese zu lesen. :D Hut ab!
Nusslieferung ist auf dem Weg. ;)
« Last Edit: June 27, 2016, 03:15:16 am by Tìtstewan »

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Re: Was der Krieg entzweit - 2 ( Romanze / Drama )
« Reply #6 on: June 27, 2016, 08:51:56 am »
Kaltxì. Oel ngati kameie ma Eichhörnchen


gleich zu anfang kann ich dir wieder ein großes Lob hinterlassen.

Deine Fortsetzung ist wirklich großartig geschrieben,
keine Fehler oder ähnliches sind mir aufgefallen.

Wie bei dir üblich kannst du wunderbar Szenen sehr lebhaft beschreiben.
So kam einem die Dinnerszene schon langweilig rüber,
was aber nicht heißen soll das sie mir sehr gefallen hat.  ;D

Was mir ebenso gefällt ist, dass du in der Fortsetzung viel mehr Dialoge eingebaut hast,
was die Geschichte noch lebendiger macht.

Jede deiner Charaktere sind Glaubwürdig erzählt und kann man sich gedanklich gut vorstellen.  ;)

Zum ende hin wird einem dann klar, wie  gut der Titel zu diesem Werk passt.

Von mir bekommst du volle 10 von 10 Punkte und eine LKW-Ladung Nüsse.  :D

Ich hoffe das du noch weiter solche tollen Geschichten auf deine Tastatur zauberst
und viel Spaß dabei hast.  :)

Kìyevame.

Hayalovay ulte Eywa ngahu livu ma 'eylan

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Re: Was der Krieg entzweit - 2 ( Romanze / Drama )
« Reply #7 on: July 03, 2016, 05:14:14 am »
Huhu


Ich danke euch Beiden. :)

@Roland

Habe deinen "Edit" erst gar nicht bemerkt und die Antwort dadurch irgendwie übersehen. :D
Es wird schon fortgesetzt. Hatte halt eine kleine "Schaffenspause" oder ihr eine "Lesefreie Zeit". Nun bin ich allerdings wieder voll dabei. Danke für das Karma.

@Michael

Quote
So kam einem die Dinnerszene schon langweilig rüber,

Jo, was glaubst du, was sich erst Yui gelangweilt hat, bei all den äußerst betagten Herrschaften.  ;D
Wenn du es ebenso empfunden hast, dann habe ich in der Szene alles Richtig gemacht.

Quote
Zum ende hin wird einem dann klar, wie  gut der Titel zu diesem Werk passt.

Wär auch irgendwie komisch wenn es anders wäre. Wird ein größeres Werk, oder besser ist es schon. Ich habe vieles nochmal Überarbeitet. Auch sollten geschichtliche Abläufe glaubhaft in die Handlung eingebunden werden. Musste da erst vieles nachlesen, bzw. mich informieren. ( Stand der Technik damals, z.B Transportwesen, Waffen, Frontverläufe, Leben der Bevölkerung in den Kriegsjahren usw. ) Soll ja alles passen und kein Unsinn dastehen.
So werden die ersten Einsätze der Gotha - Bomber über London ebenso Erwähnung finden, wie Zeppeline, der Stellungskrieg und die Schrecken im täglichen Grabenkampf.
Yui bleibt ja nicht ewig auf ihrem Anwesen, auch wenn es vorerst den Anschein erwecken mag. Lasst euch überraschen.


Liebe Grüße,


Robert
kxetse sì mikyun kop plltxe


 

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